Nadine Angerer fordert Bundesliga-Kolleginnen auf, mehr Opfer zu bringen
Nationaltorfrau Nadine Angerer, die heute vor einer Woche Fußball-Weltmeisterin wurde und zur besten Torhüterin des Turniers gewählt wurde, ist derzeit eine gefragte Gesprächspartnerin. In ihrem jüngsten Interview, das heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu lesen ist, finden sich einige interessante Passagen zur Situation der Bundesliga, die wir einfach mal zur Diskussion stellen wollen:
Auf die Frage, was sich tun kann, damit die Bundesliga nicht mehr so weit hinter der Nationalmannschaft zurückbleibt:
“Die Bundesliga muss auch endlich was tun. […] Es gibt so viele Baustellen in der Liga. Das fängt beim Management an und hört bei den Spielerinnen auf.”
“Es geht nicht um die Nationalspielerinnen. Die trainieren ja sieben- bis zehnmal in der Woche. Es geht um die anderen. Da musst du halt auch mal für weniger Geld zweimal am Tag trainieren, um dich weiterzuentwickeln - und so auch die Attraktivität der Liga zu erhöhen. Die breite Masse müsste also auch mal Opfer bringen. Doch die meisten sagen: Ich kriege nur ein paar hundert Euro, warum soll ich mehr tun, als ich muss? Das ist der falsche Ansatz, dann haben wir weiter zu hohe Leistungsunterschiede, die die Liga langweilig machen.”
“Man kann über den Manager Siegfried Dietrich streiten, ob er sympathisch ist oder nicht - aber man muss seine Leistung sehen. Da muss ich sagen: Hut ab! Die Richtung stimmt. Wir brauchen zumindest generell ein Halbprofitum.”
“Fakt ist, dass es auch nur in der Nationalelf absolute Stars gibt. Die fehlen in den Vereinen völlig. Doch das Publikum will Identifikationsfiguren, wie sie die Männerteams zuhauf haben.”