Nadine Angerer fordert Bundesliga-Kolleginnen auf, mehr Opfer zu bringen

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Nationaltorfrau Nadine Angerer, die heute vor einer Woche Fußball-Weltmeisterin wurde und zur besten Torhüterin des Turniers gewählt wurde, ist derzeit eine gefragte Gesprächspartnerin. In ihrem jüngsten Interview, das heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu lesen ist, finden sich einige interessante Passagen zur Situation der Bundesliga, die wir einfach mal zur Diskussion stellen wollen:

Auf die Frage, was sich tun kann, damit die Bundesliga nicht mehr so weit hinter der Nationalmannschaft zurückbleibt:

„Die Bundesliga muss auch endlich was tun. […] Es gibt so viele Baustellen in der Liga. Das fängt beim Management an und hört bei den Spielerinnen auf.“

Zu den Spielerinnen:

„Es geht nicht um die Nationalspielerinnen. Die trainieren ja sieben- bis zehnmal in der Woche. Es geht um die anderen. Da musst du halt auch mal für weniger Geld zweimal am Tag trainieren, um dich weiterzuentwickeln – und so auch die Attraktivität der Liga zu erhöhen. Die breite Masse müsste also auch mal Opfer bringen. Doch die meisten sagen: Ich kriege nur ein paar hundert Euro, warum soll ich mehr tun, als ich muss? Das ist der falsche Ansatz, dann haben wir weiter zu hohe Leistungsunterschiede, die die Liga langweilig machen.“

Zum Thema Management:

„Man kann über den Manager Siegfried Dietrich streiten, ob er sympathisch ist oder nicht – aber man muss seine Leistung sehen. Da muss ich sagen: Hut ab! Die Richtung stimmt. Wir brauchen zumindest generell ein Halbprofitum.“

Zum Fehlen von Stars:

„Fakt ist, dass es auch nur in der Nationalelf absolute Stars gibt. Die fehlen in den Vereinen völlig. Doch das Publikum will Identifikationsfiguren, wie sie die Männerteams zuhauf haben.“

Letzte Aktualisierung am 12.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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tina
tina

ich frage mich wie man 2x am Tag trainieren soll, wenn man 7-8 Std. arbeitet und dann direkt vom Büro auf den Trainingsplatz fährt.

alex
alex

frag dich nicht, tu es einach. angerer hat recht! nur wenn du mehr leistung bringst – und das schaffst du nur, wenn du mehr tust – schaffst du es mehr zeit zu kriegen. sprich: bessere leistungen, mehr erfolg, bessere argumente um weniger zeit beim arbeiten zu verbringen. was war zuerst – das huhn oder das ei???

Pepsi
Pepsi

Ohje, etwas Wahres ist sicherlich dran. Aber, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Mehr Sponsoren, mehr Geld, mehr Geld, mehr Professionallisierung möglich, mehr Professionallisierung, mehr Möglichkeiten die Spielerinnen beim Verein anzustellen, mehr Profispielerinnen, bessere Trainingsmöglichkeiten usw. Auch im Managment der Vereine sieht es nicht anders aus. Wer macht schon noch etwas umsonst? Ich kenne nicht viele die ohne Kohle den Verein in seiner immer mehr werdenden Arbeit unterstützen. Daran sollte gearbeitet werden. Aber wie es immer ist, ohne Moos nichts los und wenn die notwendigen Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen, dann geht auch nichts voran. Natze, du hast… Weiterlesen »

helena
helena

@tina So ähnlich, wie es in anderen Berufen durchaus auch üblich ist: Vor und nach dem Job. Es heißt ja nicht, daß es leicht ist, sondern notwendig. Und es ist auch die Effektivität, mit der trainiert wird und nicht nur die reine Stundenzahl. Wenn ich höre, daß eine Spitzenspielerin wie Prinz, die seit Jahren auf höchstem Niveau spielt, einen eigenen Trainingsplan hat – so sollte das nichts Einmaliges, sondern Normales sein. Im FF muß doch auch flächendeckend das möglich sein, was in anderen Ligen (etwa Volleyball) auch möglich ist? Das gilt im übrigen nicht nur im Sport: es gibt auch… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@helena, ich gebe Dir durchaus recht!!! Aber es müssen auch die Rahmenbedingungen vorhanden sein, damit ich zumindest einmal am Tag trainieren kann, möglichst mit der Mannschaft!!! Dafür ist viel Verständnis vom Arbeitgeber, Uni oder Schule nötig!!! Hier muss man ansetzten, wie es die Sportschulen in der DDR gemacht haben!!! Heute heißt so etwas „Eliteschule des Sports“, und es wird Zeit, dass auch junge Fußballerinnen dort lernen dürfen!!! Das kostet viel Geld, aber wenn ich internationale Titel gewinnen will, muss ich auch etwas investieren!!! Und die sicherste Investition, ist die in die Jugend!!! Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann kann man jede… Weiterlesen »

Antje aus London
Antje aus London

Interessante Diskussion. Ich bringe dazu mal wieder meine englische Perspektive ins Spiel. Einer der Hauptgruende, warum die Arsenal Ladies den anderen Vereinen so weit voraus sind, ist, dass sie den Spielerinnen Ausbildungs- und Arbeitsmoeglichkeiten bieten. Es gibt Kooperationsbeziehungen zu lokalen Unis oder Colleges, so dass die juengeren Spielerinnen nach der Schule Studium und Training optimal kombinieren koennen. Die aelteren Spielerinnen sind z.T. beim Verein angestellt, so wie Kelley Smith, die stellvertretende Leiterin des Centre of Excellence fuer die Maedchen im Verein ist. Das heisst sie trainiert als Star von heute die Stars von morgen und verbringt gleichzeitig den Tag auf… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Antje, Deine Sichtweise aus England, deckt sich ja mit der aus Deutschland!!! Aber es liegt doch nicht an den Regionen, ob die „Überzeugungsarbeit“ gelingt, oder nicht, sondern an den Bedingungen, die dort herrschen!!! Es gibt einige „Eliteschulen des Sports“ in Deutschland!!! Zum Beispiel auch in Stuttgart!!! Das Einzugsgebiet ist riesig, es gibt viele Leute, die im Speckgürtel der Schwabenmetropole wohnen!!! Aber da es in dieser Sportschule (wie ich mitbekommen habe) keine Mädchenfußballerinnen gibt, sind die Rahmenbedingungen einfach nicht gegeben, um hier eine FF-Hochburg aufzubauen!!! Dies findet im kleinen Kreis in Sindelfingen, oder Crailsheim statt, unter nicht gerade professionellen Bedingungen!!! Wenn… Weiterlesen »

helena
helena

@antje und detlef Natürlich sind professionelle Rahmenbedingungen wie die Sportschule sinnvoll (den Vergleich mit den DDR-Eliteschule finde ich – ich wohne im Osten – etwas problematisch, aber das gehört nicht hierher), aber dennoch kann und muß es auch anders gehen. Es sind nicht nur Institutionen, die Leistungen fördern – da steht jeder Sportler schon selber in der Pflicht, da hat Angerer absolut recht. Ich persönlich kenne mich in der (professionellen) Musiklandschaft besser aus als in der (professionellen) Sportlandschaft, da jedoch die Bedingungen und der zeitliche/emotionale und auch physische Aufwand etwa gleich hoch ist, sind beide Bereiche gut zu vergleichen. Es… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@helena, Du hast schon recht, jede Sportlerin und jeder Sportler, müssen viel Zeit und Anstrengung investieren, um zu den besten zu gehören!!! Aber wie macht man das, wenn Schule, Abi, Ausbildung oder Beruf einem kaum Zeit dazu lassen??? Es ist ja nicht mit ab und zu joggen gehen, ein bischen Krafttraining, hin und wieder schwimmen gehen getan!!! Wer Leistungssport betreibt, braucht viel Zeit zum trainieren!!! Nur die Vereine, die ihren Spielerinnen die meiste Zeit verschaffen können, werden es ganz nach oben schaffen!!! Den anderen Klubs kann mal ein Achtungserfolg gelingen, aber über die Saison gesehen, wird es nicht reichen!!! Also… Weiterlesen »

helena
helena

@detlef Vergleiche hinken immer, ich sprach aber ganz bewußt von Laienmusikern! Ich selber habe, bevor ich Musik studierte, lange Jahre als Laie, sprich unbezahlt und mit wesentlichen finanziellen Investitionen (meiner Eltern), musiziert und inzwischen, da ich als Wissenschaftlerin arbeite, bin ich wiederum unbezahlter Laie. D.h. aber nicht, daß der eigene Anspruch und der Anspruch der Zuhörer sinken würde. D.h. andererseits aber, daß das persönliche zeitliche wie auch finanzielle Engagement in der Musik sehr hoch ist und von daher durchaus mit Sport vergleichbar! Üben, gleichzusetzen im Sport mit Training, ist dabei eine unabdingbare Grundlage, die durchaus im Stunden- und nicht im… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Helena, es wäre natürlich das Optimum, wenn eine Spielerin für ihre Dienste, vom Verein genug Geld bekäme, um davon ihren Lebensunterhalt + Krankenversicherung + Unfallversicherung + Altersversorgung, und, und, und bezahlen könnte!!! Oder wie im Fall Wolfsburg, wo zB Martina Müller in der Geschäftsstelle der Männer arbeitet, und somit ihren Unterhalt bestreiten kann!!! In Potsdam sind viele Spielerinnen bei Sponsoren „beschäftigt“, und werden zum trainieren und bei Auswärtsfahrten (UEFA-Pokal, Vorbereitungsspiele usw) freigestellt!!! In Frankfurt ist es ähnlich, da „arbeiten“ sie eben bei SiDis Firma, und/oder studieren noch nebenher!!! Ich glaube eben nicht, dass man den Spielerinnen sagen muss, dass sie… Weiterlesen »