Brasilien ruft Frauenfußball-Pokal ins Leben

Von am 29. September 2007 – 14.16 Uhr 7 Kommentare

Marta und CristianeNoch vor Monaten war ein solcher Schritt undenkbar, jetzt geht alles ganz schnell. In Brasilien wird nach dem großen Erfolg der Frauenfußball-Nationalmannschaft auf Initiative von Verbandspräsident Ricardo Teixeira bereits im Oktober ein Pokalwettbewerb im Frauenfußball eingeführt werden.

Der neue Wettbewerb soll nach demselben Muster ausgetragen werden, wie der bei den Männern. Nur wenige Stunden zuvor hatte FIFA-Präsident Sepp Blatter öffentlich an die Brasilianer appelliert, eine Frauenfußball-Liga zu gründen. Blatter bestätigte nun am Rande der WM den Pokalwettbewerb: „Sie wollen schon Ende Oktober mit den Spielen beginnen.“

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Der brasilianische Verband (CBF) steht vor dem Abschluss eines Entwicklungsberichts über Vereine, die eine Frauenfußball-Abteilung unterhalten. Diese sollen zur Teilnahme am Pokalwettbewerb eingeladen werden. Mittelfristig soll dann eine Frauenfußball-Liga gegründet werden.

Teixeira erklärte: „Wir arbeiten mit Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit an diesem Projekt, damit es Realität wird.“ Nähere Details zum Format und den teilnehmenden Teams werden erst nach Abschluss der Bestandsaufnahme veröffentlicht werden.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Das ist ja mal eine gute Nachricht, für die Mädels vom Zuckerhut!!!
    Egal ob sie nun den Titel mit nach Brasilien nehmen dürfen, oder nicht, falls es nicht nur eine Laune von Ricardo Teixeira war, hat sich damit die WM für die weibliche Selecao schon jetzt gelohnt!!!

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  • Rainer sagt:

    Die Einrichtung einer brasilianischen Liga für Frauen ist Martas allergrösstes Ziel.

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  • Max Diderot sagt:

    Mir erscheint dieses Vorhaben mit schneller Nadel gestrickt. Speziell der Hinweis, es dem männlichen Pendant gleichzutun und eine Copa do Brasil zu initiieren, empfinde ich momentan noch als recht waghalsig. Fußball in Brasilien ist doch, ließt man das empfehlenswerte Buch des britischen Journalisten Alex Bellos „Futebol. Fußball. Die brasilianische Kunst des Lebens.“, eine sehr vom Machismo, also das traditionelle Bild der männlichen Geschlechterrolle, geprägte Sportart. Übrigens, die weibliche Spielart bezeichnet man/frau als Marianismo. Ich begrüße grundsätzlich, wenn den brasilianischen Frauen das gleiche Sportvergnügen zuteil wird wie den Männern, halte aber die momentane 1:1-Projektion des Vorhabens für schwierig.
    Gegebenenfalls haben sich mit den Herren Teixeira und Blatter auch zwei sinistre Gesellen verabredet, die kein Geldvermehrungsverfahren auslassen, vorrangig wohl um der eigenen Interessen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Inzwischen sind ein paar Details bekannt geworden. Der Wettbewerb soll am 25. Oktober beginnen und bis zum 9. Dezember laufen.

    Zwischen 18 und 22 Mannschaften aus fünf Regionen des Landes sollen teilnehmen. Alles Vereine, die bereits Frauenfußball-Abteilungen unterhalten.

    Zunächst soll es eine K.-o.-Phase in Hin- und Rückspielen geben, aus der sich die besten acht Teams für die zweite Runde qualifizieren. Diese acht Teams werden dann auf zwei Gruppen à vier Teams aufgeteilt, jeder spielt gegen jeden und bestreitet somit jeweils drei Spiele. Die jeweils beiden Gruppenbesten erreichen das Halbfinale, die Halbfinalsieger das Finale.

    Der brasilianische Fußballverband CBF hofft nach dem Vizeweltmeistertitel der Nationalmannschaft auf reges Interesse von Medien und Sponsoren.

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  • Detlef sagt:

    Ist auch schon bekannt geworden, wo CRISSY und PAULA spielen werden??? Bleiben sie in der Heimat, oder kommen sie wieder nach Europa???

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  • Max Diderot sagt:

    Auf BBC-Online wurde der brasilianische Trainer nach dem Finale mit den Worten wiedergegeben, er hoffe nach der erfolgreichen WM, dass die Investoren nun den Frauenfußball in Brasilien entdecken und unterstützen würden. Gerade in der jetzigen Zeit hat der Begriff Fußballinvestor einen zweifelhaften Ruf. Hinzu kommt noch die Personalie des Präsidenten des brasilianischen Fußballverbandes. Ricardo Terra Teixeira genießt ja nicht den besten Leumund. Trotzdem hoffe ich, da mir der Spielstil der brasilianischen Damen gut gefallen hat, dass dem Frauenfußball in Brasilien der Durchbruch gelingt. Dies wäre dann auch ein prima Signal für den ganzen süd- und mittelamerikanischen Kontinent.

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  • Markus Juchem sagt:

    Der Start der brasilianischen Frauenfußball-Pokals ist um fünf Tage auf den 30. Oktober verschoben worden. Wie der brasilianische Fußball-Verband CBF bekannt gab, ist die Teilnehmerzahl von ursprünglich 22 auf 32 Mannschaften angewachsen. Aus diesem Grund musste der Spielmodus verändert werden. Das Endspiel wird am 9. Dezember ausgetragen.

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