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2007

Vorschau: Brasilien – Australien

„Sie haben eine gute Mannschaft, aber sie sind nicht unschlagbar“, sagt Australiens Trainer Tom Sermanni vor dem WM-Viertelfinale gegen Brasilien am Sonntag um 14.00 Uhr (ab 17.05 Uhr auf Eurosport oder live im norwegischen Fernsehen ) über seinen Gegner.

Und in der Tat: Bei allen Vorschusslorbeeren hat Brasiliens bisheriger Durchmarsch von drei Siegen in drei Spielen und einem Torverhältnis von 10:0 einen Nachteil. Echt gefordert wurde das Team von Weltfußballerin Marta bisher noch nicht.

Doch dieser Härtetest dürfte dem Team von Trainer Jorge Barcellos nun bevorstehen, denn die Australierinnen haben im bisherigen Turnierverlauf bei den Remis gegen die starken Teams aus Norwegen und Kanada bewiesen, dass sie mehr sind als nur ein Außenseiter.

Im Rahmen einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft haben sich die Wege der beiden Teams bisher noch nicht gekreuzt. Allerdings traf man zweimal bei Olympischen Spielen aufeinander. 2000 in Sydney gewann Brasilien mit 2:1, 2004 in Athen behielten die Südamerikanerinnen mit 1:0 die Oberhand.

Drei Spiele, drei Siege, 10:0-Tore – der bisherige Turnierverlauf war für die Brasilianerinnen nicht viel mehr als ein Spaziergang. Nur in der ersten Halbzeit des Spiels gegen China wurden sie bisher ansatzweise gefordert. „Wir sind hierher gekommen, um Geschichte zu schreiben“, lässt Trainer Jorge Barcellos keine Zweifel an der Zielsetzung aufkommen.

Allerdings räumt er ein: „Jedes Team, das jetzt noch im Turnier ist, ist gut genug, um den Titel zu holen.“ Mit attraktivem Offensivfußball wollen die Brasilianerinnen den aufstrebenden Australierinnen aber ein Bein stellen. Mit schnellen Kombinationen will man die Verteidigung der Matildas aus den Angeln heben.

„Brasilien ist nicht nur Marta. Wir haben viele andere Spielerinnen“, betont Barcellos nimmermüde. Dennoch: Wer es schafft, Marta aus dem Spiel zu nehmen, der ist dem Erfolg schon ein großes Stück näher gekommen. Denn obwohl das Team über zahlreiche gute Spielerinnen verfügt, kommt Marta eine Ausnahmerolle zu.

In der Heimat in Brasilien scheint man den Fußballdamen nach wie vor keine große Aufmerksamkeit schenken zu wollen. Einen Vorbericht auf das Spiel sucht man auf der offiziellen brasilianischen Website vergeblich, zu einer kurzen Ankündigung des Spiels mit nicht einmal 100 Wörtern hat man sich aber immerhin hinreißen lassen. Die Begeisterung nach dem Gewinn der Panamerikanischen Spiele scheint wieder verflogen zu sein.

Zum ersten Mal steht Australien im Viertelfinale einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Spielführerin Cheryl Salisbury sagt: „Das freut mich sehr für unsere Truppe.“ Bei dem Sieg gegen Ghana und den Remis gegen Norwegen und Kanada deutete man an, dass die Mannschaft für jeden Gegner ein ganz harter Brocken ist.

Mit schnellem Spiel will Trainer Sermanni den Gegner Probleme bereiten. „Wenn wir hinten diszipliniert stehen und Marta neutralisieren können, nehmen wir ihnen schon einiges an Stärke weg“, so der Schotte. „Mit unseren schnellen Stürmerinnen können wir ihnen Probleme bereiten.“

Eines darf nach Sermannis Meinung nicht passieren. „Wenn wir uns zurücklehnen und sie spielen lassen, dann werden sie uns Probleme bereiten.“ Er warnt vor Marta: „Sie ist keine Spielerin für 90 Minuten, aber man darf sie nie aus den Augen verlieren. Wenn man auch nur ein bisschen unkonzentriert wird, ist sie plötzlich da und der Ball zappelt im Netz.“

Vor dem Spiel plagen Australien personelle Sorgen. Thea Slatyers Einsatz ist ebenso fraglich, wie der von Torhüterin Melissa Barbieri und Spielführerin Cheryl Salisbury. Doch mit Hilfe der Physiotherapeuten will man zumindest die beiden Letztgenannten wieder fit bekommen. „Ich denke, wir haben im Spiel gegen Brasilien weniger Druck als gegen Kanada. Niemand erwartet etwas von uns. Hoffentlich unterschätzt uns Brasilien“, so Sermanni.

Info: Auch dieses Spiel wird live vom norwegischen Sender NRK 1 übertragen. Diesen könnt ihr hier empfangen.

Mein Tipp: 2:0 für Australien Tipp Katja: 3:2 für Australien