DFB verlängert Vertrag mit Neid bis 2011

Von am 22. September 2007 – 14.50 Uhr 14 Kommentare

Die Reaktion auf den 3:0-Erfolg Deutschlands im WM-Viertelfinale gegen Nordkorea kam prompt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlängert den Vertrag mit Bundestrainerin Silvia Neid vorzeitig bis 2011.

Das teilte Dr. Theo Zwanziger nach dem Einzug der DFB-Elf ins Halbfinale mit. „Silvia Neid soll uns in die WM 2011 führen, die hoffentlich in Deutschland stattfindet. Ich kann mir keine Bessere vorstellen“, so Zwanziger in Wuhan. Bereits nach dem Vorrundenspiel gegen England einigten sich Zwanziger und Neid frühzeitig, den bis 2009 laufenden Vertrag unabhängig vom Abschneiden bei der WM um zwei weitere Jahre zu verlängern.

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„Theo Zwanziger hat mir schon vor dem Turnier signalisiert, dass er voll hinter mir steht. Er sagte: „Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen“, so Neid.

Neid ist seit 1996 für den DFB tätig, nach der Europameisterschaft 2005 übernahm sie die Geschicke von Tina Theune-Meyer.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Christiane sagt:

    Wenn der Vertrag noch bis 2009 lief, ist das doch eine frühzeitige Verlängerung ohne Not. Möglicherweise aber um Neid den Druck von den Schultern zu nehmen vor dem Halbfinale. Aus dieser Perspektive dann durchaus vertretbar.

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  • Max Diderot sagt:

    DFB-Präsident Dr. Zwanziger ist ein analytischer Gefühlsmensch. Die Eigenschaft, weil er sich mit dem Präsidium darauf geeinigt zu haben scheint, dass es (Achtung Phrase) augenblicklich zu Frau Neid und ihrem Stab keine Alternative gibt; das Nomen (Gefühlsmensch), weil er den emotional (wieder Phrase) tödlichen Pass immer dann spielt, wenn Herz und Verstand nicht auseinander driften. Alles in allem doch eine prima Entscheidung. Ich hoffe nur, nachdem diese Personalie jetzt getroffen worden ist, dass dieser Aspekt auch dazu beiträgt, die Trainerarbeit der (Frauen-) Bundesliga verbessert und in der Breite ein besseres Niveau erreicht wird.

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  • werkselfe sagt:

    ich empfinde diese entscheidung als absolute katastrophe…

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  • Max Diderot sagt:

    Pardon, aber diese unbegründete Vermessenheit, die vorzeitige Vertragsverlängerung von DFB und Silvia Neid als eine „absolute Katastrophe“ zu bezeichnen kann ich absolut (sic) nicht nachvollziehen. Was oder wer wäre denn die Alternative? Frau Neid ist doch nicht nur eine sehr erfolgreiche Spielerin gewesen und hat sich Meriten in der Nachwuchsförderung (U20 WM) verdient. Nach meinem Empfinden ist sie eine wunderbare Repräsentantin des deutschen Fußballs.
    Der Ist-Zustand, die DFB-Damen ins Halbfinale der WM geführt zu haben, widerspricht ja auch dieser emotional-eruptiven Aussage.
    Sollte der Einwand aber daran Anstoß nehmen, dass von Seiten des DFB-Trainerstabs zuwenig konstruktive Kritik ob des teilweise bräsigen Spielstils einiger Bundesligateams geübt geübt wird, stimme ich dem zu. Die Konkurrenzsituation, leichter gesagt als getan, muss breiter werden in der obersten Spielklasse. Aber einige Mannschaften, Duisburg, Bad Neuenahr, gehen ja interessante Wege.

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  • Rainer sagt:

    Nein, die Vertragsverlängerung ist keine Katastrophe. Deutschland hat jetzt alle Chancen, seinen Titel zu verteidigen, womit man im Vorfeld nicht unbedingt hatte rechnen können.

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  • Detlef sagt:

    KATASTROPHE ist sicherlich ein zu harter Ausdruck, aber ich halte vor allem den langen Zeitraum für sehr bedenklich!!!
    Sie ist auch für mich eine sehr schwierige Personalie, da sie Spielerinnen und auch BuLi-Trainer belügt, einige sehr umstrittene Entscheidungen getroffen hat, sowie in den Spielanalysen den Sinn für die Realität vermissen lässt!!! Ein guter Trainer, sollte eigentlich auch ein guter Psychologe sein!!! Davon versteht Frau Neid aber nicht die Bohne, was man sowohl vor, als auch bei der WM sehen konnte!!!
    Deshalb wäre schon 2009 viel zu lang gewesen, aber bis 2011…….???

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  • Markus Juchem sagt:

    Mich irritiert es auch ein wenig, dass man derart frühzeitig ohne Not den Vertrag von Silvia Neid verlängert hat. Aber vielleicht beabsichtigt DFB-Präsident Zwanziger mit dem Zeitpunkt ja auch im Hinblick auf die WM-Bewerbung 2011 einfach noch einmal ein Zeichen von Bodenständigkeit, Kontinuität und Konstanz zu setzen, bevor am 30. Oktober die Entscheidung fallen wird.

    Anders kann ich mir den ungewöhnlichen Zeitpunkt dieser Vertragsverlängerung und vor allem den ungewöhnlichen Zeitpunkt der Bekanntgabe mitten in einem WM-Turnier nicht erklären.

    Ob Silvia Neid der Entwicklung des deutschen Frauenfußballs gut tut, kann man wohl erst in ein paar Jahren abschließend beurteilen, wenn zahlreiche Leistungsträgerinnen ihre Karriere beendet haben werden. Momentan jedenfalls gibt ihr der Erfolg Recht.

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  • Max Diderot sagt:

    Also einige der Beiträge erinnern mich an einen Filmtitel von Pedro Almodóvar und dessen geschlechtsspezifischer Umkehrung: „Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Eine vorausschauende Politik zu betreiben setzt doch eine mittelfristige Personalplanung voraus. Und für eine leitende Funktion ist Frau Neid ob ihrer sportlichen Vita prädestiniert. Sie und ihr Team. In der heutigen Ausgabe der SZ berichtet Kathrin Steinbichler davon, wie sehr sich die Bundestrainerin als Teil des Ganzen versteht. Und gerade mit Blickrichtung auf eine mögliche Ausrichtung der kommenden Frauenfußball WM in Deutschland ist dieser konzeptionelle Ansatz zu begrüßen.
    Natürlich ist man/frau hinterher immer schlauer. Aber sind wir in unserem wankelmütigen Testosteron-Haushalt schon so verblendet a priori die bisherigen Leistungen von Neid & Co. in Frage stellen zu wollen? Was wäre denn die Alternative?
    Außerdem: Die repräsentativen Damen(mann)schaften des DFB sind doch nicht das Problem. Im Internet war von einigen verzweifelten Österreichern zu lesen, die sich nach den erbärmlichen Leistungen ihres Teams und dem WM-Auftaktspiel der Deutschen die mehr als rhetorische Frage stellten, wie ein möglicher Vergleich ausfiele. Dass Problem ist das Spielniveau in der Frauenbundesliga! Hier müssen Ansatzpunkte verwirklicht werden, die es möglich machen, dass die Vereine abseits des Krösus Frankfurt bessere Möglichkeiten und Ressourcen erhalten, die dazu beitragen. Eventuell bedarf es ja auch eines organisatorischen Schrittes, analog der DFL.
    Nein, Frau Neid ist kein Teil des Problems, sie ist ein Teil der Lösung.

    PS.: Wenn jemandem vorgeworfen wird, er lüge, dann sollte es doch zu den Prinzipien gehören, diese Vorhaltung auch faktisch zu begründen. Mir sind die in Richtung Silvia Neid geäußerten Vorwürfe jedenfalls nicht bekannt.

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  • Markus Juchem sagt:

    Zur Thematik Verbesserung der Qualität in der Liga hat sich unter anderem auch Potsdams Trainer Bernd Schröder in einem lesenswerten Interview in der taz geäußert.

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  • Max Diderot sagt:

    Danke für den Hinweis. Ein interessantes und informatives Gespräch. Vielversprechend klingen auch jene Beiträge, die die ambitionierte und subtile WDR-Sportdokumentation „Sport inside“ heute Abend im III. Fernsehprogramm ausstrahlen wollen. Ein Essay wird sich mit dem Frauenfußball in Deutschland befassen. „Gehasst, geliebt, gefeiert“ lautet dessen Titel. Beginn der Sendung soll gegen 22.45 Uhr sein.

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  • Detlef sagt:

    @Max,
    es war in der Presse zu lesen, dass Silvia Neid und Bernd Schröder eine Abmachung getroffen hatten!!! Es ging da um NAVINA OMILADE und CONNY POHLERS, und um ihre Chancen für die WM!!!
    Klingelts jetzt???

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Danke für die Verlinkung mit dem taz-Artikel!!!
    Das meiste von dem, was Schröder da sagte, kann ich durchaus unterschreiben!!!
    Nur zwei Dinge stoßen mir sauer auf!!!
    Erstens,
    das schon fast gebetsmühlenartige wiederholen der PHRASE, FF ist etwas ganz anderes, als Männerfußball, ja sogar eine eigene Sportart!!! Damit wird man den FF nicht aus seinem Dornröschenschlaf erwecken!!! Es hat schon Leute gegeben, die mich gefragt haben, ob die Spielfeldmaße anders sind, oder ob es Regelabweichungen gibt!!!
    Zweitens,
    seine unfairen Seitenhiebe auf CONNY!!! Ein erneutes Nachtreten, genau wie bei PIWI!!! CONNY ist ganz sicher keine „Heilige“, aber so etwas hat Schröder eigentlich nicht nötig!!!

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    @ Max Diderot

    Vielen Dank für den TV-Hinweis. Wir haben ihn gleich aufgegriffen, wie Du siehst. 😉

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  • werkselfe sagt:

    ich bleibe dabei, für mich ist diese entscheidung eine katastrophe. warum wurde der vertrag UNABHÄNGIG vom abschneiden bei der wm verlängert?

    natürlich gibt der erfolg neid zur zeit recht, aber solange sie nicht die besten spielerinnen nominiert, weil ihr deren nase nicht passt, und solange nicht die besten spielerinnen, die deutschland hat, auf den positionen spielen, auf der sie die mannschaft am weitesten weiterbringen, solange frau neid sich nach grotten-schlechten spielen hinstellt und uns erzählt, wie toll das spiel doch war und wie zufrieden sie ist, solange sie während eines spiels die leistungsträgerinnen nicht auswechselt, um sie zu schonen, wenn das spiel schon entschieden ist, solange ihre persönlichen seilschaften die nominierung und aufstellung der nationalmannschaft bestimmen, und solange die mannschaft qualitativ mehr schlechte als gute spiele abliefert (damit meine ich nicht das ergebnis sondern die attraktivität des spiels), solange bleibt diese entscheidung für mich eine katastrophe…

    zum thema: wer soll es denn sonst machen – da gibt es genügend qualifizierte kandidatinnen, wobei ich jemanden bevorzugen würde, der von außen dazu kommt, damit wir nicht wieder vor der gleichen problematik stehen wie jetzt

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Bundesliga 2019/20
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