Olympia-Quali: Australien im Torrausch, Trainer trotzdem unzufrieden
Wohl nur selten in der Vergangenheit hatte die asiatische Olympia-Qualifikation im Frauenfußball einen derart hohen Aufmerksamkeitswert wie in diesen Tagen. Vor einigen Wochen sorgten die Ergebnisse der beiden Spiele zwischen Südkorea und Hongkong (siehe Womensoccer.de-Bericht vom 18. März ) für negative Schlagzeilen.
Und auch der Beginn der Endrunde am gestrigen Samstag hatte es in sich. So setzte es für Südkorea die nächste bemerkenswerte Niederlage, und Australiens Trainer Tom Sermanni überraschte nach dem zweistelligen Sieg gegen Hongkong mit einem besonderen Kommentar.
Südkorea hat sich mit dem Schachzug, sich in die vermeintlich leichtere Gruppe A befördert zu haben, offensichtlich ins eigene Fleisch geschnitten. Im Heimspiel gegen den Weltranglisten-40. aus Thailand setzte es eine 0:1-Heimschlappe. Ich muss gestehen, dass ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen kann.
Asiens Olympia-Qualifikation im Überblick
Besser als für die Südkoreanerinnen lief es für Australien, das mit Hongkong beim 15:0 (6:0)-Sieg kurzen Prozess machte. Stürmerin Kate Gill erzielte nach dem Fünferpack beim 8:1-Sieg gegen Taiwan im Februar im zweiten Länderspiel hintereinander erneut fünf Tore.
Gute Laune allerseits, sollte man meinen, doch nicht bei Trainer Tom Sermanni : „Wenn man bedenkt, wie oft wir den Pfosten getroffen haben, wäre es schön gewesen, fünf oder sechs Tore mehr zu schießen.“
In der Tat ließen die Australierinnen weitere hochkarätige Torchancen ungenutzt. So trafen Cheryl Salisbury und Sarah Walsh die Latte, Kate Gill den Pfosten. Mehrmals klärte die gegnerische Verteidigung auf der Linie. Mit etwas mehr Konsequenz hätte möglicherweise das 21:0-Rekordergebnis gegen Amerikanisch Samoa aus dem Jahr 1998 übertroffen werden können.
Sermannis Kritik kommt nicht von ungefähr. Da sich nur die jeweiligen Sieger der beiden Gruppen für die Olympischen Spiele qualifizieren und auf Australien noch zwei Duelle mit dem starken Nordkorea warten, könnte bei Punkt- und Torgleichheit in den direkten Duellen am Ende die bessere Tordifferenz den Ausschlag geben. Und dann würde man den verpassten weiteren Treffern möglicherweise noch hinterher trauern.
Japan ohne Glanz – Nordkorea souverän
Zwei weitere Spiele brachten zum Auftakt die erwarteten Siege der Gastgeber. Japan ließ beim 2:0-Sieg gegen das äußerst defensiv ausgerichtete Vietnam nichts anbrennen, tat sich aber schwer, Lücken im Verteidigungsriegel des Gegners zu finden. Treffer von Homare Sawa und Tomoe Sakai sorgten dann aber doch für zufriedene Mienen beim WM-Teilnehmer. „Ich bin froh, dass wir drei Punkte geholt haben, auch wenn wir trotz vieler Chancen den dritten Treffer nicht gemacht haben“, so Trainer Hiroshi Ohashi. Wenig Mühe hatte Nordkorea beim leicht heraus gespielten 8:0-Sieg gegen Taiwan.
Japan – Vietnam 2:0 Südkorea – Thailand 0:1
Nordkorea – Taiwan 8:0 Australien – Hongkong 15:0
Vietnam - Südkorea Thailand - Japan
Taiwan - Australien Hongkong - Nordkorea