Champions League: Bayern muss ums Finale bangen

Von am 21. April 2019 – 19.53 Uhr 31 Kommentare

Der FC Bayern München muss nach einer Niederlage gegen den FC Barcelona im Halbfinalhinspiel der UEFA Women´s Champions League um den Einzug ins Finale bangen.

Bayerns Sara Däbritz (li.) im Duell mit Barca-Torschützin Kheira Hamraoui © imago / foto2press

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Vor 2.500 Zuschauern am erstmals ausverkauften FC Bayern Campus unterlag der FC Bayern München gegen den FC Barcelona mit 0:1 (0:0). Kheira Hamraoui erzielte den einzigen Treffer der Partie (63.).

Benkarth erneut im Tor, fünf Änderungen in der Startelf

Bayern-Trainer Thomas Wörle setzte wie schon unter der Woche beim Bundesligaspiel in Sand auf Laura Benkarth im Tor, Manuela Zinsberger musste mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen. Insgesamt nahm Wörle gegenüber dem 1:1 unter der Woche fünf Veränderungen vor: Für Carina Wenninger, Gina Lewandowski, Jill Roord, Mandy Islacker und Lina Magull, kamen Simone Laudehr, Sydney Lohmann, Fridolina Rolfö, Jovana Damnjanović und Dominika Škorvánková in die Partie.

Rasanter Beginn

Die Partie begann mit viel Schwung, Kheira Hamraoui (4.) und Fridolina Rolfö (5.) hatten für ihre Teams jeweils die ersten Torannäherungen. Damnjanović hatte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den ersten sehenswerten Abschluss (7.). Doch auch Toni Duggan scheiterte nur knapp (9.).

Zweimal Glück für Bayern, Däbritz scheitert knapp

In der Folge erarbeitete sich der FC Barcelona ein spielerisches Übergewicht, hatte aber zweimal Pech, als Hamraoui nur die Latte traf (23.) und Vicky Losada am Pfosten scheiterte (34.). Danach lösten sich die Münchenerinnen aus der Umklammerung, Sara Däbritz hatte die beste Bayern-Chance, doch Barcelonas Torhüterin Sandra Paños parierte (39.).

Barcelona geht in Führung

In der insgesamt chancenärmeren zweiten Halbzeit war es dann Hamraoui, die mit einem Schuss aus der Drehung die Führung für die Katalaninnen erzielte (63.). Bayern war jetzt bemüht, offensiv mehr Akzente zu setzen, Barcelona verlegte sich aufs Kontern. Paños behielt bei einem Schuss von Däbritz einmal mehr die Oberhand (74.).

Däbritz im Pech

Mit Lina Magull und Lineth Beerensteyn versuchten die Bayern, den Druck in der Offensive noch einmal zu erhöhen. Und die Münchenerinnen kamen dem Ausgleich nah, doch Däbritz traf mit einem Freistoß in der Schlussminute nur die Latte (90.).

Wörle: „Unentschieden war drin“

Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte nach der Partie: „Der Gegner hatte fußballerisch eine Qualität, bei der kaum ein Team in Deutschland mithalten kann. Wir haben damit gerechnet, dass wir Phasen haben werden, in denen wir sehr viel verteidigen müssen, das haben wir über weite Strecken gut gemacht, auch wenn man nicht alles verteidigen kann. Wir hatten auch immer wieder Phasen, in denen wir selbst vor dem gegnerischen Tor gefährlich waren. In der zweiten Halbzeit war das Spiel noch etwas offener, weil wir mutiger agiert haben. Der Gegentreffer war sehr ärgerlich, weil wir immer mehr Zugriff auf das Spiel hatten. Wir hatten unsere Chancen, deswegen war ein Unentschieden definitiv drin.“

Lyon gewinnt knapp

Im ersten Halbfinalspiel setzte sich Olympique Lyon mit 2:1 (2:0) gegen Chelsea Women durch. Delphine Cascarino (27.) und Amandine Henry (39.) trafen für die Gastgeberinnen, Erin Cuthbert (72.) brachte die Engländerinnen zurück ins Spiel.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Bernd sagt:

    18. April Bernd
    Eine Berücksichtigung von Zinsberger im Championsleaguespiel am Wochenende erscheint somit zumindest fraglich.

    21.April 16.51 Uhr Altwolf zu Zinsberger
    Für mich ist eindeutig die Trennung nach der Saison fix und sie wird wohl ohne weitere Verletzungen ihrer Konkurentinnen und Mittorfrauen auch nicht mehr in der 1. im Tor stehen.

    @ FFFan
    Wenn ich einen Einsatz von Zinsberger mindestens für fraglich halte, meinst Du ich rechne dann mit einem Einsatz von Weimar?
    Selbstverständlich habe ich mit dem Einsatz von Benkarth gerechnet und auch geschrieben, dass ich dann auf Deine Begründung dafür gespannt bin. Leider hast Du die Versetzung von Zinsberger nach wie vor nicht aus Deiner Sicht begründet. Sehr schade! Das habe ich bereits vor einigen Tagen getan! Nachdem Du Anderen Spekulationen vorgeworfen hast, könntest Du ruhig mal zugeben, dass Du Dich mit dem Einsatz von Zinsberger in der CL verspekuliert hast. Anstatt dessen weist Du auf Andere, wie Hartmut hin, der bereits meine Äußerung zur Anwesenheit von Mel in Sand vollkommen mißverstanden hat. Wenn es keine Probleme zwischen dem FCB und Zinsberger gegeben hätte, wäre die österreichische Nationaltorhüterin in Sand mindestens dabei gewesen.
    Du kannst natürlich auch weiter auf die Äußerungen von Zinsberger zu „gegebener Zeit“ warten.
    Angeblich hat nach Deiner Aussage nach, niemand auf einen Einsatz von Benkarth getippt. Auch da liegst Du falsch, oder wie verstehst Du z.B. Altwolfs Beitrag, dass Zinsberger ohne Verletzung der anderen Torhüterinnen bei Bayern nicht mehr im Tor stehen wird?
    Natürlich warst Du „nicht der einzige, der auf einen Einsatz von Zinsberger „spekuliert“ hat“, das habe ich auch nirgends behauptet! Der Einsatz von Benkarth in Sand war sicherlich für die Allermeisten eine Überraschung, Deine Behauptung diesbezüglich für das CL-Spiel halte ich zumindest für gewagt.
    Fehleinschätzungen macht jeder mal, man sollte aber auch die Größe haben, dies zumindest im Nachhinein auch mal zuzugeben!

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  • FFFan sagt:

    @ Bernd:
    „Leider hast Du die Versetzung von Zinsberger nach wie vor nicht aus Deiner Sicht begründet.“

    –> Lassen wir es doch den begründen, der diese „Versetzung“ vorgenommen hat: „Laura hat bereits drei Spiele in der zweiten Mannschaft und zuletzt ein Bundesligaspiel bestritten und hat sich bei uns gut präsentiert. Es war eine ganz knappe Entscheidung, jede unserer Torhüterinnen genießt das Vertrauen, aber es war jetzt einfach so, dass wir aus dem Bauch heraus Laura den Zuschlag gegeben haben. Und ich finde, sie hat es heute auch sehr gut gemacht. Aber wir könnten jede Torhüterin ins Tor stellen. Das ist keine Entscheidung gegen eine, sondern für eine.“ (Thomas Wörle, zit. n. womensoccer.de)
    Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

    „Wenn es keine Probleme zwischen dem FCB und Zinsberger gegeben hätte, wäre die österreichische Nationaltorhüterin in Sand mindestens dabei gewesen.“

    –> Nun, gegen Barcelona war sie immerhin wieder im Kader. Haben sich also beide Seiten wieder angenähert?

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  • bale sagt:

    so jetzt schreibe ich auch mal was, ich finde es unfair die Zinsberger, die durch ihre Präsenz im Tor die Bayern ja auch so weit gebracht hat, habe aber im TV gesehen wie sie ihre Mitspielerinnen gepusht hat, fand ich klasse, ja das mit Islacker ist auch nicht okay sie wirkt verunsichert, man schenkt ihr kein vertrauen und das spürt sie schade, vielleicht nach bremen gehen oder Turbine, ja eine wie Melli fehlt, eine die die fäden zieht und gute pässe spielt.

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  • Ritchie sagt:

    @FFFan: Es hätte mich auch interessiert, welche Meinung DU hast in Bezug auf Manuela Zinsberger. Statt DEINE Meinung zu schreiben stellst du die Stellungsnahme von Thomas Wöhrle hier ein und stimmts ihm zu. Okay, ist natürlich einfacher als eine eigene Meinung zu formulieren.
    @bale: Mit deinem Text habe ich Probleme. Zitat: ich finde es unfair die Zinsberger,- Zitat Ende. WAS findest du unfair? Das steht mMn nicht im Text.

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  • Ritchie sagt:

    Laut Thomas Wöhrle: Es war eine ganz knappe Entscheidung, jede unserer Torhüterinnen genießt das Vertrauen, aber es war jetzt einfach so, dass wir aus dem Bauch heraus Laura den Zuschlag gegeben haben.

    Ich finde es gut, dass Laura Benkarth dieses Vertrauen bekommen hat. Sie hat damit doch noch die Chance an der WM teilzunehmen.
    Aber erklärt eine solch „knappe Entscheidung“ warum die bisher „scheinbar“ unangefochtene Nummer 1 im Tor – von Ex auf Hopp nicht mal im Kader ist/war? Gegen Barcelona war Manuela Zinsberger es dann ja wieder.

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  • Bernd sagt:

    @ Ritchie
    „Aber erklärt eine solch „knappe Entscheidung“ warum die bisher „scheinbar“ unangefochtene Nummer 1 im Tor – von Ex auf Hopp nicht mal im Kader ist/war?“

    Genau das habe ich mich auch gefragt!
    Das FFFan wiederholt seine eigene Ansicht dazu verschweigt ist sehr schade. War Weimar vor dem Spiel in Sand etwa auch einen Hauch besser als Zinsberger? Das glaubst FFFan ja selbst nicht!
    Im übrigen, genauso wie Zinsberger sich derzeit dazu nicht äußert, wird weder Wörle noch ein anderer Trainer über interne Differenzen sprechen. Wer so etwas von einem Trainer erwartet ist naiv, denn Internas auszuplaudern ist ein NoGo und kommt auch bei zukünftigen Vereinen nicht gut an. In diesem Sinne sollte sich auch Manuela Zinsberger gut überlegen was Sie zukünftig öffentlich sagt. Wenn Sie unvorsichtig ist, könnte das leider auch Nachteile für Sie selbst haben.
    Als Forist sich einfach hinter der Aussage des Trainers zu verstecken, der sich natürlich vorsichtig äußern muss, ist hingegen schwach!

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  • Ritchie sagt:

    @Bernd: Wir sind uns da einig.

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  • FFFan sagt:

    @ Bernd:

    Wenn du unbedingt meine Meinung wissen willst: ich denke, dass es Zinsbergers eigene Entscheidung war, nicht mit nach Sand zu fahren.

    Versuch doch einfach mal, dich in ihre Lage zu versetzen: wenn du Anfang der Woche erfährst, dass du im CL-Halbfinale, auf das du fast ein Jahr hingearbeitet hast, nicht spielen wirst, brauchst du vielleicht erst mal ein paar Tage, um dich zu ’schütteln‘ und diesen ‚Tiefschlag‘ wegzustecken…

    Nur eine Vermutung (manche würden es „Spekulation“ nennen), aber sie erscheint mir sehr plausibel!

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  • balea sagt:

    Vielleicht macht Chelsea Lyon ja mal ernsthaft Probleme, wenn WOB dazu schon nicht in der Lage ist?

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  • Bernd sagt:

    @ FFFan
    Danke für Deine Meinung!
    Es erscheint mir nicht plausibel, dass Trainer Wörle mit Torhüterin Zinsberger bereits vor dem Sandspiel über die Aufstellung für die CL gesprochen hat. Warum auch, würde er doch im Vorfeld der wichtigen Spiele, für unnötig weiteren Zündstoff sorgen! Plausibler ist für mich erst einmal abzuwarten, wie Benkarth ihre Bewährungsprobe in der ersten Mannscaft besteht.
    Das Spielerinnen selbst entscheiden, ob sie zu so einem wichtigen Spiel, wie dem in Sand, mitfahren oder nicht, halte ich für ausgeschlossen. Dann hätte der Trainer jegliche Autorität verloren. Wenn Du vermutest, oder spekulierst, dass eine Spielerin der Bayern selbst entscheiden kann, ob Sie zu einem Spiel fährt, oder nicht, dann verwundert mich das doch sehr. Wer meint bei einem Spiel, bei dem es noch um die Deutsche Meisterschaft ging, daheim bleiben zu können und das Team im Stich zu lassen, der oder in dem Fall die, würde sich selbst vollends ins Abseits stellen. Deine Spekulation erscheint mir daher alles andere als „sehr plausibel“. Ausser evtl. beim FC Rumpelhausen, bestimmt bei fitten Spieler/innen immer noch der Trainer oder das Trainerteam, wer zu Spielen mitfährt.

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  • holly sagt:

    sehe es etwas anders wie viele hier. meiner Meinung nach hat sich Bayern vor Angst in die Hose gemacht.
    Wer mit Absicht so defensiv spielt muss sich nicht wundern wenn er verliert.

    Barcelona habe ich nicht so gut gesehen wie manche hier. Ok sie hatten gefühlte 90 % Ballbesitz dafür haben sie aber sich meiner Meinung nach zu wenig gute Chancen erspielt. Sicher hatten sie viel mehr wie Bayern aber das war mit der Taktik vom FCB auch nicht schwer.

    Obwohl dieses Jahr könnte es im Finale zu einer Überraschung kommen. So schlecht wie dieses Jahr war Lyon schon lange nicht mehr.

    Bei Bayern ist wirklich kein Matchplan zu erkennen. Ob das sich nächste Saison ändert, lassen wir uns mal überraschen wie Herr Scheur mit einer Ansammlung von N11 Spielerinnen klar kommt.

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