VfL Wolfsburg setzt sich weiter ab

Von am 28. Oktober 2018 – 7.49 Uhr 6 Kommentare

Meister VfL Wolfsburg hat sich zum Auftakt des 7. Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga mit einem Kantersieg gegen Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen weiter von der Konkurrenz abgesetzt.

Ewa Pajor vom VfL Wolfsburg jubelt über einen Treffer

Nicht zu stoppen: Ewa Pajor erzielte ihre Saisontreffer 10 bis 12 © imago / Hübner

Vor 1.428 Zuschauern im heimischen AOK-Stadion gewann die Elf von Trainer Stephan Lerch mit 7:0 (3:0) und feierte damit nicht nur den siebten Sieg im siebten Saisonspiel, sondern blieb auch weiterhin ohne Gegentor.

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Harder sorgt für Blitzstart

Pernille Harder sorgte bereits kurz nach Anpfiff für die Führung (1.), Kristine Minde (35.) und Ewa Pajor (44.) erhöhten noch vor der Pause. In der zweiten Halbzeit, in der die Gäste Torhüterin Anna Klink wegen Adduktorenproblemen durch Laura Sieger ersetzen mussten, erzielte Pajor ihre Saisontreffer 11 und 12 (50., 61.), dazu waren Sara Björk Gunnarsdóttir (59.) und erneut Harder (66.) erfolgreich.

Entwarnung bei Nilla Fischer

Kapitänin Nilla Fischer wurde nach einer halben Stunde wegen Problemen in der Nackenmuskulatur vorsichtshalber ausgewechselt, ihr geht es aber bereits wieder besser.

Lerch zufrieden

Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch meinte: „Erstmal bin ich froh, dass wir das Ergebnis am Ende einer englischen Woche so klar gestalten konnten und wieder zu Null gespielt haben. Man darf nicht unterschätzen, dass das Spiel am Mittwoch Kraft gekostet hat.“

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Hagedorn: „Lehrreiche Partie“

Leverkusens Trainerin Verena Hagedorn erklärte: „Wir müssen uns noch an das höhere Spiellevel gewöhnen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, für die die Partie heute lehrreich war. Wir haben so gut es ging dagegen gehalten, in der ersten Halbzeit ist uns das auch ganz gut gelungen.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    Da der 7. Spieltag schon am heutigen Samstag mit dem VFL gegen Bayer 04 begann, deshalb schon ein paar Anmerkungen zum Spiel, wobei ja eigentlich alle, die wollten, das Spiel im TV sehen konnten.

    Bei relativ „frischer“ Luft, aber sonst guten äußeren Bedingungen u. auch mit 1428 Zuschauern ordentlich besucht, war vor Beginn die Umarmungsbegrüssung u. der sich gegenseitig Trost spendenden „Kreuzbandgeschädigten“ auf 2 Gehstützen, I.Kerschowski u. L.Dickenmann, eine schöne freunschaftliche Geste, in Erinnerung der gemeinsamen Spielzeiten. Auch weiterhin beiden die besten Genesungswünsche.

    Der Auftakt hätte für Bayer 04 kaum unglücklicher laufen können, als mit 0:1 schon nach Min. 1 im Rückstand zu liegen.
    Doch danach machten sie es gegen nicht so exakt spielende Wölfinnen recht gut und konnten mit ihren 2 4-er-Ketten und den 2 davor agierenden Spitzen viele gute Offensivansätze d. VFL unterbrechen.

    M. Barth machte dabei in Bayers Defensive den besten Eindruck, während L.Uebach durch einige schöne Dribblings u. gute Spielübersicht auffallen konnte. Auch beide Torfrauen zeigten e. solide Leistung, konnten aber letztendlich die höhere Anzahl an Gegentoren nicht verhindern.

    Bis auf einige kleine Fehler i.d. Ballannahme u./o. Zuspielen brachte die Defensive mit J.Wedemeyer u. S.Doorsoun in d. IV u. A.Blässe u. K.Minde auf d. AV-Positionen, das Spiel sehr souverän über die Zeit, wobei sie nur selten gefordert wurden, da insbes. in HZ 2 die Spielerinnen v. Bayer 04 kaum über die Mittellinie kamen.

    Insbes. C.Hansen zeigte einer ihrer besten Spiele, da sie an fast allen Toren (bis auf d. 7:0) mehr oder weniger beteiligt war.
    E.Pajor ist derzeit kaum aufzuhalten und ihr Fallrückzieher schon eine Klasse für sich. P.Harder wieder mit dem so wichtigen 1:0 u. sie zeigt nun auch, das sie auch das Kopfballspiel neben ihren anderen Fähigkeiten beherrscht.

    Leider wieder einmal e. Verletzung, die schon früh das Ausscheiden v. N.Fischer erforderte u. S.Doorsoun die zugestandene Pause nicht wahrnehmen konnte.
    Eine gute Leistung muß man auch P.-S. Wolter bescheinigen, die sich schon sehr gut in d. Wölfinnenspiel eingefunden hat und zeigt, das sie auf der rechten Seite e. feste Größe werden kann.

    Ein verdient herausgespielter Sieg für die Wölfinnen, wobei die Spielerinnen von Bayer 04 sicherlich etwas enttäuscht waren, nicht ein niedrigeres Ergebnis erreicht zu haben.

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  • bale sagt:

    Bravo was eine spielfreude so eine sympathisches team
    leverkusen hat teilweise auch gute spielzüge gehabt,aber anstatt das männerteam aufzu pumpen mal geld in das frauenteam investieren 1 oder 2 erfahrene spielerinnen.

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  • ollerRentner sagt:

    Eben fiel zum Ende des Spiels Essen gegen München seitens des Kommentators bei Telekom-Sport der Satz: „Die Bayern sind wieder einmal Wolfsburg-Jäger Nummer 1“. Da ich auch das Spiel der Wolfsburgerinnen gesehen habe, musste ich schon etwas schmunzeln.

    Die Wolfsburgerinnen müssen schon sehr nachlassen und vielleicht entscheidende Eigentore schiessen, um nicht die Meisterschaft zu gewinnen.

    Beim gestrigen Spiel sah ich nur zwei schwächere Sachen (wobei man die Abwehr natürlich aufgrund des Spielverlaufes kaum beurteilen kann). Zuerst gab es diese häufigen Fehlpässe in einer Phase vor der Halbzeit und leistete sich Sara Doorsoun-Khajeh während des Spielaufbaus anfangs ein paar Fehlpässe. Beides kann gegen stärkere Gegner, speziell in der Champions-League, recht übel ausgehen.

    Bezüglich Leverkusen kann man dem Trainer zustimmen. Die Spielerinnen haben gegen eine der besten Mannschaften Europas gespielt und Grenzen aufgezeigt bekommen. So etwas kann für die Weiterentwicklung durchaus hilfreich sein, wenn es gut aufgearbeitet wird.

    Tja, nun zu Wolfsburg.

    Mich beeindruckte die Mannschaft, die immer als Ganzes wahrgenommen werden konnte. Die sind auf eine Art und Weise aufeinander abgestimmt und eingespielt, dass es richtig Spass macht das Mannschaftsspiel zu sehen.

    Ehe der Verein noch einmal auf die Idee kommen sollte den eine Meisterschaftsfeier der Frauen wegen eines wichtigen Spiels der Männermannschaft abzusagen, sollte sie diese lieber verpflichten sich Training und Spiele der Frauen anzusehen. Vielleicht kriegen sie dann ja den Dreh raus, wie aus Einzelspielern ein echtes Team wird.

    Ich will aus diesem Mannschafts-Blickwinkel heraus auch keine Einzelspielerin besonders hervorheben, aber noch kurz einen Satz zu Ewa Pajor von mir geben.

    Wenn sie nicht gesundheitliche Probleme bekommt oder andere Gründe eine weitere Entwicklung bremsen, dann wird sie mit Sicherheit in den nächsten Jahren eine Kandidatin für die Wahl der Weltfussballerinnen. Sie ist erst 21 Jahre halt, extrem schnell, technisch sehr gut, reaktionsschnell und hat ein sehr gutes Spielverständnis – ich vergass die „Kleinigkeit“, dass sie auch noch aussergewöhnlich zielstrebig und oft erfolgreich den Torabschluss sucht. Sie zu verpflichten war wohl ein Griff der Wolfsburger in die Schatzkiste.

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  • Hanno sagt:

    Bei dem Fallrückziehertor von Ewa Pajor wird der Anteil der beiden Vorbereiterinnen zu unrecht kaum erwähnt. Vor allem wie Sarah Doorsun den Fallrückzieher auflegt, das ist ganz großes Kino!

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  • ollerRentner sagt:

    @Hanno: Das wurde erwähnt, jedenfalls in der Telekom-Sport-Übertragung die ich gesehen habe. Wie ich aber schon sagte muss man eigentlich überhaupt keine Einzelspielerin gesondert hervorheben, weil das ganze Team als solchen wie aus einem Guss gespielt hat. Das war für mich besonders beeindruckend.

    Bezüglich des Fallrückziehertores kann man nur hoffen, dass Chancen für das Tor des Monats bestehen.

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  • ollerRentner sagt:

    Ergänzung: Nominiert ist das Tor von Ewa Pajor als Nummer 3 für die Wahl zum Tor des Monats Oktober 2018.

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