Tessa Wullaert verlässt den VfL Wolfsburg

Von am 26. März 2018 – 17.00 Uhr 27 Kommentare

Die belgische Nationalspielerin Tessa Wullaert wird den VfL Wolfsburg zum Saisonende trotz eines Angebots zur Vertragsverlängerung verlassen.

Tessa Wullaert führt den Ball im Spiel VfL Wolfsburg gegen AC Florenz

Tessa Wullaert wird den VfL Wolfsburg verlassen © imago / regios 24

Wullaert, die seit Juli 2015 in Diensten des VfL Wolfsburg stand, wird den Verein in unbekannte Richtung verlassen. Ein Angebot zur Vertragsverlängerung hat die 25-Jährige nicht angenommen. Dem Vernehmen nach hat der englische Premier-League-Verein Manchester City seine Fühler nach Wullaert ausgestreckt.

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Die 17-jährige Offensivspielerin war 2015 vom ATSV Stockelsdorf zum VfL Wolfsburg gewechselt, für den sie zunächst in der U17 in 17 Partien 25 Tore erzielte. Seit Ende 2015 lief die Ostholsteinerin zudem in der Zweiten Liga für die U23 des VfL auf, wobei ihr bislang 15 Treffer in 26 Spielen gelangen.

„Hochtalentierte Offensivspielerin“

„Wir freuen uns sehr, dass Anna-Lena ihre Zukunft weiter beim VfL Wolfsburg sieht. Sie ist eine hochtalentierte Offensivspielerin, die noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist und ab Sommer den nächsten Karriereschritt angeht. Wir werden sie mit Geduld an die Herausforderungen der Bundesliga heranführen, sind aber vollständig überzeugt, dass wir mit ihr den Abgang von Tessa Wullaert mittelfristig ideal aus den eigenen Reihen kompensieren können“, sagt Wolfsburgs Sportlicher Leiter Ralf Kellermann.

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27 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @Sheldon/Fan2
    Eigentlich „fantastisch“, wie Du dich mit den Verhältnissen von WOB auseinandersetzt u. uns auch dabei noch „plausibel“ machen kannst, wie und gegen wen man talentierte Nachwuchskräfte „clever“ einsetzen kann ohne eigentlich ein „Risiko“ eingehen zu müssen.

    Wenn ich es nicht besser wüsste, würde man vermuten können, Du bist hautnah bei den Spielen u. verfolgst die Nachwuchsarbeit auf dem Platz u. in d. Trainings, obwohl du offensichtlich noch nie in WOB warst.
    Du verstehst es wirklich beeindruckend diese ganzen Abläufe und Entscheidungen aus der „Ferne“ zu theoretisieren u. jeder Fußballclub könnte sich glücklich schätzen, so e. „Experten“ an der Hand zu haben.

    Der, der offensichlich so gut wie keine Spiele live im Stadion erlebt, der seine „Antipathie“ gegenüber d. VFL ständig bekundet,damit doch eher signalisiert dessen Spiele, falls sie mal im TV gezeigt werden, sich sicherlich nicht „zumuten“ wird, will beurteilen, das die Wölfinnen auch unter e. Trainer R.Kellermann bzw. St.Lerch, eigentlich nur das Spielen, was sie bei ihren früheren Trainern schon gezeigt haben.

    Da früher eher noch weniger Vereinsfußball in den Medien gezeigt wurde, ist es für mich ein „Phänomen“, wie Du zu solchen Eindrücken u. Wissen gelangen konntest, ja überhaupt zu wissen, wie die „früher“ gespielt haben.

    „Das Denken, was ich da entdecke, ist so durch und durch deutsch und gleichzeitig so durch und durch falsch.“
    Was soll denn dieser Unsinn ? Was ist da „durch u. durch deutsch“ ?

    Auch Deine „Wertschätzung“ der anderen Vereinen der AFBL, die sich gerade in der letzten Zeit erkennbar im Niveau, in d. Physis u. im taktischen Verhalten deutlich verbessert haben und eben keine Spiele mehr, auch für die sogg. „Grossen“ nicht, als „Selbstläufer“ einzustufen sind, ist schon sehr „despektierlich“.

    Genauso, wie Du Spielerinnen, die deine Sympathie geniessen in ihren Leistungen (auch wenn sie lange nicht gespielt haben) eher „euphorisch“ positiv preist, solltest Du doch mal die Entwicklung derer abwarten, die sich nicht deiner Zuneigung erfreuen können u.
    deren Aussichten nicht von vornherein in Frage stellen.

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  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Damit verringern sich natürlich die Chancen eigener junger Spielerinnen, in eine Spitzenmannschaft hineinzuwachsen.
    Muß man das wirklich bedauern?“

    Ja – wenn man bereit ist, über den ‚Tellerrand‘ des eigenen Vereins hinauszudenken! Denn die ‚Eigengewächse‘, deren Chancen durch die Verpflichtung internationaler Spitzenspielerinnen verringert werden, sind (zumindest potentiell) künftige deutsche Nationalspielerinnen und damit, wenn man so will, „die Zukunft des deutschen Frauenfußballs“!

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  • Henne sagt:

    @ FFFan

    Genauso sieht es nämlich aus!!!!
    Es werden meist nur „Ausländerinnen“ verpflichtet, welche sich unter guten bis sehr guten Bedingungen in der AFBL weiterentwickeln können und dies dann bei internationalen Vergleichen/ Turnieren abrufen können.

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  • enthusio sagt:

    @FFFan und @Henne:

    Das sehe ich anders. Die „Eigengewächse“ haben im täglichen Training im Verein die Möglichkeit, sich mit den noch besseren (internationalen) Spielerinnen zu messen, von ihnen zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
    Natürlich fehlt ihnen die Wettkampfpraxis, aber das Trainerteam wird schon erkennen, ob und wann der Zeitpunkt gekommen ist, sie aufgrund der Trainingseindrücke den „Ausländerinnen“ vorzuziehen.

    Das Thema „Nationalmannschaft“ ist kein Argument, denn entweder setzen sie sich durch oder wechseln zu anderen Vereinen, wo sie – siehe Magull – Stammspielerinnen werden und dann in die Natio berufen werden.

    Seit wann haben denn Spitzenvereine das Ziel, deutsche Spielerinnen an die Natio heranzuführen ? Es geht doch vorrangig um sportliche Qualität und den Gewinn von Titeln auf Vereinsebene. Wenn die deutschen Talente diese Qualitätsansprüche nicht erfüllen, bleiben sie eben in der zweiten Reihe. Aus Vereinssicht finde ich das völlig in Ordnung, aus Sicht der Natio würde man sich in den Spitzenvereinen natürlich am liebsten 16 deutsche Spielerinnen im Kader wünschen.

    Wenn man „über den Tellerrand des eigenen Vereins“ hinaussieht (und das mache ich selbstverständlich auch), wünscht man doch nicht nur unserer Nationalmannschaft bei ihren Turnieren, sondern auch den deutschen Spitzenvereinen wie Wolfsburg in der WCL den größmöglichen Erfolg. Dann ist aber das Verhalten der Verantwortlichen in Wolfsburg konsequent und nachvollziehbar.

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  • Henne sagt:

    @enthusio

    Du liegst mit deiner Meinung völlig richtig. Es ist ein „Teufelskreis“, die Vereine denken nur an sich, müssen sie auch, um vereinsinterne Ziele zu erreichen.

    „Das Thema „Nationalmannschaft“ ist kein Argument, denn entweder setzen sie sich durch oder wechseln zu anderen Vereinen, wo sie – siehe Magull – Stammspielerinnen werden und dann in die Natio berufen werden.“
    Hiermit gibst du uns eigentlich recht!
    Wenn du als junge Spielerin nicht an den „Ausländern“ vorbei kommst, bleibt dir nur diese Option des Wechselns zu einem „Kleineren“ Verein.
    Die Verantwortlichen der Vereine sind bei Neuverpflichtungen in der Pflicht, müssen ja beweisen das ihre Einkäufe keine Fehlinvestitionen waren. Also gibt man diesen Spielerinnen auch mehr Zeit sich zu etablieren (siehe Eva Pajor vom VfL). Ihr wurde in ihrer Anfangszeit beim VfL auch diese Eingewöhnungsphase „gestattet“, dem eigenen Nachwuchs gibt man diese Zeit nur selten, man schickt sie lieber wieder in die Zweite zurück.

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  • Zaunreiter sagt:

    Fan2 aka Sheldon vergisst in seiner Litanei, dass nicht Orlando Pride mit all den Martas und Morgans US-Meister sind, sondern sich im Championship die Thorns und die Courage gegenüberstanden.
    Die Systeme Thorns und Seattle Reign tragen sich von selbst. Ebenso das „System Courage“. So langsam müssen die Pride mal in die Puschen kommen, sonst wird es den Lateinamerikanern in Florida zu langweilig.
    Ebenso würde ich wirklich gerne mal Vergleiche sehen zwischen WOB, Lyon, Bayern, Man City oder Barcelona und den Portland Thorns, Orlando Pride, NC Courage und Melbourne City oder auch Kobe Leonessa.

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  • enthusio sagt:

    @Zaunreiter:

    „Ebenso würde ich wirklich gerne mal Vergleiche sehen zwischen WOB, Lyon, Bayern, Man City oder Barcelona und den Portland Thorns, Orlando Pride, NC Courage und Melbourne City oder auch Kobe Leonessa.“

    Ich auch ! 🙂

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