Frauen-Bundesliga: Siege für Freiburg und Sand

Von am 4. Februar 2018 – 18.29 Uhr 8 Kommentare

In der Frauenfußball-Bundesliga hat sich der SC Freiburg durch einen Sieg bei der SGS Essen auf Tabellenplatz 2 verbessert. Der SC Sand vergrößerte die Abstiegsnöte des MSV Duisburg.

Der SC Freiburg bejubelt einen Treffer beim 3:0-Auswärtssieg gegen die SGS Essen

Glücksgefühle: Der SC Freiburg klettert auf Platz 2 in der Bundesliga ©imago /foto2press

Der SC Freiburg gewann das Nachholspiel vom 11. Spieltag bei der SGS Essen vor 835 Zuschauern im Stadion Essen mit 3:0 (1:0).

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Freiburg souverän

Lena Petermann staubte zur Führung ab (24.), in der zweiten Halbzeit schraubten Giulia Gwinn (65.) und Lina Magull (72. Foulelfmeter) das Ergebnis in die Höhe. Die Freiburgerinnen verdrängten durch den Auswärtserfolg den FC Bayern München von Platz zwei.

„Rundum glücklich“

„Wir sind rundum glücklich, so kann es weitergehen“, so Torschützin Gwinn. Freiburgs Trainer Jens Scheuer meinte: „Wir freuen uns sehr über den Sieg. In Essen zu gewinnen ist alles andere als selbstverständlich. Die Zuschauer haben ein gutes Frauenbundesligaspiel gesehen, in dem wir die höhere Anzahl an Chancen hatten und am Ende verdient als Sieger vom Platz gehen.“

„Ein Tick zu hoch verloren“

Essens Trainer Daniel Kraus erklärte: „Ich denke wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Freiburg hat aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt, war griffiger und in den entscheidenden Momenten auch aggressiver. Wir haben trotzdem gezeigt, dass wir fußballerisch eine gute Mannschaft sind, haben es aber nicht geschafft, Tore zu erzielen. So verlieren wir am Ende einen Tick zu hoch und haben null Punkte.“

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Duisburg weiter ohne Punkt

Der SC Sand gewann vor 240 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz des PCC-Stadions in Homberg das Nachholspiel vom 10. Spieltag beim MSV Duisburg mit 2:0 (1:0). Milena Nikolic (38.) und Verena Aschauer (62.) erzielten die Treffer für die Gäste.

„Zu harmlos“

Duisburgs Trainer Christian Franz-Pohlmann meinte: „Ich habe heute eine sehr ausgeglichene Partie gesehen. Wir haben aus dem Spiel heraus in der ersten Halbzeit keine Chance zugelassen. Umso ärgerlicher war es, dass wir das Gegentor dann nach einem Standard bekommen. In den zweiten 45 Minuten haben wir offensiv nochmal alles versucht, insgesamt blieben wir aber leider zu harmlos.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • SCF Klausi sagt:

    Super,Freiburg hat sich den CL Platz zurückgeholt.War am Anfang etwas skeptisch da man in Essen nicht einfach mal so gewinnt.

    Laut Liveticker und Spielberichten soll es für die Zuschauer ein sehr ansehnliches Spiel gewesen sein mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe,mit leichten Vorteilen für den SC Freiburg und das Spiel auch in dieser Höhe verdient gewonnen hat.

    Von Guilia Gwinn bin ich immer mehr gegeistert,was für eine Entwicklung dieses Mädchen doch seit August genommen hat.Wünschte ich mir nach dem Bayern Spiel noch eine Pause für sie,weil sie auf mich etwas überspielt und übermotiviert wirkte,machte sie danach nochmal einen riesen Schritt nach vorne.Mittlerweile hat sie sich mit ihren 18 Jahren in der ersten Mannschaft fest gespielt,ist fast an allen Offebsivaktionen beteiligt,schießt selbst Tore und hat ihren auch schon ihren ersten N11 Einsatz zu Buche stehen.

    Ich hoffe ihre Entwicklung gerät aus welchen Gründen auch immer nicht ins Stocken und wir in Freiburg haben noch lange Freude an ihr.

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  • enthusio sagt:

    @SCF Klausi:

    Ich war im Stadion und kann Dir sagen, dass es ein sehr ansehnliches Spiel war – von Deinen Freiburgerinnen.
    Sie haben sehr spielfreudig und gedankenschnell agiert, die Essener Abwehr reihenweise durcheinander gewirbelt, ein präzises Kurzpassspiel gezeigt und waren irgendwie immer einen Tick schneller am Ball.

    Die Essenerinnen wirkten dagegen, als ob sie sich noch im Winterschlaf befänden. Linda Dallmann war zwar bemüht,das Angriffsspiel zu organisieren, ging aber mit ihren Torchancen sehr fahrlässig um bzw. scheiterte an Benkarth. Der Rest der Mannschaft stand – mit einer Ausnahmer – völlig neben sich.

    Bereits in den ersten 20 Minuten gab es zwei brenzlige Szenen vor dem Tor der 17jährigen Kim Sindermann, die die verletzte Lisa Weiß in ihrem 1. Bundesligaspiel sehr gut vertrat und mit einigen tollen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte.

    Essen wollte einfach nichts gelingen, auch die nach 60 Minuten eingewechselte Nicole Anyomi konnte keine Akzente setzen.

    Das 0:1 durch Petermann wurde mitten im Getümmel im Essener Strafraum aus kurzer Distanz erzielt.

    Auch beim 0:2 pennte nach einem Pfostenschuss die gesamte Essener Abwehr, so dass Gwinn reaktionsschnell den Abpraller über die Linie befördern konnte.

    Dem sicher von Magull zum 0:3 verwandelten Elfmeter ging ein Foul von Doorsoun voraus, die sich wie eine Anfängerin von Kayikci austanzen ließ.

    Das Trainerstatement von Daniel Kraus nach dem Spiel war ein Witz.
    O-Ton Kraus: „Wir haben trotzdem gezeigt, dass wir fußballerisch eine gute Mannschaft sind … .“
    Im heutigen Spiel haben die Essener Fans davon nichts gesehen und Freiburgs Trainer Scheuer war bei der Pressewkonferenz so höflich, den Finger nicht in die Wunde zu legen.

    Die Essener Spielerinnen sollten sich schämen, anläßlich von Willi Wißings offizieller Verabschiedung als langjährigem Manager solch ein Spiel zu bieten.
    Der überaus frustrierte Wißing eröffnete die Pressekonferenz sinngemäß mit dem kurzen Statement „Ich habe von Fußball keine Ahnung, deswegen übergebe ich gleich an die Trainer.“
    Wenn ich das Statement von Kraus höre und lese, frage ich mich ernsthaft, ob er das gleiche Spiel wie ich gesehen hat. Dabei muß ich mir schon auf die Zunge beißen, um nicht noch drastischere Worte zu wählen.

    Essen ist jetzt am Ende des 2. Drittels der Tabelle angekommen.
    Und wo Freiburg steht, ist bekannt.
    Beide Mannschaften trennten heute Welten.

    Glückwunsch in den Breisgau zu dieser tollen Leistung !

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  • Aldur sagt:

    Ich frage mich, bei welchem Spiel Daniel Kraus heute war. Wenn er „kein schlechtes Spiel“ seiner Mannschaft gesehen hat, muss er spätestens nach dem 0:1 gegangen sein. Dann hat sich eigentlich nur noch die 17-jährige Torfrau gewehrt (in ihrem BuLi-Debüt!), und so eine noch höhere Pleite verhindert – von wegen „einen Tick zu hoch“…

    Damit ist die SGS jetzt jahresübergreifend 4 Spiele in Folge ohne eigenen Treffer in der Liga. Insofern spiegelt die derzeitige Tabellenposition das aktuelle Leistungsniveau schon ganz gut wieder. Angesichts der nächsten beiden Gegner Frankfurt und Bayern besteht auch wenig Hoffnung, dass sich das kurzfristig ändert.

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  • Pauline Leon sagt:

    ist der linda dallmann nicht in halbzeit zwei ein 11meter verwehrt geblieben? sah nach klarem foul aus. sie war wieder die beste essenerin und war durch, gegen zwei, im 16er. leider saß ich diagonal, auf der seite des satten pfostenschuss` von starke(?) vorm 0:2 von giulia. freiburg war klar besser. sie stehen verdient auf platz zwei.
    ein sonderlob vielleicht noch an lena petermann. Kampfstark hat sie bälle behauptet und gespielt. ein bischen kampfschwein aber sehr gut, fand ich.

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  • Fan2 sagt:

    Freiburg macht weiterhin Freude.

    Bei aller Kritik an Essen muss man es aber doch lobend erwähnen, dass Kraus weiter auf die eigene Jugend setzt und mit Sundermann einer jungen Spielerin das Vertrauen ausspricht, anstatt wie Jena oder Bayern völlig überbewertete Torhüterinnen zu verpflichten (McLeod, Wang). Bitter, dass es zu so einem Ergebnis im ersten Spiel kam, aber dennoch ist es meines Erachtens ein verheißungsvoller Weg.

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  • HierkönnteihreWerbungstehen sagt:

    Auch ich war in Essen und habe einen verdienten Sieg der Freiburgerinnen gesehen. Überzeugend im Team der Breisgauerinnen fand ich, neben der bereits mehrfach erwähnten Gwinn, vor allem noch Lena Petermann. War es doch in letzter Zeit eher ruhiger um sie geworden, fand ich sie im gestrigen Spiel sehr präsent. Sie gewann fast jedes Kopfballduell und machte weite Wege.
    In Freiburg entsteht etwas und vielleicht haben sie schon diese Saison das Glück sich eine besondere Belohnung (CL-Platz oder Pokalfinale/-sieg?)dafür abzuholen.

    Essen habe ich auch eher schwach gesehen, wobei ich denke dass die Ausfälle der verletzten Spielerinnen( Weiß, Brüggemann, Petzelberger) in Essen mehr zu Buche schlägt.
    Auch ich habe eine bemühte Dallmann gesehen, fand sie aber über große Strecken eher wirkungslos. Neben Kim Sindermann hat mir einzig das Geburtstagskind Jacqueline Klasen gefallen. Sie ist die Linie rauf und runter gerannt, hat versucht das Spiel über die Seite anzukurbeln und auch viele gute Zweikämpfe geführt. Das Potential der Jung-Nationalspielerin war zu sehen. Anders als bei Lea Schüller, auf die ich mich nach ihren guten Auftritten in der Halle sehr gefreut hatte. Leider konnte sie ihr Können zu keinem Zeitpunkt zeigen.

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  • FFFan sagt:

    Ein Randaspekt:

    V.Aschauer (SC Sand) hat ihren Ruf als eine der besten Eckballschützinnen der Welt untermauert: gegen Duisburg gelang ihr schon die dritte (!) direkt verwandelte Ecke in dieser Saison. Dies dürfte zugleich Bundesligarekord sein!

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  • rogerfehlerer sagt:

    In Essen ist Offensive ein Fremdwort geworden,es fehlt aber auch eine offensive Mittelfeld Philosophie .
    Und nerven tun auch die Einwürfe entlang der Linie,die führen in der Regel zu blinden Hinterkopf Weitergaben und fast immer zum Ballverlust.
    Die Leistungskurve weist nicht nach oben.

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