Sieben Erkenntnisse aus dem Slowenien-Spiel

Von am 17. September 2017 – 9.41 Uhr 34 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem 6:0-Sieg gegen Slowenien in die Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich gestartet. Sieben Dinge sind uns dabei aufgefallen.

Jubel zum 4:0 mit v.l. Sara Däbritz, Dzsenifer Marozsán, Svenja Huth und Torschützin Tabea Kemme

Jubel zum 4:0 mit v.l. Sara Däbritz, Dzsenifer Marozsán, Svenja Huth und Torschützin Tabea Kemme © imago/DeFodi

Raute adé!

Noch vor kurzem galt die Raute im Mittelfeld als das bevorzugte taktische Spielsystem. Doch zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Slowenien begann die DFB-Elf in einem flachen 4-4-2-System, das mehr Sicherheit bringen sollte. In der zweiten Halbzeit mutierte es mit der Einwechslung von Mandy Islacker gar zu einem 4-3-3. 4-4-2 flach, das heißt auch kürzere Wege für die Außenverteidigerinnen. „So wollen wir jetzt erst einmal weitermachen“, so Jones. Im Offensivspiel sind aber weiterhin Positionswechsel und Rochaden gefragt.

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Totgesagte leben länger

Bei der Frauenfußball-EM in den Niederlanden spielte Tabea Kemme in den Planungen von Bundestrainerin Steffi Jones nur eine Statistenrolle. Ein einziger Einsatz im abschließenden Gruppenspiel gegen Russland sprang für die 25-Jährige heraus. Doch jetzt erhielt sie eine neue Chance. „Sie wirkte im Training sehr fokussiert und hat sich im Training sensationell stark präsentiert“, so Jones. Kemme bedankte sich für das neue Vertrauen mit zwei Toren und profitierte davon, mit Svenja Huth, Teamkollegin beim 1. FFC Turbine Potsdam, eine eingespielte Sturmpartnerin neben sich zu haben.

Zuschauer bleiben fern

Gerade einmal 3.112 Zuschauer sahen im Audi-Sportpark von Ingolstadt den 6:0-Sieg der DFB-Elf – die zweitschlechteste Kulisse für ein Spiel der DFB-Elf in den vergangenen 15 Jahren. Nur bei einem 3:0-Sieg gegen Nigeria im Vorfeld der Frauenfußball-WM 2003 kamen bei tropischen Temperaturen damals noch weniger Leute ins Moselstadion von Trier: 2.250. Simone Laudehr konnte dem dennoch Positives abgewinnen: „Bei 80.000 hört man seine Mitspielerinnen nicht mehr, das war heute angenehmer. Aber natürlich ist es schöner, vor vielen Zuschauern zu spielen.“ Doch sie ist sich sicher, dass der Zuschauerzuspruch wieder wachsen wird. „Wir haben heute den ersten Schritt dafür gemacht.“ Und Jones meinte: „Ich freue mich über jeden, der kommt. Wenn ich könnte, würde ich sie alle persönlich einladen.“

Frischer Wind noch ein laues Lüftchen

„Nach einem Spiel kann man noch nicht sagen, was sich geändert hat. Die Umstellungen sind persönlich nicht so groß“, meint Abwehrspielerin Kristin Demann auf die Frage, welchen neuen Wind man im Team bereits spüren kann. Doch immerhin: Anders als in der Vergangenheit erfahren die Spielerinnen nun erst am Spieltag, ob sie spielen oder nicht. „Damit ist die Spannung vielleicht noch ein bisschen höher“, so Demann.

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100. Länderspiel für Simone Laudehr

13 Monate hatte Mittelfeldspielerin Simone Laudehr nach ihrer beim Olympischen Frauenfußball-Turnier in Rio de Janeiro erlittenen Verletzung nicht mehr zum Kader der Nationalelf gehört. Doch jetzt war es wieder soweit und Laudehr bestritt in Ingolstadt ihr 100. Länderspiel. Die 31-Jährige meinte nach der Partie: „Es war ein überragender Tag für mich, sehr emotional.“ Dabei konnte sie schon wieder einige Impulse setzen. Jones lobt: „Sie ist lautstark, motivierend und versprüht Leidenschaft. Das hat sie ab der ersten Trainingseinheit gezeigt.“

Gute Besserung, Almuth Schult!

Das sah nicht gut aus, als sich DFB-Torhüterin Almuth Schult Mitte der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf am Boden krümmte und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den linken Fuß hielt. Bereits in der 26. Minute musste sie gegen Laura Benkarth ausgewechselt werden. Die erhält nun ungewollt die Chance, sich im inzwischen engen Duell um die Nummer-Eins-Position zwischen den Pfosten weitere Pluspunkte zu sammeln. Für Schult ging es erst einmal ins Krankenhaus, wo nach dem Röntgen zumindest einmal ein Bruch ausgeschlossen werden konnte. Schult kehrt nach Wolfsburg zurück, wo in den kommenden Tagen weitere Untersuchungen folgen sollen. Wir wünschen gute Besserung!

Tschechien nicht unterschätzen

Gegen die Tschechische Republik wird es ein ähnliches Spiel werden, wie gegen Slowenien – das glauben die DFB-Spielerinnen nahezu unisono. „Ein Gegner, der versuchen wird, mit Mann und Maus zu verteidigen. Wir werden geduldig sein müssen und uns mit vielen Toren belohnen“, glaubt etwa Babett Peter. Viele Spielerinnen, wie Dzsenifer Marozsán oder Tabea Kemme werden Neuland betreten, da sie noch nie gegen Tschechien gespielt haben. Der letzte Vergleich beider Teams liegt immerhin gute zehn Jahre zurück, damals gab es in Gera einen 5:0-Sieg. Am Dienstag dürfte es jedoch eine wesentliche knappere Auseinandersetzung geben. Auch ohne den 8:0-Auftaktsieg der Tschechinnen auf den Färöer-Inseln zu hoch zu hängen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • Fan2 sagt:

    @Emma: Doch, davon habe ich ganz sicher gehört. Allerdings sehe ich überhaupt nicht, dass die Diskussion hier darunter fällt.
    Fakt ist: Männer dürfen in Deutschland Fußball spielen, Frauen dürfen in Deutschland Fußball spielen. Damit ist die Gleichberechtigung garantiert.
    Mehr ist von der Gleichberechtigung aber nicht gedeckt. Was im Einzelnen von beiden Seiten daraus gemacht wird, ist deren Sache. Ich möchte nur daran erinnern, dass der Erfolg, wo die Männer aktuell stehen, einigen Entscheidungen zu verdanken ist, die damals in der Fußballwelt sehr umstritten waren und hart erkämpft waren.
    1. Da war die Gründung einer DFL, für die sich die Klubs trotz Gegenwind vom DFB entschieden haben. Würden die Frauen sich genauso gegen den DFB stellen, um eine DFFL zu gründen? Ich habe bisher nur einen Trainer gesehen in Deutschland, dem ich das im FF zugetraut hätte, und das ist Bernd Schröder. Aber selbst von dem war nie irgendetwas in der Richtung zu hören. Will heißen: Die Bevormundung seitens des DFB ist beim FF selbst gewählt.
    2. Da gab es die Entscheidung pro Ablösesummen, die bei jeder größeren Summe wieder für blankes Entsetzen sorgte, noch heute, mit der man sich aber bei den Männern letztlich abgefunden hat. Beim FF befinden wir uns immer noch in der Phase der Heimlichtuerei, wo man darüber nicht spricht, gar noch von Unschuld tönt.
    3. Da gab es die Entscheidung, dass Bundesliga nur noch live im Privatfernsehen gezeigt wird, gegen die die Fans Sturm gelaufen sind, die den Vereinen aber das nötige Kleingeld in die Kassen gespült hat, weil die Fans sich diesem Entschluss letztlich gebeugt haben. Was wäre los, wenn man heute so bei den Frauen entscheiden würde? Undenkbar!
    4. Da war die Entscheidung nach der EM 2000, dass jeder Bundesligaklub, um die Lizenzbedingungen zu erfüllen, ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum haben muss, die es überhaupt erst möglich gemacht hat, dass Deutschland den Sprung an die Weltspitze wieder geschafft hat. Wo haben wir einen solchen Entscheid bei den Frauen oder auch nur das Hinwirken darauf?

    Fakt ist: Die Frauen könnten viel weiter sein, wenn sie nur gewollt hätten. Doch seit 10 Jahren verbauen immer wieder eigene Entscheidungsträgerinnen den Erfolg. Vor 10 Jahren war Deutschland ganz oben an der Spitze, in allen Belangen. Europameister 2005, deutsches CL-Finale 2006, Weltmeister 2007! Die eigene WM 2011 vor der Nase, dazu die U20-WM 2010 ebenfalls in Deutschland. Dazu zweimal U19-Europameister geworden, mit Spielerinnen wie Bajramaj, Keßler, Peter, Schiewe, Schmidt, Baunach, den Kershowski-Zwillingen, Längert, Vetterlein, die eine glorreiche Zukunft versprachen. Dazu waren unter Ralf Peter die U17 und U15 aufgebaut worden, wo bereits Spielerinnen wie Sarholz, Simon, Marozsan, Knaak, Huth, Popp, Kemme und Schmitz heranreiften.

    Eine großartige Ausgangssituation. Dazu in der Liga mit Potsdam, Frankfurt und Duisburg drei Klubs ganz oben, davon Potsdam und Duisburg mit den beiden besten Nachwuchsarbeiten der Welt zu diesem Zeitpunkt. Zudem rüsteten Bayern und Wolfsburg bereits auf und Saarbrücken hatte seine Traumelf mit Marozsan, Keßler, Henning und Wagner.

    Bis 2010 noch dauerte diese großartige Situation an. Unvergessen sind die CL-Siege von Duisburg und Potsdam, unvergessen auch die Halbfinalbegegnungen mit einer 17-jährigen Sarholz.
    Doch genau dann brach es ein: Wieso? Weil sich beim DFB und in den Vereinen alle zusammen ins eigene Knie schossen. Silvia Neid mit ihrem Egotrip in der Vorbereitungsplanung zur WM, weswegen die Liga schon im März enden musste. Die glorreiche Idee einer U17-Bundesliga, statt die Juniorinnen-Teams solange wie möglich in den Männerligen spielen zu lassen. Die Demontierung von Ralf Peter, um ehemalige Nationalspielerinnen in die Posten zu hieven. Das unverantwortungsvolle Gewähren lassen der großen Klubs in der Bundesliga bei dem Zerkauf von Potsdam und Duisburg. Duisburgs Zerfall nach scheinbar ewigen internen Querelen. Die Auseinandersetzung zwischen Potsdam und DFB um Sarholz, die zu einer Eiszeit zwischen den Klubs führte. Das Festhalten an Silvia Neid nach dem WM-Aus, womit man sich beim DFB völlig lächerlich gemacht hat, und die darauffolgende Installation von Steffi Jones.

    All das und vieles mehr, auch der Hype 2011, der am Ende kaum Nachhaltigkeit besaß, hat dazu geführt, dass der deutsche FF heute noch nicht über Anstoßzeiten wie 14 Uhr hinaus ist. Wir hatten auch schon mal andere Zeiten. Zeiten, in denen ein CL-Endspiel mit deutscher Beteiligung zur PrimeTime um 20:45 auf dem Zweiten übertragen wurde, damals 2010 in Getafe. Wir hatten das auch schon bei der N11. In der Saison 2010/11 waren alle N11-Spiele zwischen 16:30 und 18:30 angesetzt, das Spiel gegen Norwegen als letztes Vorbereitungsspiel sogar um 20:30. Erst in den vergangenen Jahren ist man Stück für Stück wieder von diesen Zeiten weggegangen, weil durch all die schlechten Entwicklungen im FF, die nun wirklich jeder sehen konnte, das Interesse spürbar zurückgegangen ist.

    Gleichberechtigung schön und gut, da braucht sich der DFB glaube ich im Vergleich zu den allermeisten Ländern der Welt überhaupt keinen Vorwurf machen lassen, vor allem nicht unter den Topnationen der Welt im Männerfußball (das Nationen, in denen der MF von Natur aus nicht derartig von Erfolg gesegnet ist, wie in den skandinavischen oder den nordamerikanischen Ländern, es einfacher haben, gleiche Standards zu erreichen, weil die Messlatte einfach nicht sonderlich hoch ist, sollte jedem bewusst sein). Aber Gleichberechtigung kann nicht so aussehen, dass man einen Sport, der in den letzten paar Jahren wirklich alles Menschenmögliche getan hat, um auch seine zähesten Anhänger langfristig zu vergraulen, künstlich hochhält, nur des Prinzips wegen.

    Es ist aber auch die Frage, ob der FF wirklich den Stand, wo der Männerfußball sich heute befindet, erreichen möchte. Wer einmal im MF-Stadion war, weiß, dass Fußball gerade bei den großen Klubs, aber auch in der N11 längst nicht mehr nur Fußball ist, sondern religionsähnliche Züge annimmt. Und der Fußball konnte sich auch in Deutschland bzw. in Europa auch nur so stark entwickeln, weil es Menschen gab, für die der Fußball eine Religion war, die all ihr Geld und ihre Freizeit in den Fußball investiert haben und abenteuerliche Opfer gebracht haben für ihren Verein. Wer den FF auf einer solchen Stufe haben will, der sollte doch bei sich persönlich am besten einmal anfangen, diese Opfer zu bringen.

    (22)
  • Zaunreiter sagt:

    Ähem…*räusper* Ich hoffe, der Torwächter hier lässt mir das durchgehen, wenn ich allzu off-topic und allzu gesellschaftskritisch bin. 😉
    Volker, Volker…jetzt kommst du auch noch mit der „Erbsünde“. Dieser theologische Begriff existiert nur im Christentum. Die anderen beiden monotheistischen Buchreligionen kennen das nicht. Und auch die fernöstlichen Philosophien kennen keine „Erbsünde“.
    Ich bin Polytheist. Ich bin kein „Sünder“ und habe keine „Schuld“. Mein Karma wird von meinen Vorleben und den Ereignissen in meinem Leben durch meine Handlungen beeinflusst.
    Damit fällt für mich auch die Unterordnung unter einen christlichen Glauben weg. Weil ich für mich selbstverantwortlich bin.
    Wir können aber gerne über Jungs Archetypen reden.

    Mir ist aber schon klar, was du sagen willst. Dass diese christliche Demuts- und Opferhaltung die Frauen mehr geprägt hat, als diesen bewusst ist. Selbst die lesbischen Frauen.

    Was mich allerdings wundert, wenn ich nordamerikanische mit deutschen Spielerinnen vergleiche. So viele Soccer-Moms, die noch selbst Fußball spielen und wo es sogar für die Kinder eine Betreuung gibt. Wenn ich Sasic, Bajramaj und co. mit ARod, Leroux, Boxx, Pearce (Rampone), etc. vergleiche.

    Und wenn eine Soccer-League den finanziellen Bach runter geht, na, dann wird halt eine neue League aufgemacht. Und die hier, das ist schon die 5. Saison! Beim Spiel am Freitag – kann sich jeder auf youtube anschauen – gab es eine Einblendung, dass alle zehn NWSL-Teams im USWNT vertreten sind. Gibt es sowas in Deutschland? Nein, natürlich nicht.
    Und der konservative „Rollback“ in den USA ist wesentlich härter als im bleiernen Merkel-Land.

    Wenn die Frauen was erreichen wollen, dann müssen sie selbst zum revolutionären Subjekt werden! Es wird aber immer wieder genügend Frauen geben, die zufrieden sind mit ihrem Leben, die sich in „Vater, Mutter, Kind“ eingerichtet haben, wo der Mann der Ernährer ist. Dann ist das ebenso, dass sie in ihrem Mäuschenleben so sein wollen. Dazu zähle ich aber auch die ganzen powerfrauenvollen Helikopter-Mütter oder die akademischen „Latte macchiato-Mütter“. 😉

    Wenn einer Frau das zu wenig ist, dann soll sie sich an Rosa Luxemburg halten: „Ich war, ich bin, ich werde sein!“

    Das könnte allerdings auch dahin führen, dass der Frauenfußball sich vom DFB unabhängig machte und einen eigenen Fußballverband gründete. Eigenständig ein Ligensystem aufzöge, eigenständig Sponsoren suchte und eigenständig mit TV-Anstalten verhandelte. Das wird aber wahrscheinlich frau zu anstrengend sein und kauft sich stattdessen eine Bahnsteigkarte. 😛

    (2)
  • Emma sagt:

    @Volker

    Genau so sehe ich es auch! Es scheint außerdem ein besonders deutsches Problem zu sein, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Männerfußballnationalmannschaft hier auch erfolgreich ist. Um manchmal nicht völlig zu verzweifeln, lohnt sich der Blick ins Ausland (Australien, USA, Frankreich, England, Schweden und im Moment besonders Dänemark).
    Ich konnte mittlerweile im privaten Umfeld viele Leute davon überzeugen, dass Fußball gleich Fußball ist und es doch viel schöner ist, jeden Sommer ein großes Turnier zu haben, statt alle zwei Jahre 🙂

    (-1)
  • Detlef sagt:

    @Zauni,
    Nette Idee!!!
    Es hat solche selbstbestimmten Projekte ja schon gegeben, siehe Powerplay in Essen!!!
    Doch bisher hat der DFB noch alles platt gemacht, was außerhalb seiner Einflussnahme zart hervor lügt!!!

    Man denke an das tolle Hallenturnier, daß es einmal in Bonn gab, und „Oddset-Cup“ hieß!!!
    Nachdem der DFB die Sache in die Hand nahm, wurde das Turnier immer restriktiver gegen die Fans und sogar gegen die Mannschaften!!!
    Nachdem es in Magdeburg eine neue Heimat gefunden hatte, und nun auch offiziell den Namen des DFB trug, wurde es plötzlich ohne Not abgesägt!!!
    Wurde es etwa zu erfolgreich???
    Durfte es etwa nicht sein, daß FF eine große Halle füllte???
    Jetzt gibt es so ein großes nationales Hallenturnier in Deutschland nicht mehr!!!

    Der Fisch stinkt immer vom Kopf her!!!
    Solange der DFB die Macht über die Vereine hat, solange gibt es keine DFFL, und keine Selbstbestimmung, geschweige denn Selbstvermarktung!!!

    (4)
  • Fan2 sagt:

    Nun, ich bin doch erstaunt, dass aus einem Thread zu einem N11-Spiel hier ganz schnell ein Emanzipationsblog geworden ist, aber nun gut, so sei es denn.

    @Zaunreiter: Bei deinem ganzen USA-Vergleich vergisst du nur leider, dass Fußball 1. nicht US-Sport Nr. 1 ist und dass 2. Fußball oder Soccer in Amerika ein Frauensport ist. Schau dich doch einmal beim American Football, beim Eishockey, beim Basketball oder beim Baseball um, wieweit da die Gleichstellung ist. Da sind die Verhältnisse in Deutschland ganz andere.
    Der US-Fußball kann überhaupt nur deswegen so blühen, weil die Topspielerinnen ihr Glück eben nicht beim American Football oder beim Basketball versuchen, sondern beim Fußball bleiben – zumeist jedenfalls.

    Außerdem hat Sport generell in den USA eine ganz andere Wertigkeit, einerseits, weil der olympische Gedanke viel stärker ausgeprägt ist, und andererseits, weil man bei dem völlig überfetteten Essen letztlich nur zwei Möglichkeiten hat: Sport machen oder Verfetten.

    Das gilt ganz ähnlich für die meisten der anderen Nationen, die oben aufgezählt wurden: Australien hat Rugby und Australian Football als Sportarten Nr. 1, Schweden Ski Nordisch. Da fallen die Unterschiede einfach nicht so sehr auf, weil der Männerfußball einfach letztlich kaum noch etwas an Spielerinnen abbekommt.
    In Frankreich und England ist die Situation etwas besser, aber bei weitem nicht vergleichbar mit der in Deutschland. Das ist aktuell der erste kleine Hype, der da durchs Land gefegt ist, doch in Frankreich stellt sich jetzt bereits der Kater ein.

    Und dass diese ganze Diskussion völlig hirnrissig ist, als ob das jetzt eine Emanzipationsgeschichte wäre, kann man doch daran sehen, dass in Deutschland der wohl populärste Frauensport Biathlon ist, ein Schießsport. Und wieso das? Nicht, weil die Frauen so sehr emanzipiert wären (Magdalena Neuner ist als strickende Hausfrau, die ihre Karriere zugunsten ihres Kindes aufgibt, wohl kaum das Traumbild einer emanzipierten Frau), sondern einfach, weil sie erfolgreich waren, zu einer Zeit, als die Männer nicht erfolgreich waren.

    Und so ist es doch immer, ganz besonders bei uns in Deutschland: Wer Erfolg hat, der wird bejubelt, wer nicht, bei dem verschwinden die Fans. So war es beim Tennis in beiden Geschlechtern, so war es beim Schwimmen in beiden Geschlechtern, so war es bei allen Wintersportarten, so war es beim Hockey, ja, so war es selbst beim Beachvolleyballspiel und so ist es auch beim Fußball. Mit einer Ausnahme: Der Fußball ist bei den Männern eben so sehr zur Religion geworden, dass er es versteht, seine Fans auch zu halten, wenn die Mannschaft keinen Erfolg hat, was letztlich eigentlich völlig irrsinnig ist, wenn man Fußball mal allein als Sport betrachtet. Aber das ist eben die Ausnahme und nicht die Regel. Die Regel ist, dass, wenn in einer Sportart über 6 Jahre eben kontinuierlich Scheiße gebaut wurde, wie es beim FF der Fall ist, die Fans sich irgendwann halt sagen, dass ihnen dafür ihre Zeit zu schade ist, und dem FF den Rücken kehren. Dann wird der eiserne Kern bleiben, der ne persönliche Beziehung zu Spielerinnen oder Vereinen hat, aber die Massen werden so wechselfreudig sein wie eh und je.

    (15)
  • Aldur sagt:

    Zaunreiter sagt:
    „Dann baut man eine entsprechende web-site, bastelt einen Vertrag mit einem Sender, der die Spiele im Netz live zeigt, und wer das zeitlich nicht schafft, kann das später als vollständige Aufzeichnung geniessen. Für JEDES Spiel wohlgemerkt!
    Das muss doch hinzubekommen sein.“

    Für andere Sportarten gibt es sowas durchaus: http://www.sportdeutschland.tv zeigt unter anderem die Handball- und Basketball-Bundesliga der Frauen, sowie die Volleyball-Bundesliga beider Geschlechter live und re-live.

    Bei der Frauen-BuLi hängt es wohl wirklich an der komplizierten Lizenzsituation. Dennoch könnte dfb-tv bei etwas professionellerer Aufstellung meiner Meinung nach so ein Angebot bieten. Es würde ja genügen, nach wie vor ein ausgewähltes Spiel pro Spieltag mit Kommentar und Interviews zu produzieren und von den anderen einfach die „rohen“ Streams zur Verfügung zu stellen, die für die Highlight-Videos ja ohnehin produziert werden.

    (5)
  • Aldur sagt:

    Hinweis:
    Unter http://www.laola1.tv werden nach wie vor einzelne europäische Quali-Spiele gestreamt. Für heute stehen unter anderem Ungarn vs. Dänemark und Serbien vs. Österreich im dortigen Livekalender. Wenn man sich an Werbeclips und etwas geringerer Stream-Qualität nicht stört, benötigt man dafür auch nicht den kostenpflichtigen Zugang.

    (2)
  • Sundermann sagt:

    @Detlef

    „Wurde es etwa zu erfolgreich???
    Durfte es etwa nicht sein, daß FF eine große Halle füllte???“

    OMG, Detlef. Bitte keine Verschwörungstheorien. Bei jedem Länderspiel sind meistens mehr Zuschauer als in Magdeburg. Nach deiner Logik müsste der DFB dann die Natio abschaffen.

    Anscheinend fühlt sich so mancher FF-Fan wohl in der Opferrolle, verfolgt vom frauenhassenden DFB.

    @Zaunreiter

    Ja, toll. Eigener Verband, eigene Liga, eigene Sponsoren. Und letztendlich die eigene Pleite. Wenn man den Frauenfußball in Deutschland wieder auf den Stand der 80iger Jahre zurückwerfen will ist das sicherlich ein sehr guter Vorschlag.

    (11)
  • holly sagt:

    @aldur, das mit den livespielen ohne kommentar usw ist nur was für hardcore fans.
    damit wirst du nicht einen einzigen neuen ff fan gewinnen. aus meinem bekanntenkreis haben viele nach einmaligen sehen des dfb tv streams abgewunken weil es amteurhaft ist.
    aber auch die übertragung der spiele auf es und sport1 sind in der heutigen zeit nicht wirklichg highlights mit den man jemand erwärmen könnte.
    die haben ja nicht mal genung kameras vor ort um mal eine abseitssituation aufzuklären.

    (5)
  • Detlef sagt:

    @Sundermann,
    Ich weiß, es will keiner hören und lesen!!!
    Aber ich frage mich immer wieder und wieder, warum der DFB so handelt, und sich selbst permanent einen Imageverlust zufügt!!!

    Kein normales Unternehmen würde so etwas zulassen, daß es permanent von lausigen Amateuren vertreten wird!!!
    Aber genau das geschieht überall dort, wo der DFB im FF Dinge plant und umsetzt!!!

    Mein letztes Erlebnis in Sandhausen war gespickt mit solchen Schildbürgerstreichen!!!
    Ich war mit einem TURBINE-Kumpel da, der extra aus Frankfurt/Oder angereist war!!!
    Da er schlecht zu Fuß ist, wollte ich ihn eigentlich vom Bahnhof abholen, kam aber wegen Stau zu spät!!!
    Zum Glück für ihn, wie sich später rausstellte, denn der Parkplatz ist ewig weit weg, und zum Stadion wäre ich mit dem Auto gar nicht gekommen!!!
    Er nahm also den Bus, der direkt vor dem Stadion hielt!
    Doch was war mit all den Leuten, die fußlam mit dem Auto angereist waren???

    Beim Ticketkauf gings weiter!!!
    Haupttribüne ist ausverkauft, sagte man uns!!!
    Oho dachte ich, scheint ja gut besucht zu sein, und so kauften wir zwei Karten für schlechte Plätze auf der Gegenseite!!!

    Beim Eingang bekam mein Begleiter erst mal Stress, denn er sollte sein Getränk abgeben!!!
    Er ist aber Diabetiker, und hatte vorher extra beim DFB angerufen, daß er sein Getränk braucht!!!
    Kein Problem sagte man ihm, mit dem Ausweis kann er sein Getränk mit ins Stadion nehmen!!!
    Davon wußte in Sandhausen aber niemand etwas, und so ging das große diskutieren los!!!
    OK, schließlich ging es dann doch!!!

    Beim Spiel sahen wir direkt auf die Haupttribüne, und da waren große Lücken bei den besten Plätzen!!!
    Wir erinnern uns, angeblich war alles ausverkauft!!!
    Da hatte man wohl die besten Plätze für Leute reserviert, die sich einen feuchten Dreck um den FF scheren!!!
    Und die „richtigen Fans“, die auch mehr bezahlt hätten, mußten mit schlechten Plätzen auskommen!!!

    Dieses Spiel hatte ja wohl der badische Fußballverband bekommen!!!
    Doch anstatt die zumeist völlig ahnungslosen Besucher darüber zu informieren, daß dieser Verband drei Vereine in der ersten Liga hat, und zwei drei Spielerinnen pro Team die Möglichkeit gibt, sich und ihren Verein vorzustellen, und dafür zu werben, daß die Leute auch zu ihnen in die Stadien kommen!!!

    Stattdessen holte man einen „Fußballrentner“ aus Stuttgart, der darüber berichtet hat, daß er mal mit Leo Maier einen Kaffee trinken wollte!!! 🙁

    Wie bescheuert muß man eigentlich sein, daß man sich diese Möglichkeit entgehen lässt, Werbung in eigener Sache zu machen???
    Oder ist die FF-Buli am Ende doch nicht ihre eigene Sache???

    Du magst es „Verschwörungstheorien“ nennen, aber ich erlebe es jetzt seit fast 14 Jahren, wie man den FF beim DFB mit Füßen tritt!!!

    Achso, stimmt ja, ist ja auch eine Form von Fußball…..nur ohne Ball halt!!!

    (2)
  • Volker sagt:

    Zaunreiter: erst mal grundsätzlich, die Anrede „Volker,Volker“ symbolisiert für mch den erhobenden Zeigefinger eine Maßnahme mit der man Kinder saktioniert. Also lass bitte solche arroganten Scherze. Es hat schon seinen Grund warum ich Religion im Plural genannt habe. Weil ich hier sicher keine Religionsdebatte führen möchte, sowas wie Erbsünde gibt es nur im Christentum in den anderen Weltreligionen aber auch nur unter anderen Begrifflichkeiten. Amerika ist nicht des Traumland des Fussball auch wenn die Bedingungen dort besser erscheinen als in Europa. Fussball Allgemein, spielt in der amerikanischen Kultur kaum eine Rolle. Der Volkstümliche Begriff ist „Pussyball“ eine eindeutig abwertende Bezeichnug, in welche Richtung muss ich wohl nicht erklären. Ich rede hier nicht vom College Mannschaften der gehobenden Eliten sondern von der breiten Masse. Also der Vergleich mit dem Europäischen Fußball passt nicht.
    Emma danke genau das meine ich. Ob die Vergleiche zu anderen Ländern Mut machen muss sich erst noch zeigen.Gerade in Dänemark läuft es wohl nicht so gut für die Frauen.
    Interressant wäre Österreich dord wird der Frauenfussball oder besser die Nationalmannschaft staatlich gefördert. Was dabei in wenigen Jahren gewachsen ist hat die Eurpameisterschaft gezeigt.

    (2)
  • Volker sagt:

    Holly: Über die „ein Bild Kamera Perspektive“ haben wir schon zu Frambas Zeiten diskutiert, Ich hoffe du erinnerst dich. Der DFB liefert die Aufzeichnugen nicht Eurosport oder Sport 1, war damals das Ergebniss und wie man deutlich sehen kann hat sich daran nichts geändert.
    Im bezahl Fernsehen gibt es diese Langeweile und den Ärger darüber, immerhin in HD.

    (2)
  • Zaunreiter sagt:

    @Volker:
    Nein, das war von mir nicht arrogant gemeint. Und ich dachte mitnichten daran, ein Kind zu sanktionieren.
    Auch mir ist bewusst, dass Basketball, American Football, Eishockey und Baseball DIE entscheidenden Sportarten in Nordamerika sind. Da fliegen dann Softball, Womens Icehockey und die WNBA unter dem öffentlichen Radar so wie hier der FF. Und ich bin froh darüber, dass die MLS nicht so den großen Level hat und die Frauen auch ihr Publikum haben. Und damit in der amerikanischen Kultur „soccer“ eher als weiblich assoziiert ist.

    Heute abend haben Dänemark und auch Österreich jeweils souverän ihre Auswärtsqualispiele gewonnen:
    Serbien – Österreich 0:4
    Ungarn – Dänemark 1:6

    Vielen Dank an Aldur für den Link!

    (3)
  • balea sagt:

    Zu den Zuschauerzahlen: In Australien hat sich der Besuch bei den „Matildas“ innerhalb von 3 Jahren mehr als versechsfacht – und das bei reinen Freundschaftsspielen:
    https://www.fifa.com/womens-football/news/y=2017/m=9/news=matildas-headline-milestone-month-down-under-2908785.html

    (1)

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