Frauen-Bundesliga: Was uns am ersten Spieltag verblüfft hat

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Der Auftakt in die Saison 2017/18 der Frauenfußball-Bundesliga hielt auf und neben dem Platz eine ganze Reihe von Überraschungen parat. Wir haben fünf davon herausgepickt.

Bundestrainerin Steffi Jones auf einer Pressekonferenz
Bundestrainerin Steffi Jones rät jungen Spielerinnen in der Bundesliga zu bleiben © Brendan Moran/Sportsfile

Zuschauerboom

Am ersten Spieltag der Saison 2017/18 strömten 8439 Zuschauern zu den sechs Bundesligaspielen. Das waren im Schnitt 1407 Zuschauer und somit 44% mehr als beim Saisonauftakt der vergangenen Saison, als nur 977 Zuschauer pro Partie zuschauten. Und damit nicht genug: Ein Schnitt von 1407 Zuschauern wurde in der Saison 2016/17 an keinem einzigen der 22 Spieltage erzielt. So darf es gerne weitergehen – auch wenn nicht jedes Mal ein Ostderby und ein Auswärtsspiel des FC Bayern München die Quote anschiebt.

Von wegen EM-Müdigkeit

Viel war in den vergangenen Wochen davon zu hören und lesen, wie sehr die Abstellung von Spielerinnen zur EM in den Niederlanden und dem damit verbundenen verspäteten Trainingseinstieg belastet war. Von EM-Müdigkeit war bei den Spielerinnen selbst am ersten Spieltag aber nur wenig zu sehen.

Österreichs Topstürmerin und EM-Halbfinalistin Nina Burger traf ebenso doppelt wie Vize-Europameisterin Pernille Harder und DFB-Nationalspielerin Svenja Huth, die sich gemeinsam an die Spitze der Torschützinnenliste setzten. Europameisterin Jackie Groenen gehörte am ersten Spieltag genauso zu den Torschützinnen, wie die Schweizer EM-Teilnehmerin Ana-Maria Crnogorčević und die DFB-Nationalspielerinnen Mandy Islacker und Lina Magull.

Himmighofen sieht Rot

In ihren bisher 130 Bundesligaspielen im Dress des MSV Duisburg musste Abwehrspielerin Marina Himmighofen zwar bisher schon drei Mal vorzeitig mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Doch eine glatte Rote Karte sah sie in der Frauenfußball-Bundesliga noch nie. Das passierte ihr bisher nur einmal in einem DFB-Pokal-Spiel beim SC Sand vor knapp vier Jahren – bei einer frühen Notbremse gegen den damaligen Zweitligisten. Doch kurz vor Schluss der Partie beim SC Freiburg am Sonntag passierte es: Schiedsrichterin Karoline Wacker wertete den Trikotzupfer von Himmighofen an die allein aufs Tor zulaufende Lina Magull als Notbremse und zog die Rote Karte.

Bundesliga-Tabelle nach dem 1. Spieltag
Turbine Potsdam gewinnt Ostderby
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Favoriten kennen kein Pardon

Sicherlich haben einige der Außenseiter am 1. Spieltag darauf gehofft, dass die Topteams wie der VfL Wolfsburg, der FC Bayern München oder der 1. FFC Turbine Potsdam zum Saisonauftakt ihre individuelle Überlegenheit noch nicht ganz zum Tragen bringen können. So starteten etwa Wolfsburg und Bayern in der vergangenen Saison nur mit einem Remis. Doch diesmal war alles ganz anders: Die „Wölfinnen“ fegten die bedauernswerten Hoffenheimerinnen mit 6:0 aus dem Stadion, der FC Bayern München gewann souverän beim sonst unbequemen Gegner SGS Essen mit 3:0 und auch Turbine Potsdam war beim 4:1-Sieg im Ostderby gegen den FF USV Jena nie ernsthaft in Gefahr. Fazit: Die Branchenriesen sind von Beginn an hellwach.

Junge Spielerinnen sollen nicht ins Ausland wechseln

Mit einer bemerkenswerten Aussage wartete Bundestrainerin Steffi Jones am Samstag im Interview mit WDR-Moderatorin Okka Gundel (Interview ab ca. 51,30 Minuten) während der Halbzeitpause des Bundesligaspiels SGS Essen gegen FC Bayern München auf. Sie empfahl jungen Spielerinnen, in der Bundesliga zu bleiben, anstatt ins Ausland zu wechseln und womöglich dem Reiz des Geldes zu erliegen.

So erklärte Jones: „Es gibt Spielerinnen, die erfahrener sind, die können auch gerne ins Ausland gehen. Aber ich finde, dass junge Spielerinnen dann doch eher ihren Weg hier sehen sollten. Sie sollten hier Leistungsträgerinnen werden und sich hier durchsetzen. Darauf sollten wir aufpassen. Geld ist nicht alles, es kommt immer darauf an, welches Ziel die Spielerinnen verfolgen. Mir ist es als Spielerin wichtig gewesen, zu spielen, denn ich brauche die Spielpraxis. Wenn ich den Verein wechsle, kriege mehr Geld, aber spiele nicht, habe ich nichts gewonnen außer Geld. Da sollte sich jede Spielerin fragen, ob es das ist, was sie möchte oder ob sie auch spielen möchte.“

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HelmutDetlefZaunreiterbaleO. Christ Neueste Kommentartoren
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never-rest
never-rest

Der gute Zuschauerschnitt am 1. Spieltag wurde sicherlich von der pausierenden Männer-Bundesliga begünstigt. Bleibt zu hoffen, dass der positive Zuschauertrend in der Allianz Bundesliga die ganze Saison anhält. Wird auch davon abhängen, wie lange das Meisterschaftsrennen offen bleibt. Den eingespielten und top-besetzen Wölfinnen traue ich diese Saison allerdings einen Durchmarsch zu.

Zaunreiter
Zaunreiter

Hier noch ein Fundstück aus der taz zum Thema:

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Ach…und den Artikel hab ich auch noch entdeckt:
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GG
GG

Zunächst ein fröhliches Hallo in die Runde. Neue Spielzeit, neue Aspekte des Frauenfußball die diskutiert werden (können). Mein Fokus liegt auch weiterhin beim Team des amtierenden Meisters, weshalb ich mir zur Saisoneröffnung auch wieder einen Trip nach WOB „gegönnt“ habe. Insoweit fehlt mir also jegliche Basis, um einen sachdienlichen Kommentar zum vermutlich erneut Hauptkonkurrenten um diesen Titel abgeben zu können. Kann aber umgekehrt bestätigen, wieder einmal „großes Kino“ von PI Harder. Was in der Berichterstattung zu meinem Live-Spiel an Bemerkenswertem schein-/offenbar überdies noch fehlt sind die Tatsachen, dass Caro Hansen – zusätzlich zu ihrem eigenen Treffer – noch #4 Buden… Weiterlesen »

FrankE
FrankE

Das gesammte Interview mit Steffi hat bei mir nur Fragezeichen und Unverständnis hinterlassen. Zum Einen die Frage nach den Nachwuchstalenten, die Zielrichtung war auch für mich klar: Pauli. Dann sollte man aber auch konkret fragen und nicht so ein Wischi-Waschi Gequatsche von sich geben. Der Fall Bremer zeigt: Nur dem „Lockruf des Geldes“ zu folgen kann sportlich ein Rückschritt sein, ohne sportliche Herausforderung stellt man sich auf das Abstellgleis. Das ist jedoch eine Binsenweisheit die nach fünf Euro für das Phrasenschwein verlangt, nicht aber in einem Interview gestellt werde sollte. Noch lächerlicher war die Frage von Okka Gundel nach dem… Weiterlesen »

Helmut
Helmut

Man sollte das Interview eher als Warnung verstehen, die ähnliches versuchen wollen wie Bremer oder Mittag. Auch die schlechter werdenden Zuschauerzahlen der Vorsaison sind Fakt. Es waren 22% weniger als 15/16. Hervorzuheben sind die Verluste in München (-710) und in Frankfurt (-530) im Schnitt!

bale
bale

ich denke ,das pauli bei city gesetzt ist verloren sie doch lucy und toni.viel glück pauli du gehst deinen weg–anderes Thema habt ihr das mit A.hegerberg mitbekommen,das sie vorübergehend aus Nationalteam austritt,weil es während der em ordentlich gekracht hat un dem team.

maurinho
maurinho

Eine Anmerkung: Marina Himmighofen hat sicherlich mehr als 130 Spiele in der BL absolviert. 130 für den FCR/MSV sollte passen, wird aber im Text nicht deutlich – und sie hat zwei Jahre vorher in Essen gespielt, davor für Bad Neuenahr. So ca. 190 insgesamt sollten es schon gewesen sein.

balea
balea

Wo kann man denn detailliert die Zuschauerzahlen auch der letzten Saison ansehen? Auf der DFB – Seite habe ich das nicht gefunden.

Detlef
Detlef

@Helmut, Ich finde es unfair, hier wieder sinkende Zuschauerzahlen zu beklagen, ohne die wahren Gründe dafür zu nennen!!! Ich gebe hier nur mal ein paar Partien als Denkanstoß!!! Potsdam gegen Frankfurt, verschoben wegen TV auf Samstag, geschätzter Zuschauerverlust; 500-1000 Wolfsburg gegen Potsdam, verschoben wegen U19 EM/WM, da Herr Kellermann natürlich nicht auf seine Nachwuchsstars verzichten konnte, geschätzter Zuschauerverlust; 500-1000 Frankfurt gegen Potsdam, verschoben auf Sonntag 20 Uhr wegen TV, geschätzter Zuschauerverlust; 500-700 Ein kompletter Spieltag auf Mittwoch gelegt (warum auch immer), Anpfiff zB bei Leverkusen gegen Potsdam 19 Uhr, geschätzter Zuschauerverlust insgesamt 500-1000 Euch fallen wahrscheinlich noch einige Beispiele mehr… Weiterlesen »

O. Christ
O. Christ

Es gibt weit mehr Zuschauer als vor einigen Jahren, wenn man nämlich die Fernsehzuschauer berücksichtigt. TV-Übertragungen können zwei Effekte haben: Unmittelbar bleiben einige zu Hause, wenn sie dort ein Spiel verfolgen können. Mittelbar werden Zuschauer animiniert, auch ins Stadion zu kommen (oder abgeschreckt). Möglicherweise halten sich die Effekte bisher in etwa die Waage.

bale
bale

na ja ,aber Montag geht gar nicht bleibt bei Sonntag und wenn es sein muss Samstag,aber rechtzeitig ankündigen für die reisenden fans!!!!!!!!!

Zaunreiter
Zaunreiter

Detlef, ich hab mal auf der DFB-HP nachgeschaut, wegen eures Heimspieles gegen Werder Bremen.
Der 02.10. ist ein Brückentag. Wäre ich Turbine-Fan, würde ich mir den Tag freinehmen und mit einem zu erwartenden Sieg in den 3. Oktober hineinfeiern. 😉
Und wenn die Leute das jetzt schon wissen, dass das Heimspiel an dem Tag stattfindet, dann kommen sie entweder nach Potsdam oder setzen sich vor den Fernseher.

Detlef
Detlef

@Zauni,
Der 02.10. ist für mich nur dann ein Brückentag, wenn mein Chef sich dazu erweichen läßt, wonach es im Moment jedenfalls aber leider nicht aussieht!!! 🙁
Und vor der Glotze ist eben lange nicht das Selbe wie LIVE im KARLI!!! 🙁

Helmut
Helmut

@Detlef Ich gebe dir durchaus Recht mit den Liveübertragungen aber bedenke bitte das die Vereine über die Fernsehrechte auch mitfinanziert werden. Ich spekuliere da mal über 100000€ pro Saison. Dazu kommen noch die 100000€ von der Allianz. Das mag zwar für den FCB und WOB Zubrot sein, für den FFC und Turbine eine warme Dusche, für Jena und Sand ist es aber Lebensnotwendig. Und wenn sich hier ein paar über die Häufigkeit der FCB-Spiele im Live-Fernsehen beschweren nur ein kleiner Hinweis: Die Mädels spielen in der Allianz Frauen-Bundesliga und T-Com hat die Fernsehrechte und jetzt ratet mal was auf den… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

@Helmut, Die sogenannten Fernsehrechte werden doch gar nicht wirklich in Anspruch genommen!!! Es sind Anhängsel der dritten Liga vom MF!!! Von diesem Kuchen darf sich der FF ein paar Krümel nehmen!!! Nun gab es zufällig am ersten Spieltag mal eine Übertragung vom WDR, der ja der Regionalvertreter von ARD/ZDF ist!!! Ob deswegen das Spiel am Samstag stattfand, weiß ich gar nicht so genau!!! War es nicht schon so vom DFB angesetzt??? Das Problem sind vor allem die Übertragungen bei Sport1, die oft zu fanunfreundlichen Verschiebungen führen (ausgerechnet letztes WE war es nur eine halbe Stunde nach vorn)!!! Laut unserem Schatzmeister… Weiterlesen »

Helmut
Helmut

@Detlef Ich darf hier mal ein paar meine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse im Grünwalder und Auswärts der letzten Jahre schildern: FFC daheim im Sommer, Familien-Tag (freier Eintritt) 2500 Zuschauer, ääh Besucher. Horden von Kinder spielen Fangen in den Rängen, angetrunkene Väter(„wos is des für a schieß Spui“), Mütter beim Kaffekränzchen („das ist aber bei Penny biliger“) gelegentliche Aufschreie wenn ein Tor fällt. Essen daheim im Sommer, Spendentag für benachteiligte Kinder(3€ Eintritt), Ulli H. spendiert die Würstel, 2000 Zuschauer, da sich der Grill vor der Haupttribüne liegt, bilden sich lange Schlangen in den Rängen, vor lauter Rauch sehe ich kaum was… Weiterlesen »