Arbeitssiege für Potsdam, Wolfsburg und München

Von am 5. November 2016 – 20.00 Uhr 43 Kommentare

Am 7. Spieltag der Frauenfußball Bundesliga hat der 1. FFC Turbine Potsdam durch einen knappen Sieg im Ostderby gegen den FF USV Jena die Tabellenspitze gefestigt. Auch der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München gewannen jeweils nur mit einem Tor Unterschied. Der SC Freiburg kassierte die erste Saisonniederlage.

Svenja Huth erzielte beim 1:0 (0:0)-Sieg von Turbine vor 1 537 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion kurz nach der Pause den einzigen Treffer der Partie (48.), als sie zunächst den Ball unweit der Strafraumgrenze eroberte und dann an Jenas Torhüterin Kathrin Längert vorbei ins Netz schob.

Miedema schießt Bayern auf Platz 3

Der FC Bayern München kam bei der TSG 1899 Hoffenheim ebenfalls zu einem 1:0 (1:0)-Erfolg. Vivianne Miedema erzielte den Treffer des Tages gegen Mitte der ersten Halbzeit mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (25.). Sophie Howard (64.) und Kristin Demann (81.) ließen für die in der zweiten Halbzeit verbesserten Gastgeberinnen gute Chancen zum Ausgleich aus. In der Tabelle kletterten die Münchnerinnen auf Platz 3.

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Peters Treffer sorgt für späte Erleichterung

Der VfL Wolfsburg gewann bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:0). Zsanett Jakabfi sorgte mit einem Schlenzer für die Führung der Wolfsburgerinnen (26.), Madeline Gier ließ die Gastgeberinnen nach einem Sonntagsschuss vom ersten Punktgewinn träumen (58.). Doch Babett Peter machte aus dem Getümmel heraus nach einem Freistoß von Elise Bussaglia per Kopf spät den Erfolg der „Wölfinnen“ perfekt und sorgte nach zwei sieglosen Spielen für Erleichterung im Wolfsburger Lager (80.).

Svenja Huth in Aktion

Svenja Huth (Mi.) erzielte für Potsdam den Siegtreffer © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Frankfurt siegt in Überzahl

Der 1. FFC Frankfurt kam gegen Bayer 04 Leverkusen bei starken Regen vor nur 910 Zuschauern zu einem 4:2 (2:1)-Erfolg. Die Gäste gingen durch Francesca Weber in Führung (16.), Mandy Islacker (26.) und Yuki Nagasato (32.) drehten die Partie zugunsten der Frankfurterinnen. Nach dem Platzverweis gegen Merle Barth wegen einer Notbremse an Nagasato (59.) nutzte Frankfurt die personelle Überlegenheit nach Nagasato-Freistoß postwendend zum 3:1 durch Islacker (60.). Henrietta Csiszár brachte Leverkusen in der Schlussminute noch einmal heran (90.), doch Nadine Anstatt sorgte im Gegenzug für klare Verhältnisse (90.+1).

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Essen gewinnt glücklich gegen Freiburg

Die SGS Essen feierte dank des Treffers von Jana Feldkamp (37.) einen 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den SC Freiburg, der die erste Saisonniederlage einstecken musste. Freiburgs Trainer Jens Scheuer sprach anschließend von einer unverdienten Niederlage, Essens Trainer Daniel Kraus sah sein Team als die glücklichere Mannschaft.

Sand feiert Kantersieg

Der SC Sand kam zu einem fulminanten 6:0 (1:0)-Heimsieg gegen den MSV Duisburg. Cecilie Sandvej erzielte kurz vor der Pause die Führung (45.), doch erst in den zweiten 45 Minuten drehte Sand so richtig auf. Dominika Škorvánková (48.), Anne van Bonn (51.), Laura Feiersinger (65.), ein Eigentor von Julia Debitzki (67.) und Milena Nikolić (76.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

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Tabelle Frauen-Bundesliga

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

43 Kommentare »

  • vikkybummsy sagt:

    @wfm

    fast alles richtig, aaaber unter Kahlert war sie Stammspierinn für ich glaube, 6 Partien als RV für die verletzte Bianca Schmidt. Bis zur erneuten schweren Verletzung liefert sie in diesen Spielen hervorragende Leistungen ab. Dann gabs die Trainerwechsel bis Bell verpflichtet wurde. Für die wiedergenese Svenja gab es für Bell keinen Platz im Team, bis auf mehrere 3-5 Minute-Alibieinsätze. Das die NM-Karriere so ruckelnd verläuft hatte zum einen was mit SN zu tun und zum anderen wurde sie durch viele Verletzungen immer wieder zurückgeworfen. Jetzt ist sie seit vielen Monaten verletzungsfrei und deckt die Unfähigkeit, Talent zu erkennen und fördern, der damals Frankfurter Führungriege ziemlich deutlich auf.
    Als „Chancentod“ hab ich sie nie gesehen und das sich ein Mensch im Laufe seines Lebens ständig weiterentwickelt ist ja wohl das normalste der Welt. Wie ich schon geschrieben hab spielt Vertrauen in eine Spielerin ein große Rolle. Potsdam hat von daher alles richtig eingeschätzt und eine tolle Spielerin aus dem „Frankfurter Desinteresse“ erlöst. Die Dankbarkeit sieht Mann auf dem Platz..

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  • F.B. sagt:

    @Detlef:
    Was mich betrifft, nein. Ein paar Eindrücke aus dem Spielbericht und der Zusammenfassung kann ich aber vielleicht doch geben. Es gibt bei uns zurzeit zwei größere Baustellen: Zum Einen werden aus dem zentralen Mittelfeld zu wenige spielerische Impulse gesetzt. Lena Gößling fällt vermutlich bis zur Winterpause aus, ihr Verlust wird kaum zu kompensieren sein. Man hat ihr nach ihrer Länderspiel-Absage zu wenig Pause gegönnt und sie wieder zu früh gegen Frankfurt spielen lassen. Da hat Kellermann ihr und der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Neben ihr sehe ich zurzeit keine Spielerin, die das Mittelfeld-Spiel steuern kann. Sara Gunnarsdottir hat zwar stark angefangen, dann aber stark nachgelassen und sie ist auch keine Spielerin für raumöffnende Bälle. Vanessa Bernauer ist zwar als Abräumerin neben Lena stark, an der Seite von Sara fehlt es dem Mittelfeld dann aber an kreativen Impulsen.

    Das zweite Problem ist zurzeit ganz klar die Chancenverwertung und hier muss sich vor allem Alex Popp irgendwann mal hinterfragen. Sie muss endlich ihre Spielweise ändern, im Moment ist sie beim Abschluss aufgrund ihrer vielen Aufreiberei und unsinnigen Übermotivation bei Zweikämpfen völlig unkonzentriert. Die Chancen, die sie gegen Gladbach verballert hat, passen auf keine Kuhhaut mehr drauf. Vielleicht würde das Trainerteam gut daran tun, sie mal auf die Bank zu setzen.

    Noch eine Sache, die mir in dem fünfminütigen Clip aufgefallen ist: In mehreren Szenen wurde die frei stehende Ramona Bachmann von ihren Mitspielerinnen ignoriert, worüber sich diese dann lautstark beschwerte. Ein Verhalten, das man bereits in der letzten Rückrunde beobachten konnte. Die Mannschaft scheint sie (zurecht) nicht mehr wirklich anzunehmen. Schwer vorstellbar, dass das noch lange gut geht.

    Wenn ich mich noch kurz in die Diskussion um Svenja Huth einmischen darf: Ich habe ja nach der WM 2011 meine „Karriere“ als FF-Fan beim 1. FFC Frankfurt begonnen und auch danach noch die Leistungen von Svenja Huth recht gut verfolgt. Ich finde, dass der Vergleich mit D. Marozsan nicht passt, da Svenja keine Spielerin ist, die sich auf dem Platz versteckt. Sie spielte eine starke Saison 2011/2012 auf dem linken Flügel und schaffte danach den Sprung in die NM. Nachdem in der Saison 2012/13 das Duo Kulig/Laudehr im Mittelfeld agierte und Melanie Behringer ihre Position auf dem linken Flügel einnahm, saß Svenja in der Hinrunde zumeist auf der Bank. In der Rückrunde spielte sie dann links in der Viererkette und machte dort auch sehr starke Spiele. Nach der EM 2013 zog sie sich dann leider einen Kreutzbandriss zu, was sie praktisch die gesamte Saison 2013/14 kostete. In der Hinrunde 2014/15 wurde sie von Colin Bell des Öfteren im linken offensiven Mittelfeld eingesetzt, machte dort auch starke Spiele, hatte aber insgesamt zu große Leistungsschwankungen. Das führte dann dazu, dass sie in der Rückrunde fast nur noch auf der Bank saß und folglich den Sprung in den WM-Kader verpasste. Ihren Erfolg bei Potsdam würde ich vor allem an zwei Dingen festmachen: Erstens spielt sie nun auf einer für sie optimalen Position, was bei Frankfurt nur selten der Fall war. Zweitens hat sie deutlich an Effektivität gewonnen. Dribbelstark und schnell war sie eigentlich schon immer, ihre Aktionen verpufften aber manchmal zu stark. Sie hat jetzt das Toreschießen gelernt.
    Was ihren Charakter betrifft, gehe ich davon aus, dass die Turbine-Fans noch lange ihre Freude an ihr haben werden (und sie uns noch viele Bälle ins Gehäuse ballern wird). Sie ist auf keinen Fall der Typ, der schnell wieder den Verein wechselt, wenn es läuft und dorthin geht, wo mehr zu verdienen ist. Ich denke, sie weiß, was sie in Potsdam hat.

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  • Detlef sagt:

    @F.B.,
    Danke für Deinen Eindrücke zum Spiel der Wölfinnen!!!

    Und mögest Du recht behalten, was SVENJA angeht!!! 😉

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