Freiburg schlägt Potsdam, Wolfsburg verpasst Sprung an die Spitze

Von am 30. Oktober 2016 – 17.16 Uhr 20 Kommentare

Am 6. Spieltag der Frauenfußball Bundesliga hat der SC Freiburg Turbine Potsdam die erste Saisonniederlage beigefügt. Doch der VfL Wolfsburg verpasste es gegen den 1. FFC Frankfurt, die Steilvorlage zum Sprung an die Spitze zu nutzen.

Lina Magull ebnete dem SC Freiburg mit zwei Treffern (29., 50.) den 2:1 (1:0)-Erfolg, für die Gäste gelang Elise Kellond-Knight vor 1 125 Zuschauern im Möslestadion nur noch der Anschlusstreffer (80.).

Leidenschaftlich verteidigt

Freiburgs Trainer Jens Scheuer meinte: „Ich bin glücklich, dass wir Potsdam in einem engen Spiel schlagen konnten. Wir haben sehr gut und leidenschaftlich verteidigt und in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht. Der Schlüssel zum Erfolg war sicherlich, dass wir in der zweiten Halbzeit defensiv nichts zugelassen haben. Überragend war dabei die Leistung von Caro Schiewe, die keinen Zweikampf verloren, jeden Kopfball gewonnen und einfach sensationell gespielt hat.“

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Peter vergibt Elfmeter

Der VfL Wolfsburg hätte die Potsdamer Niederlage zum Sprung an die Tabellenspitze nutzen können, doch gegen den 1. FFC Frankfurt kamen die „Wölfinnen“ nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei ließen die Gastgeberinnen zahlreiche Chancen ungenutzt und leisteten sich zudem den Luxus, in Gestalt von Babett Peter einen Foulelfmeter zu vergeben (55.).

Bayern macht Boden gut

Gewinner des Spieltags ist somit der FC Bayern München, der bereits am Samstag gegen den MSV Duisburg einen hart erkämpften 3:1 (1:0)-Sieg feierte und als Tabellenvierter nun nur noch zwei Punkte Rückstand zur Spitze hat. Vor der mageren Kulisse von 472 Zuschauern brachte Vivianne Miedema die Münchnerinnen kurz vor der Pause in Führung (43.), Lara Hess gelang für die mutig agierenden Gäste der Ausgleich (51.). Gina Lewandowski (69.) und Melanie Behringer (86.) machten dann für den Meister aber den Dreier perfekt.

Lina Magull jubelt

Lina Magull führte ihr Team mit zwei Treffern zum Erfolg gegen Potsdam © foto2press / Oliver Zimmermann

Remis in Essen, Siege für Jena und Hoffenheim

Die SGS Essen und der SC Sand trennten sich 1:1 (1:1). Lea Schüller brachte Essen in Führung (42.), doch der Jubel war nur von kurzer Dauer, denn Dominika Škorvánková gelang postwendend der Ausgleich (43.).

Der FF USV Jena feierte einen 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Aufsteiger Borussia Mönchengladbach. Amber Hearn erzielte für die Elf aus Thüringen den einzigen Treffer der Partie (24.). Gladbach wäre um ein Haar der Ausgleich gelungen, doch Tiffany Cameron traf nach einer knappen Stunde nur die Latte.

Immer tiefer in den Abstiegsstrudel rutscht Bayer 04 Leverkusen, das sein Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 0:1 (0:0). Fabienne Dongus bescherte den Gästen den zweiten Auswärtssieg in Folge.

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Tabelle Frauen-Bundesliga

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • OrbisJack sagt:

    @Volker

    Stell dir mal vor, man kriegt eine riesen Etat am Anfang des Saisons, verzichtet darauf es voll auszunutzen, und dann am Saison Ende hat man die Ziele nicht erreicht…aber ein Haufen geld übrig hat. Ziemlich blöd, wa?

    Auch wenn Geld es nicht automatisch bedeutet dass man ein gut harmonierende Mannschaft baut, es kann auch anderseits dafür sorgen dass die Konkurennz nicht allzu Scharf sind, falls man das so braucht.

    Auch wenn Wolfsburg/Bayern es nicht bis Weihnachten ges hafft haben, sich in die ersten zwei Plätze zu pflanzen, danach gibts Transfer Fenster. Wenn es nicht mit dem Dominanz auf dem Rasen klappt, die Dominanz auf dem Markt wird es irgendwie schaffen.

    (-10)
  • Altwolf sagt:

    @Volker.
    Deinen Ausführungen kann ich nicht ganz folgen, denn die von Dir schon völlig überzogenen Ansprüche an die Erfolge, haben die Wölfinnen bisher durchaus erfüllt. Hier ist niemand so verwegen ständig das „Trippel“ zu fordern, sondern der Anspruch heißt immer um die Titel bis zur Entscheidung mitspielen zu können.
    Es ist schon vermessen eine Vizemeisterschaft, DFB-Pokalsieg u. CL-Finale als „Enttäuschung“ einzuordnen.
    Warum ist der DFB-Pokal in deiner Sicht so unbedeutend.
    WOB hatte vor 2013 nicht einen Titel und jetzt sind es in 3 Jahren 7 Titel – das ist enttäuschend ?

    So wie es alle Teams erleben, kommt es nach 2-3 erfolgreichen Jahren und entsprechendem Team-Spirit durch Karriereende, Verletzungen oder auch Neuausrichtung zu einem Umbruch und der erfordert auch neue Spielerinnen. Natürlich funktioniert das nicht immer gleich so wie gewohnt, sondern die Charaktere sind anders und die Abstimmungen müssen eintrainiert werden. Das ein Team so erfolgreich ist bzw. mit den entsprechenden Spielerinnen war, ist doch immer nur ein vorrübergehendes Phänomen, wo halt alles zusammenpasst, jedoch immer wieder aufgrund neuer Spielerinnen neu erarbeitet werden muß.

    Warum Du nun einen Zu- und Abkauf hier als „System“ unterstellst,kann ich nicht nachvollziehen und schon gar nicht die „Früchte“ anderer Vereine zu ernten.
    Wessen „Früchte“ wurden denn hier geerntet ?

    Ist das denn eine „Kauforgie“, wenn man S.B.Gunnarsdottir, E.van Egmond u. noch A.Mittag geholt hat, wobei lediglich V.Faißt abgegeben wurde, weil sie es selbst auch wollte u. N.Keßler ist aus bekannten Gründen aus dem letzjährigen Kader nicht mehr dabei. So mußte auch M.Tetzlaff aus gesundheitlichen Gründen ihre Kariere beenden.

    Da gibt es wohl bei anderen Clubs deutlich mehr Veränderungen in der Kaderzusammensetzung.

    Deine Idee über L.Magull, an anderer Stelle geäußert, teile ich auch nicht, denn sie würde sehr gut auf die 10er Position passen und die Position, die eigentlich J.Simic erfüllen sollte, wesentlich besser ausfüllen und d. Spiel aufgrund ihrer Spielintelligenz wesentlich positiver beinflussen.

    Da man das in WOB gesehen hat, wurde sie auch ausgeliehen, da sie vor 2 Jahren noch nicht so weit war und nicht das Durchsetzungsvermögen und die Stabilität im Spiel hatte, wie sie es jetzt in Freiburg zeigen kann.
    Ich hoffe sehr, das sie wieder zu uns zurückkommt, da sie hier auch eine gute sportliche Perspektive hat, denn auf ihrer Position hat sie, nach jetzigem Stand, auch keine ernsthafte Konkurenz.

    (-4)
  • F.B. sagt:

    Mich ärgert es, wenn Leute, welche die Spiele von Wolfsburg nur am Ticker verfolgen, davon sprechen, die „kompakte Geschlossenheit, die Spielfreude und der kämpferische Wille aus vergangenen Zeiten erscheinen heute wie ein Mythos“. Mit Ausnahme des CL-Rückspiels wurden diese Eigenschaften bei allen Spielen seit dem 3. Spieltag aufgeboten, die zweite Halbzeit gegen Hoffenheim etwa war spielerisch und kämpferisch überragend. Was zurzeit leider nicht passt, ist die Chancenverwertung, aber eine Martina Müller kann man sich eben nicht schnitzen und ist gegenwärtig auch nicht auf dem Markt erhältlich. Zsanett Jakabfi hat diese Rolle am Ende der letzten Saison und auch in dieser Saison bereits gut erfüllt, leider ist sie zurzeit verletzt, in Topform kann sie auf jeden Fall die Rolle der Knipserin erfüllen.

    Und da wären wir auch schon bei einem weiteren Punkt, der es nicht so einfach macht, nämlich den Verletzungssorgen. In der letzten Saison konnte sich die Mannschaft kaum einspielen, weil immer wieder wichtige Spielerinnen über längere Zeit ausfielen, wie Alex Popp, Caro Hansen und Vanessa Bernauer. Caro fällt jetzt leider wieder bis zum Winter aus und reißt ein Loch, das von Ramona Bachmann oder Anja Mittag nicht annähernd ausgefüllt werden kann. Man darf nicht vergessen, dass man in der Tripple und Double Saison fast immer mit einer festen Elf gespielt hat und es keine längeren Ausfälle der Stammkräfte gab. Das ist so leider seit Längerem nicht mehr gegeben.

    Was den Umbruch betrifft: Ich denke, dass Kellermann mittlerweile doch eingesehen hat, dass einige Transfers und taktische Veränderungen in die falsche Richtung gegangen sind. Dafür spricht auch, dass in einigen der letzten Spielen neun Spielerinnen auf dem Platz standen, die mindestens zwei Jahre im Verein sind. Man merkt, dass diese Spielerinnen eingespielt sind. Bestimmten Neuzugängen nach dieser Zeit, wie vor allem Sara Gunnarsdottir, aber auch Tessa Wullaert, fiel die Integration in die Mannschaft sehr viel leichter, beide kamen in den letzten Spielen fast immer zum Zug. Spielerinnen, denen diese Integration sehr viel schwerer fällt, finden sich öfter auf der Bank wieder. Auffällig ist das vor allem bei Elise Bussaglia, die zu keinem Zeitpunkt wirklich in das Konzept der Mannschaft passte und seit dem zweiten Spieltag nur noch auf der Bank sitzt. Aber auch taktische Änderungen wurden wieder revidiert: Die Rückkehr zum 4-4-2 hat der Mannschaft sichtlich Stabilität gegeben. Ich will nicht sagen, dass ich mit allen Entscheidungen des Trainerteams zufrieden bin, so bin ich überhaupt nicht damit einverstanden, Ewa Pajor nicht in den Kader zu nehmen und stattdessen Julia Simic spielen zu lassen. Aber zum Großteil waren die Entscheidungen seit dem 3. Spieltag richtig.

    Noch ein Wort zu Lina Magull: Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass ihre Ausleihe ein Fehler war und sie auch ihre Chance in Wolfsburg genutzt hätte, wenn man ihr das Vertrauen gegeben hätte. So gut wie es bei ihr läuft, gibt es aus ihrer Sicht jetzt eigentlich keinen Grund für eine Rückkehr. Sollte sich Freiburg gar für die CL qualifizieren – was gegenwärtig absolut im Bereich des Möglichen liegt – halte ich das sogar für ausgeschlossen. Es bleibt aber auch die Frage, ob man in Wolfsburg wirklich mit einer Zehn spielen will oder ob sich die Spielweise mit zwei Stoßstürmerinnen nicht als für das Team passender erweist.

    (-1)
  • Volker sagt:

    F.B : Um es mal klar zu stellen: habe ich keinerlei Zweifel an der Qualität der Spielerinnen geäußert. Ebenso verehre ich eine Nadine Kessler und eine Martina Müller. Sicher, es ist müssig einem Verein Finanzielle Möglichkeiten zum Vorwurf zu machen und daraus Vorteilnahme ab zu leiten. Aber dieses Argument nehme ich in Kauf. Leider stehen die meisten deiner Sätze im Konjunktiv, im Kontext entnehme ich auch gewisse Zweifel auf deiner Seite. Nochmal: Gewisse Regelmechanismen die im Profi Bereich der Männer zum Alltag gehören greifen im Frauenfußball nicht. Es gibt im Vergleich keine Berufsspieler. Noch eines, ich möchte auf keinen Fall mit gewissen Leuten eines anderen Forums die seit Jahren eine Anti Wob Kampagne führen in Verbindung gebracht werden.

    (2)
  • F.B. sagt:

    @Volker: Du hast Aussagen über die Spielweise und Moral der Mannschaft getroffen, die auf Unkenntnis beruhen und das Gegenteil von dem sind, wie sich die Mannschaft zurzeit präsentiert. Darüber habe ich mich mokiert. Natürlich habe ich auch gewisse Zweifel, es ist ja nicht so, dass wir ein Abo auf die ersten beiden Plätze in der Tabelle haben. Vor allem ist mir klar, dass die sich in den letzten Wochen gefundene Stammformation durch verletzungsbedingte Ausfälle auch schnell wieder auseinander fallen kann. Die Mannschaft ist sicher noch nicht so stabil wie in den Jahren 2012/13/14. Auch was das Trainerteam betrifft, kann ich nicht völlig ausschließen, dass man wieder nervös wird und mit unsinnigen personellen und taktischen Varianten experimentiert. Wenn ich die laufende mit der letzten Saison vergleiche, gibt es aktuell aber einen großen Fortschritt, sowohl was Spielweise als auch Punkteausbeute betrifft. In der letzten Saison war die Meisterschaft zu dieser Zeit schon weg. Aus diesem Grund gibt es gute Gründe, aktuell etwas positiver gestimmt zu sein.

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