Olympia Frauenfußball: DFB-Frauen holen Goldmedaille

Von am 20. August 2016 – 0.45 Uhr 54 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball Nationalelf hat sich durch einen Finalerfolg gegen Schweden zum ersten Mal olympisches Gold geholt und Bundestrainerin Silvia Neid einen perfekten Abschied bereitet.

Im Maracanã-Stadion von Rio De Janeiro gewann die DFB-Elf gegen die Schwedinnen mit 2:1 (0:0).

Dzsenifer Marozsán (48.) mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze und ein Eigentor von Linda Sembrant nach Freistoß von Marozsán an den Pfosten (62.) brachten die DFB-Frauen auf die Siegerstraße, der eingewechselten Stina Blackstenius gelang für die Skandinavierinnen nach Vorarbeit von Olivia Schough der Anschlusstreffer (67.).

Kanada holt Bronze

Im Spiel um Platz 3 setzte sich Kanada in Sao Paolo mit 2:1 (1:0) gegen Gastgeber Brasilien durch. Deanne Ross (25.) und Christine Sinclair (52.) trafen für Kanada, Beatriz gelang nur noch der Ehrentreffer (79.).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

54 Kommentare »

  • Tedesco68 sagt:

    Zum Thema IV: Wenn J. Elsig gesund bleibt und an ihre früheren Leistungen anknüpfen kann, kann ich mir gut ein Duo mit K. Demann vorstellen. Elsig Zweikampf- und kopfballstark, allerdings mit zu vielen unnötigen Fouls und gelben Karten. Demann technisch und in der Spieleröffnung besser.
    B. Peter hat mich bei Wob und ihren Kurzeinsätzen in der N11 zuletzt gar nicht mehr überzeugt, ein deutlicher Abfall gegenüber ihrer Potsdamer Zeit.
    R. Knaak spielt bei Bayer soweit ich weiß im MF. Das Thema „Einsatz auf fremden Positionen“ wird unter S. Jones hoffentlich etwas zurückgefahren.

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  • jochen-or sagt:

    Süle hat mir bei Olympia gut auf der IV gefallen. 😉

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  • adipreissler sagt:

    Rumpelfussball ist für den Betrachter leicht erkennbar.
    Der DFB hat dereinst auf Initiative von Berti Vogts beschlossen, den Rumpelfußball bei den Männern abzuschaffen, was in der Spitze zu großen Teilen gelungen ist.
    Berti Vogts ergriff die Initiative übrigens, nachdem er mit seinem Team Europameister geworden war.

    https://www.zeit.de/2012/25/Fussballstars

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  • Detlef sagt:

    Tedesco68 schrieb ;
    „Elsig Zweikampf- und kopfballstark, allerdings mit zu vielen unnötigen Fouls und gelben Karten.“

    Als resolute IV-erin balancierst Du immer auf einem schmalen Grad!!!
    Auch eine Wendy Renard, Nilla Fischer, Carolin Abbè oder BABBS PETER müssen immer abwägen, welche Mittel sie einsetzen!!! 😉

    Wenn JOJO gesund und fit bleibt, führt kein Weg an ihr vorbei!!! 🙂

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  • waiiy sagt:

    Glückwunsch an unsere Mädels für Gold und Glückwunsch nach Schweden zu Silber! Sie haben sich in diesem Turnier durchgesetzt und haben die Medaillen verdient!

    Nun ist also der Fußball der beiden Teams weltweit maßgebend. Ist das positiv? Wurden damit Zuschauer bei den teilnehmenden Nationen oder gar weltweit gewonnen? Konnte das Turnier begeistern?

    Für die Zukunft wünsche ich mir folgendes:

    1. England. Australien und Kanada sollen mehr Spielqualität finden, weil ich dort die Trainer für sehr fähig halte.

    2. USA, Japan und Schweden wünsche ich, dass sie den Mut für einen Neuanfang haben und wirklich fähige Trainer finden.

    3. Steffi Jones soll sich als Persönlichkeit so zeigen, wie ich es mir erhoffe und Deutschland mit einem guten Trainerstab ähnlich führen wie Horst Hrubesch. Dann kommt auch die Begeisterung wieder.

    4. Die Schiedsrichterinnen sollen besser geschult werden und vor allem Tretereien von Beginn an unterbinden. Ansonsten leider der Fußball insgesamt.

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  • Tedesco68 sagt:

    @Detlef
    Auch wenn ich ungern den Vergleich mit den Männern ziehe, aber wenn Du die Entwicklung von Boateng siehst oder die Spielweise von Hummels, dann weißt Du, was ich mit zu vielen unnötigen Fouls meine.
    Klar ist es für IV ein schmaler Grat, aber das macht eben die Qualität aus, spiele ich Foul oder löse ich die Situation eleganter. Und in dieser Hinsicht war JoJo in der Vergangenheit oft zu ungestüm.

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  • Detlef sagt:

    @Tedesco68,
    Ich gebe Dir absolut recht!!!
    Aber damit sind die beiden Herren sogar im MF heute noch ziemlich einzigartig!!!

    Ein gutes Stellungsspiel, die richtige Intuition, und die nötige Grundschnelligkeit, sind auch bei JOJO ELSIG immer die erste Wahl!!!
    Und sie ist ja noch lernfähig!!! 🙂

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  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    Auch wenn Fußball ein reiner Ergebnissport ist, ist er doch auch abhängig von der Zuschauerresonanz!!!
    Und ein Rumpelfußball ala Deutschland oder Schweden ist eins ganz gewiß nicht, nämlich ansehbar!!! 🙁

    Deshalb wollen wir jetzt hoffen, daß nicht alle Nationen in Zukunft so spielen werden wie diese beiden!!!

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  • shane sagt:

    @adi: ein wunderbarer artikel. danke!

    sollte der frauenriege beim dfb zu taeglichen kaffeepause vorgelesen werden.

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  • FrankE sagt:

    @ waiiy
    Zu den von Dir erwähnten fähigen Trainern, ich hatte am Samstag die Gelegenheit mit Kay Kay, die bereits aus Rio zurück war, zu sprechen. Was die zu Ihrem Natio-Trainer zu sagen hat treibt jeden Hafenarbeiter, Bierkutscher oder ähnlichen die Schamesröte in´s Gesicht. Sie zumindest scheint Deine Einschätzung nicht zu teilen.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ich möchte mich den Aussagen von Rainer vom 21. August um 11:55 Uhr und um 12:04 Uhr anschließen.

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  • F.B. sagt:

    @Ludwig:
    Ich würde in Bezug auf D. Marozsan gar nicht bestreiten, dass sie viele Meter macht, nur macht sie ihre Aktionen in der Regel nur aus dem Stand. Sie ist nur stark, wenn man ihr Platz lässt, so dass sie ihre Schusstechnik einsetzen oder auch mal einen gefährlichen Pass spielen kann. Wenn man ihr zusetzt und sie attackiert, ist sie schnell aus dem Spiel genommen. Aus diesem Grund taucht sie auch in 90% aller wichtigen Spiele ab: Gegen Köln oder Leverkusen in der Liga hat sie den Platz, den sie benötigt und ist in diesen Spielen in der Regel auch stark, trifft sie auf eine Mannschaft mit einer stärkeren Verteidigung, ist nichts mehr von ihr zusehen. Gegen Schweden hat man sie dann mal in einer Szene alleine gelassen und sie konnte unbedrängt zum Schuss kommen – das passiert gegen solche Mannschaften (und selbst gegen deutlich schwächere Teams bei Olympia) aber sehr selten. Was ihr zu einer richtig guten Mittelfeldspielerin fehlt, ist die Fähigkeit, ein Spiel auch mal an sich zu reißen, selbst Impulse zu setzen. Sie schwimmt in der Regel nur mit und ist darauf angewiesen, dass andere ihr Platz schaffen. In diesem Punkt sehe ich bei ihr in den letzten fünf Jahren keinerlei Entwicklung und anscheinend hat das bisher auch kein Trainer bei ihr so richtig eingefordert.

    Zur Innenverteidigerinnen-Debatte: Nach den Rücktritten von Saskia Bartusiak und Annike Krahn sollte Babett Peter die neue Abwehrchefin werden. Der zweite Platz wird sehr umkämpft werden. Josefine Henning hat bei Olympia gezeigt, dass sie leider sehr weit weg von ihrer früheren Wolfsburger Form ist, bei ihr wird es darum gehen, dass sie in England erst mal Spielpraxis bekommt. Johanna Elsig ist vielleicht tatsächlich die Spielerin, die am meisten Qualität mitbringt und sowohl bei Zweikampfstärke und Kopfballspiel als auch in der Spieleröffnung unter dem Strich am besten abschneidet. Hier wird dann die Frage entscheidend sein, ob sie längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Darüber hinaus traue ich Joelle Wedemeyer in Zukunft auch eine wichtige Rolle in der NM. Die EM im nächsten Jahr kommt wahrscheinlich noch zu früh, aber in Anbetracht ihrer extrem starken Entwicklung in der Rückrunde könnte ich mir auch vorstellen, dass sie demnächst mal im Kader steht. Marith Prießen vom 1.FFC könnte ich mir auch noch vorstellen – sie ist vielleicht nirgends extrem überragend, hat aber auch keine wirkliche Schwäche. Eine solide Verteidigerin. Kristin Demann hat mich in den zugegeben wenigen Spielen, die ich bisher von ihr gesehen habe, noch nicht so wirklich überzeugt, ihr fehlt es in meinen Augen noch an Souveränität. Wird auf jeden Fall spannend, wie der Kader demnächst aussehen wird.

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  • adipreissler sagt:

    Da ja Übereinstimmung besteht, dass nur limitierte IV zu Fouls greifen müssen (ich glaube keine der Protagonistinnen kriegt viele Karten wg. Meckerns etc.) hier mal die Karten-Statistik von soccerdonna.de. Da gelbe Karten insbesondere bei Fouls bei den Frauen sehr selten gezeigt werden, kann man die zugrundliegende Zahl mit einem ziemlich hohen Wert X multiplizieren.

    Überrascht bin ich nur von der Zahl bei Krahn.

    Soviel Spiele (zwischen 103 und 247 sind erfasst) benötigte die Spielerin für 1x Gelb (Bartusiak hat mal eine Rote gekriegt, die habe als 3 Gelbe gerechnet):

    Elsig: 3
    Nietgen: 9,4
    Bartusiak: 15
    Krahn: 31

    Das ist schon ein Klassenunterschied.

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  • FFFan sagt:

    @ adipreissler:
    „(ich glaube keine der Protagonistinnen kriegt viele Karten wg. Meckerns etc.)“

    Doch, gerade J.Elsig hat angeblich mehr als die Hälfte ihrer Karten für ‚Meckern‘ u.ä. kassiert!

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