Olympia Frauenfußball: Schmeichelhaftes Remis für DFB-Elf

Von am 7. August 2016 – 10.00 Uhr 74 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball Nationalelf hat in ihrem zweiten Spiel des Olympischen Frauenfußball Turniers gegen Australien nur mit Mühe eine Niederlage abgewendet. Die USA gewannen das Topspiel gegen Frankreich und Schweden kam gegen Brasilien mächtig unter die Räder.

In der Arena Corinthians von Sao Paolo kam die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand zumindest noch zu einem 2:2 (1:2).

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Bartusiak verhindert Niederlage
Samantha Kerr (6.) und Caitlin Foord (45.) brachten die über weite Strecken überzeugenderen Australierinnen in Führung, Sara Däbritz gelang in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem schönen Schlenzer fast postwendend nach dem zweiten australischen Tor der Anschlusstreffer (47.). Es dauerte dann dennoch bis kurz vor Spielende, ehe Saskia Bartusiak nach einem Freistoß von Melanie Behringer den Ball zum Ausgleich ins australische Tor bugsierte (88.) und der DFB-Elf einen schmeichelhaften Punktgewinn bescherte.

Eklatante Schwächen
Die DFB-Elf, die mit Melanie Leupolz für die verletzte Simone Laudehr und Tabea Kemme für Isabel Kerschowski startete, offenbarte in der gesamten Partie eklatante Schwächen im Defensivverhalten und wird sich im Turnierverlauf gewaltig steigern müssen, um den Traum von einer Medaille zu realisieren.

Kanada im Viertefinale
Im zweiten Spiel der Gruppe F machte Kanada mit einem 3:1 (3:0)-Sieg gegen Simbabwe vorzeitig die Viertelfinalteilnahme perfekt. Janie Beckie (7., 35.) und Christine Sinclair (19. Elfmeter) trafen für die Kanadierinnen, für die Afrikanerinnen war Mavis Chirandu erfolgreich (86.). Simbabwe trat dabei ohne Abwehrspielerin Lynett Mutokuto an, die nach ihrem Foul an Simone Laudehr im Spiel gegen Deutschland von der FIFA-Disziplinarkommission nachträglich überraschend für ein Spiel gesperrt worden war.

Saskia Bartusiak

Saskia Bartusiak bewahrte die DFB-Elf vor einer Niederlage © Herbert Heid / girlsplay.de

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U17-WM: DFB-Elf nach Sieg gegen USA im Viertelfinale

USA ringen Frankreich nieder, Hearn sorgt für Neuseeland-Sieg
Im Topspiel des Tages kam Weltmeister USA zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Frankreich. Weltfußballerin Carli Lloyd erzielte in der hochklassigen Partie den einzigen Treffer (63.). Für die Französinnen hatte Wendie Renard in der ersten Halbzeit mit einem Kopfball gegen die Latte die beste Chance, doch US-Torhüterin Hope Solo blieb in ihrem 200. Länderspiel ohne Gegentreffer. Im zweiten Spiel der Gruppe G gewann Neuseeland dank eines Treffers von Amber Hearn (31.) mit 1:0 (1:0) gegen Kolumbien.

Brasilien überrollt Schweden
Gastgeber Brasilien feierte gegen Schweden einen unerwartet hohen 5:1 (3:0)-Erfolg und steht damit vorzeitig im Viertelfinale. Beatriz (21., 86.), Cristiane (24.) und Marta (44. Elfmeter, 80.) sorgten für Jubelstürme im Publikum, Lotta Schelin gelang der Ehrentreffer (89.). China kam gegen Südafrika zu einem 2:0 (0:0)-Erfolg, die Treffer erzielten Gu Yasha (46.) und Tan Ruyin (87.).

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

74 Kommentare »

  • Karl sagt:

    Ich bin mal gespannt ob im Spiel heute Abend die Leistungstraeger oder Stammkraefte geschont werden. Ich zum Beispiel wuerde zumindest Popp, Daebritz und Marozsan auf die Bank setzen, befuerchte aber Neid macht das nicht und Canada schont seine Stammkraefte. Deutschland gewinnt dann 4:1 und hat dann Frankreich an der Backe, danach , wenns nach Verlaengerung gut gehen sollte die USA. Da erscheint mir der weitere Weg als Gruppenzweiter eher machbar.

    (3)
  • holly sagt:

    @Detlef, wer soll den deiner Meinung nach die Spielmacherin sein. Leupolz, Däbritz usw sollte man noch ein zwei Jahre Zeit geben die sind noch zu jung. Die brauchen mehr Erfahrung.
    Eine Ausnahmekönnerin wie N.K. ist nicht so einfach zu ersetzen. Ich sehe momentan niemand in Deutschland der diese entscheidenden Pässe spielen kann und das Spiel ordnen kann.
    Popp und Huth haben in der BL auch keine Bäume ausgerissen, was die Anzahl der Tore angeht.
    Warum sollte das in der N11 besser werden/sein.
    Wenn ich mich richtig erinner ist Mandy Islacker mit blamablen 15 Toren Torschützenköngin geworden. Auch wenn das Niveau in der BL besser geworden ist, ist es für meinen Geschmack viel zu wenig was von den deutschen Stürmerinnen kommt.
    Zumal Deutschland immer von seinen Topstürmerinnen gelebt hat.
    Zur Zeit ist der Angriff nur noch ein Trauerspiel

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  • Ralligen sagt:

    @holly
    „Leupolz, Däbritz usw sollte man noch ein zwei Jahre Zeit geben die sind noch zu jung.“
    Genau diesen Satz ist der grosse Fehler im deutschen Leistungssportdenken.Wenn wie im Biathlon vor zwei Jahren die Not nicht so groß gewesen wäre,würde Dahlmeier und Preuss heute noch im B-Kader sein,nein wenn Spieler eine gewisse Leistung abrufen können dann sollte man Sie auch spielen lassen.
    Australien hat eine 15 jährige dabei und diese wird auch nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag geschont.Vielleicht wird man noch von ihr hören.
    Wie gesagt vielleicht kommen bei uns noch Zustände wie im Frauen-Biathlon vor zwei Jahren und dann gibt es keine Schonfrist mehr.

    (5)
  • Markus Juchem sagt:

    Fünf Veränderungen in der deutschen Startelf: Schult – Henning, Peter, Bartusiak, Kemme – Goeßling, Behringer – Kerschowski, Marozsan, Islacker – Mittag.

    (1)
  • sonic sagt:

    Tatsächlich schont Neid Popp, Däbritz, Leupolz und Maier und schielt doch allzu offensichtlich auf den 2. Platz 😀

    @holly

    Islacker hatte 17 Tore letzte Saison und Huth 13. Sasic hatte die beiden Jahre vorher 20 und 21, davor war Ogimi Torschützenkönigin mit 18. Das es keine 25+ oder gar 30+ sind, liegt einfach an der Ausgeglichenheit der Liga und daran, daß es nicht mehr 2 Mannschaften gibt, die die Gegner regelmäßig mit 5 Toren vom Platz fegen. Auch Mohr, Grings, Prinz oder Pohlers hätten bei einer solch ausgeglichenen Liga wie im letzten Jahr Mühe gehabt an die 20-Tore-Marke ranzukommen.

    Mal zum Vergleich die Torschützenköniginnen aus der NWSL (auch 22 Spieltage in der regulären Saison):
    2013 Lauren Holiday 12 Tore
    2014 Kim Little 16
    2015 Crystal Dunn 15 (Christen Press mit der besten Quote: 11 Toren in 10 Spielen).

    „Zumal Deutschland immer von seinen Topstürmerinnen gelebt hat.“

    Das System war aber immer auch auf die eine Stoßstürmerin Prinz/Sasic ausgelegt. Eine solche haben wir nicht mehr. Popp, Mittag und Islacker sind andere Spielertypen, also müßte die deutsche Mannschaft auch anders spielen, tut sie aber nicht und DA liegt das Problem.

    Das primäre personelle Problem liegt momentan in der Abwehr besonders der Innenverteidigung. Da kommt leider auch nicht viel nach. In den U-Mannschaften wurden daher auch öfter „ungelernte“ in die Innenverteidigung gesteckt.

    Im Mittelfeld und im Angriff gibt es ausreichend sehr gute Spielerinnen. Da sehe ich die Probleme nicht im Personal.

    (8)
  • Altwolf sagt:

    @Detlef.
    Du must die Argumentation jetzt nicht umdrehen.

    Ich habe mich dagegen verwahrt bei den Fehlern von A.Schult von „Riesenböcken“ zu sprechen, die als Konsequenz zu ihrer Ablösung führen sollte und du, die tatsächlich zu Gegentoren geführten Aktionen anderer Spielerinnen, als „Aussetzer“ bewertest, ihren Austausch jedoch nicht forderst.
    Also doch eher nicht gleiches Maß der Bewertung der Spielerinnen.

    Wieviel Fehlpässe oder Ballverluste von Spielerinnen im MF oder wieviele vergebenen sogg. 100%ige Chancen darf sich denn nach deiner Maßgabe e. Feldspielerin leisten, bevor du deren Ablösung forderst?

    Vielleicht überdenkst du doch mal die Tatsache, das keine weitere deutsche Torhüterin bei einem europäischen Top-Team im Tor steht.

    Es muß doch auch einen Grund dafür gegeben haben, warum A.Schult, nach der Ablehnung durch die Turbine-Fans ( da hat sich wohl nicht viel geändert), der gerade in Torwartfragen doch kompetent erscheinende R.Kellermann, sie verpflichtete, obwohl er eine gute Torfrau schon im Team hatte.

    Bei dieser instabilen Abwehr könnte in solch einem wichtigen Turnier L.Benkrath „verbrannt“ werden, deshalb nur im Verletzungsfall und Einsätze in späteren, nacholympischen Länderspielen.

    (-2)
  • bale sagt:

    na ja eine grins oder Prinz waren supertalente haben wir gerade nicht oder so tormaschinen wie abby wambach irgendwann gibt es wieder goalgetterinnen,oh hah vergass,das neid scout ist………….

    (3)
  • Karl sagt:

    Wow, ich bin angenehm ueberrascht, haette jetzt nicht wirklich erwartet dass sie Spielerinnen fuer die KO Runde schont. Vielleicht wirds ja noch was 🙂

    (0)
  • CK7 sagt:

    Wenn Deutschland schon ohne Abwehr spielen will, warum nimmt man dann nicht wenigstens alle Offensiven mit auf den Platz? und die Annike hat schon wieder eine Flanke unterlaufen 😀 😀

    Was das nicht die mit dem überragenden Stellungsspiel früher (1980 etwa)

    Mann, sind die schlecht… Und die allergrößte Katastrohe sind mit der blonden Föhnfrisur an der Seitenlinie… Peinlich…

    Peinlichkeit und Schlecht und Bleiheit für das Deutsche Vaterland, danach lässt die Silvia streben, schwesterlich mit Nerz am Strand…

    (12)
  • Detlef sagt:

    @Altwolf,
    Als ehemaliger Torwart und Abwehrspieler kenne ich natürlich immer diese Vergleiche zwischen Offensive und Defensive!!!

    Natürlich sind Fehler im Sturm weniger kritisch, als Fehler im defensiven Mittelfeld, der Abwehr, oder gar bei den Torleuten!!!
    Man versucht es halt einfach nochmal, und nochmals, und nochmals!!!

    Ein Abwehrfehler führt meistens zu Gegentoren, und die kann man selbst durch bessere Abwehrarbeit nicht mehr gutmachen!!!

    Ich sehe übrigens keinen großen Unterschied zwischen Aussetzern und Riesenböcken!!!

    Wenn Du meine Beiträge aufmerksam gelesen hast, sollte Dir eigentlich aufgefallen sein, daß ich einige Spielerinnen nicht im Kader, und schon gar nicht in die Startformation nominiert hätte!!!
    Ferner zeigte ich klare Alternativen zum derzeitigen Personal auf!!!
    Somit erübrigt sich wohl auch jeder Kommentar zu Austauschaktionen!!!

    Warum Almuth Schult in Wob nur selten in die Bedrängnis kommt, hatte ich ebenfalls erläutert!!!

    Vielleicht hilft ihr ja tatsächlich eine komplette Umstrukturierung der Abwehr nach Olympia???
    Wenn die dann ebenfalls den Ball möglichst oft und weit von ihrem Tor fetnhält, kann sie den Rest entschärfen!!!

    (2)
  • FFFan sagt:

    @ wolle:
    „Das ausgerechnet Fr Neid in der Nachwuchsförderung zukünftig arbeitet ist natürlich schon der Brüller. Demnächst fährt SN über die Dörfer und scoutet Talente? Da bin ich ja mal gespannt.“

    Offensichtlich hast du völlig falsche Vorstellungen vom künftigen Aufgabengebiet von Frau Neid. Als Leiterin der neuen Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball wird sie ganz sicher nicht „über die Dörfer fahren“ und auf Bolzplätzen nach unerkannten Talenten Ausschau halten!

    Ziel dieser Abteilung, die in die ebenfalls neue DFB-Akademie eingegliedert werden soll, ist es vielmehr, neue Entwicklungen im globalen Frauenfußball – seien es taktische Trends oder innovative Trainingsmethoden – frühzeitig zu erkennen und das Wissen darüber den DFB-Auswahltrainern der Frauen und Juniorinnen zur Verfügung zu stellen. Frau Neid und ihre Mitstreiter sollen also für Steffi Jones & Co. eine Serviceleistung erbringen.

    (2)
  • Detlef sagt:

    @FFFan,
    Das ist ja wirklich der Knaller!!!
    Ausgerechnet die Frau, die heute noch mindestens 10 Jahre in der Vergangenheit lebt, und nur ein Spielsystem kennt, und nie einen Plan B in der Tasche hat, ausgerechnet die soll neueste Trends und Methoden aufspüren???

    Das ist der Witz des Jahres!!!

    (9)
  • Ludwig sagt:

    @FFFan: Arme Steffi!

    (5)
  • holly sagt:

    @Rallingen, Fussball ist ein Mannschaftsport beim Biahtlon nur die Staffel. Um eine Mannschaft zu führen, muss man Erfahrung haben. Wenn ich mich recht erinner war beim Biahtlon mindestens immer eine Aktive dabei die schon länger dabei war.
    Eine Martha, Lotta Schelin, Mia Hamm usw waren mit auch nicht mit 20 schon Superstars. Man hat in dem Alter zwar gesehen das sie Talent haben. Trotzdem mussten sie sich erst zu diesen Führungsspielerinnen im Laufe der Zeit entwickeln.

    @Sonic, wenn ich ein bestimmtes System spielen möchte, dann muss ich in den Nachwuchs N11 Mannschaften die Spielerinnen für das System bei den Frauen ausbilden.
    Wer sollte dann deiner Meinung nach die Spielerin sein, die Ruhe ins Spiel bringt und gute Pässe spielt die ankommen?
    Selbst aus Standardsituationen bekommt die N11 nix mehr hin.

    @ Detlef, die Stellenbeschreibung von FFFan, ist soweit zutreffend. Meiner Meinung nach ist sie dann nur eine Repräsentantin, wie etwa Steffi Jones bevor sie zur N11 Trainerin gemacht wurde bzw H.Ratzeburg. sie wird durch die Welt tingeln und bei allen Turnieren auftauchen. Aber auch diesen Job wird sie nicht allein erledigen können. Das ist nunmal so beim DFB das „verdiente“ Leute nicht im Regen stehen gelassen werden und wenn man dafür einen neuen Job erfinden muss.

    (-1)