Weltrangliste: DFB-Elf weiter Zweiter, Japan fällt zurück

Von am 26. März 2016 – 9.06 Uhr 3 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf liegt in der aktuellen FIFA-Weltrangliste weiter auf dem zweiten Platz. Australien und England erreichten ihre besten Positionen seit Erscheinen der Weltrangliste, Japan fiel hingegen zurück.

Keine Veränderungen gab es in der ersten Weltrangliste des Jahres 2016 beim Spitzentrio: Rang eins belegt weiterhin Weltmeister USA, dahinter folgen Deutschland und Frankreich. Die DFB-Elf (2117 Punkte, +13) konnte allerdings den Rückstand auf die Amerikanerinnen (2174 Punkte, -6) von 76 auf 57 Punkte reduzieren.

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Eine Menge Bewegung

Doch dahinter gab es ausgelöst durch die Qualifikationsspiele zum Olympischen Frauenfußball-Turnier in Rio de Janeiro viel Bewegung. So ist Japan auf Platz 7 zurückgefallen, während Australien Platz 5 und damit seine beste Klassierung erreicht hat, genauso wie England, das auf Platz 4 vorrückte.

Japan enttäuscht

Die Olympia-Qualifikation der asiatischen Konföderation führte zu den größten Veränderungen, nachdem Vizeweltmeister Japan die Qualifikation verpasst hatte, während sich Australien zusammen mit China überraschend das Ticket für Rio holte. Das enttäuschende Ergebnis, das Japans Trainer Norio Sasaki zum Rücktritt bewegte, kostete die Nadeshiko 62 Wertungspunkte und drei Plätze. Platz sieben bedeutet für die Japanerinnen die schlechteste Klassierung seit Juni 2009.

Starkes Australien

Steil nach oben ging es währenddessen für die Matildas, die dank dem Sieg beim AFC-Qualifikationsturnier vier Plätze gewonnen haben und mit Rang fünf so gut klassiert sind wie nie zuvor. China, das hinter Australien Platz zwei belegte, kletterte um fünf Plätze auf Platz 12 und erreichte seine beste Klassierung seit Mai 2010.

Mandy Islacker

Mandy Islacker (re.) liegt mit der DFB-Elf weiter auf Platz 2 der Weltrangliste © Mirko Kappes / girlsplay.de

Norwegen fällt aus den Top 10

Auch für einige europäische Teams hatte die Olympia-Qualifikation Folgen. Das schwedische Team von Pia Sundhage, das sich bei einem Miniturnier mit vier Teams in den Niederlanden den dritten und letzten europäischen Startplatz für Rio sicherte, stieß um zwei Plätze auf Position sechs vor, während Norwegen auf Platz 11 fiel – neu in den Top 10 ist dafür Kanada.

England so gut wie nie

Dank des 2:1-Siegs gegen Norwegen stieß die Schweiz um einen Rang auf Platz 19 vor. Für kleinere Verschiebungen sorgten auch der Algarve Cup und der neue SheBelieves Cup. England machte einen Platz gut und ist mit Platz 4 besser klassiert denn je. Vier Verbände sind wieder klassiert, während acht Teams mangels Spielen aus der Wertung gefallen sind, womit noch 136 und damit 4 Teams weniger als in der letzten Rangliste klassiert sind. Die nächste Weltrangliste erscheint am 24. Juni 2016.

Die Weltrangliste in Kürze

Spitzenreiter: USA
Aufsteiger in die Top 10: Kanada
Absteiger aus den Top 10: Norwegen
Spiele insgesamt: 150
Teams mit den meisten Spielen: Kanada (11)
Größter Aufsteiger nach Rängen: Mali (93) und Philippinen (73), beide plus 7
Größter Verlierer nach Rängen: Vietnam (35, minus 6)
Neu rangierte Teams: Tunesien, Singapur, Guinea, Burkina Faso
Teams, die mangels Spielen nicht mehr klassiert sind: Chile, Paraguay, Peru, Uruguay, Bulgarien, Bolivien, Bermuda sowie Antigua und Barbuda

Schlagwörter:

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    „China, das hinter Australien Platz zwei belegte, kletterte um fünf Plätze auf Platz 7 und erreichte seine beste Klassierung seit Mai 2010.“

    Es ist zwar ’nur‘ Platz 12 (auf dem 7.Platz liegt Japan), aber schon letztes Jahr hatte sich angedeutet, dass die Chinesinnen wieder im Kommen sind. Bei den Olympischen Spielen könnten sie für einige Favoriten ein unangenehmer Gegner sein.

    Insgesamt wurde die Weltrangliste diesmal stärker ‚durcheinandergewirbelt‘ als sonst: während England (4) und Australien (5) ein Allzeithoch erreicht haben (USA und Frankreich auch, aber schon länger), sind z.B. die nordischen Länder Dänemark (18) und Finnland (27) auf einem Allzeittief angelangt! Österreich ist unterdessen still und leise auf Platz 25 geklettert, neben dem Turniersieg beim Cyprus Cup ein weiteres Zeichen, dass in unserem Nachbarland gute Arbeit geleistet wird.

    Erschreckend finde ich, dass Bulgarien offenbar den Spielbetrieb eingestellt hat. Dabei war das Land am schwarzen Meer vor wenigen Jahren noch in den Top 50 vertreten…

    (3) 3 Gesamt – 3 hoch – 0 runter
  • Markus Juchem sagt:

    @FFFan: Danke, ist korrigiert.

    (1) 3 Gesamt – 2 hoch – 1 runter
  • RW sagt:

    Ja, die Chinesinnen sind im Kommen. Seit Blini, Ex-Coach der französischen Mannschaft, im September 2015 das Ruder als Cheftrainer bei der chinesischen Frauennationalmannschaft übernommen hat, eilt das Team von Erfolg zu Erfolg. Er stellte das Spielsystem komplett um, vom Defensiv-Sicherheitsfussball mit Zufallspässen nach vorne auf frühes Tackling mit direktem Kurzpassspiel bis sich die Lücke beim Gegner auftut. Dazu gehören natürlich die richtigen Spielerinnen. Er holte einige erfahrene zurück, die sein Vorgänger schon ausgemustert hatte. Ausserdem werden nun alle Spielerinnen gleich (fair) behandelt, keine Extrawürste mehr für die vermeintlichen Leistungsträger. Und der Fuchs hat in der Vorbereitung zur Olympiaquali in Frankreich kräftig geblufft : nur ein Unentschieden beim französischen Letzten der ersten Liga Nimes und ein knapper Sieg gegen den Zweitligisten Marseille. Da hat sich die Konkurrenz wohl zu sehr in Sicherheit gewiegt…
    Die Erfolge sprechen für sich : Letztes Jahr Siege gegen England, Italien, im Dezember sogar 1:0 gegen die USA! Und nun Japan und Nordkorea bezwungen in der Olympiaquali, gegen Australien immerhin unentschieden. Da wächst etwas größeres heran. Ich bin gespannt, wie das weitergeht.

    (3) 5 Gesamt – 4 hoch – 1 runter
Bundesliga 2019/20
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