Champions League: Wolfsburg weiter, Aus für Bayern

Von am 15. Oktober 2015 – 0.05 Uhr 29 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat als erstes deutsches Team das Achtelfinale der UEFA Women´s Champions League. Den Deutschen Meister FC Bayern München ereilte hingegen überraschend das Aus.
Die Wolfsburgerinnen gewannen im heimischen AOK-Stadion nach dem 0:0 im Hinspiel gegen ZFK Spartak aus Subotika ungefährdet mit 4:0 (2:0). Eine halbe Stunde lang tat sich Wolfsburg wie eine Woche zuvor schwer, eine Lücke in die kompakte Defensive zu reißen, doch Verena Faißt brach den Bann (30.).

Noch vor der Pause erhöhte Julia Simic (44.). In der zweiten Halbzeit trafen dann Lara Dickenmann (54.) und die eingewechselte Caroline Graham Hansen mit einem sehenswerten Treffer (62.).

Bayern-K.o. durch Auswärtstorregel
Die Champions-League-Hoffnungen des FC Bayern München nahmen hingegen ein überraschend frühes und jähes Ende. Nach dem 1:1 im Hinspiel schieden die Münchnerinnen durch ein 2:2 (1:1) im Rückspiel vor 1 072 Zuschauern im Grünwalder Stadion aufgrund der Auswärtstorregel aus. Jill Roord erzielte für die Gäste mit einem platzierten Schuss die Führung (13.), ein Eigentor von Kristina Erman (29.) nach Hereingabe von Vivianne Miedema brachte die Münchnerinnen ins Spiel zurück.

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Schlussoffensive bleibt unbelohnt
Doch die Gäste gingen durch einen verwandelten Elfmeter nach Handspiel von Nora Holstad Berge durch Maud Roetgering ein zweites Mal in Führung (56.) und nun mussten die Münchnerinnen fürs Weiterkommen zwei weitere Treffer erzielen. Nach einem Foul von Maayke Heuver an der eingewechselten Nicole Rolser zeigte Schiedsrichterin Kateryna Monzul erneut auf den Punkt, Melanie Behringer glich aus (75.). Es folgte eine druckvolle Schlussoffensive der Gastgeberinnen, die allerdings nicht von Erfolg gekrönt war. Und so schied der Deutsche Meister bereits im Sechzehntelfinale aus, so früh wie noch kein deutsches Team in der Champions-League-Geschichte zuvor.

Spielszene Bayern gegen Twente

Bayerns Kampfgeist gegen Twente wurde nicht belohnt © FCB Frauenfußball

Frankreich-Duo souverän
Souverän weiter kamen hingegen Olympique Lyon mit einem 3:0 (1:0) gegen KKPK Medyk Konin, nachdem die Französinnen bereits das Hinspiel 6:0 gewonnen hatten. Eugénie Le Sommer (2.) und Ada Hegerberg (69., 89.) erzielten die Treffer. Paris Saint-Germain gewann gar mit 9:0 (2:0) gegen Olympia Cluj und zog somit mit einem Gesamtergebnis von 15:0 ins Achtelfinale ein. Sabrina Delannoy (21. Elfmeter), Cristiane (42., 49., 63.), Lisa Dahlkvist (53.) Lindsay Horan (65., 66.), Corina Olar (70. Eigentor) und Ouylemata Sarr (84.) erzielten die Tore.

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Zürich und Brøndby ausgeschieden
Ausgeschieden ist hingegen nach einem 1:1 nach Verlängerung (1:0, 0:0) der Schweizer Meister FC Zürich Frauen gegen Lillestrøm SK. Zwar brachte ein später Treffer von Fabienne Humm die Schweizerinnen in die Verlängerung (87.), doch Lene Mykjålland (99.) traf für die Gäste und machte das Weiterkommen perfekt. Das Aus kam auch für Dänemarks Titelträger Brøndby, der nach der 1:4-Niederlage bei Slavia Prag im Rückspiel trotz eines frühen Treffers nur mit 1:0 gewann.

Mühelos ins Achtelfinale
Ohne größere Mühe erreichten Fortuna Hjørring (4:0 gegen Minsk), der FC Rosengård (7:0 gegen PK-35 Vantaa), FC Barcelona (4:1 gegen FC BIIK Kazygurt), KIF Örebro DFF (5:0 gegen PAOK) und Chelsea LFC (3:0 bei Glasgow City) die nächste Runde. Auch der ACF Brescia ist nach einem neuerlichen 1:0-Sieg gegen Liverpool LFC eine Runde weiter.

Champions League, Sehnzehntelfinale, Ergebnisse

Mittwoch, 14. Oktober

VfL Wolfsburg – ZFK Spartak (4:0, Gesamt: 4:0)
Olympique Lyon – KKPK Medyk Konin (3:0, Gesamt: 9:0)
FC Barcelona – FC BIIK Kazygurt (4:1, Gesamt: 5:2)
Brøndby – SK Slavia Prag (1:0, Gesamt: 2:4)
FC Bayern München – FC Twente (2:2) (Gesamt: 3:3, Twente dank Auswärtstorregel weiter)
FC Zürich Frauen – Lillestrøm SK (1:1 n.V. Gesamt: 1:2)
FC Rosengård – PK-35 Vantaa (7:0, Gesamt: 2:0)
Fortuna Hjørring – ZFK Minsk (4:0, Gesamt: 2:0)
Liverpool LFC – ACF Brescia (0:1, Gesamt: 0:2)
KIF Örebro DFF – PAOK (5:0, Gesamt: 3:0)
Glasgow City – Chelsea LFC (0:3, Gesamt: 0:4)
Paris Saint-Germain – Olympia Cluj (9:0, Gesamt: 15:0)

Donnerstag, 15. Oktober

16.00 Uhr: Zvezda 2005 – Stjarnan (Hinspiel: 3:1)
16.30 Uhr: 1. FFC Frankfurt – Standard Lüttich (live auf Eurosport) (Hinspiel: 2:0)
18.00 Uhr: Zorkiy – Atlético Madrid (Hinspiel: 2:0)
20.30 Uhr: AGSM Verona CF – FSK St. Pölten-Spratzern (Hinspiel: 5:4)

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    @Dori:

    Du redest Dir das Ausscheiden Bayerns schön.
    Dass kreative Spielerinnen wie Iwabuchi, Boquete oder auch Lotzen der Mannschaft gefehlt haben, ist ja unstrittig.
    Warum aber trotz ihres Fehlens dann durchaus torgefährliche Stürmerinnen wie Beckmann, Bürki oder Stengel trotz mangelhafter Chancenverwertung der anderen eingesetzten Spielerinnen in beiden (!) Spielen gegen Twente nicht zum Zuge kamen, bleibt mir unerklärlich.
    Es muß einfach der Anspruch einer deutschen Spitzenmannschaft sein, die 1. Runde gegen eine holländische Mannschaft zu überstehen. Wörle hat sich aber verzockt, als er in beiden Spielen nur zwei Wechsel vorgenommen und keine weitere Stürmerin gebracht hat.
    Letztlich hat Bayern sehr wohl verloren, auch wenn sie zweimal Unentschieden gespielt haben.
    Fakt ist ja: sie sind schon in der 1. Runde raus aus der CL und das ist einfach für den deutschen Vereinsfußball eine riesengroße Enttäuschung.
    Niemand weiß, ob sie 2016/17 wieder dabei sein werden.

    (5)
  • Karl sagt:

    „Niemand weiß, ob sie 2016/17 wieder dabei sein werden. “
    Hoffentlich nicht. Da fallen mir mindestens 3 Mannschaften ein , die die Liga besser vertreten koennen 🙂

    (2)
  • Ralligen sagt:

    @enthusio
    Dickes Lob für diesen Kommentar,Du hast mal wieder den Nerv der Zeit getroffen.Habe gerade den letzten Absatz bei Framba als Kopie reingestellt weil mir der so gefiel.Entschuldige bitte.

    (1)
  • Dori sagt:

    @enthusio:

    Ich habe lediglich gesagt, dass durch die Verletzten einige Kreativspielerinnen gefehlt haben und es der Mannschaft anzusehen war. Aber ich habe auch gesagt, dass Bayern trotzdem das Potential gehabt hätte, Twente zu schlagen und dass sie dieses Potential aber nicht immer abrufen können, so wie sie es auch gegen Twente nicht wirklich abgerufen haben. Das hat doch nichts mit Schönrederei von meiner Seite aus zu tun.

    (0)
  • enthusio sagt:

    @Dori:

    Sorry, aber Dein Zitat „Gegen Twente haben sie ja auch nicht verloren, wenn man genau sein will. Sie haben unentschieden gespielt …“ ist für mich Verniedlichung des Ausscheidens und Schönrederei.
    Bayern hat sein Ziel doch klar verfehlt, die erste Runde gegen einen Außenseiter zu überstehen. Traurig, aber wahr !

    (5)
  • Dori sagt:

    @enthusio:
    Wenn du mich schon zitierst, dann reiß mein Zitat bitte nicht aus dem Zusammenhang.

    Mein Vorredner hat das hier geschrieben:
    „@Dori: Wenn man eine Meisterschaft (und damit den am längsten dauernden Wettbewerb), dann sollte das schon für Konstanz sprechen. Welches Kriterium sollte man sonst dazu heranziehen?“

    Und ich habe das hier darauf geantwortet:
    „Ich meinte mit mangelnder Konstanz nicht, dass sie Spiele verlieren, sondern eher, dass sie manchmal nicht das zeigen, was sie eigentlich können und unkonzentriert sind.
    Gegen Twente haben sie ja auch nicht verloren, wenn man genau sein will. Sie haben unentschieden gespielt, aber es wäre mit diesem Potential, das die Mannschaft hat, deutlich mehr drin gewesen.“

    Das war also nur darauf bezogen, dass mein Vorredner gesagt hat, dass Bayern ja letzte Saison Meister geworden ist und deshalb keine mangelnde Konstanz auf Seiten der Bayern bestünde.
    Ich wollte damit nichts schön reden, sondern nur erklären, was ich mit „mangelnder Konstanz“ meinte, nämlich nicht das Ergebnis an sich, sondern die Spielweise, was wiederum als Kritik an die Bayern gemeint war und somit rein gar nichts mit Schönrederei zu tun hat. Es ist zweitrangig, ob Bayern verloren hat oder unentschieden gespielt hat, es diente nur der Erklärung.

    Ich will jetzt auch nicht groß diskutieren, ich wollte es nur richtig stellen. Ansonsten stimme ich dir ja in Vielem zu, was du so schreibst. Ich mag es nur nicht, wenn man mir etwas unterstellt, was ich gar nicht so gemeint habe. Ich hoffe, dass jetzt alles geklärt ist 🙂

    (1)
  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Wörle hat sich aber verzockt, als er in beiden Spielen nur zwei Wechsel vorgenommen und keine weitere Stürmerin gebracht hat.“

    Ein Trainer ‚zockt‘ nicht! Er verfolgt einen Plan und reagiert ggf. auf den Spielverlauf. Ob die Einwechslung einer weiteren Stürmerin in diesem Fall etwas gebracht hätte, ist reine Spekulation.

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  • enthusio sagt:

    @FFFan:
    „Ob die Einwechslung einer weiteren Stürmerin in diesem Fall etwas gebracht hätte, ist reine Spekulation.“

    Wörle hätte es auf einen Versuch ankommen lassen sollen. Er hat auf den Spielverlauf unverständlicherweise nicht (bzw. falsch) reagiert. Sein Plan, ohne die Einwechselung einer weiteren Stürmerin das Ausscheiden noch zu verhindern, ist jedenfalls voll in die Hose gegangen. Er hat seine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft und das muß er sich ankreiden lassen. Ob er sich verzockt hat oder nur sein Plan nicht aufgegangen ist, kommt aufs selbe raus.

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  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Wörle hätte es auf einen Versuch ankommen lassen sollen.“

    –> Was ist wahrscheinlicher: dass Bürki oder Beckmann noch ein Tor schießt, wenn sie eingewechselt wird? Oder dass Evans oder Miedema noch ein Tor schießt, wenn sie nicht ausgewechselt wird?
    Diese Frage hat sich Thomas Wörle in der Schlussviertelstunde des Rückspiels bestimmt mehr als einmal gestellt. Schlussendlich hat er sich gegen einen dritten Spielerwechsel entschieden. Er wird seine Gründe dafür gehabt haben. Der Trainer am Spielfeldrand hat normalerweise mehr Informationen als ein (Fernseh-)Zuschauer.
    Jetzt kann man natürlich sagen, die Entscheidung sei „falsch“ gewesen, weil sie nicht den Erfolg gebracht hat. Aber wir wissen ja nicht, ob eine andere Entscheidung zu einem besseren Ergebnis geführt hätte. Deshalb mein Hinweis auf „Spekulation“.

    „Ob er sich verzockt hat oder nur sein Plan nicht aufgegangen ist, kommt aufs selbe raus.“

    –> Nein, eben nicht! Hämische Formulierungen wie „hat sich verzockt“ klingen anmaßend und lassen den Respekt vermissen, der auch einem Trainer entgegengebracht werden muss, der mit seiner Mannschaft aus einem Wettbewerb ausgeschieden ist.

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