Wolfsburg gewinnt in Frankfurt, Bayern patzt

Von am 11. Oktober 2015 – 17.13 Uhr 27 Kommentare

Der VfL Wolfsburg ist der große Gewinner des 5. Spieltags in der Allianz Frauen-Bundesliga. Die Wolfsburgerinnen gewannen das Topspiel beim 1. FFC Frankfurt. Und machten zudem auch Boden auf Tabellenführer Bayern München gut, der erstmals in dieser Saison nicht gewann.

Der VfL Wolfsburg feierte beim 1. FFC Frankfurt vor 3 240 Zuschauern im Stadion am Brentanobad einen verdienten 2:0 (2:0)-Erfolg und brachte den Gastgeberinnen somit die erste Saisonniederlage bei.

Kuznik im Pech

Ein Eigentor von Peggy Kuznik nach Hereingabe von Zsanett Jakabfi brachte die Gäste früh auf die Siegerstraße (4.), Lena Goeßling baute die Führung vollkommen unbedrängt mit einem platzierten 18-Meter-Schuss aus (38.). Zwar hatten die Gastgeberinnen nach einem Foul von Isabel Kerschowski an Jackie Groenen anfangs der zweiten Halbzeit die Chance zu verkürzen.

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Ogimi verschießt Elfmeter

Doch Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult hatte nur wenig Mühe, den schwach geschossenen Elfmeter von Yuki Ogimi zu parieren (50.). Zwar kamen die Frankfurterinnen in der zweiten Halbzeit aufgrund taktischer Umstellungen besser ins Spiel, doch Wolfsburg brachte den Sieg problemlos über die Zeit und verkürzte den Rückstand auf Frankfurt somit auf zwei Punkte.

Der VfL Wolfsburg bejubelt einen Treffer beim 1. FFC Frankfurt

Die Wolfsburgerinnen bejubeln ihren Treffer zum 1:0 © foto2press / Oliver Zimmermann

Kellermann: „Sieg tut uns gut“

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Das war die beste erste Halbzeit der Saison. Wir waren deutlich überlegen und haben verdient 2:0 geführt. Frankfurts Umstellungen haben dann gefruchtet, aber über 90 Minuten geht der Sieg für uns in Ordnung. Das tut uns richtig gut und ich bin stolz, wie die Mannschaft dem Druck standgehalten hat.“

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Bell: „Nehme die Niederlage auf meine Kappe“

Frankfurts Trainer Colin Bell erklärte: „Das Eigentor aus dem Nichts hat Wolfsburg natürlich in die Karten gespielt. Wir hatten Probleme im Zentrum und ich nehme es auf meine Kappe, dass ich nicht schon ein paar Minuten nach dem 0:1 etwas geändert habe.“

Bayern lässt Punkte liegen

Vergoldet wurde der Dreier für den VfL Wolfsburg auch dadurch, dass Tabellenführer FC Bayern München beim FF USV Jena nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus kam. Zwar gingen die Münchnerinnen vor 800 Zuschauern durch Kristie Mewis mit einem platzierten Schuss in Führung (57.), doch Julia Arnold bescherte den Gastgeberinnen mit einem Schuss ins rechte untere Eck einen Punktgewinn (76.).

Jenas Trainer Daniel Kraus meinte: „Wir haben als Team gut zusammen gearbeitet und einmal mehr gezeigt, dass wir nicht nur guten Fußball, sondern auch mit Herz und Leidenschaft spielen. Klare Torchancen hatten wir sicher wenige, aber wir haben den FC Bayern 90 Minuten lang bearbeitet.“

Hoffenheim klettert auf Platz 4

Seinen Höhenflug fortgesetzt hat die TSG 1899 Hoffenheim vor 1 112 Zuschauern durch einen 2:1 (2:0)-Auswärtssieg bei der SGS Essen, der der Sieg von Trainer Jürgen Ehrmann zum Sprung auf Tabellenplatz 4 verhalf. Der Grundstein für den Erfolg wurde bereits in der ersten Halbzeit gelegt, Nicole Billa stellte mit zwei Treffern (9., 45.) ihren Torinstinkt unter Beweis. Zwar gelang den Gastgeberinnen durch Margerita Gidion noch der Anschlusstreffer (56.), doch es blieb beim Erfolg der Elf aus dem Kraichgau.

Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Die erste Halbzeit war überragend. Die Mannschaft hat alles super umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Nach der Pause wollten wir Essen vom Tor weghalten, was uns nicht immer gelungen ist. Es war wieder eine herausragende Teamleistung, aus der man niemanden herausheben kann.“

Köln feiert ersten Punktgewinn

Zu seinem ersten Punkgewinn kam der 1. FC Köln durch ein 1:1 (0:1) beim SC Sand. Die Gastgeberinnen gingen zwar durch Nina Burger in Führung (17.), doch Anna Gerhardt sorgte mit ihrem späten Ausgleichstreffer (82.) für einen Teilerfolg der Kölnerinnen. Dabei hatte der 1. FC Köln in der ersten Halbzeit Glück, dass Anne van Bonn für die Gastgeberinnen einen von Tugba Tekkal an Nina Burger verursachten Foulelfmeter verschoss (34.).

Bremen punktet in Freiburg

Der SV Werder Bremen kam beim SC Freiburg zu einem 2:2 (1:1). Marie-Louise Eta sorgte für die frühe Führung des Aufsteigers (11.), doch Lina Magull drehte die Partie mit zwei Treffern zugunsten der Gastgeberinnen (24., 52.). Doch die Hanseatinnen gaben nicht auf und belohnten sich mit dem Ausgleichstreffer durch Gabriella Tóth (72.). „Mein Fazit zum Spiel? Zwei verlorene Punkte. Danke!“, so ein angefressener Freiburger Trainer Jens Scheuer.

Vierte Saisonniederlage für Potsdam

Bereits am Samstag kassierte der 1. FFC Turbine Potsdam bei Bayer 04 Leverkusen durch einen Treffer von Turid Knaak (9.) eine 0:1 (0:1)-Niederlage und ging somit im fünften Saisonspiel bereits zum vierten Mal als Verlierer vom Platz.

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Tabelle Frauen-Bundesliga

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Es geht nicht darum, ob echter oder unechter Fan. Es geht um Menge, um Zahlen, um Präsenz, um Interesse von Medien und Sponsoren. Die meisten Zuschauer haben Frankfurt und Potsdam und entweder kommen München und Wolfsburg auch auf Dauer dahin, dass man einen Niedergang von Potsdam verkraften kann und Frankfurt hält sich irgendwie oder der FF wird einfach schrumpfen und noch mehr Nischenprodukt werden als bisher.

    Hier im Forum freue ich mich natürlich, dass jetzt viele neue Schreiber hinzukommen, die nur auf den Moment gewartet haben, da das Interesse aus und für Potsdam nachlässt. Da kommen schöne neue Aspekte zur Geltung. Ich werde die neuen BirgitsStiefsohn’s und helena’s aktiv beobachten und hoffe, dass es dann noch reger wird. Vielleicht kommen dann ja auch haufenweise Augenzeugenberichte aus Stadien wie Bremen, Köln, Freiburg hier hinzu.

    (1)
  • tpfn sagt:

    Da hier neben der BuLi maximal noch der Natio Beiträge gewidmet werden, wäre es bei einem Abstieg TP`s in die 2te Liga ja auch schwierig Infos rund um TP von deren Fans hier unterzubringen ohne das Thread-Thema zu verfehlen.

    Daher nochmals meine Bitte an womansoccer.de den Vereinen zusätzlich eigene Kategorien zuzuweisen, dann können sich die TP-Fans weiterhin hier tummeln, wenn sie das möchten. Vielleicht bekommt die Seite dann auch weitere Schreiberlinge, da Vereine der 2ten Liga dann auch hier vertreten sein könnten. Im Grunde ist das Erstellen von Kategorien maximal ne Stunde Arbeit und womansoccer.de wird sich künftig über zunehmende Userzahlen freuen.

    Klar das ständige Freischalten macht bestimmt mächtig Arbeit, aber da muss man halt abwägen.

    (-1)
  • Altwolf sagt:

    @waiiy,@helena,@BirgitsStiefsohn.

    Ist es denn nicht mehr eine Entwicklung, die sich jetzt abzeichnet ?
    Es halten sich offenbar insbes. die reinen „Clubfans“ Turbines derzeit zurück und nicht die, die sich auch dem FF insgesamt verbunden fühlen. Auch ist man natürlich motivierter im Erfolgsfall zu posten, als sich mit den Negativentwicklungen seines Vereines auseinanderzusetzen und das dann auch noch zu verbreiten.

    Da kann ich Dir @waiiy nur ein Kompliment machen, da Du auch immer die Relationen und Sachlichkeit trotz aller Emotionen gewahrt hast, so daß es auch immer eine niveauvolle Auseinandersetzung mit dir gab, abgesehen von den vielen Übereinstimmungen in unserer beider Einschätzung.

    Andererseits haben die oft „provokanten“ Statements natürlich auch mehr Stellungnahmen herausgefordert – leider, wie man an @Helena u. @BirgitsSteifsohn sieht, nicht immer mit dem nötigen Respekt u.zu oft auch in persönliche Beleidigungen abdriftend.

    Ich hoffe jedoch, daß sich die eigentlich gute Diskussionskultur und Informationsweitergabe – z.B. von den erlebten Spielen ( z.B. @enthusio) – fortsetzen wird und dadurch die Beteiligungen wieder zunehmen.

    (6)
  • helena sagt:

    Es geht sehr wohl um echter oder unechter Fan (jedenfalls wenn Sie solche Untergangsszenarien zeichnen wie oben). Denn diese Erfolgsfans gerieren ja erst die „Menge“ oder „Zahlen“, die dann das Interesse von Medien und Sponsoren wecken. Und gerade auch aus der Potsdam-Ecke wurde immer wieder betont, was für tolle Fans sie doch haben und was für eine Stimmung sei, im Gegensatz zur Grabesstille bei allen anderen Vereinen. Wenn jetzt genau diese Fans dem Verein den Rücken kehren und damit eben nicht mehr diese Zahlen gerieren, fragt sich der neutrale Beobachter schon, was denn dran sei an diesen Lobeshymnen und der wahnsinnigen Fanbasis.

    Und was wäre so schlimm daran, wenn der FF ein Nischenprodukt bliebe? Gerade aus der Potsdam-Ecke wurde doch gerne und viel über den Verfall der Sitten und des Anstands geredet, wenn mal wieder ein Spielerin wegen des Geldes (Stichwort: Gesamtpaket) wechselte oder ein neuer (potenter) Sponsor für zum Beispiel Frankfurt dazu kam. Was wurde auf Herrn Dietrich eingeprügelt, wenn er stolz den Vertrag mit der Commerzbank zückte (bei gleichzeitigem Vergessen der eigenen Sponsoren).

    PS: Ich glaube nicht an den Niedergang von Turbine Potsdam. Das größte Problem, welches Ihr habt, steht an der Seitenlinie und nicht auf dem Platz. Leider hat im Verein Niemand den Mut, Herrn Schröder vor die Tür zu setzen. Vergangene Meriten sind genau das: vergangen. Eine Veränderung wäre da dringend geboten. Dann ginge es auch wieder aufwärts.

    (6)
  • helena sagt:

    @Altwolf: Wo wurde ich unsachlich oder beleidigend?
    Sollte dem so gewesen sein, bitte ich um Entschuldigung, das war zumindest nicht meine Absicht.

    (3)
  • waiiy sagt:

    @helena: Ich denke schon, dass auch die Fanbasis (echte Fans) bei Turbine sehr hoch ist und dass man immer Zuschauerzahlen von ca. 800 – 1.000 erzielen kann, auch wenn der Erfolg länger weg bleibt. Aber auch die Zuschauer, die darüber hinaus kommen, sind in meinen Augen wichtig.

    Was die Professionalität und die Vergrößerung des FF angeht, bin ich anderer Meinung als die gängige Potsdam- und Schröder-Meinung. Ich bin froh über Sponsoren und über mehr Aufmerksamkeit. Für mich wäre es schon ein Traum, wenn der Großteil der Spielerinnen davon leben könnte und so ein Polster hätte, um sich nach Karriere ausreichend umorientieren zu können. Und ich sehe es als selbstverständlich an, dass die Spielerinnen auch wegen höheren Verdienst wechseln. Dafür habe ich übrigens vor nicht allzu langer Zeit von anderen Potsdam-Fans ordentlich Schelte einstecken müssen, weil ich von einer Spielerin behauptete, dass sie Potsdam nur als Durchgangsstation angesehen hat (zu Recht, wie man an ihrem Einsatz gestern gesehen hat).

    „Das größte Problem“ Potsdams sind die regionalen Gegebenheiten. Das ist schon ein Nachteil. Auf der Bank bzw. vor allem auch auf dem Managerposten sitzt sitzt das „größte Hindernis“, um das Problem zu bekämpfen. Aber ich bin bei Dir, dass das Hindernis schnellstens aus dem Weg muss, weil zusammen keine Veränderungen möglich sind.

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  • FFFan sagt:

    @ waiiy:
    „Hier merkt man, was der Absturz von Potsdam für Auswirkungen haben wird/kann. Das Interesse am FF wird insgesamt sinken.“

    Wenn das richtig wäre, hätte es nie ein „Frauenfußball-Interesse“ gegeben, sondern lediglich ein „Turbine-Interesse“!

    (4)