Linda Bresonik: „Mit dieser Mannschaft wären wir nicht abgestiegen“

Von am 23. September 2015 – 17.05 Uhr 1 Kommentar

Mittelfeldspielerin Linda Bresonik vom MSV Duisburg sprach mit Womensoccer vor dem bevorstehenden Pokalknüller gegen Meister FC Bayern München am kommenden Sonntag über die Stärke des Zweitligisten, ihre Zeit in Frankreich und die trotz Vollzeitjob ungebrochene Motivation.

Gerade einmal sechs Jahre ist es her, da erklomm der MSV Duisburg – damals noch unter dem Namen FCR 2001 Duisburg – mit dem Gewinn des UEFA Women´s Cup den Thron des europäischen Frauenfußballs. Eine der damaligen Heldinnen war Linda Bresonik, die nach einem dreijährigen Gastspiel in Frankreich bei Paris Saint-Germain zur neuen Saison zu ihrem Ex-Verein zurückgekehrt ist. 2. Liga statt Champions League – für Linda Bresonik kein Problem.

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Womensoccer: In der vergangenen Saison standen Sie mit Paris Saint-Germain im Finale der Champions League, jetzt geht es gegen Teams wie BW Hohen Neuendorf, SV Henstedt-Ulzburg oder den SV Meppen.

Linda Bresonik: Ob 2. Liga oder Champions League – meine Motivation ist die gleiche. Ich gebe immer alles und ich will immer gewinnen. Natürlich ist das Niveau ein anderes und ich habe mich vorher lange mit Inka [Grings; MSV-Trainerin] darüber unterhalten. Aber meine Aufgabe ist hier eine andere. Ich soll eine extreme Führungsposition einnehmen und meine Erfahrung einbringen und ich denke, das hat bis jetzt ganz gut geklappt. Der Aufwand, den ich betreibe, ist sicherlich geringer als in Paris, aber das war ja so gewollt, damit ich mehr Zeit habe, um mich beruflich auf mein Karriereende vorzubereiten. Zwar ist der durch die Auswärtsfahrten immer noch gegeben, aber das lässt sich zeitlich mit der Arbeit gut vereinbaren.

Womensoccer: Welche konkreten beruflichen Pläne gibt es denn?

Bresonik: Seit 1. August habe ich eine 40-Stunden-Woche und arbeite Vollzeit in der Steuerkanzlei von Ronny Jasinski im Duisburger Innenhafen. Er war ja in der Vergangenheit für den FCR 2001 Duisburg tätig [Anm. der Redaktion: als Finanzvorstand] und wir kennen uns seit mehr als zehn Jahren. Ich war sehr glücklich darüber, dass er mich sofort eingestellt hat, denn ich bin ja nach über zehn Jahren wieder Berufseinsteigerin. Ich habe aber auch noch viele Ideen, man wird sehen, welche davon sich in Zukunft realisieren lassen.

Womensoccer: Im DFB-Pokal geht es in der 2. Hauptrunde am kommenden Sonntag gegen den Deutschen Meister FC Bayern München. Hätten Sie nochmal mit so einem Highlight gerechnet?

Bresonik: Es ist nie ausgeschlossen, dass man im Pokal gegen einen Erstligisten antreten muss. Dass es jetzt gleich der Deutsche Meister wird, war schon überraschend. Mir gefällt das Los, denn wir haben nichts zu verlieren. Wir sind nicht chancenlos, denn obwohl wir in der 2. Liga spielen, hat sich die Mannschaft im Gegensatz zur letzten Saison deutlich verstärkt. Mit dieser Mannschaft wären wir letzte Saison nicht abgestiegen. Auf dem Papier ist Bayern haushoher Favorit, aber mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Zuschauer wird es ein interessantes Spiel werden. Wir werden uns nicht ergeben und Bayern das Leben schwer machen. Ein 0:6 oder 0:7 wird es sicherlich nicht geben. Für uns ist es das absolute Highlight der Saison.

Linda Bresonik

Linda Bresonik will den MSV Duisburg zurück in Liga eins führen © Daniel Matic / girlsplay.de

Womensoccer: Wenn Ihr Team so gut ist, steht einem direkten Wiederaufstieg ja nichts im Weg. Oder wäre es für den Verein im Sinne einer Konsolidierung besser, ein paar Jahre in der 2. Liga zu spielen?

Bresonik: Ich denke, es wird auf einen Zweikampf zwischen uns und dem BV Cloppenburg hinauslaufen. Sie haben gute Spielerinnen und in Tanja Schulte eine ehrgeizige Trainerin. Für mich wäre es wichtig, wieder aufzusteigen, das wäre für mich eine neue Erfahrung. Und auch für den Verein wäre es gut, denn ich wüsste nicht, was daran positiv sein sollte, ein paar Jahre in der 2. Liga zu spielen. Wenn ich mir das Potenzial unseres Teams anschaue und sehe, welch tolle Spielerinnen wir im Team haben, würde ich mich freuen, aufzusteigen.

Womensoccer: Das klingt ja noch richtig ambitioniert.

Bresonik: An meiner Einstellung hat sich nichts verändert. Ich habe einen Zweijahresvertrag, den ich auch erfüllen will. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Aber ich glaube nicht, dass ich noch drei oder vier Jahre spielen werde. Ich sehne mich ein bisschen nach dem normalen Leben, wo man zum Beispiel auch einfach einmal spontan am Wochenende nach Holland fahren kann.

Womensoccer: Hat sich denn in Duisburg seit ihrem Wechsel nach Paris viel verändert?

Bresonik: Grundsätzlich hat sich im Verein viel verändert. Wir heißen nicht mehr FCR, sondern MSV, ich trage jetzt ein Zebra auf der Brust und wir sind an den Männerverein angeschlossen, wodurch sich ganz andere Möglichkeiten ergeben. Wir trainieren aber noch auf dem gleichen Trainingsplatz, haben immer noch die gleiche Kabine und spielen immer noch im Stadion in Homberg, das ich superschön finde. In der Vereinsführung hat sich einiges zum Positiven verändert. Dadurch, dass wir an den Männerverein angeschlossen sind, wirkt alles strukturierter.

Womensoccer: Wie beurteilen Sie Ihre dreijährige Zeit in Frankreich. Hat es sich gelohnt?

Bresonik: Paris hat mich reifen lassen und mein Leben bereichert. Ich kann relativ fließend Französisch sprechen und das ist sicherlich für die berufliche Laufbahn nicht uninteressant. Ich habe viele neue Leute und Freunde kennen gelernt, mit denen ich mein Leben lang in Kontakt bleiben werde. Sportlich gab es gute, wie schlechte Momente, aber insgesamt beurteile ich die Zeit absolut positiv. Es gibt keinen Grund, etwas zu bereuen und ich würde es heute nochmal so machen, wenn es zur privaten Situation passt.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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