FFC Frankfurt gewinnt Klassiker gegen Turbine Potsdam

Von am 13. September 2015 – 13.27 Uhr 26 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat am dritten Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga den Klassiker gegen den 1. FFC Turbine Potsdam knapp gewonnen. Aufsteiger 1. FC Köln musste hingegen beim SC Freiburg weiter bitteres Lehrgeld bezahlen. Eine turbulente und torreiche Partie gab es in Leverkusen.

Vor 2 230 Zuschauern im Stadion am Brentanbad gewannen die Frankfurterinnen verdient mit 1:0 (1:0) gegen den ehemaligen Erzrivalen. Kerstin Garefrekes erzielte in der 57. Minute den Treffer des Tages, als sie einen gelungenen Spielzug nach schöner Vorarbeit von Mandy Islacker überlegt abschloss.

Sehenswerte Partie, Lisa Schmitz beweist Klasse
Dabei boten beide Teams vor allem in der ersten Halbzeit eine sehenswerte Partie, Garefrekes (2.) und Islacker (13.) ließen in der Anfangsphase gute Chancen für die Gastgeberinnen aus. Nach einer Ecke von Patricia Hanebeck verpasste Tabea Kemme auf Seiten der Gäste nur knapp (15.). Dann schlug erstmals die Stunde von Turbine-Torhüterin Lisa Schmitz, die einen tollen Schuss von Simone Laudehr glänzend mit den Fingerspitzen über die Latte drehte (18.). Und auch bei der Aktion von Islacker nach Vorarbeit von Jackie Groenen bewies Schmitz ihre Extraklasse (34.).

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Kerstin Garefrekes

FFC-Kapitänin Kerstin Garefrekes erzielte den Treffer des Tages © Herbert Hein, girlsplay.de

Frankfurt trifft zweimal Latte, Huth verpasst Ausgleich
Turbine hatte danach zweimal mächtiges Glück, als ein Heber von Islacker nach weitem Pass von Marith Prießen auf die Latte tropfte (36.) und kurz darauf ein Freistoß von Laudehr ebenfalls an die Latte krachte (38.). Doch auch die Gäste hatten weiterhin gute Chancen, die starke Svenja Huth umkurvte im Duell mit ihrem Ex-Verein Peggy Kuznik und verzog nur knapp (49.).

Kerstin Garefrekes erzielt Tor des Tages
Doch das Tor erzielten die Gastgeberinnen, als Islacker einen weiten Ball auf Garefrekes ablegte, und die FFC-Kapitänin sich die die Gelegenheit nicht entgehen ließ (57.). Bei den Frankfurterinnen ließen in der Schlussphase die Kräfte sichtlich nach, Potsdam setzte noch einmal alles auf eine Karte, doch ein Treffer gelang den Gästen nicht, da die Frankfurter Defensive sich keinen Patzer leistete. Die eingewechselte Potsdamerin Marina Makanza hatte die letzte Chance des Spiels (90.).

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Die Trainerstimmen
Frankfurts Trainerin Colin Bell meinte: „Potsdam hat trotz der Abgänge wieder eine Topmannschaft und gegen diese Mannschaft hat man erst gewonnen, wenn die Schiedsrichterin abgepfiffen hat. Es war ein sehr intensives Spiel.“ Potsdams Trainer Bernd Schröder meinte: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Am Anfang hatte Frankfurt die klareren Chancen. Zum Schluss war es ganz eng, aber Frankfurt hat gut gestanden und sich somit die drei Punkte verdient.“

Köln kommt unter die Räder
Im zweiten Vormittagsspiel kam Aufsteiger 1. FC Köln in seinem zweiten Auswärtsspiel zum zweiten Mal unter die Räder Beim SC Freiburg setzte es eine 1:6 (0:1)-Klatsche. Dabei ging die Elf aus dem Breisgau erst kurz vor der Pause durch einen verwandelten Elfmeter von Hasret Kayikci in Führung (42.).

Lina Magull trifft doppelt
Nach der Pause schraubten Sandra Starke (61.) und Lina Magull (63.) das Ergebnis in die Höhe, ehe Lise Overgaard Munk verkürzen konnte (75.). Doch ein Eigentor von Overgaard Munk (80.) sowie weitere Treffer von Magull (86.) und Sarah Puntigam (90.) bescherten den Gastgeberinnen am Ende einen hohen Heimsieg.

Breuer: „Das war nicht bundesligatauglich“
Freiburgs Trainer Jens Scheuer meinte: „In der zweiten Halbzeit haben wir endlich gezeigt, wie stark wir Fußball spielen können und uns für den hohen Aufwand belohnt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat heute Charakter gezeigt.“ Kölns Trainer Willi Breuer erklärte: „Das war heute nicht bundesligatauglich. Mit den sechs Gegentoren sind wir noch gut bedient. Wir müssen jetzt analysieren, woran es lag und daraus lernen.“

Leverkusen verspielt Zwei-Tore-Führung
Bayer 04 Leverkusen musste gegen die SGS Essen eine 4:5 (3:2)-Niederlage einstecken und wartet somit weiter auf den ersten Dreier der Saison. Die Gäste gingen durch Margarita Gidion gleich in der Anfangsphase in Führung (4.), Lisa Schwab gelang für die Gastgeberinnen aber der schnelle Ausgleich (11.). Mit einem Doppelschlag schienen Rebecca Knaak (32.) und Turid Knaak (33.) die Weichen für den Sieg zu stellen, doch noch vor der Pause brachte Gidion mit ihrem zweiten Treffer die Essenerinnen wieder heran (40.).

Nach der Pause war erneut Schwab zur Stelle, doch auch diesmal hielt die Zwei-Tore-Führung nicht (53.). Denn Jacqueline Klasen (61.) und Lea Schüller (69.) sorgten für einen ausgeglichenen Spielstand, ehe Charline Hartmann kurz vor Abpfiff gar den 5:4-Auswärtserfolg perfekt macht.

Erster Saisonsieg für Hoffenheim
Die TSG Hoffenheim kam zu einem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Sand und feierte somit den ersten Saisonerfolg. Der österreichische Neuzugang Nicole Billa sorgte für die Führung (35.). Silvana Chojnowski machte dann in der zweiten Halbzeit den Erfolg perfekt (71.).

Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann bilanzierte: „Es war ein intensives, kämpferisches Derby, aber immer fair. Beide Abwehrreichen haben zunächst wenig zugelassen. Die Führung hat uns in die Karten gespielt. Es war eine komplette Mannschaftsleistung. Nach zwei Auswärtsspielen haben wir noch kein Gegentor kassiert.“

Bereits am Freitagabend hatte der FC Bayern München das Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg durch einen Treffer von Caroline Abbé mit 1:0 gewonnen. Mit dem gleichen Ergebnis und einem Last-Minute-Treffer von Amber Hearn behielt am Samstag der FF USV Jena die Oberhand beim 1:0-Sieg gegen Aufsteiger SV Werder Bremen.

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Tabelle Frauen-Bundesliga
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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

26 Kommentare »

  • Dori sagt:

    @translate
    Da stimm ich dir zu. Für mich ist es auch noch nicht so klar, dass Bayern und Wolfsburg auf jeden Fall die ersten beiden Plätze belegen und Potsdam und Frankfurt sich um den dritten Platz streiten.
    Bayern hatte wirklich Glück, aber man muss auch bedenken, dass sie direkt zu Beginn der Saison schon zwei Spitzenspiele bestreiten mussten, obwohl sie noch lange nicht wieder bei hundert Prozent sind. Die „hinten-reinstell-Taktik“ war sicher nicht die am schönsten anzuschauende Taktik, aber darum geht es auch nicht. Es geht in diesen Topspielen nur darum, zu gewinnen. Da ist die Attraktivität (zumindest für die Trainer) erstmal zweitrangig. Die können sie dann gegen „kleinere“ Gegner zeigen. Fakt ist, dass im Angriff vieles noch nicht greift bei Bayern und da sie in der Abwehr schon mehr als solide stehen, war diese Taktik meiner Meinung nach genau die richtige.

    Dass die anderen drei Topteams auch noch nicht bei hundert Prozent sind, konnte man auch deutlich sehen.
    Bei Turbine gefällt mir Huth wirklich gut, aber eben eher im offensiven Mittelfeld. Ob sie auch wirklich für die Stürmerrolle gemacht ist, weiß ich nicht. Auch die Abwehr ist im Frankfurtspiel teilweise sehr löchrig gewesen.
    Bei Frankfurt war die Abwehr auch nicht immer solide, aber in der Offensive gibt es einige Spielerinnen, die immer mal wieder für ein Tor gut sind. So richtig konnten sie sich diese Saison aber noch nicht beweisen, weil Potsdams Abwehr so viele Fehler gemacht hat, dass ich dieses Spiel nicht wirklich als Härtetest ansehen kann.
    Wolfsburg hat einen Top-Kader und gleich im ersten Spiel schon gezeigt, dass sie Tore schießen können und ihre Abwehr ist sehr geordnet. Genügend Potential, um Meister zu werden, haben die Spielerinnen auf jeden Fall, das ist ja klar. Aber so richtig eingespielt sind sie auch noch nicht und vieles scheint noch nicht so zu greifen. So kam es mir zumindest im Bayernspiel vor.

    Also was ich eigentlich sagen will:
    Wir sind noch am Anfang der Saison und es ist erkennbar, dass die Teams noch nicht ihre Topform erreicht haben. Deshalb sollte man nicht schon voreilig Schlüsse ziehen und ihnen bereits irgendwelche Tabellenplätze zuweisen. Warten wir mal ab, wie es in ein paar Monaten aussieht.

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  • Karl sagt:

    @balea: Wenn das Schmerzensgeld hoch genug ist wird sie sich auch mit einem Platz auf der Bank anfreunden koennen vermute ich…

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  • cujo31 sagt:

    So Spieltag 3 ist vorbei und was kann man bisher sagen:
    Bayern und Frankfurt gewinnen ihre Spiele zwar nicht schön aber da redet bald keiner mehr drüber.
    Wolfsburg zu kompliziert in München.
    Potsdam nach schwerem Auftakt derzeit aus dem rennen.
    Köln : Enttäuschung bisher
    Leverkusen : Tja nicht das erste mal mit schlechtem Saisonstart
    Sand : hoch eingeschätzt aber das wars dann auch wieder bisher
    Bremen : wird die nächsten Spiele zeigen ob auch mehr punkte drin sind
    Jena : relativ ordentlich gestartet nicht mehr und nicht weniger
    Hoffenheim und Freiburg das gleiche wie Jena
    Essen : 6 Punkte aus 3 Spielen geholt und somit mehr als im Soll.

    Anmerkung dafür das die Essener Abwehr so schlecht in Lev war wie kann es sein das man nur 4 statt 5 bekommen hat ???
    @ananas

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  • annanass sagt:

    @cujo31 : Essen hätte wirklich mehr als 5 bekommen können.Lattentreffer nach Kopfball,Doorsoun kratzt einen Ball von der Linie,Freistoss von der Strafraum Grenze.Aber Essen hätte auch mehr Treffer machen können,es war eben ein offener Schlagabtausch und die Zuschauer haben neun Tore gesehen.Was die Zuschauer nicht gesehen haben waren gut organisierte Abwehr Reihen.

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  • Detlef sagt:

    @Frau Fußball & jochen-or,
    Wir können alle zusammen unsere Taschentücher triefend naß heulen, aber davon kommen PAULI, NATASCHA, ADA, TONI und AYO auch nicht wieder zurück, und JOJOs Genesung beschleunigt sich dadurch leider auch nicht!!! 🙁

    Wir müssen mit der Mannschaft auskommen die da ist!!!
    Und trotz der beiden vermeidbaren Niederlagen gegen Bayern und Frankfurt bleibe ich dabei, daß diese Mannschaft viel besser ist, als sie es bisher zeigen konnten!!!

    @OrbisJack,
    Deine These;
    >Wer die „besseren Transfers“ getätigt hat, wird alle Spiele gewinnen, und schließlich alle Titel holen<
    funktioniert so nicht!!! 😉

    Dann hätte WOB die Bayern-Ladies überrennen-, und hoch gewinnen müssen!!! 😉

    Potsdam hat in München lange gut mitgehalten, hatte in Hälfe Eins ein Chancenplus, und ging sogar in Führung!!!
    Da sah man keine Zweiklassengesellschaft!!!

    @translate,
    Ich stimme Dir absolut zu!!! 🙂

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Bei mir sind es ganz klar keine Tränen, die mir aus dem Gesicht schiessen! Es ist das Ergebnis der umgekehrten Peristaltik und der einer dt. Eiche ähnlich dick angeschwollene Hals, die mich derzeit beschäftigen.
    Aber auch, wenn bei einem 9:0-Sieg von OL bei 90min. auf’m Platz eine Pauline Bremer keinen Treffer erzielt, läuft auch irgendwas gewaltig schief, mal abgesehen davon, dass eine Fei Wang, trotz überragender Fähigkeiten, keine Einsatzzeit bekam.
    Ich habe das Gefühl, dass die Auswärtsspiele eher zu einer Bernd-Schröder-Abschiedstournee verkommen, d.h. er eher im Reportermittelpunkt steht, als sein sieg-, kraft- und saftlos kickendes Team!
    Kann man als jahrzehntelanger, verwöhnter Erfolgscoach wirklich auf diese Art und Weise abtreten? Wie habt ihr denn den offensichtlichen Trainer-Spielerinnen-Disput unmittelbar nach Abpfiff erlebt, wo Hanebeck und Kemme als eher Kritik zurückweisend und trotzig per TV-Bilder rüberkamen.

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