Australische Nationalmannschaft streikt
Das australische Frauen-Nationalteam streikt. Die geplante Reise in die USA und zwei Freundschaftsspiele gegen den Weltmeister wurden abgesagt. Es ist der bisherige Höhepunkt eines seit Wochen andauernden Tarifkonflikts zwischen den Matildas und dem Australischen Fußballverband.
Spielergewerkschaft fordert mehr Geld Bereits am Freitag sollte die australische Mannschaft Richtung Nordamerika aufbrechen, um in die Vorbereitung für zwei Freundschaftsspiele gegen die USA zu starten. Die Partien sollten am 17. September in Detroit sowie am 20. September in Birmingham, Alabama stattfinden. Doch wie der Australische Fußballverband (FFA) am Donnerstag bekannt gab, wurde die geplante Reise kurzfristig gestrichen. Der Grund: Die Spielergewerkschaft (PFA) fordert deutlich höhere Gehälter. Im Zuge dessen hatten die Spielerinnen in der Woche ein Trainingslager in Sydney boykottiert – für die Mannschaft laut Teamsprecherin Lydia Williams eine „extrem schwierige Entscheidung“.
Keine Reise in die USA Der Fußballverband sagte daraufhin die USA-Reise ab: „Sie werden nicht in den USA spielen, weil der Verband und die A-League-Klubs die unbezahlbaren Forderungen der PFA nicht akzeptieren können“, so FFA-Generalsekretär David Gallop. Ein zuvor gemachtes Angebot des FFA, das eine sofortige Gehaltserhöhung enthalten hätte, sei von der Gewerkschaft abgelehnt worden. Demnach wurden darin die Forderungen eines Jahresgehalts von umgerechnet zirka 25.000 Euro offenbar nicht erfüllt.
Ligastart Anfang Oktober ist gefährdert Schon Ende Juni war die bisherige Lohnvereinbarung zwischen der Spielergewerkschaft und dem Verband sowie den Klubs ausgelaufen. Weitere Verhandlungen waren seitdem ohne Ergebnis. Die Spielerinnen sind aktuell entsprechend ohne Vertrag – seit zwei Monaten. Australiens Stürmerin Ashleigh Sykes dazu im australischen Radio: „Es wird langsam eng. Es gibt Spielerinnen, die auf Kreditkarten angewiesen sind, um ihren Unterhalt zu finanzieren. […] Ich bin mittlerweile an einem Punkt, an dem ich mich entscheiden muss. Bleibe ich verfügbar für die Pflichten der Matildas oder gehe ich arbeiten?“
Sollten weitere Verhandlungen scheitern, könnte der für den 8. Oktober geplante Ligastart ebenfalls auf der Kippe stehen.