Mammutaufgaben für die Aufsteiger
Der zweite Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hält für die Aufsteiger, die gegen den Meister und Vize-Meister antreten müssen, besonders schwere Aufgaben bereit. Eröffnet wird die Runde bereits am Samstag mit dem Heimspiel der TSG 1899 Hoffenheim gegen den 1. FFC Frankfurt (ab 12 Uhr live auf Eurosport).
Viermal trafen die TSG und der FFC bisher aufeinander. Viermal behielten die Frankfurterinnen die Oberhand, in der Saisonvorbereitung trennten sich beide Mannschaften torlos. „Ich bin mir sicher, dass die TSG aus dem 0:0 in Diez Mut für das Aufeinandertreffen am Samstag schöpfen wird“, sagt FFC-Trainer Colin Bell.
Nicht auf die Mütze kriegen „Das ist eines von unseren Bonus-Spielen, wo wir nichts zu verlieren haben. Wir freuen uns auf das Spiel und werden alles reinwerfen, was drin ist“, so TSG-Trainer Jürgen Ehrmann, der von seiner Mannschaft Kampf über die vollen 90 Minuten fordert. „Wenn man gegen Frankfurt nicht fit ist, bekommt man auf die Mütze.“ Das letzte Bundesligaspiel zwischen den beiden Teams gewann der FFC mit 7:1. „Die Hoffenheimerinnen, die sich nach dem Bundesliga-Aufstieg vor zwei Jahren Schritt für Schritt weiterentwickelt haben, werden heiß darauf sein, uns im fünften Anlauf zum ersten Mal ein Bein zu stellen. Uns erwartet ein aggressiver, taktisch disziplinierter und kompakt stehender Gegner, der uns vor allem kämpferisch alles abverlangen wird“, denkt Bell.
Passspiel optimieren Den Bundesliga-Sonntag eröffnet das Heimspiel des 1. FFC Turbine Potsdam gegen den SC Freiburg. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, aber „wir haben doch in Potsdam absolut nichts zu verlieren, wir werden uns sicher nicht freiwillig ergeben“, so Freiburgs Trainer Jens Scheuer, der auf der Leistung gegen die TSG vor Wochenfrist aufbauen will. „Wir haben im Auftaktspiel sehr viel richtig gemacht, und ich bin überzeugt, dass wir in der Offensive die nötige Qualität haben, um das teils noch unzureichende Passspiel im letzten Drittel zu optimieren.“
Aufsteiger gegen Meister Aufsteiger 1. FC Köln erwartet nach seiner überraschend deutlichen Auftaktniederlage beim SV Werder Bremen nun Meister FC Bayern München. „Neues Stadion, erstes Heimspiel, dazu noch gegen Bayern, die werden alles geben“, ist sich Bayerns Spielführerin Melanie Behringer sicher. „Wir werden dagegen halten und uns in Köln sicher nicht verstecken.“
SGS empfängt Sand Die SGS Essen tritt zeitgleich gegen den SC Sand an. Die Gäste konnten am ersten Spieltag klar mit 4:0 gegen Bayer 04 Leverkusen gewinnen. „Das Spiel hat den Gesamteindruck der drei Wochen, in denen ich jetzt hier bin, bestätigt. Zudem kann ich aus dem Vollen schöpfen, da alle 18 Spielerinnen, die mir derzeit zur Verfügung stehen, fit sind“, so SC-Trainer Alexander Fischinger, und Spielführerin Christine Veth sieht den Druck beim Gegner: „Wir haben unser Heimspiel gewonnen, und Essen hat den Druck, nach der sicher einkalkulierten Niederlage in Frankfurt gegen uns gewinnen zu müssen. Ansonsten haben sie einen kompletten Fehlstart.“
Niederlagen vergessen machen Die Mannschaften, die in der vergangenen Woche mit die höchsten Niederlagen haben einstecken müssen, stehen sich am Sonntag im direkten Duell gegenüber. Bayer 04 Leverkusen empfängt den FF USV Jena. „In der ersten Pokalrunde haben wir uns schwer getan, dann folgte die etwas unglückliche Niederlage in Sand. Wir sind hochmotiviert und gewillt zu zeigen, dass dies nur kleine Startschwierigkeiten waren. Wir wollen gegen Jena unbedingt einen Heimsieg einfahren, um positiv gestärkt in die weitere Saison zu gehen. Für dieses Ziel werden wir um jeden Meter kämpfen“, sagt Leverkusens Ramona Petzelberger. Ober die Werkself am Sonntag auf Neuzugang Annike Krahn zählen kann, steht noch nicht fest. Die Nationalspielerin war im Pokalspiel umgeknickt, steht aber wieder im Training. Genau wie Leverkusen das 0:4 gegen Sand vergessen machen will, sieht es der FF USV Jena nach dem 0:8 gegen den VfL Wolfsburg. „Ich denke, wir waren gegen Wolfsburg alle sehr weit weg von dem, was wir zu leisten im Stande sind. Dieses Spiel war eine sehr bittere Erfahrung, aber wir konnten viele Erkenntnisse daraus gewinnen und freuen uns jetzt auf das anstehende Spiel in Leverkusen“, sagt USV-Trainer Daniel Kraus.
Nordderby in Wolfsburg Vize-Meister VfL Wolfsburg empfängt unterdessen den SV Werder Bremen zum Nordderby. Es ist das Duell Vize-Meister gegen Aufsteiger, nach dem deutlichen 6:2 der Bremerinnen gegen den 1. FC Köln aber auch das Duell zwischen Tabellenführer und Zweitplatziertem.