ÖFB-Frauenliga: Endgültige Wachablöse oder Mehrkampf?

Von am 7. August 2015 – 8.56 Uhr 1 Kommentar

Nach zwölf Titeln in Folge für den SV Neulengbach gelang dem FSK St. Pölten-Spratzern in der Vorsaison das schier Unglaubliche: Mit 17 Siegen und einem Remis sowie einem imposanten Torverhältnis von 85:8 entthronten die Niederösterreicherinnen den Serienmeister. Doch kann der Neo-Meister den Abgang seiner beiden treffsichersten Stürmerinnen verkraften? Die Konkurrenz liegt auf der Lauer.

Mit laut St.Pöltens Cheftrainer Hannes Spilka „unvergleichlichem Teamspirit und hoher Professionalität“ fand das Team in der vergangenen Saison den Schlüssel zum Meistertitel – nur vier Jahre nach dem Aufstieg in Österreichs höchste Frauenfußball-Liga. Und auch im ÖFB-Cupfinale behielt St. Pölten-Spratzern gegen den Dauerrivalen mit 4:3 die Oberhand.

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Sturm-Duo Billa/Makas wechselt nach Deutschland
Großen Anteil an der  Ausbeute von 85 Toren hatte die 19-jährige Torschützenkönigin Nicola Billa, die 27 Tore schoss, zur neuen Saison sich aber der TSG 1899 Hoffenheim in der Allianz Frauen-Bundesliga anschloss. Die sportliche Allrounderin und Junioren-Doppelweltmeisterin im Kickboxen (2008 und 2010) ist aber der nicht der einzige hochkarätig Abgang. Denn auch die 23-jährige Sturmpartnerin Lisa Makas (20 Tore) spielt in der kommenden Saison in Deutschland für den SC Freiburg. Dazu wechselt Sophie Maierhofer zum Bundesliga-Aufsteiger SV Werder Bremen.

Können die hochkarätigen Abgänge kompensiert werden?
Gleichwertigen Ersatz für den Substanzverlust hofft der neue Meister bereits gefunden zu haben: nach der  torgefährlichen Slowenin Mateja Zver und der aus ihrer früheren Bundesliga-Zeit beim TSV Crailsheim bekannten Ungarin Fanny Vágó wurde die erst 16-jährige Viktoria Pinther vom Ligakonkurrenten SKV Altenmarkt als neue Nummer 9 verpflichtet. Sie gilt als Knipser-Talent, das sowohl in der ÖFB-Frauenliga als auch der U19-Nationalelf auch minimale Torchancen kaltblütig zu nutzen weiß. Ergänzt wird der Sturm durch die ungarische Nationalspielerin Lilla Sipos, die vom italienischen Verein ASD CF Bardolino kommt und bereits 2013 in der Liga für den FC Südburgenland spielte.

Jubelfoto des FSK St. Pölten-Spratzern

Bleibt Meister St. Pölten-Spratzern das Maß aller Dinge? © FSK St. Pölten-Spratzern

Auf dem Weg zum Halb-Profitum
Auch die Abwehr wurde mit der Slowakin Alexandra  Biroova (Neulengbach) und Torhüterin Roxana Mikaela Oprea (Amazones Dramas AS, Griechenland) verstärkt. Mit dem Kader hofft der optimistische Spilka auch für die internationalen Auftritte gerüstet zu sein. „Der Sprung unter die Top 16 in der Champions League sollte drinnen sein.“ Trotz Hauptsponsor Simacek, einer Wiener Reinigungsfirma,  ist aber nicht das große Geld im Spiel, denn Frauenfußball ist in Österreich Amateurfußball, die Spielerinnen erhalten lediglich  Aufwandsentschädigungen. Einige meinen dennoch, dass sich St. Pölten-Spratzern in Richtung „Red Bull des österreichischen Frauenfußballs“ entwickelt. Gearbeitet wird jetzt schon recht professionell, auch wenn Spilka lieber öfter als drei- bis viermal rund zwei Stunden pro Woche im Sportzentrum Niederösterreich trainieren würde. „Wir haben super Strukturen“, sagt er.

Neulengbach baut Kader um
Auch Dauerrivale SV Neulengbach hat einen personellen Umbruch zu verkraften. Insgesamt verließen 15 Spielerinnen den Verein, von denen es einige ebenfalls in die deutsche Bundesliga zog. So wechselten Nina Burger, Dominika Skorvankova und Jana Vojtekova allesamt zum SC Sand. Die Liste der Abgänge ist länger als je zuvor. Nach dem Rückzug des langjährigen  Hauptsponsors  Alexander Beer steht nur ein gekürztes Budget zur Verfügung, so dass der neue Trainer Tito Spindler seine Aufgabe unter erschwerten Bedingungen antritt. Mittlerweile wurde der Kader mit den ÖFB-Nationalspielerinnen  Katja Trödthandl (Landhaus) , Melissa Abiral (Altenmarkt), Birgit Gumpenberger, Lisa Zmek (Südburgenland) und der malawischen Teamkapitänin Chisomo Kazisonga (Conduit Soccer Academy, Simbabwe) sowie einigen Talenten aufgefüllt,  womit  das  aktuelle Aufgebot 23 Spielerinnen umfasst.

Sturm Graz als Zünglein an der Waage?
Nicht zuletzt durch den Zugang  der bundesligaerfahrenen  Spitzenspielerinnen  aus Neulengbach (Natascha Celouch,  Daniela Tasch, Claudia Wasser und Tina Charwat) wird in der kommenden Saison das Ensemble aus Graz sehr stark zu beachten sein. Zusätzlich  haben sich die beiden Kärntner U19-Nationalspielerinnen Katharina Naschenweng und Anna Malle den Grazerinnen  angeschlossen, außerdem  Emily Cancienne (Dinamo Zagreb). Neben Wacker Innsbruck wird in Österreich nur das Frauenteam von Sturm Graz vom Männer-Trägerverein maßgeblich unterstützt, womit eine hervorragende Infrastruktur gegeben ist. Nicht mehr für Sturm wird das Trio Sandra Jovanovic, Anja Milenkovic und Urska Zganec aktiv sein, das den Lokalrivalen LUV Graz verstärkt. Ebenfalls abgewandert sind Jelena Nikolic, Carmen Oberreßl und Mihaela Pavlek.

LUV Graz: Steirer-Power Teil 2
Ebenfalls um die Spitzenplätze wird der zweite steirische Bundesligist kämpfen, der ebenfalls aus Graz stammt. Außer den drei erwähnten Ex-Sturm-Spielerinnen wurden auch Isabela Kresche (Neulengbach), Kaja Erzen (Carinthians Soccer  Women) und Manja Benak (Ferencvaros Budapest) engagiert. Die routinierte Torhüterin Sarah Grossmann beendete ihre Karriere, Valentina Stipancvecic wechselte zum ZNK Pomurje (Slowenien), Anna Tauschmann zu Ottendorf.

Wacker Innsbruck: Talente stehen im Focus!
In den vergangenen Jahren konnten sich die Tirolerinnen stets im Vorderfeld platzieren, obwohl immer wieder Talente dem Klub abgeworben wurden. So könnte auch in der kommenden  Saison ein gesicherter Mittelfeldplatz winken, wenn die Abgänge von Maria Hasler, Jasmin Pal und Valentina Schwarzlmüller kompensiert werden können. Torhüterin Jasmin Pal wird künftig für den BV Cloppenburg in der 2. Bundesliga Nord in Deutschland aktiv sein, wo zuvor  schon die Österreicherinnen Jasmin Eder, Virginia Kirchberger und Verena Aschauer  erfolgreich wirkten.

Endgültige Wachablöse oder Mehrkampf?
Durch das überaus rege Transfergeschehen kann noch nicht wirklich beurteilt werden, ob Meister St. Pölten-Spratzern einen ähnlichen Erfolgsrun starten kann wie Neulengbach mit 12-jähriger „Hegemonie“. Trotz des derzeitigen „Vize“-Status Neulengbachs ist der Ex-Meister für die nächste Saison keineswegs abzuschreiben. Die wiederum knappe Niederlage im Cupfinale und auch die beiden 0:1 und 1:2-Niederlagen in der abgelaufenen Meisterschaft deuten darauf hin. Außerdem werden in erster Linie die beiden Grazer Vereine versuchen, die Vorherrschaft Niederösterreichs zu brechen. Sehr zu beachten wird nach der Papierform der SKV Altenmarkt sein, die übrigen Teams können jederzeit zwischen Rang 4 und Rang 10 landen.

1. Spieltag, Samstag, 8. August
10.30 Uhr: Wacker Innsbruck- FSK Simacek St. Pölten/Spratzern
14.00 Uhr: Sturm Graz – Carinthians Soccer Women
14.30 Uhr. LUV Graz- U. Kleinmünchen
15.15 Uhr: USC Landhaus- SV Neulengbach
17.30 Uhr : SKV Altenmarkt – FC Südburgenland

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1 Kommentar »

  • interniko sagt:

    schön, wenn es mehrer gute Teams in der Liga gibt. Hoffe, dass es durch eine gute Liga Österreich zur EM schafft. Hätten sie doch mal verdient 🙂

    (0) 0 Gesamt – 0 hoch – 0 runter
Bundesliga 2019/20
16.08.19 18.30 Uhr 1. FFC Frankfurt 3 Turbine Potsdam 2 17.08.19 13.00 Uhr FF USV Jena 1 TSG Hoffenheim 6 17.08.19 13.00 Uhr SC Freiburg 1 Bayern München 3 18.08.19 14.00 Uhr 1. FC Köln 2 MSV Duisburg 1 18.08.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg 1 SC Sand 0 18.08.19 14.00 Uhr SGS Essen 3 Bayer Leverkusen 1 23.08.19 19.15 Uhr Bayern München 1. FFC Frankfurt 24.08.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim 1. FC Köln 25.08.19 14.00 Uhr MSV Duisburg VfL Wolfsburg 25.08.19 14.00 Uhr SC Sand SGS Essen 25.08.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam FF USV Jena 25.08.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SC Freiburg 13.09.19 19.15 Uhr 1. FC Köln Turbine Potsdam 15.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg TSG Hoffenheim 15.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg SC Sand 15.09.19 14.00 Uhr Bayern München Bayer Leverkusen 15.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt FF USV Jena 15.09.19 14.00 Uhr SGS Essen MSV Duisburg 20.09.19 19.15 Uhr TSG Hoffenheim SGS Essen 21.09.19 13.00 Uhr Turbine Potsdam VfL Wolfsburg 22.09.19 14.00 Uhr SC Sand Bayern München 22.09.19 14.00 Uhr FF USV Jena 1. FC Köln 22.09.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen 1. FFC Frankfurt 22.09.19 14.00 Uhr MSV Duisburg SC Freiburg 27.09.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen SC Sand 28.09.19 13.00 Uhr SGS Essen Turbine Potsdam 29.09.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt 1. FC Köln 29.09.19 14.00 Uhr Bayern München MSV Duisburg 29.09.19 14.00 Uhr SC Freiburg TSG Hoffenheim 29.09.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg FF USV Jena 11.10.19 19.15 Uhr 1. FC Köln VfL Wolfsburg 12.10.19 13.00 Uhr TSG Hoffenheim Bayern München 13.10.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FFC Frankfurt 13.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena SGS Essen 13.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg Bayer Leverkusen 13.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam SC Freiburg 18.10.19 19.15 Uhr Bayer Leverkusen TSG Hoffenheim 20.10.19 14.00 Uhr SC Sand MSV Duisburg 20.10.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 20.10.19 14.00 Uhr SC Freiburg FF USV Jena 20.10.19 14.00 Uhr SGS Essen 1. FC Köln 20.10.19 14.00 Uhr Bayern München Turbine Potsdam 27.10.19 14.00 Uhr FF USV Jena Bayern München 27.10.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FFC Frankfurt 27.10.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg SGS Essen 27.10.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim SC Sand 27.10.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam Bayer Leverkusen 27.10.19 14.00 Uhr 1. FC Köln SC Freiburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayern München 1. FC Köln 03.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt SGS Essen 03.11.19 14.00 Uhr SC Freiburg VfL Wolfsburg 03.11.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen FF USV Jena 03.11.19 14.00 Uhr SC Sand Turbine Potsdam 03.11.19 14.00 Uhr MSV Duisburg TSG Hoffenheim 23.11.19 14.00 Uhr VfL Wolfsburg Bayern München 23.11.19 14.00 Uhr SGS Essen SC Freiburg 23.11.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam MSV Duisburg 23.11.19 14.00 Uhr 1. FC Köln Bayer Leverkusen 23.11.19 14.00 Uhr FF USV Jena SC Sand 23.11.19 14.00 Uhr 1. FFC Frankfurt TSG Hoffenheim 01.12.19 14.00 Uhr SC Freiburg 1. FFC Frankfurt 01.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen VfL Wolfsburg 01.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim Turbine Potsdam 01.12.19 14.00 Uhr Bayern München SGS Essen 01.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg FF USV Jena 01.12.19 14.00 Uhr SC Sand 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr TSG Hoffenheim FF USV Jena 08.12.19 14.00 Uhr MSV Duisburg 1. FC Köln 08.12.19 14.00 Uhr Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 08.12.19 14.00 Uhr Bayern München SC Freiburg 08.12.19 14.00 Uhr SC Sand VfL Wolfsburg 08.12.19 14.00 Uhr Bayer Leverkusen SGS Essen