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2015

WM 2015: Vorschau Gruppe B

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft tritt bei der Weltmeisterschaft in Gruppe B an. Das Erreichen des Achtelfinals sei Pflicht, so Bundestrainerin Silvia Neid kürzlich. Und tatsächlich scheint es fast ausgeschlossen, dass die DFB-Elf nicht unter die besten zwei Teams kommt. Allerdings wartet mit Norwegen ein schwerer Gegner im Kampf um den Gruppensieg.

Als ausgeglichen kann man die Gruppe B wahrlich nicht bezeichnen. Neben Deutschland und Norwegen, beide in der Vergangenheit bereits Weltmeister, treten in der Gruppe die WM-Neulinge Elfenbeinküste und Thailand an. Die Frage dürfte ledigich sein, ob die DFB-Elf oder die Norwegerinnen die Gruppe gewinnen.

Alte Bekannte Norwegen ist für die deutsche Mannschaft mehr als nur ein alter Bekannter. Es gibt kein Team, gegen das Deutschland bislang häufiger gespielt hat. 38 Begegnungen gab es bislang. 20 Mal behielt die DFB-Elf die Oberhand, 14 Mal die Norwegerinnen – vier Partien endeten Remis. Bereits bei der Europameisterschaft 2013 standen sich beide Mannschaften in der Gruppenphase gegenüber. Damals gewann Norwegen mit 1:0 – im Finale kam es zur Revanche, und Deutschland sicherte sich ebenfalls mit einem 1:0-Erfolg den erneuten Titelgewinn.

Gruppensieger geht Reisestrapazen aus dem Weg Gelingt den Norwegerinnen in der Gruppenphase erneut der „Dreier“ gegen die Deutschen, geht es für Deutschland an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur noch um den zweiten Platz in der Gruppe – was auch Auswirkungen auf Reisen und Logistik hat. Denn der Gruppensieger absolviert sein Achtelfinale in Ottawa, wo bereits zwei der drei Gruppenspiele stattfinden. Anschließend geht es für ein mögliches Viertel- und Halbfinale ins nahgelegene Montréal, was sich in der selben Zeitzone wie Ottawa befindet.

„Die größte Herausforderung bisher“ Der Wechsel der Zeitzonen ist auch ein Grund, warum Neid diese Weltmeisterschaft kürzlich als „die größte Herausforderung bisher“ bezeichnet hat . Hinzu kommt die erstmalige Austragung eines solchen Turniers auf Kunstrasen. Während diese beiden Aspekte alle Mannschaften betreffen, kommen mannschaftsintern die vergleichsweise kurze Vorbereitung hinzu. Außerdem stehen wichtige Spielerinnen nicht zur Verfügung: Weltfußballerin Nadine Keßler ist verletzt, Fatmire Alushi pausiert , da sie ihr erstes Kind erwartet.

Verletzte Schlüsselspielerin Mit dem Personalproblem ist die DFB-Elf allerdings nicht allein – auch Norwegen muss personell einen schweren Rückschlag wegstecken. Dem Weltmeister von 1995 steht mit Caroline Graham Hansen eine Schlüsselspielerin nicht zur Verfügung. Die Wolfsburgerin plagen bereits seit Monaten Knieprobleme .

Gelungene Generalproben Vor der Abreise nach Kanada haben sowohl Deutschland als auch Norwegen Testspiele absolviert. Während die deutsche Mannschaft nach schwacher erster Halbzeit und 0:1-Rückstand am Ende mit 3:1 gegen die Schweiz gewann, behielt Norwegen gegen (das nicht für die WM qualifizierte) Finnland mit 2:0 die Oberhand. Zuvor hatten die Norwegerinnen allerdings überraschend auch eine 2:3-Niederlage gegen Belgien einstecken müssen. Die Belgierinnen sind ebenfalls nicht bei der WM dabei.

Vorzeitiges Aus 2011 Bei der vergangenen Weltmeisterschaft schied die DFB-Elf mit Viertelfinale aus, die Norwegerinnen mussten erstmals überhaupt bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. Kurz darauf musste Nationaltrainerin Eli Landsem ihren Hut nehmen und Even Pellerud kam zurück. Mit ihm wurden die Norwegerinnen 1995 Weltmeister.

Unterstützung von Hope Powell Zum Auftakt geht es für die deutsche Mannschaft am 7. Juni gegen die Elfenbeinküste, die sich als Dritter der Afrikameisterschaft qualifiziert hat. Die Mannschaft ist, ebenso wie Thailand, erstmals bei einer Weltmeisterschaft dabei. Für beide Teams wird es nur noch um den dritten Rang gehen, um die Chance zu wahren, als einer der besten Gruppendritten noch ins Achtelfinale einzuziehen. Damit die erstmalige WM-Teilnahme für Thailand, das bei der Qualifikation auch von der Suspendierung Nordkoreas profitierte, ein Erfolg wird, hat sich das Team prominente Verstärkung geholt: Hope Powell. Die langjährige englische Nationaltrainerin unterstützte die Thailänderinnen in der Vorbereitung.