VfL Wolfsburg gewinnt souverän den DFB-Pokal

Von am 1. Mai 2015 – 19.16 Uhr 93 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat mit einem klaren Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam zum zweiten Mal nach 2013 den DFB-Pokal gewonnen. Dabei war einmal mehr Wolfsburgs Urgestein Martina Müller mit zwei Toren und einer Torvorlage Garantin für den Erfolg.

Vor 19 204 Zuschauern im RheinEnergieStadion von Köln gewannen die Wolfsburgerinnen mit 3:0 (1:0). Zwei Treffer von Martina Müller (13., 61. Foulelfmeter) sowie ein Tor von Alex Popp (71.) machten den verdienten Erfolg der Wolfsburgerinnen perfekt.

Müller: „Das ist grandios“
Doppel-Torschützin Martina Müller freute sich: „Das ist grandios. Wir haben die Champions League verspielt, aber waren heute wieder fokussiert auf diesen Titel. Wir haben heute unser Spiel durchziehen können.“ Tabea Kemme meinte: „Wir haben auch unsere Chancen, aber wir sind einfach nicht so konsequent wie Wolfsburg. An der Motivation hat es nicht gelegen.“

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Jubel des VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg bejubelt den Führungstreffer gegen Turbine Potsdam © Nora Kruse / ff-archiv.de

Sarholz statt Wang im Tor
Potsdams Trainer Bernd Schröder überraschte mit der Aufstellung von Torhüterin Anna Sarholz anstelle der Chinesin Fei Wang, beim VfL Wolfsburg lief die erwartete Formation auf. Nach einem zerfahrenen Beginn auf beiden Seiten leitete Nilla Fischer die Führung ein.

Müller nutzt Elsig-Patzer
Bei einem weiten Ball der Schwedin aus der eigenen Hälfte verschätzte sich Potsdams Abwehrspielerin Johanna Elsig, Müller ging auf und davon , umkurvte Sarholz und schob zur Führung ein (13.). Kurz darauf kam Vanessa Bernauer in aussichtsreicher Position zum Schuss, den Potsdam aber gerade noch abblocken konnte (14.).

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Viele Fehlpässe
In einer weiterhin zerfahrenen Partie mit vielen Fehlpässen sorgten nur individuelle Fehler für Torgefahr. Nach einem Fehler von Jennifer Zietz konnte Sarholz Caroline Graham Hansen gerade noch den Ball vom Fuß spitzeln (26.). Nach rund einer halben Stunde fand Potsdam besser ins Spiel. Ein Freistoß von Tabea Kemme fast von der Mittellinie hätte Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult fast überrascht (35.).

Martina Müller (re.) im Duell mit Jennifer Zietz

Martina Müller (re.) im Duell mit Jennifer Zietz © Nora Kruse / ff-archiv.de

Wolfsburg kommt in Schwung
Ein Fehler von Noelle Maritz leitete die nächste Potsdamer Chance ein, doch Anna Blässe konnte im letzten Moment den Schuss von Lidija Kulis blocken (39.). Die erste Chance nach der Pause bot sich Verena Faißt nach Vorlage von Müller, doch Faißts Aktion war nicht zielstrebig genug, Sarholz war auf der Hut (46.). Und nach erneut toller Vorarbeit von Müller war Sarholz ebenfalls zur Stelle und klärte gegen Hansen (54.).

Müller trifft vom Elfmeterpunkt
Eine Fehlentscheidung der ansonst gut leitenden Schiedsrichterin Moiken Wolk sorgte nach einer Stunde für die Vorentscheidung. Nach einem Foul von Nina Frausing-Pedersen gegen Popp außerhalb des Strafraums zeigte Woik auf den Elfmeterpunkt, Müller verwandelte sicher zum 2:0 (61.). Für die endgültige Entscheidung sorgte Popp, als sie nach Vorarbeit von Müller von links an Inka Wesely vorbei in den Strafraum eindrang und den Ball an Sarholz vorbei ins Netz schob (71.).

Andonova trifft die Latte
Potsdam gab jedoch nicht auf, Genoveva Anonma schoss knapp am Tor vorbei (77.) und auch Natasa Andonova hatte Pech, als sie aus gut 20 Metern nur die Latte traf (85.). Doch auch Wolfsburg hatte Chancen auf weitere Tore, Popp verpasste nach Flanke von Lena Goeßling nur knapp (83.), Müller schoss (86.) ebenfalls vorbei, es blieb beim 3:0-Endstand für den VfL Wolfsburg.

Kellermann: „Verdienter Sieg“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Wir haben verdient gewonnen, auch wenn das Pokalfinale spielerisch heute nicht auf allerhöchstem Niveau war. Ich finde es klasse, dass Martina heute nochmal eine große Bühne hatte und so ihrer Karriere beenden kann.“

Schröder: „Es war eine klare Sache“
Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte: „Es war von unserer Seite nicht das große Spiel. Vielleicht ist Köln nicht unser Pflaster. Das 0:1 war der Knackpunkt, wir waren in der ersten Halbzeit dran. Pauline Bremer hat uns gefehlt, Anonma war allein. Es war eine klare Sache und wir haben nur ein bisschen mitgespielt.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

93 Kommentare »

  • Alice sagt:

    @Detlef

    Egal wie oft du pysikalische Gesetzmäßigkeiten zur Beweisführung heranziehst, es wird für mich einfach nicht glaubwürdiger, wenngleich unterhaltsamer. Ich bin halt eher Kultur- und nicht Naturwissenschaftlerin. Vielleicht gehen wir einfach von unterschiedlichen Berührungspunkten aus? Ich sehe diese zwischen Poppis Kniekehle und Wade? Von schräg oben mit dem linken Knie?

    Ich bin mir mittlerweile aber eigentlich sicher, dass diese Diskussion zu nichts führt.

    Also: Agree to disagree? 🙂

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  • dummkopf sagt:

    @enthusio
    Nochmal Danke.
    Jetzt wollte ich einmal bisschen vorarbeiten, auf dass man sich um die falsch herume Daumenbewertung nicht kümmern muss, und trotzdem bekommst du keinen einzigen. Das sollte dir vielleicht zu denken geben 😉

    Hast dich also sehr, sehr, sehr vorsichtig ausgedrückt, aber so würde ich dann schon zustimmen.

    Einzig finde ich, dass Turbine letzte Saison schon des öfteren europäisches Spitzenniveau bewiesen hat. Man war ja im März auch auf Meisterkurs.
    Hauptsächlich die nicht gleichwertig besetzte Ersatzbank bzw. der schlechte Ausgleich der RR-Verletzungen und Ausfälle (Draws, Evans, Bremer, Anonma), sowie der (nicht vorhandene) Umgang mit der daraus resultierenden um sich greifenden Nervosität, hat den Erfolg verhindert. In Komplettbesetzung war TP letzte Saison besser als Platz3.
    Eben das macht mich ja so traurig.
    Selbst in Frankfurt war man letzte Saison das spielstärkere Team. Davon will heute niemand mehr etwas wissen. Es wird bereits wieder als gegeben vorausgesetzt: TP ist gegen die anderen Grossen das spielschwächere Team und muss diesen Nachteil durch Einsatz und Laufbereitschaft ausgleichen. Innerhalb eines Jahres ins genaue Gegenteil verkehrt. Traurige Entwicklung.

    Aber, um da den Bogen zu schlagen, rennen und kämpfen lassen ist eben das, was der Herr am besten kann, und deshalb sollte er auch besser dabei bleiben, und er tut das ja wie zu sehen auch automatisch. (wobei das offensichtlich aber auch mal schiefgehen kann, wie gegen Wob)
    Ein paar andere, noch nicht veröffentlichte Herren-Fragen habe ich in nächster Zeit aber auch noch.

    Ausserdem ist es natürlich erfreulich, dass selbst die Ultras nun anfangen, ein Einsehen zu haben.
    Dieses „früher war doch alles so toll, der Herr hat alles so toll hingebracht, wir brauchen uns also auch gar nicht erneuern und modernisieren“-Argument kein Garant dafür ist, dass die 40Jahre alten Methoden und Köpfe in der neuen, professionelleren Konkurrenzsituation auch noch die nächsten 10 Jahre mit ihren veralteten Methoden funktionieren.

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  • tpfn sagt:

    @dummkopf
    „Aber wenn da eine so “abgesägt” mit der Mannschaft herumläuft, mit der die anderen natürlich mittrauern, drückt das natürlich gewaltig auf die Stimmung, …Kann (muss aber nicht!) durchaus auch eine Ursache dafür sein, dass die Turbinchen gespielt haben wie auf Halbmast.“

    Auch ich sehe hier einen möglichen Zusammenhang. Fei`s Reaktion auf den Bankverweis wird den Mädels ja nicht verborgen geblieben sein und auch Anonma wird man die „Freude“ über die Disziplinarmaßnahme in Frankfurt förmlich angesehen haben.

    In beiden Fällen auffällig schwaches Spiel der Turbinen, fast regelrechte Klatschen, obwohl beides Spitzenspiele waren in denen sich Turbine eigentlich immer hervorragend schlägt. Beide Entscheidungen mW ohne sportlichen Hintergrund.

    Wenn dem tatsächlich so ist und die Mädels aus purem Mitgefühl wie auf Halbmast gespielt haben, bestätigt das vor allem das Eine: “es passt menschlich“ bei Turbine.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • doc8181 sagt:

    So, zum Thema Foul oder nicht bzw. im Strafraum oder nicht: Ich hoffe mal, dass das jetzt klappt.

    !/photo.php?fbid=963140890371096&set=a.961395537212298.1073741863.100000255822021&type=3&theater

    Als Link das Standbild aus der TV übertragung (für alle, die bei FB sind)

    1. Es gibt eine Berührung unten am Fuß
    2. Der Kontakt findet im Strafraum statt

    Bei vollem Tempo reicht auch ein kleiner Kontakt aus, um jemanden aus dem Tritt zu bringen.

    Der Strafstoß war also korrekt

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  • Alice sagt:

    @doc8181:

    Danke für die Mühe. Meinem Eindruck nach hat schon die Berührung an der Wade vor dem Strafraum Popp aus dem Tritt bringen können. Vielleicht erklärt dieser Kontakt den „physikalisch“ nicht zu erklärenden „Fallvorgang“ ( 😉 ) ?

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  • Detlef sagt:

    @doc,
    Auch ich danke Dir für diese neue Sicht auf die umstrittene Szene!!!

    Ich bin zwar immer noch nicht absolut überzeugt, daß da wirklich ein Kontakt vorlag!!!
    Die Perspektive könnte hier auch täuschen!!! 😉

    Aber hier dürfte in der Tat die größte Wahrscheinlichkeit für eine Berührung gewesen sein!!!
    Und dann wäre es auch ein korrekter Elfer gewesen!!!
    Ich verweile hier aber weiter im Konjunktiv!!! 😉

    Aus der SARHOLZ-PEPERSPEKTIVE kann man da nichts erkennen, denn da ist ausgerechnet die Torstange genau davor!!! 🙁

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  • Katerli sagt:

    Interessanter Bericht zu Turbine

    ich kann nur den Kopf schütteln, dass man eine Anonma faktisch rausschmeißt. Mit einem ordentlichen Mittelfeld (und das könnte es werden mit den neuen Spielerinnen) wären auch ihre alten Torqualitäten wieder zu beleben. Ob der selbstverschuldete (!!) Verlust wieder gutzumachen ist?

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  • DerDude sagt:

    @Katerlii

    Also, ich hatte gedacht dass die Trennung von Anonma kam, und sie die Angebot von Turbine abgelehnt hat, aber könnte da Falsch legen.

    Und was heisst hier „Verluste wieder gutmachen“? Natürlich nicht. Schröder kann von ’nochmal angreifen‘,die Verein von ‚Spitzenverein bleiben‘ reden aber die Realität sieht anders aus.

    Mit diesen Kader nächstes Jahr in Potsdam gibt es aus Wolfsburg, Bayern und auch Frankfurter sicht absolute kein gefahr. Die werden sich mit Hoffenheim, Essen und vielleicht noch Köln um platz 4 kämpfen.

    Viel ehrlicher, auch wenn es ein etwas Finsterer Blick ist, finde ich Colin Bell’s wörter über die Zukunft.

    Abstiegskampf für Potsdam und Frankfurt? Unausweichlich? Ich befürchte ja.

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  • Detlef sagt:

    @ Katerli,
    Tja,an AYO scheiden sich echt die Geister!!!
    Auch das TURBINE Fanlager ist da durchaus gespalten!!!

    Die einen meinen, daß es endlich Zeit ist daß sie geht, und die anderen befürchten bereits jetzt schon, daß wir erst so richtig merken was wir an AYO hatten/haben, wenn sie nicht mehr da ist!!! 🙁

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Katerli und Detlef
    Nun, das mit Ayo und den Anderen gänge ja noch, wenn anstelle von Alten und Naiven, echte Alternativen auf der (Neu-)Verpflichtungsliste stünden… So gebe ich keinen Pfifferling auf eine kommende Saison, die erfolgreicher gestaltet werden soll als die zuendegehende.
    Es hilft alles nichts – es geht einzig und allein über einen Großsponsor! Das Klotzen und Kleckern mit zum Teil kurzfristigen Engagements von Sponsoren kann es letzlich nicht bringen bzw. sein.

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  • Detlef sagt:

    @ Frau Fußball,
    Ich kann Deinen Pessimismus nicht verstehen!!!
    Was uns diese Saison vor allem fehlte war Konstanz und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen!!!

    Punkt 1 mag sicher am relativ jungen Kader liegen, und den daraus resultierenden Unzulänglichkeiten!!!
    Deshalb werden uns erfahrene Kickerinnen wie SCHMIDTI, PATTI und auch Svenja sicher gut tun!!! 🙂

    Punkt 2 kannst Du Dir für kein Geld der Welt kaufen!!! 😉
    Man muß es sich eben erarbeiten!!!

    Eigentlich sollte ich zufrieden sein mit dieser Saison, denn ich hatte genau wie zB @Jochen vorher Platz 4 vorausgesagt!!!
    Aber wie das so ist, ärgere ich mich trotzdem über die vielen unnötig verschenkten Punkte und Möglichkeiten!!! 🙁

    Ja, ich denke es war viel mehr drin als dieser vierte Platz!!!
    Spielerisch trennt uns von WOB zwar noch einiges, was bei den Qualitätsunterschieden sicher normal ist!!!
    Aber zu Frankfurt und Bayern fehlte uns oft nur das nötige Quäntchen Glück und Abgezocktheit!!! 😉

    Und gegen Teams wie Duisburg, Leverkusen und Sand muß man halt seine Hausaufgaben machen, wenn man wieder weiter oben stehen möchte!!! 😉

    Ich bin für nächste Saison eigentlich recht zuversichtlich, daß wir (und vor allem Schröder) aus unseren gemachten Fehlern lernen werden!!! 😉

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  • Katerli sagt:

    @alle hier vor mir
    1. man mag Anonma mögen oder nicht, sie ist eine exellente Spielerin, Technikerin und Kämpferin. Aber so eine Stürmerin braucht ein funktionierendes Mittelfeld und nicht so viele Situationen, wo sie selbst ins Mittelfeld oder gar in die Abwehr zurück muss. So kann sie ihr Potential nicht entfalten! Und in dieser Saison schaut es aus, als ob das Mittelfeld besser werden könnte, vor allem mit der schnellen Schmidti. Deshalb werde ich es nie verstehen, dass man Ayo rausschmeist.
    2. bei allen Neuverpflichtungen, es gehen vor allem Stürmerinnen oder offensive Mittelfeldspielerinnen. Der Sturm sieht nun ziemlich blaß aus. Eine oft verletzte Pauline, Kulis (?), die erst wieder auf der Position eingearbeitet werden muss, die neue von Sand, für mich ein großes Fragezeichen, weiß gar nichts von ihr. Und das wars! ;-(
    3. Ich bin für kommende Saison mehr als pessimistisch. Und habe auch meine Hoffnung auf Feifel ziemlich rundergeschraubt nach dieser Saison. Wenn Turbine in diesem Jahr gewonnen hat (s. Wolfsburg, Frankfurt), dann über Kampf und starkes Pressing und nicht über guten Frauenfußball …
    Trotzdem trotzdem – die Hoffnung stirbt zuletzt

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Du verstehst meinen Pessimismus nicht, und ich schreibe, Du verbreitest nur Zweckoptimismus mittels Phrasen, die Braunkohlenalter aufweisen und wie Durchhalteparolen daherkommen! Eines ist jedoch gewiss, wir schreiben uns wieder in ca. 1 Jahr und werden sehen, wer Recht behalten hat. Sollte dies jedoch entgegen meiner Erwartung doch Du sein, dann habe ich kein Problem damit, geht es doch um unsere Turbinen! 😉
    Wenn ich obigen Katerli-Beitrag lese, sind es bereits im Minimum 2, die zur Kategorie der Pessimisten zu zählen sind! Ja, er ist sogar mehr als pessimistisch… lt. Pkt.3! 😀

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