DFB-Pokal-Finale: Cup der guten Hoffnung
Heute Abend (ab 17.15 Uhr live in der ARD) stehen sich im DFB-Pokal-Finale in Köln der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Turbine Potsdam gegenüber. In der Neuauflage des Endspiels von 2013 hofft Wolfsburg nach dem Champions-League-Aus auf den ersten von zwei noch möglichen Titeln, Potsdam will beweisen, immer noch zur internationalen Spitze zu gehören.
Von den zuletzt durchwachsenen Auftritten des 1. FFC Turbine Potsdam in der Liga mit Remis gegen Leverkusen und Sand lässt sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann nicht blenden. „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe“, ist sich Kellermann sicher .
Kann Potsdam Wolfsburg erneut ärgern? Zumal die Erinnerung an die 0:2-Niederlage der „Wölfinnen“ in Potsdam Mitte März noch frisch ist – die einzige Niederlage, die der VfL Wolfsburg in dieser Saison gegen einen nationalen Konkurrenten hinnehmen musste. Kellermann erklärt: „Die Potsdamerinnen werden sehr körperbetont spielen, da liegen ihre Stärken. Aber wir werden da mit fußballerischen Mitteln dagegen halten.“
Fokus voll auf Pokalfinale Mit ihrer athletischen, robusten Spielweise bereiteten die Potsdamerinnen ihrem Gegner bereits in der Liga Probleme, auch Paris Saint-Germain zeigte im Halbfinal-Hinspiel der Champions League , wie dem Gegner mit körperbetonter Spielweise beizukommen ist. „Wir sind top vorbereitet und heiß auf das Spiel“, verspricht Turbine-Kapitänin Lia Wälti . „Es ist der einzige Titel, den wir in dieser Saison noch holen können. Seit Wochen liegt unser Fokus voll und ganz auf diesem Spiel.“
Kerschowski fällt aus Beide Teams haben jedoch Ausfälle zu verzeichnen. Beim VfL Wolfsburg wird Flügelstürmerin Isabel Kerschowski nach ihrem im Training erlittenen Bänderriss fehlen. Doch dafür könnte Zsanett Jakabfi nach ihrem Kurzeinsatz mit Treffer in Paris womöglich eine Option für die Startelf sein. Sicher in der Startelf stehen wird in ihrem letzten Finale Martina Müller , die nach der Saison ihre Karriere beendet.
Vorfreude bei Popp Vor allem bei Alex Popp ist die Vorfreude groß. Sie konnte vor zwei Jahren beim 3:2-Erfolg wegen eines Außenbandanrisses nur zuschauen, ehe sie Tage später als linke Außenverteidigerin eine der Heldinnen beim ersten Champions-League-Titel gegen Olympique Lyon wurde. „Daher freue ich mich besonders, jetzt dabei sein zu dürfen“, so Popp .
Letzte Titelchance Für den 1. FFC Turbine Potsdam ist es in dieser Saison die letzte Möglichkeit, sich noch eine Trophäe in die Vereinsvitrine zu stellen. Seit der Deutschen Meisterschaft 2012 hat der Verein keinen Titel mehr gewonnen, der letzte Pokalsieg datiert gar aus dem Jahr 2006. Zuletzt machte der Verein eher durch angekündigte oder bereits vollzogene personelle Abgänge von sich Reden gemacht.
Bewegung hinter den Kulissen So müssen erfolgreiche Spielerinnen wie die treffsichere Stürmerin Genoveva Anonma und Torhüterin Anna Sarholz den Verein aus laut Turbine-Trainer Bernd Schröder „pädagogischen Gründen“ verlassen, er selbst kündigte für 2016 seinen Rücktritt an. Zudem hat der Weggang von Pressesprecherin Nadine Bieneck Anfang April sichtbare Spuren in der Medienarbeit hinterlassen, auch Teammanagerin Aferdita Podvorica muss den Verein zum Saisonende verlassen.
Bremer muss zuschauen, Elsig zurück Im DFB-Pokal-Finale muss Schröder auf Pauline Bremer verzichten, die sich einen doppelten Bänderriss in der rechten Schulter zugezogen hat. Mit dabei wird hingegen wieder Johanna Elsig sein, die wegen einer Knöchelverletzung zuletzt pausieren musste.
Hoffen auf die Signalwirkung „Mein Gefühl sagt mir, dass wir mal wieder dran sind“, hofft Schröder auf den Titel, der nicht nur ein Trostpflaster dafür wäre, in der kommenden Saison nicht auf europäischer Bühne vertreten zu sein, sondern auch Signalwirkung hätte, sich in Zukunft nicht mit einer Außenseiterrolle begnügen zu wollen.