Bayern München auf Champions-League-Kurs

Von am 19. April 2015 – 16.11 Uhr 33 Kommentare

Der FC Bayern München hat am 20. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga mit einem Sieg gegen den FF USV Jena den zweiten Tabellenplatz zurückerobert und nimmt somit weiter Kurs auf die Champions League. Im Abstiegsgipfel zwischen dem MSV Duisburg und dem SC Sand gelang den Gästen ein wertvoller Punktgewinn.

Die Münchnerinnen, bei denen erstmals nach ihrer Verletzung Lena Lotzen wieder in der Startformation stand, setzten sich gegen die Elf aus Thüringen mit 2:1 (2:0) durch.

Umstrittenes Jena-Tor
Melanie Behringer mit einem gefühlvollen Freistoβ (19.) und Dagny Brynjarsdóttir mit einem Flachschuss (25.) trafen für die Gastgeberinnen, Julia Arnold gelang für die Gäste in der Schlussphase durch einen direkt verwandelten Eckball der Anschlusstreffer (81.), Caroline Abbé konnte den Ball erst hinter der Linie klären.

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Lena Lotzen feierte gegen Jena ihr Startelf-Comeback © foto2press / Sven Leifer

Lena Lotzen feierte gegen Jena ihr Startelf-Comeback © foto2press / Sven Leifer

Wörle: „Spiel unnötig aus der Hand gegeben“
Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte nach der Partie: „Es war das erwartet schwere Spiel. Jena war in den Zweikämpfen super aggressiv, aber wir haben gut dagegen gehalten. Nach der Halbzeitpause müssen wir die Entscheidung selbst herbeiführen, geben das Spiel dann aber leider unnötig aus der Hand. Aber letztendlich war das ein völlig verdienter Sieg für uns. Wir sind sehr froh, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und uns nun mit zwei weiteren Siegen die Teilnahme an der Champions League sichern können.“

Remis im Abstiegsgipfel
Im Abstiegsgipfel zwischen dem MSV Duisburg und dem SC Sand kamen die Gastgeberinnen nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Vor der Saisonrekordkulisse von 1 088 Zuschauern sorgte Steffi Weichelt zwar nach einem Fehler von Sands Torhüterin Maria Korenciova für die Führung der Gastgeberinnen (52.), doch die Freude währte nur kurz, denn Christine Veth erzielte nur fünf Minuten später mit einem sehenswerten Heber den Ausgleich (57.).

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„Mit viel Herzblut gekämpft“
Duisburgs Trainerin Inka Grings meinte: „Wir haben mit viel Herzblut gekämpft und wollten natürlich mehr, das hat man 90 Minuten lang gemerkt. Alle meine Spielerinnen waren nach dem Schlusspfiff total erschöpft. Positiv nehmen wir mit, dass immer noch alles drin ist und wir werden auch niemals aufgeben. Jetzt atmen wir durch und bereiten uns auf Jena vor.“

Sand hält Schicksal in der Hand
Sands Assistenztrainerin Claudia von Lanken erklärte: „Wir sind keinen Schritt weiter, aber haben alles noch selbst in der Hand. Das war Abstiegskampf pur, bis an die Schmerzgrenze und gelegentlich darüber hinaus. Wir müssen und können mit dem Unentschieden leben.“

Hoffenheim siegt
Die TSG 1899 Hoffenheim kam gegen die SGS Essen zu einem 3:1 (0:0)-Erfolg. Nach torloser erster Halbzeit gelang Emily Evels für die Gastgeberinnen der Führungstreffer (55.), Sabine Stoller erhöhte (67.). Kurz darauf sorgte Stoller mit ihrem zweiten Treffer für die Entscheidung (76.), den Gästen gelang durch Sarah Freutel nur noch der Ehrentreffer (82.).

Zufriedener Ehrmann
Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Es war ein offener Schlagabtausch. Klar, ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, über weite Strecken auch mit dem Spiel. Unser Ziel ist es, die Mannschaft so weiter zu entwickeln, dass wir öfters solche Spiele sehen wie heute.“

Essen bitter enttäuscht
Essens Trainer Markus Högner meinte: „Wir sind bitter enttäuscht, dass wir keinen Sieg oder zumindest einen Punkt geholt haben. In der ersten Halbzeit war es ein Fehlpassfestival. Es war ein bisschen Sommerfußball. Wir hatten unsere Torchancen, aber wir haben heute in den entscheidenden Momenten die Tore nicht gemacht, und das war der Grund, dass Hoffenheim heute gewonnen hat.“

Potsdam patzt gegen Leverkusen
Im letzten Spiel des Tages kam der 1. FFC Turbine Potsdam nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen Bayer 04 Leverkusen hinaus und ging somit erst zum zweiten Mal in dieser Saison in einem Heimspiel nicht als Sieger vom Platz. Damit sind die Chancen der Elf von Trainer Bernd Schröder auf ein mathematisches Minimum gesunken, vielleicht doch noch einen Startplatz für das internationale Geschäft in der kommenden Saison zu ergattern.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 20. Spieltag

VfL Wolfsburg Herforder SV 10:0 (7:0)
SC Freiburg 1. FFC Frankfurt 2:4 (2:2)
TSG 1899 Hoffenheim SGS Essen 3:1 (0:0)
MSV Duisburg SC Sand 1:1 (0:0)
FC Bayern München FF USV Jena 2:1 (2:0)
1. FFC Turbine Potsdam Bayer 04 Leverkusen 0:0

 Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. VfL Wolfsburg 20 62:3 51
2. FC Bayern München 20 48:7 50
3. 1. FFC Frankfurt 20 69:18 49
4. 1. FFC Turbine Potsdam 20 48:22 44
5. SGS Essen 20 32:30 28
6. TSG 1899 Hoffenheim 20 27:34 25
7. SC Freiburg 20 30:57 22
8. FF USV Jena 20 23:36 19
9. Bayer 04 Leverkusen 20 20:39 17
10. SC Sand 20 25:42 15
11. MSV Duisburg 20 13:48 13
12. Herforder SV 20 18:79 5

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ Markus:
    „Wo liegt das Problem des “umstrittenen” Jena-Tores?“

    Das „Problem“ liegt aus meiner Sicht darin, dass im Artikel zwar in einer Zwischenüberschrift von einem „umstrittenen Jena-Tor“ die Rede ist, aber nicht erklärt wird, warum der Treffer umstritten ist! Er ist nämlich nicht nur deshalb umstritten, weil nicht restlos geklärt ist, ob der Ball mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie war, sondern auch weil Münchens Torhüterin T.-R.Korpela in dieser Situation durch eine auf der Torlinie stehende Jenaer Spielerin behindert wurde und deshalb nicht an den Ball kam! Dagegen vor allem richtete sich der Unmut von Korpela (man achte im Video auf ihre Reaktion!):

    Torshow: https://tv.dfb.de/video/torshow-vom-20-spieltag/10872/

    Highlights Bayern-Jena: https://tv.dfb.de/video/highlights-fc-bayern-muenchen-ff-usv-jena/10871/

    Auch Bayern-Trainer T.Wörle spricht auf der Pressekonferenz von einem „ganz klaren Foul“ (ab 3:30):

    Da wir aber gelernt haben, dass der Torwart im Torraum keinen besonderen Schutz mehr genießt, wird man wohl auch diesen Treffer noch als regulär ansehen können, auch wenn die Szene sicherlich grenzwertig ist.

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  • waiiy sagt:

    @Detlef: Ich habe es auch so ähnlich gestern gehört, dass im Training wenig mit Ball agiert wurde. Das lässt darauf schließen, dass das Trainerteam beschlossen hat, im Hinblick auf das Pokalfinale noch einmal einen kleinen Zwischenaufbau zu starten, um dann dort wieder 100% abzurufen. Das ist sicher richtig, wenn man sieht, dass in der Meisterschaft nichts mehr zu erreichen ist und da Wolfsburg durchaus weiter verwundbar zu sein scheint.

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  • balea sagt:

    Ich würde es gern sehen, wenn ein direkt verwandelter Eckstoss mal Tor des Tages wird.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Auch wenn ich keine Sekunde TP vs. LEV gesehen habe, kann ich mit dieser Schönrederei und vielfachen Begründung einer schlechten Heimleistung absolut nichts anfangen! Hier wurde vor 2600 zahlenden Zuschauern keine akzeptable Leistung abgeliefert!
    @waiiy
    Dein 8.44Uhr-Kommentar erschließt sich mir überhaupt nicht, da ich auch keinen Zusammenhang zwischen dem gezeigten Gekicke und einem „kleinen Zwischenaufbau“ (?) herzustellen vermag.
    Das dann am „Tag der Arbeit“ wirklich wieder Fussball gespielt wird, kann ich unter diesem Aspekt nur deutlich anzweifeln.
    Wenn unter der Woche im Training kaum mit dem Ball agiert wird, bin ich doch heiß auf das Spiel und wenn dann noch Zweitklässler ran dürfen, brennt es bei jedem Ballkontakt, schliesslich will man ja kein One-match-player bleiben, sondern sich empfehlen. Ausserdem ging diese Virenproblematik schonmal in die Hose…
    Entweder peilt die Trainingsmasche von Schröder am Ziel vorbei oder Eure ureigene Interpretation tut es!

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  • enthusio sagt:

    Leider ist hier in den Kommentaren nichts über das Spiel Hoffenheim gegen Essen zu lesen, deshalb mal zwei Links, die etwas Licht ins Dunkel bringen:

    https://www.fupa.net/berichte/das-zweite-saisonziel-ist-erreicht-284231.html

    https://www.derwesten.de/sport/lokalsport/essen/sgs-unterliegt-hoffenheim-id10582555.html

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  • waiiy sagt:

    @SF: Du schriebst: „Entweder peilt die Trainingsmasche von Schröder am Ziel vorbei oder Eure ureigene Interpretation tut es!“

    Es gibt noch eine 3. Möglichkeit: Deine Einschätzung von einem Trainingsaufbau, bei dem zu einem bestimmten Zeitpunkt die beste Leistung abliefern kann, geht mit der vom Trainerteam und von Detlef und mir auseinander. Denn es gibt dann natürlich Tiefphasen, in denen man nicht 100% abliefern kann.

    BTW: Du beklagst Dich immer, wenn Leute über Spiele schreiben, die sie gar nicht gesehen haben… („Auch wenn ich keine Sekunde TP vs. LEV gesehen habe, kann ich…“)

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  • waiiy sagt:

    @tpfn: Das sehe ich ähnlich. Leider kann man Eigenschaften, die für die Mannschaft wichtig waren/sind nicht so einfach durch eine leistungsstarke (-stärkere) Torhüterin kompensieren. Von daher bleibe ich dabei, dass solche Menschen, wie es Sarholz sind, für ein Mannschaftsgefüge unheimlich wichtig sind, auch wenn sie vielleicht irgendwo ein paar Prozent vermissen lassen. Leider sind solche Menschen auch meist unbequem, wobei sich Sarholz da in meinen Augen seit Jahren vorbildlich verhält. Solche Menschen muss man stark machen, weil sie dann die Mannschaft zusammenhalten. Das neue Team wird sich darüber freuen können, wenn der Trainer sich diese Eigenschaften zunutze macht.

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  • FF-Tale sagt:

    Zitat Markus Juchem: „Wo liegt das Problem des “umstrittenen” Jena-Tores?“

    Nochmal @ Herr Juchem: Den meisten hier Mitlesenden wird wohl nicht die richtige/falsche Torentscheidung wichtig sein (es war ja immerhin auch keine spielentscheidende Szene).
    Viel eher 1. Siehe FFFans Kommentar: Die Begründung fehlt.
    Und dazu ergänzend (was z.B. schon im Eingangskommentar von Anniko mitschwingt): 2. Ja, es ist verwirrend, warum ausgerechnet dieses Mal auf Womensoccer eine Wertung (bzw. besser: ein Zusatz) vorgenommen wurde durch das kleine Wörtchen „umstritten“. Solche Ergänzungen und Satzteile ist das geneigte Womensoccer-Publikum (mich eingeschlossen) ja eher nicht gewohnt.
    Es gibt ja allein aus der laufenden Saison zig Beispiele, bei denen man gerne einmal etwas gelesen hätte wie z.B. „aus Abseits verdächtiger Position“, „hochumstrittener Elfmeter“, „Schiri-Fehlentscheidung bringt Sieg“ etc., aber erst jetzt plötzlich am 20. Spieltag findet sich eine ähnliche Formulierung in der journalistischen Spieltagsbetrachtung wieder, zum ersten Mal? Dieser Punkt war m.M.n. bei diesem „umstrittenen“ Tor das eigentlich umstrittene und verwirrende. Nicht so sehr das Tor selbst. (Dies nochmal als kleiner vielleicht abschließender Kommentar zur Causa „umstrittenes Bayerngegentor“). 😉

    Am Ende halb so wild, nach dem nächsten ereignisreichen Spieltag wird das keinen mehr wirklich stören. Bayern hat trotzdem die 3 Punkte und Jena (viertschlechteste Offensive der Liga) hat wenigstens etwas für das eigene Torguthaben gemacht.

    PS: Danke @ O. Christ und Enthusio für die Links.
    (Als Hanebeck mit der Begründung „neue Herausforderungen“ nach Sand wechselte, hat sie wahrscheinlich grundlegend anderes erwartet als so einen Abstiegsk(r)ampf jetzt. Klingt bei ihr ja auf Youtube nicht so, als ob ihr demnächst der Abschied aus Sand sehr schwer fallen wird. 😀 )

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  • Detlef sagt:

    @Frau Fußball,
    ich finde hier niemanden, der die Leistungen der TURBINEN schön geredet hätte!!!

    Waiiy hat lediglich eine Erklärung für die gestrige Leistung des Teams gesucht!!!
    Wirklich schön wird das krampfhafte Gebolze damit nicht wirklich!!! 🙁

    Schröder hat einige angeschlagene Spielerinnen geschont, und endlich einmal der zweiten Reihe eine Chance gegeben!!!

    Man kann sicher keiner TURBINE den Willen absprechen, denn ( als Augenzeuge) kann ich Dir versichern, das sie schon gekämpft haben!!!
    Gerade die Reservistinnen versuchten oft ihr Glück, blieben in der eng gestaffelten Bayer-Abwehr aber meistens hängen!!! 🙁
    Es fehlte halt das konstruktive Zusammenspiel, da gerade die Führungsspielerinnen einen gebrauchten Tag erwischten!!! 🙁

    Da war kein Ruhepol im Mittelfeld, der die nervösen und hektischen Bemühungen mal in die richtige Richtung lenkte!!!
    Einfach den Ball nach vorne dreschen, egal ob da jemand in blau stand oder nicht!!! 🙂
    Das hat sich die ganze Saison noch kein bisschen gebessert!!! 🙁
    So spielt einfach keine Spitzenmannschaft, das ist ideenloses Kick&Rush!!! 🙁

    Aber vielleicht kann man am Tag der Arbeit die von PSG gedemütigten-, und total verunsicherten Wölfinnen ja vielleicht tot rennen??? 🙂
    Spielerisch haben wir WOB ohnehin nichts entgegenzusetzen!!!

    Wir müssen halt unsere Chancen besser nutzen!!!

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  • Fränkie.1970 sagt:

    Gerade entdeckt:

    „Bernd Schröder wird im Sommer 2016 seine Trainertätigkeit bei Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam beenden. „2016 ist ein guter Termin, da bin ich 45 Jahre im Geschäft“, bekräftigte der 72-Jährige seinen Abschied.(…)“

    https://www.spiegel.de/sport/fussball/bernd-schroeder-kuendigt-abschied-bei-turbine-potsdam-an-a-1029572.html

    BS hat ja vor Kurzem schon mal so etwas gesagt, aber damit dürfte es jetzt wohl offiziell sein.

    Noch ein Artikel über TP – LEV, Felix und Lisa:

    https://www.pnn.de/regionalsport/959096/

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  • enthusio sagt:

    Bernd Schröder hat sich heute öffentlich zu seiner persönlichen Zukunft und zur Trainersituation bei Turbine geäußert.

    https://www.pnn.de/regionalsport/959314/

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  • enthusio sagt:

    Beim Spiel Hoffenheim-Essen gab es eine Situation, bei der das Schiedsrichterinnengespann mal wieder Anlass zur Diskussion gab:

    https://www.reviersport.de/302147—sgs-essen-brief-dfb-wegen-fehlentscheidung.html

    Auf die Antwort des DFB bin ich schon sehr gespannt.

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  • shane sagt:

    @enthusio: ja, scheint grad nicht wirklich der monat der schiedsrichterinnen…

    der april, der april, da macht die schiedsrichterin, was sie … (war da nicht sowas? 😉 )

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