DFB-Pokal: Potsdam und Wolfsburg bestreiten Finale
Der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg stehen im Finale des DFB-Pokals. Die Potsdamerinnen setzten sich beim 1. FFC Frankfurt durch. Der VfL Wolfsburg brauchte die Verlängerung, um beim SC Freiburg die Oberhand zu behalten. Und musste zudem ohne Trainer Ralf Kellermann auskommen.
Potsdam aggressiv und effektiv Als erstes Team zog der 1. FFC Turbine Potsdam durch einen 2:1 (1:0)-Sieg beim 1. FFC Frankfurt ins Finale ein. Asano Nagasato (43.) sorgte mit einem von Jessica Fishlock in ihrem Abschiedsspiel abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze für die Führung, die Genoveva Anonma anfangs der zweiten Halbzeit ausbaute (55.).
Frankfurt trifft zu spät Die Frankfurterinnen erhöhten in der Folge zwar den Druck, doch die zumeist hoch in den Strafraum geschlagenen Bälle fingen die Potsdamer Abwehrspielerinnen geschickt ab. Dennoch kamen die Gastgeberinnen zu vereinzelten Chancen, etwa durch einen Drehschuss von Célia Sasic (59.). Doch insgesamt gerieten die Gäste nur selten in ernsthafte Gefahr. Erst wenige Minuten vor Schluss gelang Frankfurt durch Véronica Boquete der Anschlusstreffer (86.), mehr passierte aber nicht mehr.
Schröder: „Gunst der Stunde genutzt“ Potsdams Trainer Bernd Schröder freute sich: „Wir haben die Gunst der Stunde nach der Schmach im Ligaspiel genutzt. Uns ist es gelungen, das überragende Frankfurter Mittelfeld zu neutralisieren. Wir haben aggressiv nach vorne gespielt und Tore gemacht. Frankfurt hatte auch Chancen, aber wir waren vielleicht einen Tick besser. Wir haben aus dem 1:5 unsere Lehren gezogen.“
Bell: „Leichtfertig verschenkt“ Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Potsdam war heute entschlossener, wir haben unser Spiel nicht durchgedrückt. Wir sind mit dem Ball gelaufen, anstatt den Ball laufen zu lassen. Wir haben zwar gekämpft und sind gerannt, aber alles war nicht so durchdacht. Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit viele klare Torchancen. Trotz des guten Potsdamer Spiels haben wir das leichtfertig verschenkt, deswegen bin ich natürlich enttäuscht.“
Wolfsburg siegt auch ohne Kellermann Der VfL Wolfsburg tat sich beim SC Freiburg schwer, ehe die Finalteilnahme durch ein 4:2 nach Verlängerung perfekt gemacht wurde. Die Führung von Nilla Fischer (48.) glich Jenista Clark aus (61.), die später aber mit der Gelb-Roten Karte nach einem vermeintlichen Handspiel vom Platz musste (101.). Yuki Ogimi (104.), Caroline Graham Hansen (108.) und Anna Blässe sorgten für die Entscheidung (120.), nachdem Anja Hegenauer zwischenzeitlich noch einmal zum 2:3 verkürzte (112.). Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann musste das Spiel krankheitsbedingt aus dem Hotel verfolgen und wurde an der Seitenlinie von Britta Carlson vertreten.
Carlson: „Freiburg hat uns Leben schwer gemacht“ Carlson erklärte: „Wir sind ja bekannt dafür, dass K.o.-Spiele für uns oft mit Stress verbunden sind. Freiburg hat uns das Leben wirklich schwer gemacht, trotzdem waren wir uns sicher, dass wir das Spiel gewinnen würden und so kam es ja auch am Ende. Dennoch ein großes Kompliment an den SC Freiburg für die heutige Leistung. Sicher war es ungewohnt, dass wir heute ohne Ralf Kellermann antreten mussten, aber ich denke, das haben wir gut gelöst.“
Sehrig: „Werbung für den Frauenfußball“ Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „„Ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft. Wir waren über 120 Minuten dem VFL Wolfsburg ein mehr als gleichwertiger Gegner. Wir haben sowohl spielerisch, als auch kämpferisch eine Top-Leistung abgeliefert. Selbst in Unterzahl haben wir noch dagegen gehalten und dem VFL das Leben schwer gemacht. Die Reaktion, die meine Mannschaft nach dem 0:1 gezeigt hat, war vorbildlich. Insgesamt war das heute wohl eins der besten Spiele, die ich als Trainer bisher erlebt habe. Das war Werbung für den Frauenfußball!“