Bayern München spitze – Herford abgestiegen

Von am 29. März 2015 – 17.09 Uhr 69 Kommentare

Der FC Bayern München hat am 19. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga dank eines knappen Sieges bei Aufsteiger SC Sand zumindest für die nächsten zwei Wochen die Tabellenspitze übernommen. Dabei ließen sich die Münchnerinnen durch einen frühen Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Erster Absteiger ist der Herforder SV.

Da der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Frankfurt wegen ihrer Champions-League-Teilnahme ihre Spiele erst am 12. April nachholen, übernahm der FC Bayern München durch den 2:1 (1:1)-Sieg bei SC Sand die Tabellenspitze. Katharina Baunach ersetzte die aufgrund muskulärer Probleme pausierende Leonie Maier und Katherine Stengel die durch einen Mittelfußanbruch länger ausfallende Vanessa Bürki.

Comeback von Lotzen
Durch ein Tor von Allison Scurich gerieten die Münchnerinnen früh in Rückstand (1.), doch Gina Lewandowski (29.) und Caroline Abbé (69.) drehten die Partie und hielten somit die Titelträume der Bayern am Leben. Nationalspielerin Lena Lotzen feiert in der 57. Minute nach langer Verletzungspause ihr Comeback.

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Potsdam mit Mühe
Der 1. FFC Turbine Potsdam mühte sich gegen dem MSV Duisburg trotz eines Übergewichts an Torchancen zu einem 1:0 (1:0)-Erfolg. Dabei profitierten die Potsdamerinnen von einem Eigentor von Julia Debitzki kurz vor der Pause, die einen Freistoß von Natasa Andonova ins eigene Netz spitzelte (42.).

Kurzfristige Ausfälle
MSV-Trainerin Inka Grings musste die Startelf heftig umbauen, weil mit Jennifer Oster, Marina Himmighofen und Steffi Weichelt gleich drei Routiniers kurzfristig grippegeschwächt zu Hause bleiben mussten. So verteidigte Lara Heß hinten rechts und auf den offensiven Außenbahnen spielten Schenk und Pulver; in der Offensive gab Grings Sofia Nati eine neue Chance.

Grings stolz auf ihre Elf
„Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft; denn trotz der krankheitsbedingten Ausfälle, die uns sehr weh taten, sind wir hier gut aufgetreten und wir haben erneut bewiesen, dass wir auf einem guten Weg sind. Nun können wir durchatmen und uns voll konzentrieren auf die drei letzten, entscheidenden Spiele.“

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Essen souverän
Die SGS Essen kam zu einem fulminanten 5:1 (2:1)-Heimsieg gegen den SC Freiburg. Charline Hartmann (1.) und Ina Lehmann (35.) sowie Sylvia Arnold für die Gäste (45.) trafen vor der Pause, in der zweiten Halbzeit schraubten die Gastgeberinnen das Ergebnis durch Tore von Linda Dallmann (55.), Jana Feldkamp (60.) und Lea Schüller (86.) in die Höhe. „Das war heute eine absolut verdiente Niederlage gegen eine starke Essener Mannschaft, die uns heute überlegen war und Grenzen aufgezeigt hat“, so Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig enttäuscht.

Martina Moser (li.) im Duell mit Lena Göllner

Hoffenheim-Kapitänin Martina Moser (li.) schickte mit ihrem Tor Herford in Liga 2. foto2press / Yvonne Gottschlich

Herfords Abstieg besiegelt
Erster Absteiger der Allianz Frauen-Bundesliga ist der Herforder SV, der sein Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim vor 291 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion mit 2:3 (1:2) verlor und damit nun auch rechnerisch den Klassenerhalt nicht mehr schaffen kann. Die Gäste haben ihrerseits durch den Erfolg den Klassenerhalt gesichert.

Nur kurze Hoffnung
Nach dem Führungstreffer von Giustina Ronzetti (15.) durften die Herforderinnen noch einmal Hoffnung schöpfen, doch Silvana Chojnowski sorgte nur fünf Minuten später für den Ausgleich (20.). Anne Fühner sorgte für die erstmalige Gästeführung (43.). Kirsten Nesse gelang Mitte der zweiten Halbzeit zwar noch einmal der Ausgleich (69.), doch Martina Moser besiegelte mit ihrem Treffer den Abstieg der Herforderinnen (73.).

Echtes Kampfspiel
Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Das war ein echtes Kampfspiel. Man hat gesehen, dass Herford die letzte Chance nutzen wollte. Die haben offensiv schon Qualität, vor allem bei den langen Bällen auf McDonald. Das war nicht einfach zu verteidigen. Auf dem tiefen Platz war Fußball spielen irgendwann nicht mehr möglich. Trotzdem haben wir es phasenweise erfolgreich versucht. Nach unserem 2:3 hatte Herford keine Torchance mehr.“

Allianz Frauen-Bundesliga, Ergebnisse 19. Spieltag

Herforder SV TSG 1899 Hoffenheim 2:3 (1:2)
SGS Essen SC Freiburg 5:1 (2:1)
SC Sand FC Bayern München 1:2 (1:1)
1. FFC Turbine Potsdam MSV Duisburg 1:0 (1:0)
FF USV Jena VfL Wolfsburg -:-  12. April, 14 Uhr
Bayer 04 Leverkusen 1. FFC Frankfurt -:-  12. April, 14 Uhr

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. FC Bayern München 19 46:6 47
2. VfL Wolfsburg 18 48:3 45
3. 1. FFC Frankfurt 18 63:15 43
4. 1. FFC Turbine Potsdam 19 48:22 43
5. SGS Essen 19 31:27 28
6. TSG 1899 Hoffenheim 19 24:33 22
7. SC Freiburg 19 28:53 22
8. FF USV Jena 18 22:30 19
9. Bayer 04 Leverkusen 18 19:37 16
10. SC Sand 19 24:41 14
11. MSV Duisburg 19 12:47 12
12. Herforder SV 19 18:69 5

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

69 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    @FFFan:
    „J.Fishlock gehört für mich nicht in diese Reihe; sie war FF-Kennern auch vorher schon über Landesgrenzen hinweg ein Begriff!“

    Das mag für die Fachleute zutreffen (und auch für Dich als von mir wegen Deiner fachkundigen Beiträge sehr geschätzten Diskussionsteilnehmer in diesem Forum), aber ich glaube wirklich nicht, dass der Name Fishlock den meisten hier (mich eingeschlossen 🙂 ) vor ihrer Verpflichtung durch Frankfurt ein Begriff war. Eine walisische Nationalspielerin, die als „Wandervogel“ über die Fußballplätze dieser Welt zieht, wer soll die kennen ? 🙂

    Das hat sich allerdings seit ihrem tollen Engagement in Frankfurt gewaltig geändert. Vor ihren Leistungen ziehe ich meinen Hut und sehe wehmütig heute ihrem letzten Spiel für Frankfurt entgegen.

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  • holly sagt:

    das beste für Turbine wäre wenn sie wieder endlich Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft und dem Nachwuchs hoch bekommen würden.
    Die zweite ist diese Saison immer ein Wechselbad der Gefühle. Die B-Mädchen stehen im Moment zwar ganz gut da, aber auch sie hatten eine grausame Hinrunde. Vor allem in den Spielen gegen defensiven Teams tun sie sich dieses Jahr(B-Mädchen) enorm schwer. Die haben sie in den Vorjahren trotz defensiven Spiel auseinander genommen.
    Ich sehe in den beiden Teams momentan keine Spielerin die sich für die erste anbieten könnte. Außer vielleicht Vanessa Fischer auf der TW Position.
    Turbine ist und war immer schon ein Ausbildungsverein, und wird es vermutlich leider auch bleiben.
    Eine Diekenmann kann Turbine sich leider nicht leisten.
    Vielleicht hängt das auch mit dem abflauen der Frauen/Mädchenfussball zusammen.

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  • DerDude sagt:

    Ich glaube es ist Zeit jetzt dass wir alle (TP fans, FF-interessierten sowohl wie die FF-Medien) akzeptieren muss dass Turbine Potsdam einfach kein „Spitzenverein“ mehr ist. Es ist vielleicht ein Tick früher gekommen als viele erwartet haben, aber mit diese neue Professionalisierung durch Wolfsburg und teilweise Bayern war es auch einfach unausweichlich dass rein Frauenvereine hier und auch im Ausland nicht mehr in der Lage sind oben mitzuspielen.

    Das mag traurig für einige (erfreulich für andere) sein aber es ändert nichts an die Geschichte. Und obwohl Geld eine wichtige Rolle spielt, es ist auch Klar dass das Gesamtpacket (Gehalt, einrichtungen, Training, coach, Präsenz und Profil) bei ein VfL (oder Lyon, PSG usw) einfach attraktiver ist für Spitzenspielerinnen.

    Man sieht das bei Wolfsburg, die schon 27-28 sehr gute Spielerinnen haben die bewusst die möglichkeit nicht oft in der Liga spielen zu können im Kauf nimmt, so lange die bei *diese* Verein sind. Und wenn man auch die Zitat von Mittag, oder das verhalten von Hegerberg oder Ogimi sieht, auch die Spielerinnen die im moment noch bei TP sind, ist klar dass für ein Spitzenspielerin heute käme Turbine Potsdam gar nicht mehr in Frage.

    Ich erwarte die bekanntgabe von Elsig und Sarholzs abgang nach dem heutige aus in Pokal halbfinale (hoffentlich nicht noch ein Blamage). Wichtig für Turbine jetzt ist ein cooles Kopf zu halten und die Finanzielle Lage der Verein riskieren in dem man weiter versucht mit Wolfsburg usw mitzuhalten.

    (ich entschuldige mich für mein mieses Deutsch…ist nicht mein Muttersprache)

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  • balea sagt:

    In der Tat, @DerDude, WOB beweist zZ eindrücklich, wie erdrückend dominant man im Moment als Nabel der FFWelt agiert. Zweimal Remis gegen Rosengarden, dann noch ein Spiel in Potsdam und dann souverän in Freiburg nach nur 120 Minuten ins DFB Pokal Finale spaziert.

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  • Maskal69 sagt:

    @DerDude Deine Ausführung stimmt für diese Saison, da ist der VFL Wolfsburg die Top Mannschaft in Europa.
    Aber ich habe dss Gefühl bzw. Denke das nächste Saison B. Schröder nicht mehr den Trainerjob in Potsdam ausführen wird.
    Er wird sich anderen Aufgaben annehmen und Potsdam zu einer Top Adresse in Europa formen.
    Den B. Schröder ist ein ausgebuffter Fuchs und großer FF Kenner, bei dem alle Verantwortlichen der Bundesligavereine noch so einiges lernen können.
    Das beste Beispiel war heute wieder im DFB Pokal.
    Ich bin mir ganz sicher, das Turbine Potsdam in spätestens zwei Jahren wieder eine Top Adresse im FF sein wird.

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  • enthusio sagt:

    @balea:

    Was soll die Polemik ? Immerhin ist Wolfsburg als einzige europäische Spitzenmannschaft noch in allen drei Vereinswettbewerben gut im Rennen, was man von keiner einzigen anderen deutschen oder französischen Mannschaft sagen kann.
    Und das im dritten Jahr seiner Erfolgsgeschichte und dabei noch ohne seine absoluten Führungsspielerinnen Keßler und Gößling !
    Das Triple geht erneut nur über Wolfsburg, denn Frankfurt ist im Pokal raus.

    @Der Dude:
    Potsdam hat spätestens heute bewiesen, dass es immer noch ein Spitzenverein ist, der alle deutschen Top-Mannschaften schlagen kann. Was fehlt, ist die Konstanz. Aber ehrlich gesagt würde ich in der Bundesliga trotz des schlechten Duisburg-Spiels weiterhin nicht darauf wetten, dass sie am Ende die Champions League-Qualifikation verpassen. Ich bleibe dabei: Potsdam wird auch die restlichen drei Bundesligaspiele gewinnen und dann wird man sehen, wozu es reichen wird.

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  • enthusio sagt:

    Der Zusammenschnitt des Bundesligaspiels Essen-Freiburg ist hier anzuschauen:

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  • enthusio sagt:

    Die SGS Essen hat heute ein Testspiel auf Kunstrasen in Bochum gegen den Zweitligisten VfL Bochum klar mit 5:0(2:0) gewonnen und dabei in der 1. Halbzeit mit Nina Brüggemann in der IV auch eine Testspielerin aus Cloppenburg eingesetzt.
    Es kamen bei Essen u.a. Dörpinghaus, Hamann und kurz vor Schluss auch Leiding zum Einsatz.
    Die Tore erzielten Hartmann, Meißner, Lehmann (11m), Doorsoun und Wolf.

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  • enthusio sagt:

    Nachtrag zum gestrigen Essener Testspiel gegen Bochum:
    Laut Mannschaftsaufstellung haben nur 10 Essener Spielerinnen
    (ohne Einwechselspielerinnen) auf dem Platz gestanden. Was ja für die 1. Halbzeit auch stimmt, denn Brüggemann ist ja (noch) keine Essener Spielerin 🙂 .

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