1. FFC Frankfurt deklassiert Potsdam

Von am 15. Februar 2015 – 16.30 Uhr 84 Kommentare

Am 14. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga feierte der 1. FFC Frankfurt im Topspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam einen überraschend klaren Erfolg. Der FC Bayern München bleibt in der Liga weiter ungeschlagen. Am Nachmittag gewann der VfL Wolfsburg souverän bei seiner Premiere im neuen Stadion.

Die Partie in Frankfurt wurde wegen der Platzverhätnisse erst um 12 Uhr angestoßen. Frankfurts Trainer Colin Bell überraschte mit einer taktischen Umstellung und agierte mit Dreierkette, womit die Gäste aus Potsdam ihre Probleme zu haben schienen. Am Ende stand es 5:1 (3:0) für die Gastgeberinnen. „Wir haben das richtige System gefunden und gut umgesetzt“, so Frankfurts Célia Šašić. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute ein überragendes Spiel aufgezogen.“

Führung durch Standards
Offensive Frankfurterinnen setzten die „Turbinen“ früh unter Druck und übernahmen von Beginn an die Initiative. Allerdings war es ein Foulelfmeter, verursacht an und geschossen von Šašić, der in der vierten Minute die Führung brachte. Auch das 2:0 war eine Standardsituation: Dzsenifer Marozsán verdoppelte die Führung mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 12. Minute.

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Potsdam ohne Konzept
In der Folge überzeugten die Gastgeberinnen allerdings auch spielerisch, wohingegen Potsdam keinen Zugriff auf das Spiel bekam und kaum ein geordnetes Angriffsspiel vortragen konnte. „Das war ein rabenschwarzer Tag. Wir haben zu keinem Zeitpunkt ins Spiel gefunden“, kommentierte Potsdam Pauline Bremer. Eine der wenigen Potsdamer Möglichkeiten ergab sich in der 28. Minute, als Frankfurts Torhüterin einen Kopfball von Felicitas Rauch zunächst nicht festhalten konnte. Die Frankfurter Defensive konnte allerdings klären. Nur eine Minute später fiel der nächste Frankfurter Treffer. Šašić verwandelte eine hohe Hereingabe überlegt zum 3:0.

In Frankfurt ist der Jubel über fünf Treffer groß. © foto2press, Markus Römer

In Frankfurt ist der Jubel über fünf Treffer groß. © foto2press, Markus Römer

Šašić sorgt für Entscheidung
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Frankfurterinnen tonangebend. In der 50. Minute fiel die endgültige Entscheidung, als Šašić ein sehenswertes Zusammenspiel mit Kerstin Garefrekes zum 4:0 abschloss. In der 70. Minute traf Potsdam Inka Wesely mit einem Kopfball lediglich die Latte.

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Schumann mit Glanztat
Nächste Möglichkeit hatten die Potsdamerinnen, als Schiedsrichterin Moiken Wolk in der 79. Minute erneut auf den Elfmeterpunkt zeigte – diesmal für die Gäste. Schumann hielt allerdings sowohl Elfmeter als auch den Nachschuss von Jennifer Cramer. Der Ehrentreffer gelang dann Wesely in der 89. Minute, ehe die eingewechselte Mandy Islacker in der Nachspielzeit den 5:1-Endstand markierte.

FC Bayern gewinnt in Hoffenheim
In der Tabelle haben die Frankfurterinnen aufgrund des besseren Torverhältnis die „Turbinen“ vom dritten Rang verdrängt. Der Rückstand auf den zweiten Platz ist allerdings nicht geringer geworden, denn der FC Bayern München gewann bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 2:1 (1:1). Katie Stengel brachte den FCB in der 21. Minute in Führung. Zwei Minuten später glich Stephanie Breitner vor 1215 Zuschauern aus, ehe Eunice Beckmann nach dem Seitenwechsel zum 2:1-Endstand traf (68.).

Remis in Freiburg
Ein 2:2 (1:1)-Unentschieden gab es unterdessen zwischen dem SC Freiburg und dem MSV Duisburg. Vor gerade einmal 211 Zuschauern erzielte Sandra Starke bereits in der siebten Minute das 1:0 für den Sportclub. Lucie Voňková glich in der 24. Minute zum 1:1-Halbzeitstand aus. Nach dem Seitenwechsel ging der MSV durch Stefanie Weichelt (73.) in Führung. Kurz vor dem Abpfiff konnte Chioma Igwe allerdings ausgleichen (86.)

Meister Wolfsburg souverän
Am Nachmittag kam Meister VfL Wolfsburg bei seiner Premiere im AOK-Stadion vor der stattlichen Kulisse von 2 078 Zuschauern zu einem 5:0 (1:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Martina Müller brachte den Tabellenführer durch einen verwandelten Handelfmeter in Führung (32.). Nach der Pause schraubten Lena Goeßling (47.), Alex Popp (70.), Yuki Ogimi (76.) und erneut Müller (85.) das Ergebnis in die Höhe.

Sand holt Punkt in Essen
Aufsteiger SC Sand erkämpfte sich bei der SGS Essen beim 2:2 (2:1) einen wertvollen Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Aus einem frühen 0:1-Rückstand durch das Tor von Lea Schüller (9.) machte Sand noch vor der Pause nach Treffern von Julia Zirnstein (20:9 und Christine Veth (30.) eine Führung. Doch die Gastgeberinnen verhinderten durch Irini Ioannidou (82.) in der Schlussphase zumindest eine Niederlage.

Das Spiel zwischen dem Herforder SV gegen den FF USV Jena wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes auf Mittwoch, 18. Februar verschoben. Die Anstoßzeit steht noch nicht fest.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 14. Spieltag

SC Freiburg MSV Duisburg 2:2 (1:1)
TSG 1899 Hoffenheim FC Bayern München 1:2 (1:1)
1. FFC Frankfurt 1. FFC Turbine Potsdam 5:1 (3:0)
SGS Essen SC Sand 2:2 (1:2)
VfL Wolfsburg Bayer 04 Leverkusen 5:0 (1:0)
Herforder SV FF USV Jena Mittwoch, 18.2.

Tabelle Frauen-Bundesliga

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. VfL Wolfsburg 14 39:1 38
2. FC Bayern München 14 41:5 36
3. 1. FFC Frankfurt 14 49:12 31
4. 1. FFC Turbine Potsdam 14 36:19 31
5. SGS Essen 14 19:20 18
6. SC Freiburg 14 19:37 16
7. TSG 1899 Hoffenheim 14 13:24 15
8. FF USV Jena 13 17:22 14
9. Bayer 04 Leverkusen 14 14:30 13
10. SC Sand 14 17:30 11
11. MSV Duisburg 14 10:35 8
12. Herforder SV 13 13:52 2

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84 Kommentare »

  • jochen-or sagt:

    @kelly

    Du sagtst:

    “ ja ich finde es irgendwie schade, dass diese treuen Fans nie mal was hinterfragen oder kritisieren ,meine einen sachlichen Meinungsaustausch. “

    Schau Dir doch mal die „Daumen hoch“ bei kritischen, aber gleichzeitig auch sachlichen Stellungnahmen zum Trainerteam an!

    Und an der Vielzahl der Beiträge bei Threads über Turbine kannst Du erkennen, dass es eine große Gemeinde von Potsdamfans sein muss, die sich diese Gedanken macht und demnach hier den Daumen hebt.

    Aber Potsdam ist eben auch Schröder – mit allem Guten und Schlechten, – und wenn der dann nicht lernt, sich zurück zu nehmen und mal andere,zumindest nach und nach, was machen zu lassen und neues Gedankengut – lies modernere Trainingsmethoden, Menschenführung, Marketing – zuzulassen, dann bekommt der Verein irgendwann Probleme.
    Gerade das Loslassen können viele, die jahre- oder gar jahrzehntelang eine Einrichtung geprägt und beherrscht haben, eben nicht. Siehe auch Blatter beider FIFA.

    Dies macht sich dann so bemerkbar und ist für einen Außenstehenden auch erkennbar, dass auch ein Feifel nur mit einer Art „Schülerhaltung“ neben dem „Altmeister“ sitzt.
    Gerade mit dessen Engagement hatte man ja gehofft, dass die Weisheit siegt und jetzt mal ein Umbruch auf der Bank statt findet.

    Daneben darf man auch nicht die natürlichen Strukturänderungen unterschätzen, die auf einen Verein wie Turbine zukommen, nämlich die Tatsache, dass andere Verein mehr Geld investieren können und investieren werden.
    Es wäre ungerecht, dies bei der Leistungsfähigkeit nicht zu beachten.

    Andererseits darf aber auch nicht übersehen werden, dass der Verein durch die zunehmend negativen Erfahrungen oder auch nur Berichte über BS und seine Menschenführung durch ausländische und vor allen Dingen auch deutsche Spielerinnen Nachteile bei der Verpflichtung neuer Spielerinnen, insbesondere auch einheimischer, erleidet.
    BS sei die Weisheit gewünscht, dass er mit den Worten, mit denen er andeutet, dass er diese Erkenntnis wohl selbst besitzt, Taten folgen lässt.

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  • kelly sagt:

    ja jochender stimme dir zu.meine aber auch die fans 2 Ausladungen meistens,die ihr team begleiten.kommen da mal fragen bei treffen und fangende?

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  • RW sagt:

    @kelly : waaaaaassss? Ich glaube, ich habe verlernt, deutsch zu verstehen. Schön, dass es solche qualifizierten Kommentare gibt…

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  • FFFan sagt:

    @ dummkopf:
    „Ich habe zuletzt öfter einmal darauf hingewiesen, dass AFBL in vielerlei Hinsicht eher mit (guten) Jugend- (und damit meine ich dann männl.)Spielen zu vergleichen ist, als mit Männer-Buli.“

    Auch hier ist ein Vergleich nur sehr eingeschränkt möglich. Philipp Dahm, früher Trainer des 1.FFC Frankfurt und jetzt beim 1.FC Kaiserslautern für die (männl.) U17 (also eine „gute“ Jugendmannschaft) verantwortlich, spricht im DFB.de-Interview über die Unterschiede:

    „Der Juniorenfußball ist stark entwicklungsorientiert. Im professionellen Frauenfußball geht es dagegen fast ausschließlich um Ergebnisse. Die Dynamik und das Spieltempo sind im U 17-Bereich etwas anderes. Auch die Abläufe unterscheiden sich. Kurz vor Anpfiff noch einmal ganz spontan in die Kabine zu gehen, war beim FFC nicht ohne Weiteres möglich.“

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