Turbine Potsdam holt chinesische Torhüterin Wang Fei

Von am 17. Dezember 2014 – 17.58 Uhr 29 Kommentare

Frauen-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam hat sich zur Winterpause mit der chinesischen Nationaltorhüterin Wang Fei verstärkt.

Die 24-Jährige wird im Januar nach Potsdam stoßen und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016.

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Wang Fei soll Konkurrenzkampf schüren
„Mit der Verpflichtung von Wang Fei haben wir auf unsere Torhütersituation reagiert“, erklärt Turbines Cheftrainer Bernd Schröder. „Wir sind einer der wenigen Vereine, der für seine beiden Mannschaften in der 1. und 2. Bundesliga über nur vier Torhüterinnen verfügt.“

Zu wenig Torhüterinnen
Schröder erklärt weiter: „Im Kader unseres Erstliga-Teams stehen zwei Torfrauen, davon eine U17-Torhüterin, die zukünftig mehr Spielpraxis in unserem Zweitliga-Team erhalten soll. Zur Sicherheit brauchen wir noch eine weitere Spielerin auf dieser Position. In den letzten Wochen haben sich einige Probleme in unserem Defensivbereich offenbart, so dass wir dort nachsteuern müssen.“

Hohes Niveau
Wang Fei, die derzeit mit der chinesischen Nationalelf in Brasilien ein Vier-Nationen-Turnier bestreitet, ist eine Spielerin, die laut Schröder „Profil, eine sehr gute Qualität und als Nationaltorhüterin auch ein hohes Niveau hat. Wir erhoffen uns davon einiges, unter anderem die Entwicklung eines gewissen Konkurrenzkampfes.“ Wang Fei spielte zuletzt für den im Nordosten Chinas beheimateten Erstligisten Dalian Shide in der Chinese National League.

Logo des 1. FFC Turbine Potsdam ©1. FFC Turbine Potsdam

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Ab 20. Januar in Potsdam
Bei einem Probetraining in Potsdam überzeugte sie Turbines Trainerteam. Zudem „stimmt ihre Einstellung“, so Schröder. Ins Turbine-Training steigt die Torhüterin am 20. Januar ein. Vorher bestreitet sie mit der Nationalmannschaft in ihrer Heimat noch ein Vier-Nationen-Turnier. Wang Fei freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich bin sehr glücklich“, erklärte sie nach ihrem ersten Besuch in Potsdam.

Erste Chinesin in der Bundesliga
Wang Fei ist die erste chinesische Spielerin in der Allianz Frauen-Bundesliga. „Wir sind immer offen für andere Kulturen und freuen uns, mit Wang Fei einen neuen Kulturkreis in unsere Mannschaft aufzunehmen. Das Entscheidende ist allerdings, dass sie uns viel Freude bereiten wird, der Mannschaft hilft und diese von einem ordentlichen Konkurrenzkampf um die Torwartposition profitiert“, so Schröder.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • dummkopf sagt:

    @georg
    Hoffentlich habe ich mich mit den Fehlern nicht falsch ausgedrückt. Ich habe mehr aufs Talent geachtet.
    Da interessieren Fehler normalerweise weniger. Natürlich kommt es später besonders bei der TH auf Fehlerfreiheit an. Aber das Talent ist es, was schwer erlernbar ist, und eine Spielerin deshalb in die Spitze bringen kann. Reaktion, Körperbeherrschung, Ballbeherrschung.
    Da kommt dann eben die Klasse des Trainers zum Tragen, aus dem Talent die beste Leistung herauszuholen, die Fehler zu minimieren.
    Sollte der Trainer das dann eben leider seinerseits nicht hinbringen, muss man natürlich eben leider die auch „nur“ talentierten Torhüterinnen schnell weiterwechseln, um es dann nach 5 oder 10 Spielen mit der nächsten – hoffentlich „fertigen“ TH – versuchen.
    Mal schauen, bis wann man die dann gefunden hat. Zumindest nach ein wenig Arbeit sah das bei Wang nämlich doch schon auch noch aus.

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  • tpfn sagt:

    @dummkopf
    ja meine Euphorie ist auch etwas dahin, nachdem ich die bewegten Bilder vom CHN-BRA Spiel gesehen habe. Der Almuth-Wink ist nicht mal weit her geholt. Sollte das kein rabenschwarzer Tag der guten Wang gewesen sein, bleibt uns eigentlich nur noch auf eine baldige Genesung von Draws und Evans zu hoffen.

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  • dummkopf sagt:

    Tore:

    @tpfn
    Wie jetzt? „Oberlehrer“ tröstet „Ultra“?

    Allerdings freue ich mich über die Steh-Auf-Männchen Qualitäten deiner leider schon wieder verflogenen Euphorie. Ist das die gleiche Euphorie gewesen wie letztes Jahr mit Gunna oder eher die als im Sommer die 2 Neuverpflichtungen aus den USA angekündigt wurden? Fast hätte ich gesagt: 2 brauchbare Neuverpflichtungen. Aber das wäre ungerecht gewesen. Das haben wir Fans vielleicht euphorisch hineininterpretiert. Das „brauchbar“ hat so ja auch niemand behauptet.
    Wang Fei ist absolut nicht schlecht. Aber Talente wie Berger und Sarholz gibt es eben auch nicht an jeder Ecke zum Einpacken und Mitnehmen.
    Manche Trainer würden sehr gerne mit solchen Talenten arbeiten, andere weniger. Die Bewertung steht jedem frei.

    Wobei zumindest Sarholz ja schon „anfangsverdächtig“ war. Wer jahrelang mit so viel Talent vor sich hinlustlost, darf sicher nicht die Schuld hauptsächlich beim Trainer suchen. Manchmal kommt eine Karrierewende durch einen sehr späten Weckruf. Meist aber nicht, und wenn, dann nicht dauerhaft, und jemand verfällt in Lethargie zurück.

    Spielerinnen mir dem richtigen Ehrgeiz reagieren wie Hegerberg und Mjelde, und nehmen auch Nachteile und Unbequemlichkeiten in Kauf, um Voranzukommen.

    Weil es „vor meiner Zeit“ war, weiss ich nicht, ob vielleicht Mittag auch zu lange zu bequem war. Hoffentlich ist Simic es nicht.

    Die Hoffnung, dass meine Turbine irgendwann einmal wieder die richtige Adresse für solche Spielerinnen werden kann, gebe ich nicht auf. Aber sie liegt derzeit auf Eis. Hoffentlich nicht zu lange.

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  • RW sagt:

    Wenn schon jetzt gekrittelt wird über Fei : dann bitte auch mal die Leistung beim 1:1 gegen USA in Brasilien bewerten. Oder beim 0:0 im September gegen den Weltmeister Japan bei den Asian Games. Dort ist sie zur Spielerin des Tages gewählt worden. Sie wird es den Kritikern schon noch zeigen : sie hat Talent, Willen und Erfahrung aus 47 Länderspielen. Und wird noch besser. Ich denke, Bernd Schroeder konnte keinen besseren Griff machen!

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  • Alice sagt:

    @tpfn
    Danke für den Videotipp. Freue mich immer wenn ein Blick hinter die Kulissen geworfen wird und der Spielerinnenalltag ein wenig beleuchtet wird.

    Ich bin begeistert von Fei Wang als zukunftsträchtige Keeper(in) und scheint auch eine sehr sympathische Frau zu sein. Der chinesischen Arbeitsmetalität nach müsste sie ja auch hervorragend mit „härteren“ Trainingsmethoden zurechtkommen (Falls ich mich da jetzt nicht in Klischees verrenne 😉 ). Hoffe, dass man ihr auch trotz zusätzlicher Konkurrenz durch Schmitz gerecht wird und man sie bei Turbine oder zumindest in D. allgemein halten kann.

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  • enthusio sagt:

    Ein wirklich interessanter Bericht.
    Schade für uns FF-Fans ist nur, dass – anders als noch in dieser Saison – eine wirklich gute Torhüterin (Lisa Schmitz oder Fei Wang) auf der Bank sitzen wird.
    Für die drei Potsdamer Trainer ist es dagegen phantastisch, zwischen zwei guten Torleuten wählen zu können. Bernd Schröder hat das ja auch bei Fei Wangs Verpflichtung deutlich betont:
    „Das Entscheidende ist allerdings, dass sie uns viel Freude bereiten wird, der Mannschaft hilft und diese von einem ordentlichen Konkurrenzkampf um die Torwartposition profitiert“.
    Man darf also gespannt sein, wer sich in der nächsten Saison bei Turbine als Nr. 1 durchsetzen wird oder ob es doch wieder zu einer Torhüterinnenrotation kommen wird.
    Ich bin mir allerdings sicher, dass auch Lisa Schmitz mit großen Ambitionen aus Leverkusen, wo sie seit Jahren die unumstrittene Nr. 1 war, nach Potsdam gewechselt ist.
    Das wird ein großer Zweikampf werden.

    Ich freue mich unabhängig von der weiteren Entwicklung schon darauf, heute in Köln beim Pokalfinale zu erleben, wie Fei Wang sich gegen die starken Wolfsburgerinnen bewähren wird. Ihre Aussagen lassen ja vermuten, dass man da einiges erwarten kann.

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  • tpfn sagt:

    @enthusio
    Es ist noch gar nicht raus wer heute bei TP spielen wird. Schröder ist nämlich am überlegen ob er heute nicht sogar der Sarholz den Vorrang gibt.

    „Die größte Überraschung bahnt sich auf der Torhüterinnen-Position an – Schröder überlegt, Anna Felicitas Saarholz von Beginn an zu bringen. Es könnte der letzte große Auftritt der 22-Jährigen bei Turbine sein. Jetzt also der Pokalsieg zum Abschied?“ (rbb-online.de 30.04.)

    Ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll Felix heute zu bringen, kann genau die richtige als auch falsche Entscheidung sein. Hoffen wir dass es im Nachhinein genau die Richtige war.

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  • Detlef sagt:

    Laut Schröder gibt es bei uns keine Nummer 1!!! 😉
    Ich glaube daher an eine Wiederholung eines echten Konkurrenzkampfes, so wie wir es damals zwischen ANNA und DESI erlebt haben!!! 🙂
    Da konnte man vorher nie sagen, wer das Vertrauen bekam!!!

    Die chinesische Mentalität dürfte uns dabei in die Karten spielen, daß FEI einen Bankaufenthalt durchaus sportlich nüchtern sieht, und somit im Training noch mehr Gas gibt als ohnehin schon!!!

    LISA ist sicher sehr ambitioniert, und wird ihrerseits diesen interessanten Wettbewerb mit starken Leistungen anheizen!!! 🙂

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