Schonfrist für Bochums Frauenfußball

Von am 21. Oktober 2014 – 8.51 Uhr 27 Kommentare

Mit 270 zu 203 Stimmen haben sich die Mitglieder des VfL Bochums nach hitzigen Diskussion auf der Mitgliederversammlung überraschend  gegen eine sofortige Trennung von der Frauen- und Mädchenfußballabteilung ausgesprochen.

Der Beschluss des Vorstands, die Abteilung aus finanziellen Gründen zum Ende der Saison 2014/15 aufzulösen, wird somit vorläufig ausgesetzt. Wie es auf der Website des Vereins heißt, wird der Verein beauftragt, “ ein tragfähiges Konzept zur Finanzierung der Frauen- und Mädchenfußballabteilung  innerhalb des Vereins zu erstellen.“

Resonanz unterschätzt
„Wir haben vielleicht etwas unterschätzt, welche öffentliche Resonanz und Emotionen das nach sich zieht“, hatte Hans-Peter Villis, Aufsichtsrats-Vorsitzender des VfL Bochum, bereits zu Beginn des Abends eingeräumt. Anfang des Monats hatte der Vorstand die Entscheidung verkündet, sich nach dieser Saison von der Frauen- und Mädchenfußballabteilung trennen zu wollen.

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Spielerinnen des VfL Bochum

Der Frauenfußball beim VfL Bochum erhält knapp zwei Jahre Gnadenfrist © Marion Kehren / girlsplay.de

150 000 Euro sparen
Mit der Auflösung der Abteilung wollte der finanziell angeschlagene Verein rund 150 000 Euro einsparen, 120 Frauen und Mädchen hätten zum Saisonende ihre sportliche Heimat verloren.

Doch die öffentlichen Proteste aus Sport, Gesellschaft und Politik zeigten zunächst Wirkung, so dass der Frauenfußball beim VfL Bochum zumindest Aufschub erhält.

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Tragfähiges Konzept entwickeln
Der Plan sieht vor, dass die drei Frauen- und drei Mädchenteams die Saison 2014/15 und 2015/16 weiter spielen, ab der Saison 2016/17 sollen diese Teams aber ihren eigenen Weg gehen. Die Abteilung hat somit rund zwei Jahre Zeit, ein finanziell tragfähiges Konzept zu entwickeln.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • holly sagt:

    @ Detlef, FFFan hat das geschrieben warum sie sich bedeckt halten sollten. Weil sie halt garkeine nichts da machen können.
    Außer zu sagen wir bedauern das sehr und auf solche Statments kann der VFL Bochum FF ganz sicher verzichten.

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  • Detlef sagt:

    @holly & FFFan,

    Mit Verboten kommt man hier nicht weiter!!!
    Aber mit oben genannten „Argumenten“ könnte man die Verantwortlichen des Vereins „überzeugen“!!! 😉

    Wenn sich ein Verein prinzipiell dem FF verweigert, wie zB der BVB oder der VfB Stuttgart, dann ist das zwar intolerant aber zumindest ehrlich!!!
    Wenn man aber eine FF-Abteilung aufbaut, und dafür auch noch „reich beschenkt“ wird (DANKE Fuxi für die Details), hat man damit auch eine Verantwortung übernommen, die man nicht so einfach „an der Garderobe“ wieder abgeben kann!!!

    Das der DFB die geflossenen Mittel an Bedingungen knüpft dachte ich mir schon!!!
    Aber das er dessen Einhaltung nicht „beaufsichtigt“ muß beklagt werden!!! 🙁
    Ich glaube kaum, daß man dem VfL damals gesagt hatte, „nach 4 Jahren könnt Ihr den Laden wieder dicht machen“!!! 😉

    Das eine Nachwuchsabteilung (dazu gehören ja die Frauen offiziell) grundsätzlich immer und überall ein Zuschußgeschäft ist, sollte sich eigentlich allgemein rumgesprochen haben!!!
    Und grundsätzlich ist Sponsorensuche Aufgabe des Hauptvereins, der dafür extra Leute beschäftigt, die entsprechende Connections aufbauen müssen!!!
    Das hatte ich schon damals beim HSV bemängelt!!!

    Wenn die FF-Abteilung sich jetzt quasi selbstständig machen soll, und selber nach Sponsoren suchen soll, dann können sie auch gleich einen eigenen FF-Verein gründen, um weiteren Gängelungen des VfL in Zukunft aus dem Wege zu gehen!!!
    Und das wäre ein weiterer Beweis dafür, daß die „Hauptderektive“ des DFB in die berühmte Hose gegangen ist, nämlich den FF in Deutschland unter das Dach der Männer-Profis zu schieben!!!

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  • holly sagt:

    @ Detlef, bei der Sponsorensuche bist du auf dem Holzweg. Es gibt keinen FF Verein in Dt. der die Connections der Männer mit nutzen darf. Das muss jede FF Abteilung in einem MF Verein selbst aufbauen und sich erarbeiten.
    Selbst bei den Werkclubs Bayer und Wolfsburg. Bei Wolfsburg steht man sicher mehr hinter den Frauen wie in Lev.
    Auch die medizinische Abteilung ist bei den Frauen immer eine ganz andere wie bei den Männern. Auch müssen sich viele FF Vereine die bei einem MF Club integriert sind selbst vermarkten bzw ihren Etat selbst finanzieren.
    Das ist absolut nichts neues was den Bochumer Damen jetzt bevor steht. Das ist schon bei vielen Vereinen so. Wünsche den VFL Damen das sie diesen Weg erfolgreich gestalten können.

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  • holly sagt:

    @ Fuxi, kann deinen Erklärungen vollkommen folgen und wirtschaftlich ist wäre es auch nachvollziehbar, aber leider ist die Realität genau anders herum

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  • Detlef sagt:

    @holly,
    Woher nimmst Du diese absolute Gewißheit???
    Altwolf hat hier vor einiger Zeit mal dargelegt, daß in WOB die Frauen zur selben Profi-Abteilung gehören wie die Männer!!!
    Warum sollten sie also nicht die selben PR-Leute nutzen???
    Der Sponsorenpool dürfte absolut identisch sein!!!

    Und auch in Freiburg, München, Hoffenheim und Leverkusen dürfte es so sein!!!
    Nur ist deren Etat natürlich wesentlich kleiner als bei den Wölfinnen!!!

    Damit die Bochumerinnen sich eigene Sponsoren suchen können, müssten sie erstmal eine eigene FF-Abteilung gründen!!!

    Der bessere Weg wäre aber mittelfristig einen eigenständigen Verein zu gründen, der die Lizenz dann vom VfL Bochum übernimmt!!! 🙂

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  • holly sagt:

    @ Detlef, da musst du nur die Angestellten auf der HP des jeweiligen Vereins vergleichen. Damit meinte er sicher das sie izu der VFL Wolfsburg Fussball AG (oder wie auch immer die heisst gehören).
    Bei Wob ist es sicher so das die Sponsoren identisch sind.
    Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
    Warum sind dann bei keinem FF Verein die beim MF sind die gleichen Sponsoren bzw warum haben die Frauenableger dann nicht einen höheren Etat?

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  • Altwolf sagt:

    @Detlef, @Holly.

    Korrekt ist, daß die FF-Abteilung (wohl adäqut der MF-Abteilung bis zur B-Jugend hinunter)zur VFL Fußball GmbH gehört und damit nicht dem Gesamt-Verein VFL Wolfsburg untersteht, so wie das, soweit mir bekannt, nur noch bei Bayern München evtl.auch noch bei 1899 Hoffenheim besteht.

    So ist T.Röttgermann 1 von 3 Geschäftsführern der Fußball GmbH, jedoch in dieser Funktion auch Vorgesetzter von R.Kellermann, da er neben dem Marketing (MF u.FF u. JF) auch für die Frauen in der GmbH verantwortlic ist – also eine günstige Symbiose.

    Die übrigen FF-Abteilungen sind entweder wie Frankfurt,Essen u.z.B.Turbine eigenständige Abteilungen, während wohl Bayer Lev u.1.FC Freiburg wohl nicht dem Profi-Bereich zugehören und deshalb,wie damals beim HSV, dem Ges.Verein – also auch in Bochum- unterstellt sind und somit auch z.T. andere Abteilungen bzw. Sparten ein Wort mitreden können.

    Was die Sponsoren betrifft sieht man ja bei WOB und Bayern auch „gemeinsame“ Sponsoren, jedoch haben die „Wölfinnen“ auch zusätzlich einen „eigenen Pool“ – z.B. die AOK u. – man sieht es bei den TV-Übertragungen an den dort abgestellten Fahrzeugen – Ehme de Riese, der nur die Frauen sponsert.

    Bei den Männer-Profi-Vereinen wäre es sicher auch möglich z.B. das Trikotsponsering gemeinsam zu vermarkten, jedoch ist es auch möglich unterschiedliche Geldgeber zu generieren, die nicht im Widerspruch zu bereits bestehenden Verträgen (sprich Konkurenz) stehen. WOB hatte vor dem VW-Emblem bei den Frauen für die Firma DELL geworben.

    Wichtig für Bochum wäre auch der Rückhalt der Kommune und eben auch ein konkretes Engagement für den FF im eigenen Verein.
    Ich glaube auch nicht, daß die 150000 € der ausschlaggebene Punkt dabei waren, sondern da scheinen einige Leute die FF-Abteilung aus dem Verein haben zu wollen.

    Auch bin ich der Meining, daß der DFB zwar beratend – falls Geld geflossen sein sollte, aber keine Maßregelungen treffen kann, so wie ja auch beim HSV nichts dagegen unternommen werden konnte,bzw. wurde.

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