Champions League: Wolfsburg und Frankfurt im Achtelfinale

Von am 16. Oktober 2014 – 19.37 Uhr 24 Kommentare

Der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Frankfurt haben das Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League erreicht. Doch während die Frankfurterinnen einen souveränen Sieg einfuhren, musste der Titelverteidiger trotz einer Vielzahl von Chancen bis zum Ende bangen, ehe Caroline Graham Hansen gegen ihren Ex-Verein für die Entscheidung sorgte.

Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel gewannen die Wolfsburgerinnen das Rückspiel im VfL-Stadion am Elsterweg mit 2:1 (1:0). Dabei avancierte Wolfsburgs Neuzugang Caroline Graham Hansen gegen ihren Ex-Verein mit zwei Treffern und einer starken Leistung zur Matchwinnerin (12., 84.), die Ex-Wolfsburgerin Melissa Wiik hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (56.).

Hansens erster Streich
Die Wolfsburgerinnen begannen von Beginn an druckvoll, Hansen erzielte nach schöner Vorarbeit von Alex Popp und Martina Müller die frühe Führung (12.). Die Gäste waren bei ihren sporadischen Offensivaktionen nicht ungefährlich, etwa als ein Heber Julie Adserø auf die Latte fiel (16.) oder Rikke Storro nach schöner Kombination in aussichtsreicher Position verstolperte (18.).

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Wolfsburg vergibt gute Chancen
Nach Vorarbeit von Luisa Wensing und Hansen kam Popp einem Treffer nah, doch sie scheiterte knapp (36.), genauso wie Müller, die bei einer Direktabnahme den Ball übers Tor jagte (39.) oder Verena Faißt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, deren Schuss die norwegische Torhüterin Ingrid Hjelmseth parierte (45.+1).

Caroline Graham Hansen erzielt einen Treffer

Caroline Graham Hansen erzielte den 2:1-Siegtreffer © foto2press / Jan Kuppert

Hansen erzielt Siegtreffer
Wie aus heiterem Himmel gelang den Gästen durch Wiik der Ausgleich (56.), der Wolfsburg für einige Minuten sichtlich verunsicherte, denn ein weiterer Treffer der Norwegerinnen hätte das frühe Aus im Wettbewerb bedeutet. In der Folge erspielten sich die Wolfsburgerinnen eine Vielzahl guter Chancen, es dauerte bis in die Schlussphase, ehe Hansen mit einem abgefälschten Schuss der zweite Wolfsburger Treffer gelang (84.), der den Aufstieg ins Achtelfinale perfekt machte, wo Österreichs Titelträger NÖSV Neulengbach als nächster Gegner wartet.

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Frankfurt siegt souverän
Der 1. FFC Frankfurt kam gegen den FC BIIK Kazygurt nach dem 2:2 im Hinspiel zu einem klaren 4:0 (1:0)-Sieg. Dzsenifer Marozsán (40.), Kerstin Garefrekes (73.) und Célia Šašić (75., 90.+3) erzielten die Treffer für die Frankfurterinnen, die im Achtelfinale nun auf den italienischen Meister ASD Torres Calcio treffen werden.

Führung durch Marozsán
Die Frankfurterinnen kamen früh zu Torchancen, als Kerstin Garefrekes den Außenpfosten traf (18.) und kurz darauf per Kopf scheiterte (22.). Sekunden später setzte Marozsán einen Schuss an die Latte. Trotz weiterer Möglichkeiten durch einen abgefälschten Šašić-Schuss (31.) und einen neuerlichen Außenpfosten-Treffer durch Marozsán (31.) gelang der Mittelfeldspielerin kurze Zeit später mit einem strammen 25-Meter-Schuss die Führung (40.).

Šašić trifft doppelt
Die Kasachinnen strahlten nur selten Gefahr aus, etwa bei einem Kopfball von Alina Litvinenko (63.). In der Schlussphase kam dann die bessere Fitness der Frankfurterinnen immer mehr zum Tragen. Nach einem Marozsán-Freistoß war Garefrekes mit dem Kopf zur Stelle und erhöhte auf 2:0 (73.). Šašić erzielte dann nach schönem Zuspiel von Verónica Boquete (75.) ihren ersten Treffer des Tages und ließ in der Nachspielzeit mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze einen weiteren folgen (90.+3).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

24 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ Statistiker:
    „Ich wundere mich gerade ein bisschen über den Hype um eine Spielerin namens Hansen. Ich habe von ihr in der Bundesliga (…) noch keine im Ansatz brauchbare Leistung gesehen. Da reicht ein Spiel, um sie derartig abzufeiern?“

    Es ist doch nicht nur dieses eine Spiel! Eine zumindest „im Ansatz brauchbare Leistung“ von ihr war -bei halbwegs objektiver Betrachtungsweise- doch schon in den ersten Bundesligaspielen gegen Freiburg und Hoffenheim zu sehen, auch wenn die Abstimmung zu ihren Mitspielerinnen noch nicht hundertprozentig passte (was aber normal ist, wenn man als Neuzugang in eine seit Jahren eingespielte Mannschaft kommt). Dann kam sie nach der Länderspielpause auch noch verletzt/angeschlagen von der Nationalmannschaft zurück, konnte einige Tage nicht trainieren. Deshalb kam sie in den Spielen gegen Bayern München und Turbine Potsdam jeweils nur von der Bank. Aber in beiden Spielen hat sie (gegen „Topgegner“!) nach ihrer Einwechslung das Spiel ihrer Mannschaft deutlich ‚belebt‘. Eine ihrer großen Stärken ist das Dribbling: Caro Hansen hat nicht die extreme Schnelligkeit einer L.Schelin oder A.Morgan und auch nicht die grandiose Schusstechnik (und Schusshärte!) einer D.Marozsan, aber sie ist einfach kaum vom Ball zu trennen und besitzt die Fähigkeit, mit dem Spielgerät am Fuß sich auch aus engen Räumen zu befreien. Daneben hat sie gerade in den beiden Champions-League-Spielen ihre Torgefährlichkeit und ihre Stärke bei ‚ruhenden Bällen‘ unter Beweis gestellt.

    Die ‚Lobgesänge‘ (ein „Hype“ ist was anderes) auf diese Spielerin sind also berechtigt. Und ihre Leistung mit ‚hanebüchenen‘ Begründungen („reguläre“ vs. „irreguläre“ Spiele; vermeintliche ‚Zusatzmotivation‘ gegen den Ex-Verein) abzuwerten, geht mal gar nicht! 😉

    Dass wir es hier mit einer ‚Ausnahmespielerin‘ zu tun haben, ist allerdings keine neue Erkenntnis. Vielmehr war das schon vor Saisonbeginn allgemein bekannt. Und natürlich wissen auch Hansen und ihr Management um ihren hohen ‚Marktwert‘: dem Vernehmen nach waren auch andere Spitzenclubs der Bundesliga stark an ihr interessiert, aber die Gehaltsforderungen sollen so hoch gewesen sein, dass sogar dem großen FC Bayern ‚die Luft wegblieb‘ – nicht aber dem VfL Wolfsburg!

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  • tpfn sagt:

    Also gerade eine Weiterentwicklung ist mir bei Hansen noch nicht aufgefallen, die Einzige von der sie sich evtl. noch was abgucken kann wäre Kessi und die konnte bisher verletzungsbedingt noch nicht groß in Erscheinung treten. Was die Ausbildung angeht ist wohl Stabæk mindestens ebenbürtig, wieviel gute Spielerinnen dieser Verein hervorbrachte, aus einer handvoll Norwegern, sagt schon einiges.

    Übrigens, Nilla Fischer macht auf mich derzeit keinen sicheren Eindruck, kein Vergleich zur letzter Saison, wo an Nilla im Grunde absolut kein Vorbeikommen war. Erstmalige Unsicherheiten sind mir im CL-Finale aufgefallen, aber das hatte ich der Brisanz des Titels zugeschrieben, mittlerweile zieht sich das aber durch jedes Spiel, vielleicht ist das, neben Kessi`s Zwangspause, eine weitere Ursache für das momentane Schwächeln bei bei Wolfsburg.

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  • Silvijaaaa sagt:

    Also einige hier scheinen ein wenig den Bezug zur Realität verloren zu haben. Gerade wer Hansen’s Technik kritisiert.
    Hansen war einfach am Donnerstag die beste Offensivspielerin auf dem Platz. Besser als Popp, Magull, Blässe und Müller.
    Sie war an fast jeder guten Offensivaktion beteiligt. Nur weil sie ein paar Mal nicht den richtigen Pass gespielt hat oder zu lange gewartet hat wird sie jetzt auch noch kritisiert, obwohl sie beide Tore geschossen hat? Nur zur Info: Sie war schon gegen Sand und im Hinspiel an quasi allen Toren beteiligt.
    Sie ist 19 und schon jetzt mit weitem Abstand der beste Teenager der Bundesliga. Der VfL wird mit ihr noch sehr viel Freude haben.

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  • enthusio sagt:

    @Silvijaaaa:

    „Sie ist 19 und schon jetzt mit weitem Abstand der beste Teenager der Bundesliga.“

    Das stimmt so sicherlich nicht. Natürlich ist Graham Hansen für ihr Alter (Jahrgang 1995) schon eine sehr gute Spielerin, aber mit den gleichaltrigen Däbritz und Maritz sowie aus dem noch jüngeren 96er-Jahrgang Bremer und Miedema gibt es weitere Spielerinnen, die man in einem Atemzug mit ihr nennen könnte. Auch sie sind großartige Talente in der Bundesliga.

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