FFC Frankfurt und FC Bayern München in Torlaune

Von am 5. Oktober 2014 – 16.45 Uhr 55 Kommentare

Am sechsten Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga erzielte Célia Sasic beim Kantersieg des 1. FFC Frankfurt gegen den Herforder SV einen lupenreinen Hattrick und auch der FC Bayern München wurde gegen den MSV Duisburg seiner Favoritenrolle ebenfalls eindrucksvoll gerecht. Darüber hinaus gab es auch in allen anderen Sonntagspartien für die Auswärtsteams nicht zu ernten, denn der SC Freiburg, die TSG 1899 Hoffenheim und die SGS Essen feierten Heimsiege.

Sasic-Hattrick bei Frankfurt-Sieg
Dem 1. FFC Frankfurt gelang beim 6:1 (3:1)-Erfolg gegen den Herforder SV der dritte Sieg in Folge. Der Aufsteiger ging überraschend durch Lydia Hastings in Führung (22.), doch ein lupenreiner Hattrick von Célia Sasic (23., 35., 44.) drehte die Partie noch vor der Pause zugunsten des Favoriten. Nach der Pause trafen Jessica Fishlock (57.), Dzsenifer Marozsán (84.) und Kapitänin Kerstin Garefrekes (87.).

Bell: „Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen“
FFC-Trainer Colin Bell erklärte: „Wir haben eine tolle Reaktion auf den Rückstand gezeigt, sofort zurückgeschlagen und das Spiel bis zum Schluss dominiert. Einmal mehr sind die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen. Die beiden Tore zum Schluss waren wichtig, um uns für den großen Aufwand zu belohnen und die große Überlegenheit auch im Ergebnis auszudrücken.“

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Célia Šašić in Aktion

Célia Šašić erzielte gegen Herford einen lupenreien Hattrick © Herbert Heid / girlsplay.de

Prüfer: „FFC spielt nicht in unserer Liga“
Herfords Trainer Jürgen Prüfer meinte: „Mit dem Führungstreffer konnten wir den 1. FFC Frankfurt ein wenig nerven, aber danach hat sich das Spiel so entwickelt, wie man es angesichts der Qualität beider Teams erwarten konnte. Auch wenn wir in einer Liga sind, spielt der FFC nicht wirklich in unserer Liga.“

Bayern tut was fürs Torverhältnis
Der FC Bayern München kam gegen den MSV Duisburg zu einem überzeugenden 6:0 (3:0)-Sieg. Eunice Beckmann (22.), Vanessa Bürki (32.) und Melanie Leupolz (38.) stellen vor der Halbzeit die Weichen auf Sieg, die eingewechselten Vivianne Miedema (68., 75.) und Katie Stengel (86.) machten das halbe Dutzend voll.

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Rotation à la Wörle
Bayern-Trainer Thomas Wörle warf gegen den MSV die Rotationsmaschine erneut an: Amber Brooks, Vanessa Bürki und Eunice Beckmann standen in der Startelf, Mana Iwabuchi, Katie Stengel und Vivianne Miedema saßen zunächst auf der Bank. Ebenfalls wieder im Kader war nach ihrer Rippenverletzung Katharina Baunach.

Bayern dominiert nach Belieben
Von Beginn an agierte Bayern druckvoll, Eunice Beckmann eröffnete mit einem sattem Schuss von der Strafraumkante ins rechte obere Eck den Torreigen (23.). Nach gut einer halben Stunde das gleiche Bild, Vanessa Bürkis Schuss von der linken Strafraumkante schlägt hinter MSV-Torhüterin Gaëlle Thalmann zum 2:0 ein (31.) Bayerns Offensivdrang war weiter ungebremst, Melanie Leupolz köpfte das verdiente 3:0 (39.).

MSV-Trainerin Inka Grings muss weiter auf die ersten Punkte warten © Marion Kehren / girlsplay.de

MSV-Trainerin Inka Grings muss weiter auf die ersten Punkte warten © Marion Kehren / girlsplay.de

Miedema trifft doppelt
Und auch nach der Pause ging es im gleichen Takt weiter. Nur drei Minuten nach ihrer Einwechslung traf Vivianne Miedema (68.), nach einer feinen Einzelaktion ließ die Niederländerin einen zweiten Treffer folgen (75.). Den Schlusspunkt gegen harmlose und überforderte Duisburgerinnen setzte Katie Stengel (85.).

Grings: „Haben wieder Lehrgeld gezahlt“
MSV-Trainerin Inka Grings erklärte: „Wir haben wieder Lehrgeld gezahlt. Wir gratulieren München zu den wirklich phantastischen Toren, allerdings hat mir die Einstellung nach dem 0:1 nicht gefallen, deshalb werden wir einiges verändern.“

Freiburg überrumpelt Jena
Mit einem Blitzstart hat der SC Freiburg beim 3:0 (3:0)-Sieg gegen den FF USV Jena frühzeitig den Erfolg perfekt gemacht. Sandra Starke per Kopf (16.), Juliane Maier per Foulelfmeter (18.) und U20-Weltmeisterin Lena Petermann (20.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Die Elf aus Thüringen musste zu allem Überfluss nach der Roten Karte gegen Ria Pervical (18.) mehr als 70 Minuten mit einer Spielerin weniger auskommen. In der Schlussphase musste dann auch noch Carolin Schiewe mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz (83.), Maier setzte den anschließenden Elfmeter für die Gastgeberinnen jedoch an den Pfosten.

Sehrig: „Optimale Phase“
Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte nach dem ersten Heimsieg: „Jena ist für mich eine der Mannschaften, die in die vorderen Tabellenregionen gehört. Man hat von Anfang an gesehen, dass sie intensiv ins Spiel gegangen sind, da waren sie besser in der Partie. Danach hatten wir eine Phase, in der bei uns alles optimal geklappt hat und wo wir schnell die drei Tore erzielt haben.“

Kraus lobt Moral trotz Nackenschlägen
Jena-Trainer Daniel Kraus meinte: „Wir haben gut ins Spiel gefunden und waren in der Anfangsphase die optisch überlegene Mannschaft, haben dann aber sehr naiv verteidigt. Wir kriegen drei Gegentore in drei Minuten – wenn man sieht, wie die Tore fallen, hat das mit Bundesligaqualität und Bundesligadefensive wenig zu tun. Trotzdem Kompliment an die Mädels, die die Unterzahl durch Laufarbeit kompensiert haben.“

Hoffenheim feiert zweiten Saisonsieg
Die TSG 1899 Hoffenheim feierte beim 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Aufsteiger SC Sand den zweiten Saisonsieg. Das Tor des Tages erzielte Kristin Demann (55.). Die TSG begann mit der gleichen Aufstellung wie in der zweiten Halbzeit in Potsdam mit einem offensiven 4-3-3-System, das defensiv zu einem 4-5-1 umgewandelt wurde.

Chancen auf beiden Seiten
Stephanie Breitner hatte mit einem 20-Meter-Schuss die erste Chance der Gastgeberinnen (18.), doch auch Sand war gefährlich, etwa durch Isabelle Meyer (26.) und Ilaria Mauro (29.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Sand in Führung gehen können, doch Patricia Hanebecks Schuss war zu unplatziert (51.).

Demann erzielt Tor des Tages
Nachdem eine Ecke in den Rückraum abgefälscht worden war, erzielte Kristin Demann per Vollspann mit links den Siegtreffer (55.). Nach der Führung kam Hoffenheim einem zweiten Treffer nah, Dóra Zeller bekam aber in letzter Sekunde den Ball vom Fuß gespitzelt (73.).

Ehrmann: „Drei wichtige Punkte“
Hoffenheim-Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Es waren für uns drei wichtige Punkte, mit denen wir uns jetzt erstmal etwas von unten abgesetzt haben. Wir sind sehr glücklich, das Spiel heute für uns entschieden zu haben. Direkt nach der Pause hatten wir Glück, dass Sand nicht eine ihrer zwei guten Chancen genutzt hat. Danach waren wir aber besser im Spiel.“ Sands Assistenztrainerin Claudia von Lanken meinte: „„Wir müssen weiter schauen und analysieren, woran es liegt, dass wir am Ende mit leeren Händen vom Platz gehen.“

Essen gewinnt durch späten Treffer
Die SGS Essen kam durch einen späten Treffer der eingewechselten Margarita Gidion (89.) in einer ansonsten an Höhepunkten armen Partie zu einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Bereits am Samstag gewann der VfL Wolfsburg das Topspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam mit 2:1 (1:1) und eroberte von den Gästen damit die Tabellenführung.

Allianz Frauen-Bundesliga, Ergebnisse 6. Spieltag

VfL Wolfsburg 1. FFC Turbine Potsdam 2:1 (1:1)
SC Freiburg FF USV Jena 3:0 (3:0)
1. FFC Frankfurt Herforder SV 6:1 (3:1)
TSG 1899 Hoffenheim SC Sand 1:0 (0:0)
SGS Essen Bayer 04 Leverkusen 1:0 (0:0)
FC Bayern München MSV Duisburg 6:0 (3:0)

Allianz Frauen-Bundesliga, Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. VfL Wolfsburg 6 12:1 16
2. 1. FFC Turbine Potsdam 6 15:5 15
3. FC Bayern München 6 16:2 14
4. 1. FFC Frankfurt 6 19:5 13
5. SGS Essen 6 10:4 12
6. SC Freiburg 6 11:10 9
7. TSG 1899 Hoffenheim 6 3:8 7
8. FF USV Jena 6 8:12 5
9. Bayer 04 Leverkusen 6 5:12 5
10. SC Sand 6 5:10 4
11. Herforder SV 6 7:23 2
12. MSV Duisburg 6 1:20

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

55 Kommentare »

  • Statistiker sagt:

    @waiiy: Ich sehe darin eher ein generelles Phänomen. Aus reiner Sicht der Fakten lässt sich das Ganze mit einem Fahrradfahrer in einem Fahrradrennen an einem Berg vergleichen.

    Der Berg ist die Entwicklung des FF mit Erfolg als Höhe und Zeit als Zeit, die es braucht, um ihn zu erklimmen. Der Fahrradfahrer, der den deutschen FF symbolisiert, befindet sich noch ziemlich am unteren Ende des Bergs. In den letzten Jahren fiel dieser Anstieg sehr leicht, man hatte Erfolg, man entwickelte sich deutlich schneller als die internationale Konkurrenz. Angespornt von diesem Erfolg und diesem guten Gefühl griff man an, und zwar im Zusammenhang der WM 2011, um eine Entscheidung herauszufordern und die Entwicklung zu beschleunigen. Dieser Angriff wurde groß aufgerollt und viele Ressourcen dafür verschwendet. Allerdings musste er abgebrochen werden (WM-Aus der deutschen Mannschaft), dennoch schien der deutsche FF erst einmal einen großen Sprung gemacht zu haben und dieser Angriff schien die richtige Entscheidung gewesen zu sein.
    Doch mittlerweile haben wir den Fall, dass den Radfahrer die Kräfte verlassen und der Angriff verpufft scheint. Dabei ist der Berg noch lang und der Radfahrer hat in der Entwicklung sehr viele Ressourcen schon verschwendet. Der Radfahrer merkt das und verliert damit auch Motivation.

    Auf Frankfurt lässt sich das noch einmal zuspitzen: Die Fans hatten auf den Hype gehofft; diese Hoffnung war noch einmal durch die zusätzlichen Transfer gepusht. Dieser Hype hat sich nicht eingestellt, und nun ist das große Motivationsloch in einer noch nicht gefestigten Fanbasis natürlich groß.

    Zudem ist das auf Vereinsebene natürlich noch einmal stärker, da ein Traditionsverein wie der FFC natürlich mittlerweile eine ganze Reihe […] Fahrer im Nacken spürt bzw. locker-luftig an sich vorbeifahren sieht. Da war es klar, dass Dietrich schon vor der WM 2011 seine einzige große Chance gesehen hat, sich einen Vorsprung in diesem Spiel zu verschaffen. Dieser Schuss ist dann erwartungsgemäß nach hinten losgegangen.

    Jetzt quälen sich die Traditionsvereine nunmal im Besonderen, Duisburg ist noch ein extremerer Fall, der nun auch wohl vom Rad steigen muss.
    Ich glaube auch nicht, so schade das auch ist, dass Frankfurt wirklich noch lange aushalten kann, und auch in Potsdam wird es wohl nicht immer so weitergehen, auch wenn da eine bessere Grundlage in den Muskeln ist und Potsdam gleichmäßiger unterwegs ist.

    Ich glaube aber, dass durch den Hype 2011 viel von der natürlichen Entwicklung abgewürgt wurde und wir jetzt den Kater haben. Das trifft auf alle Vereine in irgendeiner Weise zu, bis auf Wolfsburg, die sich künstlich weiterentwickeln, und Potsdam, die sehr gut gerüstet sind und nicht auf den Hype gesetzt haben, ähnlich wie Bayern.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Alice sagt:

    @Statistiker: „Die Frage ist nun aber, wieso es für einen Verein eine Ausnahme geben sollte.“

    Soll es nicht. Ich schrieb nichts von einer Ausnahmeregelung, nur von der Erfahrung und dem Wissen bezüglich meines Vereins und seiner Fans. Für alle VEreine sollte es eine zufriedenstellende Lösung geben.

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  • FFFan sagt:

    @ waiiy:

    Ich bin beim 1.FFC Frankfurt nicht „involviert“ und kann die Situation dort nicht genau beurteilen. Deshalb greife ich nur einen deiner Punkte heraus:

    „3. Das Forum von Frankfurt wird immer mehr verschmäht.“

    Seit dem Relaunch der FFC-HP wird dort das Fan-Forum nicht mehr verlinkt. Wer die URL nicht kennt (oder ‚googlet‘), findet es gar nicht. Die (ohnehin nie besonders lebhafte) Diskussion dort ist mittlerweise fast völlig zum Erliegen gekommen. Die meisten FFC-Fans wissen vermutlich nicht einmal, dass es dieses Forum überhaupt (noch) gibt. Es schreiben wirklich nur noch eine ‚Handvoll‘ Leute, dazu gibt es vielleicht noch ein paar Dutzend stille Mitleser (wie dich und mich), und das war’s.

    Aus der Tatsache, dass das Forum „verschmäht“ wird, nun aber den Schluss zu ziehen, die Mannschaft sei den Fans egal, ist wirklich völliger Blödsinn.

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  • dummkopf sagt:

    @FFFan
    dfb-tv produziert/zahlt?
    Hatte ich nicht mitbekommen. Haben die das mal erzählt, oder woher stammt die Info?
    Ich hatte mich sowieso schon gefragt, ob nicht eigentlich der dfb ES bezahlt für die Sendezeiten.

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  • Altwolf sagt:

    @Statistiker.

    Es gibt in deinen Gedanken zu der Entwicklung des FF sicherlich viel Richtiges, was ich auch durchaus nachvollziehen kann, aber was verstehst du unter einer „künstlichen“ Entwicklung ?

    Wenn du allerdings unter der „natürlichen,statt künstlichen“ Entwicklung verstehst, die Zeit nach der eigenlich sehr „erfolgreichen“ WM 2011 (was Zuschauer und Wahrnehmung des FF in aller Welt betrifft)ohne weitere Intensivierung der Bemühungen um die Öffentlichkeit und Motivationsmaßnahmen in den Vereinen so dahin plätschern zu lassen, als ob nun Alles wie von selbst läuft, dann kann „künstlich“ nur den einzig richtigen Weg bedeuten.

    War es ein „Fehler“, wenn sich die Stadt WOB und der VFL um WM-Spiele bemüht hatte, sich als guter Gastgeber mit nahezu immer vollem Stadion präsentierte und auch in der Folgezeit diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgte und aus der unbedeutenden ehemaligen Eintracht Wolfsburg /WSV Wendschott-WOB FF-Mannschaft unter dem Namen des VFL WOB nun eine FF-Abteilung am Leben erhalten hat, die inzwischen auch in Europa wahrgenommen wird ?

    Haben da nicht einige der Traditionsvereine bzw. die handelnden bzw. nicht handelnden Personen diese Chance nach der WM 2011 nicht einfach verschlafen und sich offenbar zurückgelehnt und geglaubt, jetzt läuft das von selbst !

    Und jetzt wundert man sich, daß das nun offenbar nur in WOB u. evtl. bei Turbine anders bzw. besser läuft? Da stehen in erster Linie die Vereine in der Pflicht und erst in 2.Linie der DFB.

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  • wfm sagt:

    @waiiy
    Ich kann Deine Einschätzung nicht ganz teilen, dass es bei Frankfurt runter geht.

    ad1) Der Personalkader hat sich in meinen Augen nicht verschlechtert. Von den Namen her könnte es zwar so aussehen. Faktisch verhält es sich aber anders. Babett und Lira sind zwar weg, haben aber in der letzten Saison aufgrund von Verletzungen bei Babett gar keine und im Fall von Lira nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Man beachte, dass Lira im Frankfurter Scoring nur auf dem 8. Platz noch hinter Bianca Schmidt gelegen hat. Geht man also nicht vom Namen, sondern von den in der vergangenen Saison erbrachten Leistungen aus, dann hat der FFC nur in Mel Behringer eine wirkliche Leistungsträgerin verloren, die auch erst nach langer Verletzungszeit beim FFC zuletzt immer mehr zu alter Leistungsstärke gefunden hat. (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: es geht nicht um eine Kritik an Lira oder Babett, sondern ich erinnere nur an den Verlauf der Saison, der für beide aufgrund ihrer Verletzungen teils sehr unglücklich, teils nur bedingt befriedigend sein konnte.)
    Sieht man von den jüngeren vielversprechenden Nachwuchsspierinnen ab, wurde aber vor allem mit Veró Boquette eine er besten Spielerinnen der Welt verpflichtet, die sich in den USA wie auch in Schweden jeweils erfolgreich durchsetzen konnte und einen erheblichen Teil dazu beigetragen hat, dass ihre Vereine jeweils Meister geworden sind. Auch gehört sie seit Jahren in den Kreis der 5 besten FIFA-Spielerinnen des Jahres. Zudem ist auch Jess Fishlock in meinen Augen eine Verstärkung, weil sie zur durchaus vorhanden spielerisch Klasse auch Kampfgeist mitbringt, der dem FFC gut tut.
    Vor allem die Verpflichtung von Veró verändert natürlich die Situation von Marozsan. Beide müssen sich daher noch finden. Aber schon jetzt ist absehbar, dass Maro mehr Freiheiten erhält und dadurch wie schon zurzeit erkennbar ist auch mehr zum Torabschluss kommt.

    ad 3) Das Forum ist schon lange verweist, quasi tot. Das liegt aber an besonderen Umständen der dort noch verbliebenen. Die aktiven Anhänger des FFC haben sich schon lange in mehreren Foren oder geschlossenen Gruppen auf Facebook einen Ort geschaffen, wo sie teils diskutieren teils Informationen aufbereiten bzw. austauschen.

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  • enthusio sagt:

    Zum VfL Bochum:
    Die geplante Auflösung der Frauen- und Mädchenmannschaften schlägt im Umfeld des Vereins hohe Wellen. Damit hätte ich – ehrlich gesagt – nicht gerechnet. Am 20.10 wird es auf der Mitgliederversammlung des Vereins zu kontroversen Diskussionen kommen und Anträge geben, den Frauen- und Mädchenfussball im Verein fortzuführen. Ich werde vor Ort sein und bin sehr gespannt, wie die ganze Sache ausgehen wird.
    Hier noch ein aktueller Link:

    https://www.derwesten.de/sport/fussball/vfl/vfl-vorstand-rechtfertigt-die-abschaffung-der-frauenteams-id9909930.html

    Zum MSV Duisburg:
    Es wurde wohl vor der Saison versucht, neue Stürmerinnen zu verpflichten, was aber – warum auch immer – gescheitert ist.

    https://www.derwesten.de/sport/lokalsport/duisburg/msv-vertraut-mannschaft-und-trainerin-id9909379.html

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  • FFFan sagt:

    @ dummkopf:
    „dfb-tv produziert/zahlt? Hatte ich nicht mitbekommen. Haben die das mal erzählt, oder woher stammt die Info?“

    Ja, das wurde vom DFB so ‚kommuniziert‘:

    „Mit der Saison 2013/2014 ist es zudem gelungen, eine Kooperation mit Eurosport zu realisieren. Der Sender wird in der aktuellen Spielzeit erstmals pro Spieltag eine von DFB-TV produzierte Partie live ausstrahlen.“ (arena 05/2013, S.41)

    Ich denke, dass es dem DFB im jetzigen Stadium der Entwicklung noch nicht darum geht, mit Bundesliga-Übertragungen Einnahmen zu erzielen. Wichtiger ist zunächst eine größere Reichweite. Während den Livestream auf DFB-TV vielleicht 5.000 Menschen sehen, sind es bei Eurosport bis zu 150.000 Fernsehzuschauer.

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  • holly sagt:

    @ enthusio, danke das du uns über den VFL so gut auf dem laufenden hälst. Da bin ich auch schon total gespannt was dann auf der Versammlung passiert.

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  • Jennifer sagt:

    Danke @Enthusio für deine Infos aus Bochum. Denkst du, dass sich die Entscheidungsträger auf der Vorstandsversammlung noch umstimmen lassen könnten?

    Falls nicht wird sich vielleicht Inka Grings über ein paar Stürmerinnen freuen …

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  • enthusio sagt:

    @Jennifer,

    „Denkst du, dass sich die Entscheidungsträger auf der Vorstandsversammlung noch umstimmen lassen könnten?“

    Ich hoffe es. Eine große Rolle wird sicherlich dabei spielen, wie stark der Unmut in der Mitgliederversammlung wirklich zum Ausdruck kommen wird. Wenn sich eine starke Protestbewegung etablieren sollte, könnte es vielleicht klappen. Bislang hat der Frauenfussball bei den Mitgliederversammlungen (abgesehen von einem freundlichen Applaus für den Aufstieg in die 2. Liga) aber nie wirkliche Beachtung gefunden.

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  • Detlef sagt:

    Altwolf schrieb;
    „Und jetzt wundert man sich, daß das nun offenbar nur in WOB u. evtl. bei Turbine anders bzw. besser läuft? Da stehen in erster Linie die Vereine in der Pflicht und erst in 2.Linie der DFB.“

    Dem muß ich entschieden wiedersprechen!!! 🙁
    OK, die MF-Profiableger hätten sicher die finanziellen-, organisatorischen-, und öffentlichkeitswirksamen Möglichkeiten dazu gehabt, die FF-Buli nachdrücklich voranzutreiben!!!
    Aber außer in WOB (und zT in Hoffenheim) haben die Frauenteams in den Vereinen leider nur ein sehr niedriges Standing, und so kaum Chancen sich gegen die allgegenwärtige Übermacht der Herren-Profis durchzusetzen!!! 🙁

    Doch was sollen bitteschön Vereine wie Essen, Jena, Sindelfingen, Herford usw veranstalten???
    Da fehlt es schon so an allen Ecken und Enden am „Geriebenen“, wie sollen sie da noch in Professionalisierung investieren??? 🙁
    Der SGS und dem USV ist es immerhin gelungen, ihren Heimspielen einen professionelleren Rahmen zu geben, indem sie die „heiligen Stätten“ der örtlichen MF-Profis mit nutzen können!!! 🙂

    Vereinen wie Sand, Cloppenburg und Gütersloh gelang es dagegen, einen potenten Sponsor an Land zu ziehen!!! 🙂
    Aber die wachsen bekanntlich nicht einfach auf Bäumen, und so darf man es doch keinem Verein vorwerfen, noch keinen abbekommen zu haben!!!

    Der DFB hatte damals als Idealfall ausgegeben, daß jeder Profiverein eine eigene Frauenabteilung gründen soll!!!
    Das ging gründlich schief, der HSV kastrierte seine erfolgreichen Frauenteams, bestandene Zusammenarbeiten wurden allerorts wieder aufgekündigt!!! 🙁
    Man hatte Scheuklappen vor den Augen, und der Slogan; „jetzt geht es steil bergauf“ vernebelte vielen in Frankfurt das Hirn!!! 🙁

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  • Statistiker sagt:

    @Detlef: Gut beobachtet. Wer meinen Beitrag gründlich liest, wird sehr schnell erahnen können, welches Wort der Editierung zum Opfer gefallen ist, und wird dann den Vergleich wohl besser verstehen.

    Anstelle eines Berges könnte man im wissenschaftlichen Sinne von einem Diagramm sprechen. Während man bei den Traditionsvereinen von einer linearen, maximal leicht exponentiellen Maximalentwicklung sprechen kann, wenn es ideal läuft, sieht eine künstliche Entwicklung voraus, dass Geld in einem überdurchschnittlichen Maße zur Verfügung steht, das jegliche natürliche Entwicklung bei weitem übersteigt.

    Die Erfahrung zeigt, dass daraus solche Konstrukte wie Sand oder Cloppenburg mit einem Einzelgönner entstehen und sie sich langfristig nur so über Wasser halten können.

    Interessant dabei ist, dass die sportliche Entwicklung dabei nur bis zu einem gewissen Grad gepusht werden kann, sich alles andere nur auf der Ebene des Finanziellen bewegt. In England kann man es beobachten, dort hat sich dieses System im Männerfußball durchgesetzt. Kein Verein kann mehr überleben ohne einen großen Ölmilliardär an der Seite, aber sportlich bringt es nicht viel. Die Stars werden von einem Verein zum anderen für überteuerte Preise durchgereicht, so dass es kaum noch Identifikationsfiguren gibt, und dennoch hat England in den letzten Jahren international fast nix gerissen.

    Insofern bin ich sehr gespannt, welches System sich durchsetzen wird: Die „Werksclubs“ der MF-Topvereine und die „Milliardärklubs“ oder die Traditionsvereine. Da wir in Deutschland sind, bin ich sogar optimistisch, dass sich die Traditionsvereine mit der natürlichen Entwicklung durchsetzen werden.

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  • enthusio sagt:

    Ich möchte hiermit eine Petition zum „Verbleib der Frauen- und Mädchenabteilung beim VfL Bochum“ bekannt machen und bitte um Unterstützung und weitere Verbreitung.

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  • holly sagt:

    @ Detlef, bei den Vereinen wo es MF und FF gibt muss man auch unterscheiden.
    Sie sind überall Anhängsel und müssen sich alles selbst erarbeiten: Medizinische Betreuung, Trainer, Presseleute usw.
    Da kann keine FF Abteilung auf die Leute vom MF hoffen. Sicher geht sowas in Wob und Hoffenheim einfacher weil da ein großer Sponsor vorhanden ist.
    Was man als reiner FF Verein erreichen kann hast du ja schon geschrieben siehe Essen und Jena. Das Gegenteil dazu sind dann natürlich auch wieder Bespiele wie FCR Duisburg und Frankfurt die aus ihren finaziellen Möglichkeiten zu wenig machen bzw gemacht haben.

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