FFC Frankfurt und FC Bayern München in Torlaune
Am sechsten Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga erzielte Célia Sasic beim Kantersieg des 1. FFC Frankfurt gegen den Herforder SV einen lupenreinen Hattrick und auch der FC Bayern München wurde gegen den MSV Duisburg seiner Favoritenrolle ebenfalls eindrucksvoll gerecht. Darüber hinaus gab es auch in allen anderen Sonntagspartien für die Auswärtsteams nicht zu ernten, denn der SC Freiburg, die TSG 1899 Hoffenheim und die SGS Essen feierten Heimsiege.
Sasic-Hattrick bei Frankfurt-Sieg Dem 1. FFC Frankfurt gelang beim 6:1 (3:1)-Erfolg gegen den Herforder SV der dritte Sieg in Folge. Der Aufsteiger ging überraschend durch Lydia Hastings in Führung (22.), doch ein lupenreiner Hattrick von Célia Sasic (23., 35., 44.) drehte die Partie noch vor der Pause zugunsten des Favoriten. Nach der Pause trafen Jessica Fishlock (57.), Dzsenifer Marozsán (84.) und Kapitänin Kerstin Garefrekes (87.).
Bell: „Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen“ FFC-Trainer Colin Bell erklärte: „Wir haben eine tolle Reaktion auf den Rückstand gezeigt, sofort zurückgeschlagen und das Spiel bis zum Schluss dominiert. Einmal mehr sind die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen. Die beiden Tore zum Schluss waren wichtig, um uns für den großen Aufwand zu belohnen und die große Überlegenheit auch im Ergebnis auszudrücken.“
Prüfer: „FFC spielt nicht in unserer Liga“ Herfords Trainer Jürgen Prüfer meinte: „Mit dem Führungstreffer konnten wir den 1. FFC Frankfurt ein wenig nerven, aber danach hat sich das Spiel so entwickelt, wie man es angesichts der Qualität beider Teams erwarten konnte. Auch wenn wir in einer Liga sind, spielt der FFC nicht wirklich in unserer Liga.“
Bayern tut was fürs Torverhältnis Der FC Bayern München kam gegen den MSV Duisburg zu einem überzeugenden 6:0 (3:0)-Sieg. Eunice Beckmann (22.), Vanessa Bürki (32.) und Melanie Leupolz (38.) stellen vor der Halbzeit die Weichen auf Sieg, die eingewechselten Vivianne Miedema (68., 75.) und Katie Stengel (86.) machten das halbe Dutzend voll.
Rotation à la Wörle Bayern-Trainer Thomas Wörle warf gegen den MSV die Rotationsmaschine erneut an: Amber Brooks, Vanessa Bürki und Eunice Beckmann standen in der Startelf, Mana Iwabuchi, Katie Stengel und Vivianne Miedema saßen zunächst auf der Bank. Ebenfalls wieder im Kader war nach ihrer Rippenverletzung Katharina Baunach.
Bayern dominiert nach Belieben Von Beginn an agierte Bayern druckvoll, Eunice Beckmann eröffnete mit einem sattem Schuss von der Strafraumkante ins rechte obere Eck den Torreigen (23.). Nach gut einer halben Stunde das gleiche Bild, Vanessa Bürkis Schuss von der linken Strafraumkante schlägt hinter MSV-Torhüterin Gaëlle Thalmann zum 2:0 ein (31.) Bayerns Offensivdrang war weiter ungebremst, Melanie Leupolz köpfte das verdiente 3:0 (39.).
Miedema trifft doppelt Und auch nach der Pause ging es im gleichen Takt weiter. Nur drei Minuten nach ihrer Einwechslung traf Vivianne Miedema (68.), nach einer feinen Einzelaktion ließ die Niederländerin einen zweiten Treffer folgen (75.). Den Schlusspunkt gegen harmlose und überforderte Duisburgerinnen setzte Katie Stengel (85.).
Grings: “Haben wieder Lehrgeld gezahlt” MSV-Trainerin Inka Grings erklärte: „Wir haben wieder Lehrgeld gezahlt. Wir gratulieren München zu den wirklich phantastischen Toren, allerdings hat mir die Einstellung nach dem 0:1 nicht gefallen, deshalb werden wir einiges verändern.“
Freiburg überrumpelt Jena Mit einem Blitzstart hat der SC Freiburg beim 3:0 (3:0)-Sieg gegen den FF USV Jena frühzeitig den Erfolg perfekt gemacht. Sandra Starke per Kopf (16.), Juliane Maier per Foulelfmeter (18.) und U20-Weltmeisterin Lena Petermann (20.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Die Elf aus Thüringen musste zu allem Überfluss nach der Roten Karte gegen Ria Pervical (18.) mehr als 70 Minuten mit einer Spielerin weniger auskommen. In der Schlussphase musste dann auch noch Carolin Schiewe mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz (83.), Maier setzte den anschließenden Elfmeter für die Gastgeberinnen jedoch an den Pfosten.
Sehrig: „Optimale Phase“ Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte nach dem ersten Heimsieg: „Jena ist für mich eine der Mannschaften, die in die vorderen Tabellenregionen gehört. Man hat von Anfang an gesehen, dass sie intensiv ins Spiel gegangen sind, da waren sie besser in der Partie. Danach hatten wir eine Phase, in der bei uns alles optimal geklappt hat und wo wir schnell die drei Tore erzielt haben.“
Kraus lobt Moral trotz Nackenschlägen Jena-Trainer Daniel Kraus meinte: „Wir haben gut ins Spiel gefunden und waren in der Anfangsphase die optisch überlegene Mannschaft, haben dann aber sehr naiv verteidigt. Wir kriegen drei Gegentore in drei Minuten – wenn man sieht, wie die Tore fallen, hat das mit Bundesligaqualität und Bundesligadefensive wenig zu tun. Trotzdem Kompliment an die Mädels, die die Unterzahl durch Laufarbeit kompensiert haben.”
Hoffenheim feiert zweiten Saisonsieg Die TSG 1899 Hoffenheim feierte beim 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Aufsteiger SC Sand den zweiten Saisonsieg. Das Tor des Tages erzielte Kristin Demann (55.). Die TSG begann mit der gleichen Aufstellung wie in der zweiten Halbzeit in Potsdam mit einem offensiven 4-3-3-System, das defensiv zu einem 4-5-1 umgewandelt wurde.
Chancen auf beiden Seiten Stephanie Breitner hatte mit einem 20-Meter-Schuss die erste Chance der Gastgeberinnen (18.), doch auch Sand war gefährlich, etwa durch Isabelle Meyer (26.) und Ilaria Mauro (29.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Sand in Führung gehen können, doch Patricia Hanebecks Schuss war zu unplatziert (51.).
Demann erzielt Tor des Tages Nachdem eine Ecke in den Rückraum abgefälscht worden war, erzielte Kristin Demann per Vollspann mit links den Siegtreffer (55.). Nach der Führung kam Hoffenheim einem zweiten Treffer nah, Dóra Zeller bekam aber in letzter Sekunde den Ball vom Fuß gespitzelt (73.).
Ehrmann: „Drei wichtige Punkte“ Hoffenheim-Trainer Jürgen Ehrmann meinte: „Es waren für uns drei wichtige Punkte, mit denen wir uns jetzt erstmal etwas von unten abgesetzt haben. Wir sind sehr glücklich, das Spiel heute für uns entschieden zu haben. Direkt nach der Pause hatten wir Glück, dass Sand nicht eine ihrer zwei guten Chancen genutzt hat. Danach waren wir aber besser im Spiel.“ Sands Assistenztrainerin Claudia von Lanken meinte: „„Wir müssen weiter schauen und analysieren, woran es liegt, dass wir am Ende mit leeren Händen vom Platz gehen.“
Essen gewinnt durch späten Treffer Die SGS Essen kam durch einen späten Treffer der eingewechselten Margarita Gidion (89.) in einer ansonsten an Höhepunkten armen Partie zu einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen . Bereits am Samstag gewann der VfL Wolfsburg das Topspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam mit 2:1 (1:1) und eroberte von den Gästen damit die Tabellenführung.