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2014

Ist Bayern München ein Titelkandidat?

Der Vorjahresvierte FC Bayern München startete am 1. Spieltag der Allianz Frauen- Bundesliga mit einem 1:1 gegen Vizemeister 1. FFC Frankfurt in die neue Saison. Dabei deuteten die Münchnerinnen in der ersten Halbzeit eindrucksvoll ihr Potenzial an. Kann der FC Bayern um den Titel mitspielen? Bayern-Trainer Thomas Wörle wiegelt ab, sein Gegenüber Colin Bell sieht das anders.

Auf dem regendurchtränkten Rasen des Grünwalder Stadions war zum Saisonauftakt am Sonntagnachmittag logischerweise noch kein Zauberfußball zu sehen. Dennoch wurde schnell klar, dass hier zwei Teams zu Werke waren, die ihr Metier verstehen. „Der Platz war schwer zu spielen, in der Anfangsphase ist der Ball fast liegengeblieben und es war fast kein Kurzpassspiel möglich“, so Frankfurts Trainer Colin Bell über die schwierigen Verhältnisse.

Behringer glänzt Umso erstaunlicher, dass es trotz der schnellen Frankfurter Führung der vor der Saison mit acht Neuzugängen runderneuerte FC Bayern München war, der mit aggressivem und druckvollen Spiel die Hoheit im Mittelfeld erwarb – angetrieben von zwei der Neuzugänge, der starken Melanie Behringer und der willensstarken Melanie Leupolz , die erst seit zwei Wochen im Training steht. Und über weite Strecken der ersten Halbzeit strahlten die Münchnerinnen sogar Dominanz aus – wohlgemerkt gegen einen Gegner, der in der Vorsaison Vizemeister wurde, den DFB-Pokal gewann und von vielen als das stärkste Team gesehen wurde.

Leverkusen gegen Bayern München um einen Tag verlegt Drei Wochen Pause für Pauline Bremer SC Freiburg holt Lena Petermann Starke erste Halbzeit Und auch wenn der FC Bayern München in der zweiten Halbzeit dem hohen Tempo und Einsatz der ersten Halbzeit ein wenig Tribut zollen musste und die Frankfurterinnen dank taktischer Umstellungen wieder besser ins Spiel kamen, war es doch die erste Halbzeit, die nachhaltig Eindruck im Gedächtnis hinterließ. Stand hier eine Elf auf dem Platz, die in der Lage ist, mit dem VfL Wolfsburg, dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam um den Titel mitzuspielen?

Unterschiedliche Bewertungen Bayern-Trainer Thomas Wörle, der vor der Saison das Ziel ausgegeben hatte, die Lücke zu den Top 3 kleiner werden zu lassen, obwohl selbst Bayern-Managerin Karin Danner öffentlich von einem Champions-League-Platz spricht, war in der Pressekonferenz sichtlich bemüht, den Ball flach zu halten. „Jeder darf seine eigene Meinung haben, aber ich weiß das gut einzuordnen. Wir haben fünf Langzeitverletzte, die alle Stammspielerinnen waren, zuletzt Lena Lotzen . Auf dem Papier ist unser Kader besser, als er sich derzeit in der Realität darstellt.“

Wörle: „Wir bleiben realistisch“ Er führt aus: „Wir haben schon in den vergangenen Jahren gute Spiele gegen Frankfurt gezeigt, es aber über die gesamte Saison nie geschafft, dabei zu bleiben. Wir werden Monate brauchen, bis ein Rädchen ins andere greift.“ Sein Fazit: „Es gibt noch einen Unterschied zu Mannschaften wie Wolfsburg, Frankfurt oder Potsdam, wir bleiben realistisch und freuen uns über den guten Auftakt, auch wenn es für andere angenehm sein mag, uns in diese Rolle hineinzudrängen.“

Bell sieht Bayern als Titelkandidat Frankfurts Trainer Colin Bell wollte die Einschätzung von Wörle so nicht stehen lassen und konterte postwendend: „Tom, da lasse ich nicht locker. Im Moment stehen 15 Nationalspielerinnen zur Verfügung, davon einige deutsche Nationalspielerinnen. Das ist eine ganz tolle Truppe, die Tempo gehen und sich auch in 1:1-Situationen durchsetzen kann. Man hat deutlich gesehen, dass Bayern eine Mannschaft hat, die bis zum Schluss um den Titel mitspielen kann.“

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