Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2014

Saisoncheck: Ist der VfL Wolfsburg zu stoppen?

Mit dem Duell zwischen Meister VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg wird am Samstag ( 13 Uhr, live auf DFB-TV ) der Startschuss für die neue Saison in der Allianz Frauen-Bundesliga gegeben. Mit welchen Ambitionen gehen die zwölf Teams in die Spielzeit, und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Womensoccer blickt auf die Situation aller Erstligisten.

VfL Wolfsburg: Das Maß aller Dinge Zwei Mal in Folge wurde der VfL Wolfsburg Deutscher Meister und Champions-League-Sieger. Mit einem qualitativ hochwertigen, eingespielten Kader und namhaften punktuellen Verstärkungen wie Caroline Graham Hansen, Babett Peter, Isabel Kerschowski und Vanessa Bernauer geht der Titelverteidiger in die neue Saison, Josephine Henning wechselte zu Paris Saint-Germain. Anders als im Vorjahr durch die EM 2013 war das Team diesmal nicht durch ein kräftezehrendes Turnier für seine Nationalspielerinnen in der Vorbereitung belastet. Angeführt von der überragenden Kapitänin und „Europas Fußballerin des Jahres“ Nadine Keßler werden Lena Goeßling, Martina Müller, Alex Popp und ihre Teamkolleginnen 2014/15 deswegen diesmal von Beginn an das Maß aller Dinge in der Allianz Frauen-Bundesliga sein.

Womensoccer-Tipp: Der VfL Wolfsburg wird erneut Deutscher Meister

  1. FFC Frankfurt : Viele Wechsel im Team Nur ein Spiel hat der 1. FFC Frankfurt in der vergangenen Saison verloren, doch diese Niederlage kostete die Meisterschaft. Dennoch hat der FFC nach langer Durststrecke wieder Konstanz in seine Leistung gebracht und mit der Champions-League-Qualifikation ein wichtiges Ziel erreicht. Mit Fatmire Alushi, Melanie Behringer und Babett Peter kehrten im Anschluss allerdings gleich drei Nationalspielerinnen dem Club den Rücken. Untätig auf dem Transfermarkt waren die Hessinnen nicht: prominenteste Neuzugänge sind Verónica Boquete, Mandy Islacker und Jess Fishlock. Aus der eigenen Jugend hat der FFC so viele Spielerinnen in den Erstligakader berufen wie nie, aus Leverkusen wechseln Kathrin Hendrich und Marith Prießen. Die erneute Champions-League-Qualifikation wird gelingen, die eingespielten Wolfsburgerinnen von der Spitze zu verdrängen nicht.

Womensoccer-Tipp: Der 1. FFC Frankfurt wiederholt den zweiten Platz der Vorsaison.

FC Bayern München: Näher ran die Spitze Im Vorjahr Vierter will der FC Bayern München diesmal die Lücke zu den Top drei verringern, insgeheim liebäugeln die Münchnerinnen mit einem Champions-League-Platz. Doch diese Hoffnungen haben durch den Kreuzbandriss von Lena Lotzen zwei Wochen vor Saisonbeginn einen herben Dämpfer erhalten. Dennoch: der mit zehn neuen Spielerinnen runderneuerte Kader hat an Qualität gewonnen. Im Mittelfeld werden zukünftig die erfahrene Melanie Behringer und Melanie Leupolz das Zepter schwingen, was dem Bayern-Spiel gut tun wird. Nach und nach werden zudem langzeitverletzte Spielerinnen wie Leonie Maier oder Laura Feiersinger wieder ins Geschehen eingreifen können. Das wird dem Team gut tun, für den ganz großen Wurf wird es allerdings noch nicht reichen.

Womensoccer-Tipp: Bayern München wird Dritter.

  1. FFC Turbine Potsdam : Jugendspielerinnen statt Nationalspielerinnen Die vergangene Saison beendete der 1. FFC Turbine Potsdam auf dem dritten Rang, und bereits in der Endphase der Saison nahmen die Meldungen über prominente Abgänge im Team zu: Unter anderem kehrten Maren Mjelde, Ada Hegerberg und Alex Singer den Potsdamerinnen den Rücken. Viele Ab- und Zugänge sind in Potsdam nichts Neues, und immer wieder hat der sechsfache Deutsche Meister gezeigt, trotzdem eine Mannschaft stellen zu können, die um die Meisterschaft kämpft. Doch diesmal stehen den Abgängen so gut wie ausschließlich Neuzugänge aus der eigenen Jugend gegenüber. Die Arbeit dort ist unumstritten gut, und mit Achim Feifel ist ein prominenter Co-Trainer nach Brandenburg gekommen, doch die junge Mannschaft wird diesmal länger brauchen, um wieder an der Spitze kratzen zu können.

Womensoccer-Tipp: Der 1. FFC Turbine Potsdam beendeet die Saison auf dem vierten Platz.

FF USV Jena: Im oberen Mittelfeld festsetzen Trainer Daniel Kraus hat sein Team im Vorjahr mit ruhiger Hand auf einen starken fünften Platz geführt und es taktisch wie spielerisch gleichermaßen verbessert. Großen Anteil am Erfolg hatte dabei die bodenständige Kapitänin Susann Utes und das starke Neuseeland-Trio Abby Erceg, Ria Percival und Amber Hearn. Vom VfL Wolfsburg kehrt Routinier Ivonne Hartmann in die Universitätsstadt zurück und wird ihre Erfahrung ins Team einbringen, vom FC Bayern München kommt in Ivana Rudelic dynamische Verstärkung für den Angriff. Im Tor sorgt weiterhin die starke Stenia Michel für den nötigen Rückhalt. Die neue Saison wird zeigen, dass die Mannschaft bereits gefestigt ist, auch wenn noch Steigerungspotenzial vorhanden ist.

Womensoccer-Tipp: Der FF USV Jena schafft wieder Platz 5

MSV Duisburg : Nummer Eins in NRW Beim MSV Duisburg steht die prominenteste Spielerin inzwischen an der Seitenlinie. Inka Grings soll bei ihrer ersten Station im Trainergeschäft die „Zebras“ in wieder ruhigeres Fahrwasser führen. Nach dem zehnten Platz im Vorjahr und dem mühevoll abgewendeten Abstieg will Grings den MSV zur „Nummer Eins in NRW“ machen und mittelfristig gar wieder weit nach oben führen. Dabei steht ihr schon jetzt ein leistungskräftiger Kader zur Verfügung, der sich nicht verstecken muss. Im Tor hat Grings zwischen Meike Kämper und Gaëlle Thalmann die Qual der Wahl, in Rahel Kiwic und Carmen Pulver hat sie zudem weitere internationale Verstärkung vom FC Zürich Frauen erhalten. Gelingt es Grings, die Kräfte in Duisburg zu vereinen, sollte das Team deutlich besser abschneiden können als im Vorjahr.

Womensoccer-Tipp: Der MSV Duisburg wird Sechster

SGS Essen: Auf der Suche nach der Konstanz Essens Trainer Markus Högner gilt als einer der renommiertesten Trainer seiner Zunft in der Allianz Frauen-Bundesliga. In der Vorsaison wurde er mit seinem Team Sechster und schaffte den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Punktuell gelang es, die Großen zu ärgern, etwa beim Pokalsieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, allerdings ließ die Kostanz seiner jungen Elf zu wünschen übrig. Margarita Gidion (SC Freiburg), Janina Meißner (TSG 1899 Hoffenheim) und Rückkehrerin Jil Strüngmann (Auslandssemester) im Tor sollen den Kader in der Tiefe verstärken. Der Kader mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen sollte auch 2014/15 in der Lage sein, eine ordentliche Rolle zu spielen, zum Platz 1 im Revier wird es aber nicht reichen.

Womensoccer-Tipp: Die SGS Essen belegt Platz 7.

Bayer 04 Leverkusen: Hochkarätige Abgänge In der vergangenen Saison wurde Bayer 04 Leverkusen Siebter, Licht und Schatten wechselten sich ab. Gleich auf drei wichtige Spielerinnen muss der Verein zur neuen Saison verzichten: Jung-Nationalspielerin Kathrin Hendrich und Marith Prießen zog es zum 1. FFC Frankfurt, Isabel Kerschowski wechselte zum VfL Wolfsburg. Prominenteste Neuzugänge sind Jessica Wich (1. FFC Frankfurt) und Valeria Kleiner (FC Bayern München). Einigen Juniorinnen-Spielerinnen, wie Rebecca Knaak oder Theresa Panfil wird zudem zu Saisonbeginn die U20-WM in Kanada in den Knochen stecken. Für die Elf von Trainer Thomas Obliers dürfte auch in der kommenden Saison eine anspruchsvolle Aufgabe haben, Konstanz ins Team zu bekommen.

Womensoccer-Tipp: Bayer 04 Leverkusen landet auf Platz 8.

Punkteteilung in München, klarer Sieg für Potsdam Bayern München fordert 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg gewinnt Saisonauftakt SC Freiburg: Viele Wechsel Der SC Freiburg hat sich nach dem Aufstieg 2011 in der Liga festgespielt. An den starken fünften Rang 2013 konnte der Sportclub im vergangenen Jahr jedoch nicht anknüpfen. Die Mannschaft landete auf Platz 8, und sich in kommenden Saison wieder zu verbessern dürfte schwierig werden. Mit Fiona O’Sullivan hat der SC seine (gemeinsam mit Sandra Starke) beste Torschützin an die englische Liga verloren. Prominente Abgänge sind darüber hinaus Europameisterin Melanie Leupolz und die Schweizer Nationalspielerin Caroline Abbé (beide FC Bayern München). Den insgesamt zehn Abgängen stehen zwar ebenso viele Neuzugänge gegenüber, doch dürfte gerade in dieser neuen Mannschaftszusammensetzung eine der größten Herausforderungen liegen.

Womensoccer-Tipp: Der SC Freibung beendet die Saison auf Platz 9.

TSG 1899 Hoffenheim: Den Ligaverbleib bestätigen Als Aufsteiger hat es die TSG 1899 Hoffenheim in der vergangenen Saison geschafft, schon vorzeitig den Klassenverbleib zu schaffen. Mit Weltmeisterin Mana Iwabuchi (FC Bayern München) und Tiffany Cameron hat die TSG dennoch vor der nun beginnenden Saison namhafte Spielerinnen abgeben müssen. Erstligaerfahrene Verstärkungen blieben aus. Die TSG wird von der Rückkehr einiger Langzeitverletzten aus der vergangenen Saison profitieren und so den Klassenerhalt erneut schaffen. Doch eine deutliche Verbesserung in der Abschlusstabelle wird schwer.

Womensoccer-Tipp: Die TSG 1899 Hoffenheim landet auf Platz 10.

SC Sand: Das Unmögliche schaffen Den Aufstieg in die Allianz Frauen-Bundesliga hat der SC Sand überlegen gemeistert, und trotz der DFB-Pokalniederlage beim späteren Sieger 1. FFC Frankfurt fiel das Team auch in diesem Duell positiv auf. Die Mannschaft hat nur einen Abgang zu verzeichnen und verfügt mit Patricia Hanebeck und Anne van Bonn über Spielerinnen, die in der ersten Liga bereits zu Leistungsträgerinnen zählten. Vor der neuen Saison verstärkte sich der SC punktuell, u.a. kam Carmen Höfflin (SC Freiburg), die namhaften Neuzugänge blieben diesmals aus. Mit Niko Koutroubis agiert ein Trainer an der Seitenlinie, der bereits mit dem VfL Sindelfingen in der ersten Liga spielte. Die Mannschaft hat Potenzial, doch der Leistungsunterschied zwischen erster und zweiter Liga ist (zu) groß.

Womensoccer-Tipp: Der SC Sand belegt am Ende Platz 11.

Herforder SV: Aller guten Dinge sind drei Bisher folgte beim Herforder SV auf den Auf- und immer der direkte Abstieg. Im dritten Versuch soll nun im Oberhaus Fuß gefasst werden, doch leichter wird die Aufgabe nicht – im Gegenteil. Einziger bundesligaerfahrener Neuzugang ist Louisa Lagaris (FF USV Jena), doch ansonsten mussten sich die Ostwestfalen – v.a. wegen beschränkter finanzieller Möglichkeiten – im Ausland umsehen. Fündig geworden sind sie in Amerika. Doch wenngleich aus der NWSL Jessica McDonald (Portland Thorns) kommt, aus Chile die Nationalspielerin Maria Rose Rojas und von Ottawa Fury Lydia Hastings und Danica Wu, wird es mehr als nur eine Mammutaufgabe, sich im immer stärker werdenden Liga zu behaupten.

Womensoccer-Tipp: Der Herforder SV landet auf Platz 12.