1. FFC Frankfurt: Nichts muss, alles kann
Der 1. FFC Frankfurt schrammte in der vergangenen Saison nur hauchdünn am deutschen Meistertitel vorbei. Dank Verstärkungen aus dem In- und Ausland und neuer Bescheidenheit will der Vizemeister auch in der Saison 2014/15 der Allianz Frauen- Bundesliga wieder ganz oben mitmischen.
Zum zehnten Mal fand am Dienstag im 49. Stock des Frankfurter Commerzbank-Towers die traditionelle und wie immer gut besuchte Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des 1. FFC Frankfurt statt. Doch anders als in früheren Jahren ließen sich die FFC-Verantwortlichen wenige Tage vor dem Start in die Allianz Frauen-Bundesliga diesmal vor der opulenten Kulisse der Frankfurter Skyline zu keiner allzu forschen Saisonprognose hinreißen.
Nichts ist unmöglich Mit neuer Bescheidenheit und kleinen Schritten soll der Mini-Umbruch im Team nach den Abgängen von Lira Alushi (Paris Saint-Germain) und Melanie Behringer (FC Bayern München) erfolgreich bewältigt werden. „Wenn alles optimal läuft, ist vieles möglich“, sagt FFC-Manager Siegfried Dietrich so unverbindlich wie möglich. Eine Politik, mit der der Verein bereits in der vergangenen Saison gute Erfahrungen gemacht hat.
Saisoncheck: Ist der VfL Wolfsburg zu stoppen? Allianz Frauen-Bundesliga: Live auf Eurosport und DFB-TV Bayern München holt Amber Brooks zurück Verónica Boquete als Transfercoup Wenige Tage vor Start in die Allianz Frauen-Bundesliga und dem Ende des Transferfensters hat der Macher des Frankfurter Frauenfußballs der Ligakonkurrenz mit der Verpflichtung der spanischen Nationalspielerin Verónica Boquete einen echten Kracher präsentiert. Und vor allem der Konkurrenz aus Wolfsburg eine Kampfansage erteilt. „Natürlich würden wir uns wieder gerne für die Champions League qualifizieren, denn es ist wichtig, in drei Wettbewerben dabei zu sein. Aber wir müssen nicht gewinnen. Wir halten den Ball flach und konzentrieren uns auf aktuelle Herausforderungen.“
Welchen Platz wird der 1. FFC Frankfurt in der Saison 2014/15 belegen?
Potente Neuzugänge Mit Boquete und Jessica Fishlock, die frühestens zum zweiten Saisonspiel gegen den MSV Duisburg eingesetzt werden kann, verstärkte sich der 1. FFC Frankfurt gezielt, genauso wie mit den Verpflichtungen von Stürmerin Mandy Islacker sowie den beiden Leverkusenerinnen Kathrin Hendrich und Marith Prießen. Darüber hinaus sollen sechs junge Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs langsam an höhere Aufgaben herangeführt werden: Melissa Friedrich, Valentina Limani, Jana Löber, Saskia Matheis, Alina Ortega Jurado und Jessica Reinhardt.
Etat unverändert Mit einem Basisetat von 1,8 Millionen Euro, der bei positivem Verlauf in der Champions League Richtung Zwei-Millionen-Marke gehen soll, will man dem Liga-Primus VfL Wolfsburg Paroli bieten. Doch die vor einer Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegene Célia Sasic warnt davor, nur die Topteams im Auge zu haben. „Die vermeintlich Größeren können Punkte gegen vermeintlich Kleine liegen lassen. Deswegen kann man nicht sagen, die Saison entscheidet sich zwischen zwei oder drei Mannschaften.“
‘Vero’ schwer zu stoppen FFC-Trainer Colin Bell ist von seinem Team und den Neuzugängen überzeugt. „Wir haben eine tolle Mannschaft und es war nicht einfach, diese Mannschaft noch besser zu machen. Die beiden Leverkusenerinnen hatte ich schon in Bad Neuenahr auf dem Zettel, Mandy Islacker ist eine Konstante im Toreschießen, die unsere offensiven Optionen vergrößert, Fishlock bringt britische Tugenden mit, und ‚Vero‘ ist mit ihrer individuellen Qualität nur schwer zu stoppen.“
Spiel in München als Standortbestimmung Und so sollen bei der ersten echten Standortbestimmung am Sonntag beim FC Bayern München die ersten Punkte eingefahren werden. „Ich interessiere mich gerade nur für das Spiel bei Bayern München. Wir verfolgen ein Ziel, aber ich tue das Schritt für Schritt. Wir wollen um den Titel mitspielen und in DFB-Pokal und Champions League soweit wie möglich kommen. Wir haben letztes Jahr das Fundament gelegt, aber ein Stück hat gefehlt, daraus müssen wir lernen.“
Mit Marozsán nach München Mit in München dabei sind US-Rückkehrerin Kerstin Garefrekes und Neuzugang Verónica Boquete. Und auch eine, die in den vergangenen Wochen für mächtig Wirbel gesorgt hat: Dzsenifer Marozsán. „‚Dzseni‘ hat im Training und in jedem Testspiel jede Minute gespielt und Spielfreude gezeigt. Sie ist hier und das soll so bleiben. Alles andere waren Nebengeräusche.“