1. FFC Frankfurt zittert sich in die Champions League

Von am 1. Juni 2014 – 18.41 Uhr 103 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat sich durch einen glücklichen Last-Minute-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam einen Startplatz für die UEFA Women’s Champions League gesichert, musste den Erfolg aber teuer bezahlen. Dabei waren die Gäste über weite Strecken der Partie das bessere Team und verschossen sogar einen Elfmeter. Die TSG 1899 Hoffenheim sicherte sich den Klassenerhalt.

Beim 2:1 (1:0)-Sieg vor der Frankfurter Bundesliga-Rekordkulisse von 7 250 Zuschauern im Volksbank Stadion brachte Lira Alushi in ihrem letzten Heimspiel die Frankfurterinnen kurz vor der Pause in Führung (42.), ein Eigentor von Saskia Bartusiak, die sich bei der Aktion schwer verletzte, brachte den Ausgleich (61.). In der Nachspielzeit gelang Kerstin Garefrekes der schmeichelhafte Siegtreffer (90.+4).

Potsdam vergibt beste Chancen
Die Frankfurterinnen dominierten die ersten zehn Minuten mit zwei guten Chancen von Ana Maria Crnogorcevic, doch nach einer knappen Viertelstunde setzte Julia Simic einen Nachschuss an die Latte, FFC-Torhüterin Desirée Schumann hatte zuvor einen Schuss von Lisa Evans pariert (14.). Es war der Auftakt zu einer Drangperiode der Gäste, nur eine Minute später war Schumann gegen Evans erneut zur Stelle, ein Drehschuss von Ada Hegerberg ging am Tor vorbei (28.).

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Führung durch Alushi
Die Frankfurterinnen fanden nach einer guten halben Stunde wieder besser in die Partie und gingen kurz vor der Pause in Führung, als Potsdams Torhüterin Anna Sarholz einen Schuss von Simone Laudehr zwar per Fußabwehr klären konnte, Alushi aber im Nachsetzen die Führung erzielte (42.). Kurz darauf wäre Alushi fast der zweite Treffer gelungen, doch Sarholz lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte.

Bartusiak verletzt sich bei Eigentor schwer
Doch die Potsdamerinnen kamen mit Hilfe der Gastgeberinnen in die Partie zurück. Saskia Bartusiak beförderte unter Bedrängnis von Hegerberg einen Ball per Kopf zum Ausgleich ins eigene Netz und verletzte sich im Zusammenprall mit der herauslaufenden Schumann schwer – Bartusiak soll sich nach einer ersten Diagnose einen Riss des hinteren Kreuzbands zugezogen haben.

Schumann hält Elfmeter von Mjelde
Für Frankfurt war der Gegentreffer zunächst ein Hallo-Wach-Signal, Kozue Ando, Dzsenifer Marozsán und Melanie Behringer bei einem Freistoß verfehlten ihr Ziel. Frankfurt ging jedoch zunehmend die Puste aus und Turbine blies zur Schlussoffensive. Erst klärte Schumann gegen Hegerberg (77.), kurz darauf holte Crnogorcevic die Norwegerin von den Beinen – Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt, doch Schumann parierte den Versuch von Maren Mjelde (81.).

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Die Frankfurterinnen feierten einen Last-Minute-Sieg (Archivbild) © Zetbo / Framba-Fotos.de

Garefrekes sorgt für Entscheidung
Die Norwegerin und Julia Simic kamen zu weiteren Chancen für die Gäste, doch als in der fünfminütigen Nachspielzeit vieles auf ein Remis hindeutete, war Kerstin Garefrekes zur Stelle, die per Kopf den 1. FFC Frankfurt in die Königsklasse schoss und auch die letzten Hoffnungen der Potsdamerinnen zunichte machte (90.+2).

Wolfsburg löst Pflichtaufgabe
Der VfL Wolfsburg kam beim BV Cloppenburg zu einem 2:0 (0:0)-Sieg und kann somit am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt mit einem Sieg erneut Deutscher Meister werden. Martina Müller erzielte für die Wolfsburgerinnen beide Treffer (55., 90.+2).

Hoffenheim sichert Klassenerhalt
Der FC Bayern München kassierte im Sportpark Aschheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim nach 2:0 Führung eine 2:3 (2:1)-Niederlage. Ein Eigentor von Leonie Pankratz (1.) und Lena Lotzen (17.) sorgten für eine Zwei-Tore-Führung, doch zwei Treffer der zukünftigen Münchnerin Mana Iwabuchi (21., 85.) und ein Tor von Sabina Stoller (55.) sorgten für den Klassenerhalt der Elf aus dem Kraichgau.

Duisburg fast gerettet
Der MSV Duisburg kam beim FF USV Jena zu einem 1:1 (1:0) und kann nun am letzten Spieltag gegen den VfL Sindelfingen mit einem Sieg den Klassenerhalt sichern. Sofia Nati brachte die Duisburgerinnen in Führung (6.), doch Julia Arnold gelang spät der Ausgleich (88.).

Essen und Leverkusen siegen
Die SGS Essen kam zu einem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den SC Freiburg. Sara Däbritz brachte die Gäste zwar in Führung (29.), doch Charline Hartmann (55.) und Vanessa Martini (88.) drehten die Partie zugunsten der Gastgeberinnen. Bayer 04 Leverkusen kam zu einem 6:0 (2:0)-Sieg beim VfL Sindelfingen. Sharon Beck (15.), Marisa Ewers (44.), Carolin Simon (66.), Francesca Weber (69.), Isabella Linden (71.) und Lisa Schwab erzielten die Treffer.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 21. Spieltag

1. FFC Frankfurt 1. FFC Turbine Potsdam 2:1 (1:0)
VfL Sindelfingen Bayer 04 Leverkusen 0:6 (0:2)
FC Bayern München TSG 1899 Hoffenheim 2:3 (2:1)
FF USV Jena MSV Duisburg 1:1 (0:1)
BV Cloppenburg VfL Wolfsburg 0:2 (0:0)
SGS Essen SC Freiburg 2:1 (0:1)

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Frankfurt 21 79:13 53
2. VfL Wolfsburg 21 66:15 52
3. 1. FFC Turbine Potsdam 21 63:19 48
4. FC Bayern München 21 48:26 38
5. FF USV Jena 21 35:31 30
6. Bayer 04 Leverkusen 21 44:37 26
7. SGS Essen 21 36:42 24
8. SC Freiburg 21 32:40 22
9. TSG 1899 Hoffenheim 21 38:60 22
10. MSV Duisburg 21 20:45 19
11. BV Cloppenburg 21 32:53 17
12. VfL Sindelfingen 21 4:116 2

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

103 Kommentare »

  • balea sagt:

    Die rote Karte – Szene von Anonma wird aus irgendeinem Grund stets weiter hochgekocht.

    Interessanterweise wird zZ nur diskutiert, inwieweit sie selbst „Schuld“ hat.

    Völlig vergessen ist der Hinweis, dass ein „emotionales“ Beschreien gegnerischer Spieler oder gar DFB personal seitens der Bank sicher mit Spielsperre bestraft wird, wenn es MF (siehe Klopp) wäre.

    Noch haben wir keine abschliessende Stellungnahme des DFB.

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  • never-rest sagt:

    Die sheldon-Prophezeiungen sollten Pflichtlektüre für die WOB-Elf und Kellermann vor dem Endspiel gegen den 1FFC sein. Das spart WOB jede Taktikschulung mit Videoanalyse und die Motivationsansprache vor dem Match. Nach dem Spiel wird uns sheldon dann erklären, warum alles anders gelaufen ist, als er vorher in seiner Glaskugel gesehen hat.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Laudehr muss Müller nur über 90 Minuten in Privatbetreuung nehmen…“

    Ich gehe nicht davon aus, dass Frankfurt so verteidigen wird. Wolfsburg ist, was die Positionen angeht, ziemlich flexibel, z.B. kann es sein, dass Müller häufig über links kommt. Ihr dann als Innenverteidigerin überallhin zu folgen, würde nur die defensive Grundordnung durcheinanderbringen. Zumindest bei Standards wird sich Simone Laudehr wie schon im Hinspiel um Alexandra Popp kümmern.

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