1. FFC Frankfurt zittert sich in die Champions League

103

Der 1. FFC Frankfurt hat sich durch einen glücklichen Last-Minute-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam einen Startplatz für die UEFA Women’s Champions League gesichert, musste den Erfolg aber teuer bezahlen. Dabei waren die Gäste über weite Strecken der Partie das bessere Team und verschossen sogar einen Elfmeter. Die TSG 1899 Hoffenheim sicherte sich den Klassenerhalt.

Beim 2:1 (1:0)-Sieg vor der Frankfurter Bundesliga-Rekordkulisse von 7 250 Zuschauern im Volksbank Stadion brachte Lira Alushi in ihrem letzten Heimspiel die Frankfurterinnen kurz vor der Pause in Führung (42.), ein Eigentor von Saskia Bartusiak, die sich bei der Aktion schwer verletzte, brachte den Ausgleich (61.). In der Nachspielzeit gelang Kerstin Garefrekes der schmeichelhafte Siegtreffer (90.+4).

Potsdam vergibt beste Chancen
Die Frankfurterinnen dominierten die ersten zehn Minuten mit zwei guten Chancen von Ana Maria Crnogorcevic, doch nach einer knappen Viertelstunde setzte Julia Simic einen Nachschuss an die Latte, FFC-Torhüterin Desirée Schumann hatte zuvor einen Schuss von Lisa Evans pariert (14.). Es war der Auftakt zu einer Drangperiode der Gäste, nur eine Minute später war Schumann gegen Evans erneut zur Stelle, ein Drehschuss von Ada Hegerberg ging am Tor vorbei (28.).

Führung durch Alushi
Die Frankfurterinnen fanden nach einer guten halben Stunde wieder besser in die Partie und gingen kurz vor der Pause in Führung, als Potsdams Torhüterin Anna Sarholz einen Schuss von Simone Laudehr zwar per Fußabwehr klären konnte, Alushi aber im Nachsetzen die Führung erzielte (42.). Kurz darauf wäre Alushi fast der zweite Treffer gelungen, doch Sarholz lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte.

Bartusiak verletzt sich bei Eigentor schwer
Doch die Potsdamerinnen kamen mit Hilfe der Gastgeberinnen in die Partie zurück. Saskia Bartusiak beförderte unter Bedrängnis von Hegerberg einen Ball per Kopf zum Ausgleich ins eigene Netz und verletzte sich im Zusammenprall mit der herauslaufenden Schumann schwer – Bartusiak soll sich nach einer ersten Diagnose einen Riss des hinteren Kreuzbands zugezogen haben.

Schumann hält Elfmeter von Mjelde
Für Frankfurt war der Gegentreffer zunächst ein Hallo-Wach-Signal, Kozue Ando, Dzsenifer Marozsán und Melanie Behringer bei einem Freistoß verfehlten ihr Ziel. Frankfurt ging jedoch zunehmend die Puste aus und Turbine blies zur Schlussoffensive. Erst klärte Schumann gegen Hegerberg (77.), kurz darauf holte Crnogorcevic die Norwegerin von den Beinen – Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt, doch Schumann parierte den Versuch von Maren Mjelde (81.).

Der 1. FFC Frankfurt jubelt
Die Frankfurterinnen feierten einen Last-Minute-Sieg (Archivbild) © Zetbo / Framba-Fotos.de

Garefrekes sorgt für Entscheidung
Die Norwegerin und Julia Simic kamen zu weiteren Chancen für die Gäste, doch als in der fünfminütigen Nachspielzeit vieles auf ein Remis hindeutete, war Kerstin Garefrekes zur Stelle, die per Kopf den 1. FFC Frankfurt in die Königsklasse schoss und auch die letzten Hoffnungen der Potsdamerinnen zunichte machte (90.+2).

Wolfsburg löst Pflichtaufgabe
Der VfL Wolfsburg kam beim BV Cloppenburg zu einem 2:0 (0:0)-Sieg und kann somit am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt mit einem Sieg erneut Deutscher Meister werden. Martina Müller erzielte für die Wolfsburgerinnen beide Treffer (55., 90.+2).

Hoffenheim sichert Klassenerhalt
Der FC Bayern München kassierte im Sportpark Aschheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim nach 2:0 Führung eine 2:3 (2:1)-Niederlage. Ein Eigentor von Leonie Pankratz (1.) und Lena Lotzen (17.) sorgten für eine Zwei-Tore-Führung, doch zwei Treffer der zukünftigen Münchnerin Mana Iwabuchi (21., 85.) und ein Tor von Sabina Stoller (55.) sorgten für den Klassenerhalt der Elf aus dem Kraichgau.

Duisburg fast gerettet
Der MSV Duisburg kam beim FF USV Jena zu einem 1:1 (1:0) und kann nun am letzten Spieltag gegen den VfL Sindelfingen mit einem Sieg den Klassenerhalt sichern. Sofia Nati brachte die Duisburgerinnen in Führung (6.), doch Julia Arnold gelang spät der Ausgleich (88.).

Essen und Leverkusen siegen
Die SGS Essen kam zu einem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den SC Freiburg. Sara Däbritz brachte die Gäste zwar in Führung (29.), doch Charline Hartmann (55.) und Vanessa Martini (88.) drehten die Partie zugunsten der Gastgeberinnen. Bayer 04 Leverkusen kam zu einem 6:0 (2:0)-Sieg beim VfL Sindelfingen. Sharon Beck (15.), Marisa Ewers (44.), Carolin Simon (66.), Francesca Weber (69.), Isabella Linden (71.) und Lisa Schwab erzielten die Treffer.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 21. Spieltag

1. FFC Frankfurt1. FFC Turbine Potsdam2:1(1:0)
VfL SindelfingenBayer 04 Leverkusen0:6(0:2)
FC Bayern MünchenTSG 1899 Hoffenheim2:3(2:1)
FF USV JenaMSV Duisburg1:1(0:1)
BV CloppenburgVfL Wolfsburg0:2(0:0)
SGS EssenSC Freiburg2:1(0:1)

Tabelle

RangVereinSpieleTorePunkte
1.1. FFC Frankfurt2179:1353
2.VfL Wolfsburg2166:1552
3.1. FFC Turbine Potsdam2163:1948
4.FC Bayern München2148:2638
5.FF USV Jena2135:3130
6.Bayer 04 Leverkusen2144:3726
7.SGS Essen2136:4224
8.SC Freiburg2132:4022
9.TSG 1899 Hoffenheim2138:6022
10.MSV Duisburg2120:4519
11.BV Cloppenburg2132:5317
12.VfL Sindelfingen214:1162

Letzte Aktualisierung am 7.12.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

103
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
103 Kommentar-Themen
0 Themen-Antworten
1 Follower
 
Kommentar, auf den am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar-Thema
39 Kommentatoren
FFFannever-restbaleaSheldondummkopf/niemand Neueste Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Sheldon
Sheldon

@Hitzfeld: Wer es in 90 Minuten nicht schafft, aus 5-10 Torchancen auch nur ein Tor zu machen und wem auch ein Elfmeter nicht reicht, der ist selbst schuld. Selbst das eine Tor musste Frankfurt für Potsdam schießen. Die Tore waren nicht glücklich, sondern sie waren das Ergebnis dessen, dass Frankfurt einfach den Tick zielstrebiger war. Potsdam ist mir vor allen Dingen immer dann aufgefallen, als es ausgeglichen stand. Zwischen dem 1:0 und 1:1 dagegen waren sie nahezu kaum präsent. Hätte Bartusiak Potsdam nicht zurück ins Spiel gebracht, hätte man am Ende gar nicht so zittern müssen. Zudem sollte Potsdam sich… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

Und eines sollte man Frankfurt auch lassen: Wenn du in einem so wichtigen Spiel in der 93. Minute das Siegtor machst, dann hat das nix mit Dusel zu tun, sondern einfach mit einem unbändigen Siegeswillen und einem unglaublichen Selbstvertrauen. Das hat man auch im Stadion gemerkt, die Stimmung war so, dass man felsenfest noch damit gerechnet hat, dass Frankfurt hier das Ding wuppt. Dass es dann nach einem Freistoß von Behringer ist, sei dahin gestellt. Übrigens, Potsdam kann sich jetzt erstmal freuen, dass Alushi in Richtung Frankreich unterwegs ist und man nicht mehr gegen sie ranmuss. Sie hat in 3… Weiterlesen »

BirgitsStiefsohn
BirgitsStiefsohn

Ein glücklicher Sieg war es zweifelsohne. Aber von „Dusel“-Toren kann man allenfalls beim Ausgleich der Potsdamerinnen sprechen. Und eine Mannschaft, die reihenweise Großchancen ausläßt, muß dann eben mit so einem Ergebnis leben. Bei Frankfurt haben eigentlich nur Schumann, Crnogorcewicz, Bianca Schmidt und natürlich Kerstin Garefrekes wirklich überzeugt. Erschreckend schwach das Spiel von Behringer und Ando (letztere in der 2. Halbzeit etwas besser), bei denen wirklich jeder Pass beim Gegner landete. So wie Potsdam durch das Mittelfeld spazieren konnte, so kann der FFC gegen Wolfsburg sicher nicht bestehen. Aber nächsten Sonntag ist ein neuer Tag, und das spielerische Potential hat der… Weiterlesen »

Michele
Michele

Das klar bessere Team hat heute verloren. Mit dieser Leistung hat mein FFC nächste Woche in Wolfsburg keine Chance!
Kopf hoch, Sassi!

karl
karl

Das war wirklich ein sehr gluecklicher Sieg fuer Frankfurt heute. Anders als von manchen vorhergesagt(z.b.Sheldon) oder tiefgestapelt (diverse Potsdam Anhaenger) war es ganz sicher kein einseitiges Spiel , schon garnicht in die prophezeite Richtung.

Tommy
Tommy

Der Frankfurter Sieg war wirklich ziemlich Glücklich. Dass sich Potsdam auch fragen muss, warum sie ihre Chancen nicht genutzt haben stimmt jedoch auch. Im Abschluss war das bei Turbine auch schwach. Wo Frankfurt zielstrebiger war habe ich nicht gesehen.

Herr Schulze
Herr Schulze

Das war der stärkste Auftritt einer Gästemannschaft in Frankfurt in dieser Saison. Für mich war Julia Simic in einem nachgerade fröhlich kombinierenden Team die herausragende Spielerin gegen einen plan- und weitgehend hilflosen FFC, der am Ende so platt war, dass er auch über ein Unentschieden glücklich gewesen wäre. In diesem einen Punkt muss ich als Augenzeuge Sheldon doch sehr widersprechen. Es kam nch dem 1-1 und selbst nach dem Elfer nichts Zwingendes und schon gar nichts Zielstrebieges nach vorne. Kein Druck, kein Wollen (- und kein Können). Der Strafstoß zum Sieg wurde knapp hinter der Mittellinie ausgeführt. Garefrekes allein überzeugte… Weiterlesen »

Maxemus
Maxemus

Grottenschlechtes Spiel von Frankfurt. Mal wieder. Aber sie konnten besser Tore schiessen als Potsdam und so geht das Spiel. Trotzdem: Zufrieden darüber, dass man gewonnen hat, weil der Gegner das Toreschiessen alles andere als erfunden hat, das ist nicht fett. Trotz CL-Quali, ich bleibe dabei: Mit Bell wird der Frankfurter FF nicht blühen. Wenn sie tatsächlich Meister werden sollten, dann nicht Meister meines Herzens. Fällt mir schwer, mich über den Sieg zu freuen.

timmy
timmy

Da nun der dritte Startplatz für Deutschland entfällt, muss Twente garantiert nicht mehr die Qualifikation spielen.

https://en.wikipedia.org/wiki/2014–15_UEFA_Women's_Champions_League

be
be

Ich möchte gar nicht so viel zu dem Spiel in Frankfurt sagen. Denn Potsdam hatte in der Tat mehr als genug Chancen, das Spiel anders ausgehen zu lassen. Schade, aber irgendwie wieder einmal bezeichnend für die ganze Saison. Und da es nächsten Sonntag gegen Bayern um gar nichts mehr geht, werden sicher auch nicht so viele Zuschauer ins Karli finden, um zumindest Platz zwei in der Zuschauertabelle zu verteidigen. 🙁 Kopf hoch, denn die Leistung heute hat, trotz unglücklichen Ausgangs, für das Spiel letzte Woche wieder versöhnt. Mund abwischen, und nächste Saison die ganze Trauer von der Seele spielen! Wenn… Weiterlesen »

Altwolf
Altwolf

Bitter für Turbine sich für so ein engagiertes Spiel nicht belohnt zu haben. Auch für den BV Cloppenburg ist es bitter mit diesem guten Team und richtig guter Zuschauerresonanz absteigen zu müssen. Beim Spiel gegen die Wölfinnen haben sie auch in der 2.HZ immer gut dagegen gehalten und einen hohen läuferischen u. kämpferischen Aufwand betrieben, jedoch kam nur ein Lattentreffer durch M.Islaker dabei heraus. Neben ihr ragten beim BVC noch Jakobsen u.E.Chandaranate heraus. WOB war zwar spieltechnisch besser, jedoch auch durch die attakierenden BVCerinnen sehr fahrig beim Paßspiel und Spielaufbau. Kessi u. Lena heute nicht so dominant im Spiel und… Weiterlesen »

dummkopf
dummkopf

Alles ruhig? Alles geschockt? FFC wegen schockierender Leistung? TP wegen des Aus? Oder wegen der Wende? 2 Sturmspitzen-Revolution? Oder schaut der Trainer nun doch nach und hört doch noch auf „solche“ Spielerinnen, die ihm bei seinem Job helfen, wie in Wob? Es hätte doch fast schon gewundert, wenn nichts unvorhergesehenes passiert, aber mit so einem Spiel hätte wohl trotzdem kaum jemand gerechnet. Wenigstens die super-routinierte FFC-Truppe hatte bisher als einzige einigermasssen konstant ihre Leistung gebracht. Ein hinteres Kreuzband ist extrem selten. So ein Zusammenstoss zwar auch, aber ob da diagnosefähige Leute vor Ort waren? Mehr als Daumendrücken für Bartusiak ist… Weiterlesen »

Jan
Jan

Kennt Ihr DEN schon: Schießt ’ne Norwegerin ’n Elfmeter! 😉

Altwolf
Altwolf

@Sheldon.

Kein User hier gehrt so „unkritisch“ mit „seinem“ Team um wie du. 🙁

Was du da wieder für „Abhandlungen“ schreibst und „Erklärungen“ abgibst – erweckt jedesmal den Eindruck das von dir „Porphezeite“ noch irgendwie „hinzudrehen“.

Heute wollte der „Fußballgott“ offenbar die CL für den 1.FFC klarmachen – und fertig !

Das sich die Turbinen nochmal zu so einer Leistung auf dem Platz steigern konnten ist wohl das Einzige, was ihnen davon noch bleibt – ich hatte es ihnen aber auch zugetraut.

enthusio
enthusio

Potsdam hat ja wirklich die Seuche am Fuß. Erst gestern die mehr als unglückliche Niederlage nach dem Platzverweis im B-Juniorinnen-Finale gegen Bayern und dann heute die Last-Minute-Niederlage gegen Frankfurt. Immerhin ist heute wenigstens Turbines 2. Mannschaft Meister der 2. Bundesliga Nord geworden. Ich bin wirklich schon auf den Neuaufbau mit den sehr talentierten U17-Spielerinnen gespannt und wünsche Bernd Schröder da ein glückliches Händchen.

speedy75
speedy75

Alle Achtung für diese Leistung von Turbine, das einzige was gefehlt hat waren die Tore, die Chancen dazu waren ja da, nur leider hat man es eben verpasst auch die Tore zu machen.
Ich bin auch sehr gespannt wie sich Turbine zur kommenden Saison aufstellen wird.

Bei Frankfurt ist weiterhin deutlich erkennbar wie wichtig Kerstin Garefrekes immer noch ist.

Saskia Bartusiak gute Besserung.

Grace Kelly
Grace Kelly

ohne Herz für einen Bundesligaverein finde ich es sehr schade, dass es nächste Saison keine 3 deutschen Championsleague Teilnehmerinnen gibt. Insbesondere da Potsdam OL rausgeworfen hat…

Winter
Winter

Eines der besten Spiele der Turbinen in dieser Saison und in Frankfurt.
Vamos Turbine, das war wirklich sehr gut.
Manchmal fehlt halt das Quentchen Glück, das hatten wir die letzten zwei Spielzeiten nicht. Das kehrt aber mit harter Arbeit zurück!!!

Ola
Ola

Bezüglich der Spielerinnenproblematik bezeichnend hier folgende Aussage von B.Schröder:

„… Ausländerinnen, die den Verein schon nach kurzer Zeit wieder verlassen wollen, werden wir in Zukunft nicht mehr verpflichten.“

enthusio
enthusio

In Essen war heute gegen Freiburg die schlechteste 1. Halbzeit der Essenerinnen zu erleben, die ich jemals gesehen habe. Dörpinghaus (Essen) und Leupolz (Freiburg) fehlten verletzt, die verletzten Spielerinnen Natalia Mann und Anja Berger wurden vor Spielbeginn offiziell verabschiedet. Bei Essen lief überhaupt nichts zusammen, ein Fehlpaß jagte den anderen, es war grausam anzusehen. Die einzige Torchance stammte von Madeline Gier, die nach einer Vorlage von Sarah Doorsoun den Ball flach am Freiburger Tor vorbeischoss. Eine Freiburger Spielerin dagegen traf in der 30. Minute nach einem katastrophalen Rückpass von Ioannidou zunächst den Pfosten, bevor Sara Däbritz den Abpraller über die… Weiterlesen »