Wolfsburg mit Sieg gegen Potsdam zurück im Titelkampf

Von am 16. Mai 2014 – 22.10 Uhr 62 Kommentare

Meister VfL Wolfsburg hat das Nachholspiel vom 17. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gegen den 1. FFC Turbine Potsdam gewonnen und sich somit im Kampf um den Meistertitel zurückgemeldet. Dabei profitierte Wolfsburg vom frühen Platzverweis gegen Turbine-Stürmerin Genoveva Anonma. Die nach einer Bauchmuskelzerrung überraschend in der Startformation stehende Wolfsburger Kapitänin Nadine Keßler brachte ihr Team in Führung (28.), Selina Wagner machte nach einer guten Stunde den Endstand perfekt (62.). Die Gäste mussten über weite Strecken der Partie zu Zehnt spielen, da Genoveva Anonma früh wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte sah (15.).

Zerfahrene Partie
Die 3 123 Zuschauer im VfL-Stadion am Elsterweg sahen eine über weite Strecken zerfahrene Partie, die durch viele Nickligkeiten und Unterbrechungen geprägt war. Bei Turbine feierte Anna Sarholz im Tor nach langer Zeit ihr Bundesliga-Comeback.

Anonma sieht die Rote Karte, Führung durch Keßler
Beiden Teams war der gegenseitige Respekt in der Anfangsphase anzumerken und die Emotionen kochten erstmals hoch, als Anonma von Schiedsrichterin Marija Kurtes wegen unsportlichen Verhaltens des Platzes verwiesen wurde. Die beste Chancen hatten dennoch zunächst die Gäste, als Tabea Kemme einen Freistoß aus rund 30 Metern nur knapp am Tor vorbeisetzte (25.). Doch kurze Zeit später gingen die Gastgeberinnen in Führung, als Wagner unter Bedrängnis das Auge für die freistehende Keßler hatte, die aus zwölf Metern den Ball zur Wolfsburger Führung ins Netz schob (28.).

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Bremer muss raus
Wolfsburg übernahm nun mehr und mehr das Kommando, Alex Popp köpfte am Tor vorbei (31.). Potsdam musste früh die am rechten Knöchel angeschlagene Pauline Bremer gegen Jennifer Zietz auswechseln (33.), ein weiterer herber Rückschlag für die Gäste.

Wensing trifft Latte
Die Wolfsburgerinnen kamen mit Schwung aus der Kabine, Luisa Wensing hatte Pech, dass sie nach einer Ecke nur die Latte traf (46.). Turbine kam in die Nähe des Ausgleichs, doch Jennifer Cramer traf im Strafraum den Ball nicht richtig (54.). Wolfsburg machte jedoch weiter Druck, die Potsdamer Hintermannschaft hatte Glück bei einem Versuch von Martina Müller (56.).

Nadine Keßler

Kapitänin Nadine Keßler erzielte die Wolfsburger Führung (Archiv-Bild) © Karsten Lauer / girlsplay.de

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Wagner erhöht
Kurz darauf war Sarholz gegen Noelle Maritz und Steffi Bunte auf der Hut (58.). Die Wolfsburgerinnen belohnten sich für die Druckphase mit dem 2:0, als Wagner einen Querpass von Keßler sicher verwertete (62.). Müller und Anna Blässe hatten in der Folge Chancen, die Führung weiter auszubauen.

Schult verhindert Anschlusstreffer
Dennoch wäre Turbine in der Schlussphase fast noch einmal herangekommen, denn Zietz zog aus aussichtsreicher Position ab, doch Wolfsburg Torhüterin Almuth Schult parierte mit der linken Hand reflexartig (86.), so dass es beim verdienten Wolfsburger Erfolg blieb, der das Team nun bis auf einen Punkt an die beiden führenden Teams 1. FFC Frankfurt und 1. FFC Turbine Potsdam herangebracht hat.

Frauen-Bundesliga, 17. Spieltag, Nachholspiel

VfL Wolfsburg 1. FFC Turbine Potsdam 2:0 (1:0)

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. 1. FFC Frankfurt 19 72:11 47
2. 1. FFC Turbine Potsdam 19 60:15 47
3. VfL Wolfsburg 19 60:15 46
4. FC Bayern München 19 45:23 35
5. FF USV Jena 19 33:29 28
6. Bayer 04 Leverkusen 19 36:35 22
7. SGS Essen 19 34:37 21
8. SC Freiburg 19 29:36 21
9. TSG 1899 Hoffenheim 19 34:53 19
10. MSV Duisburg 19 19:43 18
11. BV Cloppenburg 19 30:49 16
12. VfL Sindelfingen 19 3:109 1

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

62 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @shane.

    Genau das ist das „Dilemma bei diesem ganzen „Szenario“.
    Wenn Anonmas Foul an N.Maritz zurecht als Tätlichkeit geahndet worden wäre, dann hätte es diese unglückliche „Verkettung“ nicht gegeben.

    Was auch immer gegenüber Anonma geäußert worden ist, hätte B.Schröder in dem Wissen um die „Sensibilität“ dieser heiklen Thematik insbes. in Deutschland, sich erst bei beiden Seiten vergewissern sollen, was da dezidiert von WOBs Seite zugerufen worden war, bevor er sich dazu äußert.

    Leider hat er sich DFB-TV gegenüber zu dem Hinweis auf „diskriminierende“ Äußerungen hinreißen lassen, weshalb wegen der nun öffentlich gemachten „Brisanz“ des Vorfalles – zumal er dann auch noch damit begründet der Presse-Konferenz fernblieb – die Klärung der Fakten nicht mehr möglich waren und DFB-TV deshalb wohl auch die Interviews herausgenommen hat, um ncht „unbewiesene“ Anschuldigungen zu verbreiten.

    Egal, welche Seite nun Unrecht hat, es wird nach dem Weg durch die Medien etwas „hängenbleiben“ und das ist es was den Verantwortlichen des VFL und damit auch der Stadt und dem Volkswagenwerk auf den Nägeln brennt.

    Und wie schnell man dann als „Rassisten“ ohne konkreten Beweis gebranntmarkt wird hat sich ja schon erkennen lassen.

    So ist auch zu verstehen, daß R.Kellermann am Turbine-Bus gewartet hat, bis sich die Gelegenheit zum Gespräch mit B.Schröder ergab. Was da letztendlich herausgekommen ist, ist nicht bekannt geworden.

    Ich kann nur hoffen, daß sich das Ganze als „unglückliches “ Mißverständnis herausstellt und diese Debatte damit überflüssig wird.
    Solche gegenseitigen „Anfeindungen“ braucht kein Mensch.

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  • FFFan sagt:

    @ Altwolf:
    „Wenn Anonmas Foul an N.Maritz zurecht als Tätlichkeit geahndet worden wäre, dann hätte es diese unglückliche “Verkettung” nicht gegeben.“

    Du übersiehst dabei, dass das Spiel nach dem Foul gemäß der Vorteilsregel zunächst weiterlief. Selbst wenn es als Tätlichkeit gewertet worden wäre, hätte die Rote Karte erst bei der nächsten Spielunterbrechung gezeigt werden können. Da hatte die „Verkettung“ aber bereits stattgefunden.

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