WM-Quali: DFB-Elf will Siegesserie ausbauen
In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2015 empfängt die deutsche Nationalmannschaft heute ab 17 Uhr (live im ZDF) in Osnabrück das Team der Slowakei. Das Stadion an der Bremer Brücke ist für den deutschen Frauenfußball ein geschichtsträchtiger Ort, an dem auch heute wieder vieles auf einen Erfolg der bislang ungeschlagenen DFB-Elf deutet.
1989 gewann die deutsche Mannschaft die Europameisterschaft, und es drängten tausende Menschen ins Stadion – viele bekamen an der Bremer Brücke, heute osnatel-Arena, keine Eintrittskarte mehr. “Vorher hat man in der Liga vor 50 bis 100 Zuschauern gespielt. Bei der Nationalmannschaft waren die Spiele mit 1000 Zuschauern besucht, und plötzlich war das Stadion von jetzt auf gleich voll”, erinnert sich Bundestrainern Silvia Neid , 1989 als Spielerin auf dem Feld. Am Ende gewann die DFB-Elf sensationell mit 4:1 gegen Norwegen. “Wir hatten da zum ersten Mal das Gefühl, dass der Frauenfußball angenommen wurde in Deutschland.”
Platz zwei im Erfolgsfall sicher Als “Motivationskick, sich gut präsentieren zu wollen” beschreibt Abwehrspielerin Josephine Henning den Spielort und die Geschichte von 1989, die zum Zeitpunkt des Endspiels noch nicht einmal auf der Welt war. Von der Bedeutung jener Partie ist das Qualifikationsspiel heute Abend weit entfernt, gegen die Slowakei wäre alles andere als ein klarer Erfolg eine große Überraschung. Und wenn die DFB-Elf am Ende als Sieger vom Platz geht, ist ihr in der Qualifikationsgruppe 1 der zweite Rang schon nicht mehr zu nehmen. Klar aber auch, dass das nur die erste Etappe ist, denn auch der Gruppensieg – und damit die direkte WM-Qualifikation – wäre der deutschen Mannschaft mit dann zwölf Punkten Vorsprung auf Russland nur noch theoretisch zu nehmen.
Improvisation im Sturm Verzichten muss Neid in Osnabrück auf die verletzten Célia Šašić und Alexandra Popp. “Natürlich geht uns jetzt ein bisschen der Sturm aus, aber da müssen wir improvisieren”, sagt die Bundestrainerin, die Fatmire Alushi und Jennifer Cramer nachnominiert hat. “Es gibt genug Spielerinnen, die auf dieser Position agieren können, und das haben wir auch versucht im Training.”
Mit Kombinationsfußball durchs Abwehrbollwerk Die Slowakinnen, die im Hinspiel mit 6:0 besiegt werden konnten, erwartet Neid sehr defensiv. “Wir sind auf drei Punkte aus, und dazu braucht man auch Tore. Wenn wir ein gutes Kombinationsspiel aufziehen, wenn wir gute Ideen haben, uns durch das Bollwerk durchzuspielen und es schaffen, gute Flanken zu spielen und gut nachschieben werden wir diese Tore auch machen.” Geleitet wird die Partie am Abend von FIFA-Schiedsrichterin Séverine Zinck aus Frankreich .