SGS Essen zieht ins DFB-Pokalfinale ein

Von am 12. April 2014 – 16.52 Uhr 33 Kommentare

Die SGS Essen hat den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Mit einem Sieg gegen den SC Freiburg zog die Elf von Trainer Markus Högner ins DFB-Pokalfinale ein. Die eingewechselte Sarah Freutel wurde in der Nachspielzeit zur Matchwinnerin.

Beim 1:0 (0:0, 0:0)-Sieg nach Verlängerung erzielte Freutel in der 107. Minute nach Pass der ebenfalls eingewechselten Isabelle Wolf den goldenen Treffer, als sie Freiburgs Torhüterin Laura Benkarth umkurvte und den Ball ins Netz schob.

Kämpferische Partie
Dabei sahen 2 300 Zuschauer im Stadion Essen eine bis zur Verlängerung eine ausgeglichene und umkämpfte Partie mit leichten Vorteilen für Freiburg, in der beide Seiten sich zwar einige Chancen erarbeiteten, aber keine Tore erzielte.

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Starke hat Führung auf dem Fuß
Doch gegen Ende der regulären Spielzeit kamen die Essenerinnen immer besser in die Partie. Zuvor hatte Sandra Starke für die Gäste die beste Chance zur Führung ausgelassen (53.), für Essen vergab Wolf eine gute Gelegenheit (74.).

Essen immer besser
In der Verlängerung gewann Essen immer mehr die Oberhand, einen Schuss von Wolf parierte Benkarth glänzend (92.). In der 107. Minute war es dann soweit und Freutel brachte ihr Team in Führung. „Es ist schön, dass ich das entscheidende Tor gemacht habe. Wir spielen nicht oft vor so vielen Zuschauern, das ist natürlich ein schönes Gefühl. Jetzt wird ordentlich gefeiert“, so Freutel.

Doorsoun-Khajeh lässt Großchance aus
Drei Minuten später hatte Sara Doorsoun-Khajeh den Matchball auf dem Fuß, doch sie traf aus 20 Metern bei leer stehendem Tor den Ball nicht richtig. Mit einem Schuss neben das Tor vergab Fiona O’Sullivan die letzte Chance der Gäste, sich ins Elfmeterschießen zu retten (117.).

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Die SGS Essen feierte den größten Erfolg der Vereinsgeschichte (Archivbild) © Frank Gröner / girlsplay.de

Högner: „Erfolg erstmal genießen“
Essens Trainer Markus Högner meinte: „Wir wollen das jetzt erst mal genießen. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten und wir sind froh, dass wir es für uns entschieden haben. Wir haben ein relativ gutes Spiel gemacht, man hat aber in einigen Szenen gemerkt, dass die Mannschaft verunsichert war.“

Sehrig: „Spiel auf hohem Niveau“
Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig erklärte: „Es war Spiel auf sehr gutem, hohem Niveau. Es ist natürlich weniger schön, dass wir 0:1 verloren haben. Bei ihrer Chance hatte Starke wohl zu viel Zeit nachzudenken. Wir haben in der ersten Halbzeit gezeigt, wie wir spielen wollen, umso ärgerlicher, dass wir es nicht geschafft haben.“

Finale am 17. Mai
Das Finale im DFB-Pokal wird am Samstag, 17. Mai, 16.30 Uhr, im RheinEnergieStadion in Köln ausgetragen. Der Finalgegner der SGS Essen wird am Sonntag, 13. April, 13 Uhr (live im HR) zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem SC Sand ermittelt.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • dummkopf sagt:

    @waiiy@enthusi …

    Es gibt fast gar keine Spielerin, die „das Tempo bestimmen“ kann, oder „das Spiel schnell machen“ oder „Tempo rausnehmen“. Die „Jungen“ allesamt schon gleich gar nicht.
    Auch die N11-Spielerinnen spielen selbst in ihren Club-Teams eben mit, wie es gerade läuft, und wenn sie den Ball bekommen machen sie entsprechend eben eventuell ein bisschen mehr draus als andere.
    Richtig „Dreh- und Angelpunkt“ kann wohl bloss Goessling, wenn sie fit ist (aber auch nicht in der N11), phasenweise noch Simic. Bei allen anderen ergibt sich das eben alle paar Spiele einmal eher zufällig, dass sie eine zeitlang mehr im Zentrum des Geschehens stehen. (Behringer, Maro, Alushi, Ando, Kessler, …, oder bei der SGS bei Doorsun, Dallmann oder Hartmann)
    Dafür war das von Leupolz am Sa schon relativ viel. Aber in erster Linie bestand auch bei ihr die „Auswirkung“ meistens aus gewonnen Zweikämpfen. Man sollte aber nicht unterschätzen, was für eine Auswirkung das auf ein Spiel hat, wenn eben sagen wir selbst nur alle 3 Minuten eine Mannschaft den Ball behält, weil jemand einen Ball besser sichern kann, oder einen Angriff des Gegners unterbinden, weil er einen Zweikampf gewinnt. Das sind dann in einer Halbzeit eben 15 Angriffe mehr, und dann merkt man, wie viel das ist.

    Und L.s Nachlassen war sicher nicht allein ausschlaggebend, aber ein wesentlicher, wenn auch nicht so auffälliger, Anteil an der Oberhand, die Essen mehr und mehr gewonnen hat.

    Die Notwendigkeit der Auswechslung Leupolz war allerdings gut erkennbar. Man hat gesehen, dass sie kaum noch humpelfrei gehen konnte.
    Die Spielerinnen sollten das selber merken, können es aber anscheinend oft nicht. Bezeichnend, dass Högner genau das im Kreis angemahnt hat. Er kennt wohl die Mentalität seiner Mädels. Lässt aber auch Rückschlüsse zu, was da noch im Argen liegt. Ich kann mir das nur schwer vorstellen. Man(n) kann doch 110% gehen, und dann merken, wenn Schluss ist. Komisch.

    Jedenfalls ein gutes Zeichen, wenn Leupolz es von sich aus gemeldet hätte, aber auch, falls man das beim SCF von draussen erkannt hätte. Goessling und Wob haben es jedenfalls wochenlang nicht erkannt, mit den bekannten Folgen.

    Es spielt auch gar keine so ganz entscheidende Rolle, wie lang man spielt (waiiy:45Min!, ausser es sind bloss noch am Schluss ein paar Minuten), es wäre fast schon ein schlechtes Zeichen, speziell für eine junge Spielerin, wenn man keine 48h nach einem Länderspiel nochmal 90Min Pokal voll durchhält. Da ist mehr die mentale „Belastung“ das Problem.
    Wer einmal eine richtig bedeutende Prüfung geschrieben oder abgelegt hat, auf die man sich entsprechend vorbereiten musste, sollte gemerkt haben, dass man sich danach auch körperlich erschöpft und schlapp fühlt, auch wenn man nichts körperlich anstrengendes tun musste.

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  • FF-Fuchs sagt:

    Die Analysen von @Dummkopf und @enthusio sind genau auf den Punkt gebracht.

    Ein schwaches Spiel mit vielen Abspielfehlern.

    Interessant das Stateman von Trainer Sehrig: Wir haben Essen nicht unterschätzt, was wir unterschätzt haben war das Publikum, so auf der Homepage vom SC Freiburg.

    Und @dummkpf hat völlig recht, wie kann man eine O`Sullivan mehrere Spiele auf der Bank versauern lassen, eine Spielerin die die meisten Tore für Freiburg geschossen hat. Dafür ist eine nicht Bundesligataugliche M. Krüger regelmäßig in der Startelf zu finden.

    Aus meiner Sicht hat der Trainer einiges falsch gemacht. Die Auswechslung von Juliane Meier, die beste Elfmeterschützin bei Freiburg.(Es hätte ja Elmeterschießen geben können). Die Einwechslung von M. Krüger statt Laura Störzel um die Abwehr zu verstärken.
    Und auf der Hompage Sinngemäß zu lesen: Es fehlte an Kraft um das Spiel noch umbiegen zu können, das sagt alles über das Training aus.

    In einem anderen Traid, zum Wechsel von M.Leupolz, habe ich schon erwähnt, dass sich die Mannschaft nicht weiter entwickelt hat und auf niedrigem Niveau stehen geblieben ist.

    Unter diesen Umständen befürchte ich, dass noch einige etablierte Spielerinnen den Verein nach dieser Runde verlassen werden.

    Mein Fazit: So eine Mannschaft hat so einen unerfahrenen Trainer nicht verdient!!

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  • Maskal69 sagt:

    Glückwunsch nach Essen! Also ich sehe die Chance bei 50:50 den Pokal zu gewinnen. Den Trainer Högner ist ein Taktikfuchs und wird sein Team optimal auf die Partie einstellen.

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  • Sheldon sagt:

    @Maskal: Keine Chance! Essen hat überhaupt keine Qualität auf dem Platz, wie man gegen Freiburg gesehen hat.

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  • dummkopf sagt:

    @sheldon
    Dass dir an einem angenehmen gegenseitigen Umgangston nicht sonderlich viel liegt, ist ja weder zu übersehen, noch zu kritisieren, solange es im Rahmen bleibt.
    Was es bei dir meist tut, da du ja nicht wirklich die von dir Gescholtenen triffst, sondern eher dich selbst zum … machst, wie auch hier wieder so vortrefflich demonstriert.

    Seit kurzem stehst du ja auch offen dazu, dass dir ein freundlicher Umgangston anderer untereinander regelrecht „auf die Nerven“ geht (s. Wolfsburg vs TP Fans). Ein interesanter Aspekt.

    Auch in der Sportpsychologie wird widersprüchlich diskutiert, ob die „Elf-Freunde“ Theorie wirklich die beste Mannschaftsleistung erzeugt. Es gibt Menschen, die – wohl aus eigener Gewohnheit im eigenen privaten Umfeld – in einem Klima des Streits und der Konfrontation gegeneinander bessere Leistungen erbringen und sich wohler fühlen. Hast du das bei dir auch schon beobachtet?

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  • Sheldon sagt:

    @dummkopf: Thema verfehlt: Es geht hier nicht um das Klima INNERHALB der Teams, sondern um das Klima ZWISCHEN den Teams. Und dort gilt: Je angespannter, desto besser für die Medien und für die Professionalisierung des Sports.

    Wobei, wenn ich mir die Bayern um 2000 ansehe, dann gings da durchaus schon mal innerhalb des Teams hoch her. Und auch in der Mannschaft von 1954 hatte man kantige Köpfe, die durchaus mal ausgetickt sind. „Freunde“ heißt ja nicht, dass es nicht zu Streit oder Konfrontation kommt.

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  • Maskal69 sagt:

    @ FF-Fuchs: Dein Kommentar zu Freiburg sehe ich genau so. Das kann am Ende für Freiburg eventuell ganz eng werden und am letzten Spieltag kommt Cloppenburg.

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  • constance sagt:

    Das Spiel war ein einziger Grottenkick: Planlos nach vorne gehauene Bälle, Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten: Wie kommt Freiburgs Trainer zu der Ansicht, das Spiel sei „eine Werbung für den Frauenfußball“? Und wieso war er von der Kulisse von 2500 Zuschauern „überrascht“? Viel schwerer wiegen die taktischen Defizite, die letztlich zum 0:1 geführt haben. Beide Außenverteidigerinnen waren fast immer zu weit aufgerückt (besonders die linke). Bei so einem wichtigen Spiel macht man doch in der Verlängerung die Räume dicht und rettet sich bei nachlassenden Kräften ins Elfmeterschießen!

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  • enthusio sagt:

    @constance:

    Naja, es wurde ja mehr als einmal Abseits gegen Essen gepfiffen, nur eben nicht in der spielentscheidenden Szene.
    Dein letzter Satz ist aber sicherlich bedenkenswert.

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  • xyz sagt:

    Sheldon,Essen verfügt zwar nicht über qualitativ hochwertige Spielerinnen,aber sie besitzen ein Kämpferherz.Diese Tatsache haben schon Potsdam und auch Frankfurt bitter bemerken müssen!Aus diesem Grund ist am 17.5 ALLES möglich,auch ein Sieg der Essener!Denn wenn man die letzten Ligaspiele betrachtet, haben die Essener zwar sehr wenig gezeigt.Frankfurt hat aber auch nicht so richtig überzeugen können,wenn man bedenkt wieviel A-Natiospielerinnen auf dem Platz standen.

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  • Sheldon sagt:

    @xyz: Dazu muss Essen überhaupt erstmal ein Tor erzielen. So etwas wie im Ligaspiel wird Frankfurt sicher kein zweites Mal passieren. Und auch aufs Elfmeterschießen würde ich mich nicht verlassen, denn Schumann hat ihre Qualitäten als Elfmeterkillerin bereits bewiesen, vor 3 Jahren gegen Duisburg, namentlich gegen die beiden N11-Spielerinnen Bresonik und Krahn.

    Frankfurt hat insofern überzeugt, als dass sie die letzten Spiele alle immer 100% unter Kontrolle hatten. Nur das eine kuriose Gegentor gegen Essen in den letzten 8 Spielen, das ist eine Topbilanz. Und so langsam kommt auch der Offensivexpress wieder ins Rollen, insbesondere, wenn Alushi wieder richtig fit ist.

    Man sollte daran denken, dass zum Endspiel und den letzten Saisonspielen Bartusiak und Huth wieder fit sein werden und man dadurch noch mehr Qualität in der Mannschaft haben wird.

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  • Zaunreiter sagt:

    Sheldon, mich ekelt deine testosterongesteuerte Arroganz an, wenn du Aggression im Sinne der Medien und der Professionalisierung des FF anmahnst. Dem muß ich entschieden widersprechen! Das ist nicht förderlich, sondern kontraproduktiv!

    Mich wundert es ja, dass deine destruktiven Meinungen hier immer wieder durchgelassen werden.

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  • pmm... sagt:

    Glückwunsch nach Essen! In einer schwachen Partie hat sich Essen in der Verlängerung durch mehr Klarheit im Zusammenspiel den Sieg verdient.
    Mir ist aufgefallen das die Freiburger ihr frisches ballsicheres System der letzten Saison, schon die ganze Spielzeit, nicht mehr beherrschen. Ich bin überzeugt der alte Trainer hätte die Mannschaft dieses Spieljahr noch stärker gemacht.

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