Turbine Potsdam kritisiert Bremer-Nominierung

Von am 1. April 2014 – 15.23 Uhr 105 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam hat am Tag nach der erstmaligen Nominierung seiner Spielerin Pauline Bremer für die A-Nationalelf öffentlich Kritik in Richtung DFB und Bundestrainerin Silvia Neid geäußert.

Am Montag hatte der DFB bekanntgegeben, dass Bremer für die verletzte Célia Šašić für die beiden Qualifikationsspiele zur Frauenfußball-WM 2015 in Kanada gegen die Republik Irland und Slowenien nachnominiert wird.

Potsdam kritisiert mangelnde Kommunikation
„Schließlich gab es durch den DFB die öffentliche Bekanntgabe der Nachnominierung, ohne mit unserem Verein das Für und Wider abgestimmt zu haben“, kritisiert der Verein in einer gemeinsamen schriftlichen Stellungnahme von Trainer Bernd Schröder und Geschäftsführer Mathias Morack.

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Überraschende Entscheidung
„Die Nominierung von Pauline Bremer für die oben genannten Spiele hat uns sehr überrascht, unter anderem, weil es gewissermaßen ohne ‚Vorwarnung‘ geschah.“ Zudem habe Schröder erst am Montagabend um 20.12 Uhr über Handy von Bremer erfahren, dass sie nachnominiert worden sei.

Bernd Schröder

Kritik am DFB: Turbine-Trainer Bernd Schröder. © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Nominierung zum falschen Zeitpunkt?
In der Stellungnahme heißt es weiter: „Auch wir haben gerade für eine 17-Jährige eine angemessene Fürsorgepflicht auf allen Wegen der sportlichen und beruflichen Entwicklung, die wir gemeinsam mit dem Elternhaus ständig abstimmen. Wir haben letztendlich Pauline Bremer keine Steine in den Weg gelegt. Es fehlt uns aber nach wie vor an Überzeugung, dass es für sie zum derzeitigen Zeitpunkt eine ausgewogene Entscheidung ist.“

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Turbine verlangt Aussprache
Laut Verein sei dies „leider kein Einzelfall einer mangelnden Kommunikation der verantwortlichen Trainerinnen des DFB mit den Vereinen.“ Und es heißt weiter: „Eine Aussprache mit allen Beteiligten erachten wir als dringend notwendig.“

DFB: Verein wurde informiert
Der DFB teilte auf Anfrage mit, Spielerin und Verein seien vor der öffentlichen Bekanntgabe informiert worden. So habe Assistenztrainerin Ulrike Ballweg Schröder am Montagabend um 18.45 Uhr eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen, den Rückruf Schröders, der beim Zweitligaspiel Union Berlin gegen Energie Cottbus weilte, jedoch verpasst und deswegen noch eine SMS geschickt.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

105 Kommentare »

  • dummkopf sagt:

    @rockpommel
    Gehen wir einmal davon aus, dass es stimmt, dass du kein Fleischwarenfachverkäufer bist.
    Das sagt aber dann doch auch noch nichts aus über die Fähigkeit, eine Halbzeit über eigene Kommentare nachzudenken?
    Insbesondere wenn man dem Leser ständig zu lesen gibt, wie man fachliche Argumentation durch leere Phrasen ersetzt, die inhaltlich nicht viel zur Sache tun. Dann können eigene Kommentare schnell einmal so wirken, als würden sehr viele Fleischwarenfachverkäufer da wesentlich überzeugender agieren.

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  • AdiPreissler sagt:

    Was für eine Verantwortung? Ich habe nirgends gelesen, dass Neid Bremer zur Rettung des deutschen Frauenfußballs geholt hat, damit sie gegen das übermächtige Slowenien per Hattrick doch noch die WM-Qualifikation sichert.
    Verantwortung hat sie in Potsdam, wo sie im Verbund mit etlichen Auslandssöldnerinnen Meisterschaft und Championsleague holen soll, wo sie von ihrem Trainer schon als 16-Jährige in der Vorsaison in 11 Erstligaspielen und in dieser Saison in 20 Spielen, fast immer über die vollen 90 Minuten, eingesetzt wurde.

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Hohe Töne! Wer sagt denn, dass Neid keine bessere Spielerin hat in der Offensive? Wenn es nur darum geht, dann wäre Bremer wahrscheinlich nicht mal im erweiterten Kader.

    Wir haben genug: Celia, Marozsan, Popp, Müller, Alushi, Huth, Simic, Lotzen, Knaak, Linden, Mittag, Dallmann, Magull, Keßler, Islacker, um nur mal 15 Spielerinnen zu nennen, die auf den 4 Offensivpositionen vor Bremer stehen.

    Also mal keine Sorge! Und von DEM großen Ausnahmetalent zu sprechen, ist auch reichlich übertrieben. Sie mag vielleicht DIE große Ausnahme ihres Jahrgangs sein, doch dahinter kommt gleich noch ein Riesentalent, dem ich, wenn sie nicht auch so einen Verletzungsmarathon hinlegt wie andere, noch mehr zutraue, und zwar: Ricarda Walkling. Was für ein Spielverständnis sie jetzt schon hat, ist unglaublich, und das mit gerade einmal 17 Jahren.

    Übrigens, schaut man sich einmal an, dass Sara Däbritz im letzten Jahr mit 18 Jahren Europameisterin wurde, dann brauchen wir nicht lange darüber zu diskutieren, ob Bremer das Ausnahmetalent schlechthin ist. Wie Däbritz wird sie sicher nur Randfigur bleiben!

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  • Karl sagt:

    Warum muss eigentlich der DFB ueberhaupt den Vereinstrainer informieren? Reicht es nicht wenn die Spielerin informiert wird und die kann dann ja den Trainer informieren, oder er holt sich die Information von den DFB pages wie alle anderen auch?

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  • FFFan sagt:

    @ Karl:
    „Warum muss eigentlich der DFB ueberhaupt den Vereinstrainer informieren? Reicht es nicht wenn die Spielerin informiert wird und die kann dann ja den Trainer informieren…“

    Im Prinzip schon, aber Bernd Schröder (Jg. 1942) ist gewissermaßen noch ‚vom alten Schlag‘ und mit dieser indirekten Art der Kommunikation nicht einverstanden. Offenbar erwartet er, dass die Bundestrainerin vor jeder Nominierung einer Turbine-Spielerin sich mit ihm ‚ins Benehmen setzt‘.

    Vielleicht ist es -wie ‚waiiy‘ oben angedeutet hat- wirklich ein Generationenkonflikt.

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