Frankfurt zurück an der Spitze, “Big Points” für Hoffenheim
Der 1. FFC Frankfurt hat sich gegen den BV Cloppenburg die Tabellenführung in der Frauen- Bundesliga zurückgeholt. Der BVC musste dabei nicht nur eine deutliche Niederlage einstecken, sondern kurz darauf noch hinnehmen, dass mit der TSG 1899 Hoffenheim die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf gleich dreifach punktete.
„Jetzt hoffen wir natürlich, dass Hoffenheim später nicht auch noch gewinnt“, erklärte Cloppenburgs Trainerin Tanja Schulte nach der deutlichen 0:7 (0:5)-Schlappe beim 1. FFC Frankfurt, denn dann erlebe man einen wirklich bitteren Tag. Doch genauso sollte es kommen: Mit zwei späten Treffern siegten die Hoffenheimerinnen gegen Bayer 04 Leverkusen mit 5:3 (2:2) und brachten dadurch nun sechs Punkte zwischen sich und den BVC.
Schwarzer Tag für Cloppenburg „Wir wollten versuchen, möglichst lange die Null zu halten – das hat ganze vier Minuten funktioniert“, so Schulte über eine Anfangsphase, die ihre Mannschaft schneller als gedacht auf die Verliererstraße brachte. Nach einem Eckball wurde Simone Laudehr von der BVC-Abwehr viel zu frei gelassen – die Nationalspielerin bedankte sich mit dem 1:0 für die Gastgeberinnen (4.). Als „gnadenlos effektiv“ bezeichnete Schulte das folgende Auftreten der Frankfurterinnen in der ersten Halbzeit, denn die nutzen die Fehler der Gäste eiskalt aus. Vor 1760 Zuschauern gelang Kerstin Garefrekes in der 16. Minute das 2:0, bis zur Pause schraubten Kozue Ando (24., 37.) und Célia Šašic (33.) das Ergebnis bis auf 5:0. Und FFC-Trainer Colin Bell freute sich, schön herausgespielte Tore „und keine Glücksdinger“ seiner Mannschaft gesehen zu haben.
Behringer und Šašic treffen Die Effizienz, die die Gastgeberinnen in der ersten Halbzeit zeigten, fehlte allerdings in den zweiten 45 Minuten, in denen zahlreiche Möglichkeiten zum Teil leichtfertig vergeben wurden. Auf der anderen Seite agierte aber auch der BVC nun stärker und ließ sich angesichts des Spielstandes nicht hängen. Zu einem Treffer reichte es dennoch nicht, die fielen weiter auf der Gegenseite. Als Annabel Jäger im Strafraum angeschossen wurde, entschied Schiedsrichterin Marija Kurtes auf Handelfmeter – Melanie Behringer verwandelte sicher (74.). Drei Minuten später legte Šašic das 7:0 nach. Dass beim FFC nichts zu holen sein würde, hatte man auf Cloppenburger Seite fast erwartet. Sieben Gegentore schmerzten dennoch, denn „beim Torverhältnis schießen wir uns natürlich ins Hintertreffen“, so Schulte.
Hoffenheim setzt sich ab Während die Frankfurterinnen nun wieder mit einem Punkt Vorsprung auf den 1. FFC Turbine Potsdam an der Tabellenspitze liegen, bleibt der BV Cloppenburg mit neun Punkten auf dem vorletzten Tabellenrang. Fünf Punkte beträgt mittlerweile der Rückstand auf das rettende Ufer. Der neue Tabellennachbar heißt dabei SC Freiburg, denn die TSG 1899 Hoffenheim feierte einen 5:3-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Entsprechend glücklich zeigte sich TSG-Trainer Jürgen Ehrmann nach dem umkämpften Spiel: „Wir sind glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Insgesamt war es verdient. Wir haben uns nun ein kleines Polster auf Cloppenburg aufgebaut – es war ein wichtiger Sieg für uns“. Doch zuvor sah er eine Partie, bei der seine Mannschaft zwischenzeitlich auch in Rückstand gelegen hatte.
Leverkusen dreht Rückstand Die Hoffenheimerinnen gingen bereits in der 18. Minute nach Vorarbeit von Mana Iwabuchi durch Sabine Stoller in Führung. Nur fünf Minuten später musste die TSG allerdings den Ausgleich hinnehmen, als Nina Claassen am langen Pfosten frei zum 1:1 traf. Es blieb in der Folge ein offenes und intensives Spiel. Beide Mannschaften schenkten sich in den Zweikämpfen nichts, und ein Ballverlust der Hoffenheimerinnen führte in der 34. Minute zum 2:1 für die Gäste. Die Werkself schaltete schnell um, und Lisa Schwab vollendete den Angriff. In der 38. Minute konnte Christine Schneider per Foulelfmeter zum 2:2 ausgleichen – Iwabuchi hatte den Elfmeter herausgeholt.
Iwabuchi an allen Toren beteiligt Schon vier Minuten nach dem Wiederanpfiff gingen die Leverkusenerinnen durch einen Kopfball Claassen erneut in Führung. Ehrmann reagierte, brachte mit Tiffany Cameron eine weitere Offensivkraft und setzte mit diesem Wechsel einen Volltreffer: Die Kanadierin erzielte in der 57. Minute mit ihrem ersten Ballkontakt das 3:3 nach Vorarbeit von Mana Iwabuchi. Die Japanerin war es dann, die auch noch an den beiden weiteren TSG-Treffern beteiligt war: Zehn Minuten vor dem Ende bereitete sie das 4:3 von Stoller vor, in der 86. Minute gelang ihr der 5:3-Endstand selbst.
Die weiteren Partien des 14. Spieltags Bereits am Mittwoch gewann der 1. FFC Turbine Potsdam mit 4:0 beim MSV Duisburg, und der VfL Sindelfingen unterlag dem VfL Wolfsburg mit 0:7 . Am Samstag siegte der FC Bayern München mit 3:0 gegen die SGS Essen; der FF USV Jena und der SC Freiburg trennten sich 2:2 .