Algarve Cup: DFB-Elf zieht ins Finale ein

Von am 7. März 2014 – 19.37 Uhr 52 Kommentare

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel hat die deutsche Frauenfußball-Nationalelf vorzeitig das Finale beim Algarve Cup gereicht. Gegen China musste sich die DFB-Elf aber lange gedulden, ehe Anja Mittag der goldene Treffer gelang.

Beim 1:0 (0:0) gegen die Chinesinnen dauerte es im Estádio Municipal in Albufeira bis zur 84. Minute, ehe Anja Mittag aus 20 Metern nach Vorarbeit von Sara Däbritz der Siegtreffer gelang. Damit hat die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid nach dem 5:0-Sieg zum Auftakt gegen Island vorzeitig die Finalteilnahme perfekt gemacht.

Frühe Chance durch Popp, China kontert
Bis dahin hatte die deutsche Mannschaft zwar eine überlegene Vorstellung geboten, aber keine Lücke in der chinesischen Abwehr gefunden, der Gegner war zudem bei gelegentlichen Kontern gefährlich.

Anzeige
Anja Mittag

Anja Mittag erzielte den entscheidenden Treffer © Nora Kruse

Alex Popp hatte früh mit einem Flugkopfball die Chance zur Führung, verpasste das Tor aber knapp (4.). China hatte seine beste Chance durch Yang Li, die ebenfalls nur knapp scheiterte (20.). Auch Dzsenifer Marozsán schaffte es zweimal nicht, den Ball im Gehäuse unterzubringen (29., 42.).

Mittag macht späten Sieg perfekt
Nach einer knappen Stunde hatte dann Mittag die Führung auf dem Fuß, doch sie verzog aus aussichtsreicher Position, nachdem Melanie Leupolz den Ball im Mittelfeld erobert hatte (57.).

Jetzt lesen
U17-EM: DFB-Elf stürmt ins Finale

Tabea Kemme musste verletzungsbedingt wegen einer Oberschenkelprellung gegen Bianca Schmidt getauscht werden (69.). Als in der Schlussphase es bereits nach einem Remis aussah, sorgte Mittag doch noch für die Erlösung (84.).

Deutschland – China 1:0 (0:0)

Deutschland: Schult – Kemme (69. Schmidt), Krahn, Henning, Maier – Keßler (46. Leupolz), Goeßling – Alushi (80. Däbritz), Marozsán (46. Mittag), Popp (46. Laudehr), Šašić

China: Zhang Yue – Liu Shanshan, Li Dong Na, Wu Haiyan, Wang Shanshan – Ren Guixin, Zhang Rui – Wang Lisi (44. Hang Peng), Li Ying (90. Wang Chen), Gao Qi (50. Xu Yanlu), Yang Li (76. Lou Jiahui)

Tore: 1:0 Mittag (84.)

Gelbe Karten: Popp; Wang Shanshan, Wang Lisi

Schiedsrichterin: Sheena Dickson (Kanada)

Zuschauer: 500

Norwegen verliert erneut
Möglich wurde der vorzeitige Finaleinzug der DFB-Elf durch die neuerliche Niederlage Norwegens. Nach dem 0:1 zum Auftakt gegen China verlor der Vize-Europameister nun gegen Island mit 1:2. Der Siegtreffer für die Isländerinnen fiel in der 85. Minute.

USA verpassen Finaleinzug
Den Finaleinzug verpasst haben hingegen die US-Amerikanerinnen – und das erst zum zweiten Mal in den vergangenen zehn Jahren. Nach dem 1:1 gegen Japan zum Auftakt musste sich der Olympiasieger nun Schweden mit 0:1 geschlagen geben. Den entscheidenden Treffer erzielte Lotta Schelin bereits in der 24. Minute. Abby Wambach vergab in der zweiten Halbzeit einen Foulelfmeter. Im zweiten Spiel der Gruppe B setzte sich Japan mit 1:0 gegen Dänemark durch. Hier erzielte Mana Iwabuchi von der TSG 1899 Hoffenheim in der 43. Minute den einzigen Treffer der Partie. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen liegt Schweden an der Spitze der Gruppe.

Österreich unterliegt Nordkorea
In Gruppe C verlor Österreich mit 0:2 gegen Nordkorea, im zweiten Spiel setzten sich die Russinnen mit 3:1 gegen Portugal durch. Angeführt wird das Klassement von Nordkorea.

Schlagwörter: , ,

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

52 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Bei allen Ergebnissen sollte immer beachtet werden, dass die Nordamerikanerinnen und die Asiatinnen dieses Jahr Ihre Kontinentalmeisterschaften austragen. Mit anderen Worten ist für sie das Turnier an der Algarve genauso wichtig wie der Wasserstand der mittleren Autobahn. Es wird einfach zum Formaufbau bzw. zum Training und Ausprobieren genutzt.

    Anders verhält es sich bei Norwegen, wo von vornherein gesagt wurde, dass man jetzt den Umbruch einleitet und dass man viel Neues probieren wird. Von daher ist auch das Abschneiden von Norwegen bisher keine Überraschung.

    Vor diesen Hintergrund ist es noch interessanter, wie unser Team gegen Norwegen und evtl. Japan spielen wird.

    (0)
  • enthusio sagt:

    Es soll Leute geben, die glauben, dass Ranglisten irgendeine Aussagekraft besitzen. Mich überzeugen eher aktuelle Ergebnisse. 🙂

    (0)
  • noworever sagt:

    @sheldon
    „Es geht hier nicht um spielerische Details, es geht um die Einstellung zum Spiel!“

    mangelt es an der nötigen (inneren) einstellung, kommt es automatisch zu einer gewissen ‚ausstellung‘ … in der das eigentliche spielerische leichte und ‚elementarische‘ flöten geht.
    statt den ein-fällen kommt es dann zu ausfällen, die wiederum (zur hilfreichen einsicht) eine auszeit beinhalten … das kann (zuerst) das individium/spieler betreffen, als auch (dann) das team (praktisches beispiel: der ffc, dem, jahrelang erfolgs-verwöhnt, die nötige einstellung abhanden ging.)

    all das geschieht natürlich (und völlig) … spielerisch (wie von selbst).

    das schöne an dem spielchen aber ist, dass diese spielregeln nicht nur für den aktiven teilnehmer relevant sind – sondern:
    auch für den beobachter/zuschauer und (oft selbst-ernannten) kritiker.
    geht auch ihm das spielerische verloren … braucht auch er eine auszeit.

    (0)
  • Maxemus sagt:

    @ waiiy: „Mit anderen Worten ist für sie das Turnier an der Algarve genauso wichtig wie der Wasserstand der mittleren Autobahn.“

    Für die US-Girls halte ich das für eine maßlose Übertreibung. Es bedeutet schon was als WRL-Erster zu verlieren, wenigstens für Abby Wambach, wenn man ihre Worte nach dem Spiel liest. Vielleicht hat der Algarve Cup in Deutschland größere Bedeutung, aber du kannst mir nicht erzählen, dass das bisherige Abschneiden die US-Mannschaft nicht kratzt. Bei den Asiatinnen gebe ich dir recht, Ergebnisse sind denen an der Algarve wahrscheinlich nicht so wichtig. Es sei denn, sie würden gewinnen 🙂
    Für Norwegen geht es vorrangig um den Neuaufbau, okay. Trotzdem gibt es da bestimmt mehr Druck als bei Japan oder China. Geht Norwegen ohne einen Punkt aus dem Turnier, dann wird es da aber gehörig im Gebälk knirschen.

    @ SF: „Ja, und wir sind 2. (Differenz zu China: 400 Pkte.) und Island 19. dieser Rangliste und nur 4 Punkte hinter China. :D“

    Der Smilie hat ein verlegenes Lächeln. Bist du nicht eine der Kritiker der WR-Berechnung ? 🙂

    @ Sheldon: „Nordkorea, Neuseeland und Mexiko sind ja auch Über-Gegner.“

    Du zeigst mal wieder FF-Unkenntnis. Diese drei Gegner hintereinander weg zu besiegen zeigt gute Form. Für dich müssten es wohl schon Deutschland, Schweden und die USA sein. Aber dann wäre es sinnlos, dies in Zusammenhang mit dem deutschen Sieg zu bringen. So gesehen ist dein Vorbehalt wie üblich Unsinn.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Maxemus:

    1. Hast du das Spiel gesehen? Wer sagt, dass Nordkorea, Neuseeland und Mexiko so „stark“ wie bei der WM waren? Außerdem hatte China einen klaren Heimvorteil.

    2. Es hätte durchaus ein Unentschieden gegen eine der drei genannten Mannschaften gereicht. Denn zwischen diesen drei Mannschaften und dem Rest der Welt klafft noch eine riesige Lücke, eine Lücke, die normalerweise, wenn diese drei Mannschaften in Topform sind, 3-4 Tore groß ist. Frankreich, Japan und Brasilien sind Teams, die diese Lücke immer mal wieder sporadisch schließen können, aber nicht dauerhaft.

    Ich muss hier gerd.karl mal recht geben. Es gibt weltweit keine Liga im FF, die so gut funktioniert wie in Deutschland. Und das ist ein riesiger Vorteil, weil man eine breite Basis an Nachwuchskräften hat, die regelmäßig und unter Wettbewerbsbedingungen spielen. Es gibt keinen Bruch, wie er nun bei den USA zu befürchten ist,

    Deutschland hat Ressourcen, die die Möglichkeiten selbst von den USA und Schweden weit übersteigen. Schlagen kann Deutschland sich eigentlich nur selbst.

    Und hier komme ich eben zu der Frage der Einstellung: In der N11 hat sich scheinbar eine immense Selbstzufriedenheit breit gemacht. Man klopft sich nur noch selber auf die Schulter und meint: Wir sind doch 2x Weltmeister und 8x Europameister, also was wollt ihr denn? Da darf man dann doch wohl das ein oder andere Spiel verlieren…

    Wieso spielen denn bitte unsere Nationalspielerinnen Fußball? Wegen der guten Erfolgsaussichten oder weil sie Spaß am Fußball haben? Erfolg kann immer nur einer von 12 Bundesligavereinen, eines von 16 WM-Teilnehmern haben.
    Nein, der Spaß am Fußball sollte die Motivation sein. Und davon kommt einfach überhaupt nix rüber. Neid hat immer einen Masterplan, den man abspult und dann allermeist Erfolg hat. Problem: Durchschaut ihn eine Mannschaft, hat man kein Mittel, kein Plan B zur Hand.
    Alles optimiert, aber alles ohne Einbeziehung des Gegners…

    (0)
  • dummkopf sagt:

    @sonic
    🙂 VIELEN DANK für den Link 🙂

    @FF-Tale:
    Wo bist du?
    Ich finde, die Kommentare hier haben zwar inhaltlich kaum etwas mit den Spielen zu tun, sind aber trotzdem indirekt hochinteressant.
    Ich denke, es gibt einen ziemlich interessanten Zusammenhang zur Beliebtheit unserer Bundeslöwin. Die Qualität der FF-Fachkenntnis einiger User verhält sich ziemlich häufig umgekehrt proportional zur Wertschätzung der Welttrainerin.

    Ist es nicht auch interessant zu sehen, wie einige gar nicht merken, dass sie die Sache, für die sie eigentlich eintreten wollen, alleine schon mit der Qualität ihres Beitrags konterkarieren?
    Wobei das natürlich noch mehr auffällt, wenn jemand zu argumentieren versucht, dabei aber deutsche Rechtschreibung verwendet, die einer Satire gleicht.
    Oder man sieht es als Stilmittel, den Leser zum längeren Verweilen auf dem Schriftbild zu verleiten, indem der dreimal schauen muss, was zB mit „schwecher“ gemeint sein könnte.

    Da könnte ich auch deinen Rat gebrauchen. Bei sheldon finde ich es ok, mit ihm einmal einen Scherz zu machen. Der ist, denke ich, schon clever genug, das zu verarbeiten. Bei anderen halte ich mich lieber zurück, da würde ich keinen Rasenmäher-Vergleich anstellen.

    Weil, sagen wir mal so …, auch der obige Satz mit der Rechtschreibung ist ja eigentlich schon grenzwertig, es gibt ja auch Legastheniker, über die man sicher keinen Scherz machen sollte, und die sich sicher auch äussern sollten. Damit meine ich aber ausdrücklich keine hier aktiven User!

    Wohl aber damit: Fällt dir auch auf, dass einige ausgewiesene Natio-„Fans“- Kommentare die Notwendigkeit sehen, sich von gewissen extremen anderen sofort abzugrenzen, um nicht mit „denen“ in einen Topf geworfen zu werden?
    Andere stört das dagegen anscheinend eher weniger.
    Wieder andere merken zwar, das es etwas Bizarres hat, wenn sheldon Maroszan beim FFC als beste Technikerin Deutschlands ansieht, wenn sie ihr Trikot nicht verkehrt herum anzieht.
    Aber sie sehen sie dafür als beste Technikerin der Welt an, wenn ihr das gleiche Kunststück in der Nationalmannschaft gelingt.
    Wieder andere halten jedes Tor der Nationalmannschaft für grundsätzlich unhaltbar. 😉

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Ich will nur kurz auf deinen Beitrag eingehen und dazu zwei Thesen aufgreifen:

    1. „denn erst wenn du im Verein “brillierst” hast du das Anrecht auch für die N11 zu spielen“.

    Jeder, der in den letzten 3 Jahren die Nominierungen für die N11 aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass diese These falsch ist. Es mag sein, dass du erst dann das Anrecht hast, in der Praxis sieht es aber so aus, dass Stallgeruch ziemlich das Einzige ist, was zählt (Beispiele: Schult, Benkarth, Goeßling, Leupolz, Däbritz etc., alle mit mangelhaften Leistungen in der Liga, trotzdem nominiert; auf der anderen Seite mussten Pohlers, Islacker, T. Knaak, Dallmann, Magull, Elsig usw., die trotz wirklich erstklassiger Leistungen keine Chance erhielten.)

    Sportlich hat jeder, der einmal in der N11 ist, seine Nominierung für die nächsten Spiele für die nächsten 10 Jahre fast sicher, wenn nicht Verletzung o. Ä. dazwischen kommt und wenn er es sich nicht böse mit Silvia Neid verscherzt.

    2. „Entscheidend ist dann natürlich der sich einstellende Erfolg, der dann alle erfaßt und die entscheidende Motivation ist.“

    Wow. Besser hätte ich nie den Teufelskreis, der sich aus diesem Satz ergibt, aufzeigen können. Denn wie kann Erfolg die entscheidende Motivation sein, wenn man selbst doch motiviert sein muss, um Erfolg zu haben?
    So wie du diesen Satz schreibst, kann der nämlich zu dem führen, was wir in Wolfsburg zur Zeit an Spielerinnen wie Lena Goeßling, praktisch aber an fast allen Spielerinnen erleben. Denn was passiert, wenn irgendwann der Erfolg ausbleibt? Dann lässt man sich hängen, wird schlechter, der Erfolg verringert sich weiter, die Motivation verringert sich weiter, was wiederum dazu führt, dass der Erfolg sich weiter verringert.

    Es gibt zwei Wege, damit umzugehen: Einen Weg gehen Kellermann und Neid: Sie schrauben die Ziele immer stärker nach unten, um dem zu entgehen, und versuchen, indem sie diese Ziele als Erfolge verkaufen, die Motivation aufrecht zu erhalten. Was passiert dann aber? Dann werden die Spielerinnen unterfordert. Spielerinnen wie Marozsan, Angerer, Celia, Goeßling, Keßler, Mittag, Maier, Alushi, die wissen alle, wo sie hingehören, nämlich auf den WM-Thron. Für sie heißt ein WM-Aus vor dem Finale nur eines: Unter Wert geschlagen. Wieso? Weil sie genau wissen, dass sie das Potential haben, die weltbesten Spielerinnen zu sein.

    Ein solcher Trainer wird irgendwann nicht mehr ernst genommen.

    Und dann gibt es den Weg des Colin Bell: Dieser Weg führt die Spielerinnen weg vom reinen Erfolgsdenken, sondern hin zur spielerischen Idee. Colin Bell fordert und fördert die Spielerinnen. Es vermittelt Spaß und Freude am Fußball, aber auch, dass Profifußball schwere Knochenarbeit ist, die sich aber lohnt. Er ist überzeugt von dem, was er tut.
    Eigentlich ganz einfach, möchte man denken. Es ist auch nicht so, dass ich das nirgendwo in der Liga sonst sehe. Gerade bei Jena und Leverkusen hängt da ne ganze Menge mit am Trainer, der die Spielerinnen scheinbar motivieren kann.
    Es ist auch nicht so, dass Colin Bell das erst in Frankfurt vermittelt hätte. Doch in Frankfurt hat er das Spielerinnenmaterial, mit dem Fußball wirklich richtig Spaß machen kann, weil einfach die technischen und athletischen Fertigkeiten gegeben sind, um den Gegner zu dominieren. In Bad Neuenahr war das Ganze zwar noch nicht so offensichtlich, doch auch da hat Bell schon gezeigt, welche inspirierende Art er hat, und zwar bereits am 6. Spieltag 2011/12 in seiner Wutansprache gegen die Mannschaft. Danach gab es zwar noch eine Niederlage gegen Potsdam, danach aber in 5 Spielen 13 Tore und ein Torverhältnis von 8:0 Toren (insgesamt 484 Minuten ohne Gegentor).
    Ende der Saison 2011/12 bis Anfang der Saison 2012/13 gab es sogar 6 Spiele in Folge ohne Gegentor (insgesamt 661 Minuten).

    Wer will, kann ja mal schauen, wann eine Bundesligaverein zuletzt länger ohne Gegentor geblieben ist.

    Bell fokussiert die Spielerinnen nicht auf das reine Erfolgsdenken, sondern ermutigt sie dazu, sich spielerisch zu verbessern, und fordert auch das Spielerische. Bell ärgert sich nicht nur dann über Fehler, wenn sie zu Gegentoren führen, er ärgert sich über jeden Fehler. Bell fordert von seiner Mannschaft spielerische Dominanz und Effektivität. Bell ist nicht der Typ, der ein glanzloses 1:0 einfach so mal als Erfolg abnickt. Seine Standards sind einfach andere.

    Aber Bell ist eben auch keiner, der bei nem 0:0 mit einem Chancenplus von 25:1 einfach mal sagt: Ja, man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sondern der dann ausflippt, weil die Mannschaft zu schludrig mit den Chancen umgeht.
    Erst wenn in jedem Bereich Dominanz herrscht, dann ist er mal ruhig. Und wenn das eintritt, dann ist die Folge daraus automatisch, dass man die Spiele eben 3:0, 4:0, 7:0 oder auch mal 12:0 oder 15:0 gewinnt, je nach Gegner.

    Denn dann hat man die meiste Zeit den Ball bzw. gewinnt die Zweikämpfe, wenn man ihn sich wiederholt, man besitzt die technischen Fähigkeiten, um eine Geschwindigkeit zu spielen, die der Gegner nicht mitgehen kann, man hat Zug zum Tor und man nutzt die Chancen effektiv.

    Ich sage nicht, dass das, was Kellermann und Neid nicht reicht oder reichen kann. Dazu ist die Qualität ihrer Spielerinnen zu hoch. Doch es geht deutlich mehr und man kann noch viel, viel dominanter werden, wenn man sich ausschließlich auf das eigene Spielerische konzentriert, gerade bei solchen Spielerinnen, bei denen es weitestgehend Gegnerunabhängig ist.

    (0)
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.

    Danke für die recht „ausführliche“ Antwort auf meine Äußerungen.

    Nun ist mir „klar“ geworden, wie „Frau“ in unserem Lande N11-Spielerin wird. Insbes. erfahre ich nun, daß „erstklassige“ Leistung „nicht“ dazu führt.
    Wie passt das denn nun zusammen, daß ja nun vom 1.FFC dort die meisten Spielerinnen gestellt werden ? 🙂

    Dein „Teufelskreis“ Motivation leuchtet mir nicht ein.
    Du „begnügst“ dich mit gutem Spiel und Spielfreude und gibst die „Erfolgsorientierung“ nicht als gleichwertiges Ziel aus.
    Genau diese „gut“ spielenden Mannschaften (gibt es in d. MF-Buli einige)ohne „Erfolg = Punkte“ haben das Problem,daß sie immer mehr in einen „Negativ-Strudel“ geraten.
    Die Lust am Spiel einer einzelnen Spielerin hilft da nicht, sondern nur wenn das Team als Einheit den Erfolg gemeinsam erreicht und erlebt, steigert es das Selbstbewußtsein und die Leistung.

    Ich habe da so meine Zweifel, ob du C.Bell überhaupt kennst, wohl nicht persönlich, noch glaube ich, daß du ständig beim Training anwesend bist und die Trainingsarbeit von C.Bell detailiert beobachtest.
    Alles was du hier zu seiner Arbeit als Trainer äußerst, setzt diese deine tägliche Präsenz beim Training ja voraus, also wohl doch „hineininterpretiert“ mit Eindrücken am PC und vielleicht aus dem ein oder anderen Stadionbesuch.

    Wenn du dann trotzdem diesen deinen Eindruck von C.Bell hast, wie erklärt sich dann die völlig andere Spielweise, als von dir propagiert, beim 0:0 im Heimspiel gegen WOB.

    P.S. Da hatte doch R.Kellermann zuvor noch gesagt er wolle dieses Spiel unbedingt gewinnen und das, wo er doch nach dem Trippel nicht so viel von seinen Spielerinnen verlangen wollte. 🙂

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Wir haben glaube ich unterschiedliche Definitionen von einem guten Spiel. Ein gutes Spiel, was man nicht gewinnt, war nicht gut. Denn entweder, man war nicht überlegen, oder aber, man konnte die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen.

    Bei dem ersten wäre die Problematik bei den Rubriken Ballbesitz, Laufintensität und Zweikampf zu suchen, bei dem zweiten in den Rubriken Passgenauigkeit, herausgespielte Chancen und Chancenverwertung. Alles sind Rubriken, die man so professionalisieren kann, dass man nahezu eine Sieggarantie hat, weil der Gegner keinen Zugriff mehr aufs Spiel bekommt.

    Auch Fußball ist, streng betrachtet, letztlich nur eine Wissenschaft, bei der es darum geht, die richtigen Methoden zu lernen und sie innerhalb der Mannschaft harmonisch einzubringen. Wenn du diese Methoden umsetzt, dann wirst du immer eine Leistung erbringen, die der Grundqualität der Mannschaft angemessen ist. Der einzige Grund, dann keinen Erfolg zu haben, ist der, dass die gegnerische Mannschaft einfach mehr Grundqualität hat.

    Für die Beurteilung der Leistung von Frankfurt beim 0:0 fehlt uns aber etwas Entscheidendes: Die vorgegebene Zielsetzung von Colin Bell. Hat er als Zielstellung einen Sieg ausgegeben? Die Situation vor dem 0:0 macht die Einschätzung nicht einfacher.
    Fehlende IV bei Frankfurt, Umstellungen im Team, erstes Spiel nach der Winterpause, wie man gehört hat, schlechte Bodenverhältnisse, und dann eben die 2 Punkte Vorsprung in der Tabelle auf Wolfsburg: All das lässt durchaus die Vermutung zu, dass Bell einen Gang zurückgeschaltet hat und das Ganze nach dem Motto „Safety First“ gehalten hat. Die „0“ muss stehen.
    Gerade, wenn Kellermann so eine Zielsetzung ausgegeben hat, heißt das, dass die 0 hinten oberste Priorität haben muss, gerade, wenn in der Defensive mit Bartusiak sowieso eine Stütze fehlt. Diese Zielsetzung wäre plausibel und ist im Nachhinein auch besser aufgegangen als erwartet, indem Bayern im nächsten Spiel gleich die 3 Punkte mitgenommen hat. Vielleicht hat Frankfurt auch darauf spekuliert, dass Wolfsburg gegen sie anrennt, man die „0“ halten kann, und Wolfsburg ein paar Tage später von Bayern überrannt wird.

    Derjenige, der meines Erachtens den Fehler hier gemacht hat, war Kellermann, sollte er tatsächlich diese Zielvorgabe ausgegeben haben. Das hieße nämlich, dass er nicht die Fähigkeit besitzt, der Mannschaft das Werkzeug dafür beizubringen, diese Ziele auch zu erfüllen.

    Letztlich muss man auch immer sehen: Mein Ansatz ist nun in erster Linie auf Teams bezogen, die die Qualität im Kader haben, jeden schlagen zu können. Aber er funktioniert auch mit Teams, die dieses Potential nicht haben. Dennoch können sie durch diesen Ansatz viel gewinnen, weil sie sich dadurch automatisch verbessern.

    Doch es führt eindeutig weg von dem Weg, sich Ziele zu setzen, die nicht erfüllt werden, weil der Trainer nicht die Fähigkeiten besitzt, den Spielerinnen Methoden beizubringen oder sie so zu professionalisieren, dass sie eine ihrer Qualität angemessene Leistung bringen können.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Es geht gar nicht um Trainingsdetails. Es geht um die Art des Trainers. Und die kriegt man bereits bei einer Antwort auf eine Interviewfrage mit.

    (0)
  • dummkopf sagt:

    @altwolf
    Diesmal liegst du da mE logisch voll auf der richtigen Seite. Sheldon hat sich eben mal wieder irgendwie zwischen Spielfreude und Bell’schem Fussballstil vergaloppiert und schiesst nun wie eine Flipperkugel immer von den Banden zurückgeworfen, kreuz und quer über den Spieltisch, und versucht vergeblich, den Knopf für die Bonuspunkte zu finden.

    @sheldon
    Das mit dem Spass heisst auch just for fun und ist der Breitensport. Leistungssport heisst so, weil da die Leistung im Vordergrund steht.
    Wenn du von dem Ausgangspunkt mal ausgehst und statt wild durch die Gegend mal ganz ruhig der Reihe nach sortierst, bekommst du erstens keinen Blutdruck und zweitens den Rest besser gebacken, und zwar auch, wie du Bell da vernünftig einordnen kannst.

    (0)
  • Maxemus sagt:

    @ Sheldon: „Wenn du diese Methoden umsetzt, dann wirst du immer eine Leistung erbringen, die der Grundqualität der Mannschaft angemessen ist.“
    Und wenn du immer fleißig betest, kommst du in den Himmel !
    Sag einmal, deckt sich dein Satz wirklich mit dem, was du jeden Tag in der Arbeitswelt oder in der Bildung bei Teams erlebst ? Ich halte das für freundlich gesagt, weltfremd und theoretisch hoch zwei.

    (0)