Frauenfußball-Jahresrückblick 2013 – Mai

Von am 6. Januar 2014 – 12.23 Uhr 26 Kommentare

Womensoccer lässt das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Der Mai stand dabei ganz im Zeichen der zahlreichen Erfolge des VfL Wolfsburg, der mit dem Gewinn des Triples Frauenfußball-Geschichte schrieb.

Der VfL Wolfsburg hat gleich bei seiner ersten Teilnahme die UEFA Women’s Champions League gewonnen. Gegen den favorisierten zweifachen Titelträger Olympique Lyon gab es vor 19 300 Zuschauern an der Londoner Stamford Bridge einen viel umjubelten 1:0-Sieg durch einen verwandelten Handelfmeter von Martina Müller in der 73. Minute.

Erfolgreiche Wochen
Für den VfL Wolfsburg war es die Krönung der erfolgreichsten Wochen der Vereinsgeschichte, denn bereits war das Team von Trainer Ralf Kellermann durch einen 4:0-Sieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr Deutscher Meister geworden und hatte zudem in Köln durch einen 3:2-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam den DFB-Pokal gewonnen.

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Der VfL Wolfsburg hat das Tripel geholt

Der VfL Wolfsburg freut sich über den Champions-League-Sieg gegen Olympique Lyon © Nora Kruse / ff-archiv.de

Neue Spielerinnen
Doch das Team war auch für weitere Schlagzeilen gut, denn Ende des Monats fand nicht nur der Spatenstich für das neue Stadion ab der Saison 2014/15 statt, zudem wurden auch die Verpflichtungen von Nationaltorhüterin Almuth Schult und der Schweizer Nationalspielerin Noelle Maritz bekanntgegeben.

Erkrankung, Verletzungen und Abgänge
Zudem mussten gleich zwei Wolfsburger Nationalspielerinnen ihre Teilnahme an der Europameisterschaft in Schweden absagen: Verena Faißt musste wegen ihrer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber passen, Viola Odebrecht fiel mehrere Monate wegen eines Knorpelschadens und Meniskusrisses im rechten Knie aus. Selina Wagner erlitt einen Kreuzbandriss, nachdem sie zuvor im Champions-League-Halbfinale gegen Arsenal LFC wesentlichen Anteil am Erreichen des Finales hatte. Die Neuseeländerin Rebecca Smith und Eve Chandraratne verließen den Verein.

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Trauer in Bad Neuenahr
Nach dem FCR 2001 Duisburg stellte auch Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Zudem hatte der Verein eine weitere traurige Nachricht zu verdauen, denn der langjährige Präsident Bernd Stemmeler verstarb nach kurzer schwerer Krankheit.

Nadine Angerer

Nadine Angerer wechselte von Frankfurt nach Brisbane © Nora Kruse / ff-archiv.de

Angerer nach Down Under
Der Mai war naturgemäß auch wieder ein Monat, in dem die Vereine und Spielerinnen Weichen für die Zukunft stellen. Für das größte Echo in der Öffentlichkeit sorgte die Ankündigung von Nationaltorhüterin Nadine Angerer, den 1. FFC Frankfurt zu verlassen. Sie verschlug es schließlich zu Brisbane Roar in die australische W-League.

Sehrigs Rückkehr nach Freiburg, Garefrekes verlängert
Der SC Freiburg verpflichtete nach der Trennung von Milorad Pilipovic Dietmar Sehrig als neuen Trainer, der somit an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Die Elf aus dem Breisgau hatte aber auch einige Abgänge zu verzeichnen. Der 1. FFC Frankfurt verpflichtete die mexikanische Nationalspielerin Alina Garciamendez und verlängerte den Vertrag mit Kerstin Garefrekes.

Zahlreiche Vertragsverlängerungen
Beim FF USV Jena verlängerte man die Verträge mit Amber Hearn und Vivien Beil, auch beim FC Bayern München standen einige Vertragsverlängerungen an, unter anderem mit einigen Amerikanerinnen. Die SGS Essen musste Emma Mitchell ziehen lassen, in Leverkusen verlängerten Turid Knaak und Francesca Weber ihre Verträge. Die TSG 1899 Hoffenheim verpflichtete die Dongus-Zwillinge, unter Mithilfe von Birgit Prinz wurde der Aufstieg in die Erste Liga perfekt gemacht, aus der 2. Bundesliga Nord stieg der BV Cloppenburg auf.

Frauenfußball-Jahresrückblick 2013: alle Monate

Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

26 Kommentare »

  • holly sagt:

    @ Sheldon

    du behauptest doch immer das der FFC so eine Übermannschaft ist. Daran messe ich sie. Aber anscheinend gelten deine Kriterien nur für dich.
    Wenn der FFC wirklich so eine Übermannschaft ist dann muss man halt auch gegen solche Teams so hoch gewinnen (was sie auch gemacht haben).
    Aber vor allem muss eine Celia dann viel mehr treffen und nicht so eine erbärmliche Torbilanz aufweisen.

    Das mit den Punkten ist doch nur lächerlich wenn sie meinetwegen in ClP kein Tor geschossen hätte. Dann wäre es 2:0 ausgegangen also auch gewonnen.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Es ist durchaus richtig, dass das Spiel gegen Wolfsburg noch knapp war. Frankfurt hätte zu dem Zeitpunkt, wo das 1:0 erzielt wurde, schon 3:0, 4:0 führen müssen, so dominant war man.

    Natürlich kann Celia ihren Abschluss noch verbessern, keine Frage. Doch wieviele Tore soll sie denn noch schießen, wenn sie jetzt schon solche Quoten hat, trotz ihrer Abschlussschwäche??? Selbst mir wird schwindelig, wenn ich merke, wie dominant Frankfurt noch werden könnte.
    Und dabei haben die letzten Spiele gezeigt, dass Frankfurt auf diesem Weg ist. Wie werden Spiele von Frankfurt aussehen, wenn Celia wirklich all ihre Chancen nutzt, wenn Marozsan noch konstanter spielt, wenn Alushi erst richtig in Form ist und auch über die linke Seite der Gegner ähnlich auseinandergenommen wird wie über die rechte Seite?

    Bereits gegenüber Potsdam war man sehr gnädig, das hätte eine Niederlage werden können, von der Potsdam sich sein Lebtag nicht mehr erholt hätte. Bartusiaks Tor, das fälschlich wegen Abseits aberkannt wurde sowie einige andere Großchancen gab es noch, und hätte Frankfurt das Spiel durchgezogen, dann hätte das locker nen 6:0, 7:0 werden können.

    Das ist ja das Erstaunliche: Frankfurt schießt schon Tore am laufenden Fließband, Sasic hat jetzt schon bald mehr Tore als Ogimi in der ganzen letzten Saison, man hat die zweitbeste Abwehr, 6 Spielerinnen unter den Top 20 Scorern und dennoch hat man noch eine ganze Menge Entwicklungspotential. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass Bell mit dem bisherigen schon so zufrieden wäre, dass er jetzt die Zügel schleifen ließe, sondern man wird weiterhin versuchen, sich immer weiter zu verbessern.

    Deswegen sehe ich Frankfurt jetzt zwar schon stark an, denke aber, dass Frankfurt in der Lage ist, angesichts des Entwicklungspotential ganz neue Maßstäbe im FF zu setzen, was Qualität betrifft.

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  • Sheldon sagt:

    @holly: Das stimmt so nicht. Das 1. Tor ist immer das Wichtigste, weil sich danach meist das Spiel ändert. Gerade gegen kleinere Teams, die nur auf 0:0 spekulieren, zählt das immens, denn dann muss der Gegner öffnen und erst dann fallen die restlichen Tore.

    Ich messe Frankfurt an den höchsten Maßstäben, allerdings in Entwicklungsstufen. Frankfurt legt eine unglaubliche Entwicklung hin.

    Bei Keßler und Co. hat sich in den letzten Jahren kaum etwas entwickelt. Keßler hat in Potsdam schon so gespielt, Pohlers in Frankfurt, Henning in Potsdam, Wensing in Duisburg, Popp in Duisburg usw.

    Bei Frankfurt hat man einen nahezu unveränderten Kader wie letztes Jahr (mit Ausnahme von Sasic). Aber schau dir mal ein Spiel von letztem Jahr an und eines von heute. Das ist ein Entwicklungssprung, den niemand in DIESEM MAßE ernsthaft für möglich gehalten hätte. Und jede Woche überrascht Frankfurt wieder mit noch dominanterer Spielweise, noch schnellerem Spiel, noch mehr Sicherheit im Passspiel usw.

    Deswegen sehe ich sie ja auch in 1-2 Jahren als so dominant wie kein Team je zuvor, weil es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass diese Entwicklung nicht weitergeht.
    Wenn dir Sasic‘ 14 Tore in 10 Spielen zu wenig sind, dann warte ab und sieh, wie sie nächstes Jahr noch einen drauflegen wird.
    Wenn dir Marozsan noch nicht präsent genug ist, dann warte ab und sieh, wie sie im nächsten Jahr kaum noch zu kontrollieren sein wird.
    Wenn dir Bajramajs 5 Assists in einem Spiel noch nicht genug sind, dann warte ab, bis sie diese 5 Assists gegen Wolfsburg gibt.
    Wenn dir 44 Tore in 10 Spielen noch nicht genug sind, dann warte ab und sieh, wie im nächsten Jahr 50-60 Tore daraus werden.
    Wenn dir 8 Gegentore noch zuviel sind, dann warte ab und sie, wie man immer weniger Gegentore bekommen wird.

    Dein Anspruch gefällt mir. Es kann auf lange Sicht nur darum gehen, ein sportliches Niveau zu erlangen und zu behalten, durch das man alle Vereine der Welt spielerisch dominieren kann.
    Es geht hier nicht mehr um sportliche Spannung, sondern um sportliche Ästhetik. Frankfurt wird Fußball zu einer wöchentlichen Technik- und Effizienzgala mit wechselnden Gegnern als Sparringspartnern machen. Das muss das Ziel in der gegenwärtigen Situation sein. Und wenn man sich die letzten Ergebnisse anschaut, dann ist man da auf einem guten Weg!

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon. Du kannst ja auch weiterhin über diese Mannschaft schwärmen und dir die erfolgreiche Zukunft ausmalen, aber etwas Realismus wäre schon angebracht.Du glaubst doch nicht, daß weder Turbine noch WOB es dem 1,FFC leicht machen werden und deine sog. „Dominanz“ hat nur Sinn, wenn man die in Tore ummünzen kann.Dein „Traumteam“ hätte sich nicht wundern müssen, wenn sie noch in den letzten 10 Minuten des Pokalspieles hätten ausscheiden können, wenn dann allerdings sehr unglücklich.
    Wenn C.Sasic die wichtigen Tore zum 1:0 oder den Siegtreffer macht, dann hat sie die „Klasse“, aber nicht beim Treffen zum 3., 4. oder 5.Tor, wenn eigentlich alles entschieden ist.
    Das kann ja noch kommen. 🙂
    Aber was du da wieder bezüglich der Entwicklung der WOB-Spielerinnen von dir gibst, die sich „natürlich“ unter einem R.Kellermann nicht weiterentwickelt haben und entsprechend auch nicht können und sich nun aus „Gefälligkeit“ Frankfurt gegenüber zurückentwickeln werden, das ist wieder absolut daneben. (:
    Man warum schießt du immmer wieder so viele Eigentore !

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Celia hat glaube ich in 4 Spielen wichtige Tore geschossen, wie du sie beschreibst. Also dürfte sie die Klasse haben. Es spricht auch für sie, dass sie eben dann die Dinger auch später noch macht. Sie macht eben sowohl die wichtigen Tore als auch ne ganze Menge anderer.

    Und klar, noch kann Frankfurt die nicht in Tore ummünzen. Doch das ist nur noch eine Frage der Zeit. Schau es dir doch mal an, gegen Wolfsburg war es nur ein Tor, gegen Potsdam allerdings schon 3 (4, wenn man Bartusiaks zu Unrecht verweigertes Tor mitrechnet). Da ist also schon ne Entwicklung zu sehen. Gegen Bayern waren es auch vier sehr gut herausgespielte Tore.

    Ich schreibe hier nicht, um irgendwie Däumchen-hoch zu bekommen oder um auf lieb Kind zu machen und Ringelpietz mit Anfassen zu spielen, sondern weil es mir um die fußballerische Qualität geht. Und wenn ich Kessler oder Pohlers spielen sehe und das dann mit Spielen von vor drei, vier Jahren vergleiche, muss man einfach sagen: Da hat sich nicht viel verändert. Spielstil ist gleich geblieben, Spielniveau auch in etwa, nur die Effektivität ist nicht mehr so vorhanden.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass Wolfsburg sich zurückentwickeln wird, nur dass die Entwicklung in Frankfurt so schnell ist, dass nicht wirklich zu erwarten ist, dass Wolfsburg, die sich immer noch in einem Formloch befinden (alle außer den Neuen vielleicht haben schon besser gespielt) oder auch Potsdam da mithalten könnten.

    Was hat sich bitteschön in der Zeit, seit Bell in Frankfurt ist, bei den anderen Teams denn schon getan? Und was hat sich in Frankfurt getan? So, jetzt zeichnen wir die Entwicklungskurve einfach bis zum Ende der Saison weiter, und da haben wir dann das Resultat!

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  • AdiPreissler sagt:

    Ich glaube nicht, dass ein Arzt da noch was machen kann. Man sollte es einfach zur Kunst erklären.

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