U17-EM: DFB-Elf zieht ins Finale ein

Von am 5. Dezember 2013 – 20.38 Uhr 48 Kommentare

Die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalelf hat dank eines Treffers von Ricarda Walkling das Finale der U17-EM erreicht und sich somit auch bereits einen Startplatz für die U17-WM in Costa Rica gesichert. Im Finale geht es am Sonntag nun gegen Spanien.

Beim knappen, aber verdienten 1:0 (1:0)-Sieg vor 371 Zuschauern  in Chesterfield erzielte Walkling für die DFB-Auswahl den Treffer des Tages (15.), nachdem die Partie zuvor mit 40 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, nachdem die italienische Mannschaft wegen eines Staus zu spät im Stadion angekommen war.

DFB-Elf von Beginn an stark
Die deutsche Mannschaft kam gut in die Partie und hatte mit einem Schuss übers Tor von Laura Widak die erste Chance (2.). DFB-Kapitänin Jasmin Sehan bei einem Nachschuss einem ersten deutschen Treffer nah (12.). Doch die Führung sollte nicht lange auf sich warten lassen, Walkling traf im Fallen mit einem Heber aus spitzem Winkel, der Innenpfosten half auch noch ein bisschen mit (15.).

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Mangelnde Chancenverwertung
Und Sehan hätte die Führung um ein Haar mit einem Schuss aus sechs Metern schnell ausgebaut (20.). Auch weiterhin hatten nur die DFB-Juniorinnen Chancen, Kim Fellhauer schoss über das Tor (34.).  Martina Piemonte sorgte aus 25 Metern für den ersten Schuss der Italienerinnen in Richtung deutsches Tor (38.).

Ricarda Walking

Ricarda Walklings Tor machte den Unterschied © Markus Juchem

Italien zu harmlos
Zu Beginn der zweiten 40 Minuten gestalteten die Italienerinnen das Spiel offener und offensiver, doch wirklich gefährlich waren die Südeuropäerinnen nie. Walking kam hingegen einem zweiten deutschen Treffer nah, doch ihr abgefälschter Schuss ging knapp am Tor vorbei (57.). In der Folge war Italien zwar weiterhin bemüht, doch es fehlten die Mittel, um die DFB-Abwehr aus den Angeln zu heben. So blieb es beim knappen, aber dank starker erster Halbzeit verdienten deutschen Erfolg.

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WM-Ticket in der Tasche
Durch den Sieg qualifizierte sich die DFB-Auswahl von Trainerin Anouschka Bernhard für die FIFA-U17-WM in Costa Rica, die vom 15. März bis 5. April in Costa Rica ausgetragen wird. Am Sonntag trifft die DFB-Elf im Finale nun auf Spanien, das gegen Gastgeber England mit 3:0 gewann. Die DFB-Elf erhält somit Gelegenheit, sich für die 0:4-Niederlage in der Gruppenphase zu revanchieren.

Bernhard: „Endspiel ist eine Riesensache“
Bernhard erklärte: „Das Endspiel ist eine Riesensache, aber ich bin nicht besonders glücklich, wie wir es erreicht haben. Der Unterschied in diesem Spiel war nur unser Tor in der ersten Halbzeit – das war’s. Wir haben gut angefangen und im ersten Durchgang stark gespielt. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir komplett den Faden verloren, genau so, wie es gegen Schottland der Fall war. Gegen Ende war es dann ein sehr ausgeglichenes und enges Spiel.“

Italien – Deutschland 0:1 (0:1)

Italien: Durante – Rizza, Peressotti, Boattin, Vergani – Cavicchia – Simonetti (68. Abati), Giugliano – Vigilucci (41. Marinelli), Piemonte (62. Serturini), Bergamaschi

Deutschland:
Brandt – Brandenburg, Specht, Karl, Stenzel – Fellhauer, Meier – Ehegötz (77. Dick), Walkling, Widak – Sehan

Zuschauer: 371

Tore: 0:1 Walkling (15.)

Schiedsrichterin: Ana Minić (Serbien)

Gelbe Karten: Keine

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

48 Kommentare »

  • Karl sagt:

    @sheldon: Ich denke immer noch dass das eine Verklaerung der Vergangenheit ist. Wenn du dir unter dfb.de – frauen – statistik – alle spiele mal die einzelnen Jahre anguckst ist am boden der jeweiligen Jahresseite eine Gesamtstatistik fuer das Jahr. Wenn du dir diese Statistiken fuer die vrschiedenen Jahre ansiehst wirst du erkennen dass sich da nicht viel geaendert hat ueber all die Jahre.

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  • Sheldon sagt:

    @Karl: Es geht mir hier nicht um Länderspielstatistiken, sondern einfach nur um die Frage, wieso die Alten besser halten, mehr Tore schießen, im Mittelfeld lange für Ordnung sorgten (Melanie Hoffmann und Viola Odebrecht), und wieso wir seit Hingst und Minnert keine vernünftigen IVs mehr haben, bei denen man sicher sein kann, dass sie sicher stehen. Es geht nicht um die Frage, ob man gegen Kasachstan oder gegen Kroatien nun 6 oder 16 Tore schießt, sondern darum, wie man gegen die großen Mannschaften auftritt.

    Und da muss man nunmal sagen, dass das Halbfinale 2003 der letzte Sieg gegen die USA war (das Elfmeterschießen beim Algarve-Cup 2006 als Unentschieden gewertet). In den letzten 4 Jahren gab es in 7 Aufeinandertreffen nur 3 Unentschieden und 4 Niederlagen. Und das ist der Gradmesser!

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  • shane sagt:

    „Und da muss man nunmal sagen, dass das Halbfinale 2003 der letzte Sieg gegen die USA war“

    nun, es war auch der erste. mithin nicht wirklich ein sample das zu der schlussfolgerung berechtigt, dass frueher alles besser war.

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  • Maxemus sagt:

    @ Sheldon: „die Frage, wieso die Alten besser halten, mehr Tore schießen, im Mittelfeld lange für Ordnung sorgten (Melanie Hoffmann und Viola Odebrecht), und wieso wir seit Hingst und Minnert keine vernünftigen IVs mehr haben, bei denen man sicher sein kann, dass sie sicher stehen.“

    Antworten: Torfrauen werden mit den Jahren erfahrener und deswegen besser. Hingst und Minnert hatten damals schlicht weniger Arbeit und standen keineswegs mehr so sicher, wenn es damals gegen Nationen wie Schweden und die USA ging. Hoffmann und Odebrecht haben in „alten“ Zeiten kaum in der Natio gespielt und hatten es in der BL sehr selten mit Topteams zu tun.
    Die Bilanz Deutschlands gegen die USA hat sich in den letzten Jahren verbessert. Neid verliert „nur“ noch jedes zweite Spiel 🙂
    Zusammengefasst: Die N11 hat den total notwendigen Generationswechsel bei der EM erfolgreich geschafft. Schon beim Algarve Cup wird der neue und durch den Titelgewinn im Selbstbewußtsein gestärkte EM zeigen, dass man sich vor Prinz und Co. nicht verstecken muss ! Und die anderen Nationen müssen zeigen, wie sie das hinkriegen ! Den USA scheint das ganz gut zu gelingen, bei Schweden und Japan sieht es nicht so aus und eine neue Fußballmacht neben den USA und Deutschland ist nicht in Sicht. Spanien ist davon weit entfernt. Ohne Vero Boquette , was wären die Spanierinnen ? Aber da ist auch das Problem. Die Zeiten, wo einzelne Spielerinnen über Wohl und Wehe des Teams entschieden, dass ist in der Entwicklung des FF eine vergangene und unnachhaltige Epoche.

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  • Sheldon sagt:

    @shane: Das stimmt nicht. Deutschland hat gegen USA vorher bereits in den 90er Jahren mehrmals gewonnen.

    @Maxemus: Die deutsche Mannschaft hat nur bei dem Algarve-Cup 2012 wirklich die Klasse gezeigt, die von ihr erwartet werden darf.
    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei dem aktuellen internationalen Leistungsstand von Deutschland erwarte, dass man bei einer EM, wo man gegen Niederlande, Island, Norwegen, Italien, Schweden und nochmal Norwegen spielt, Minimum 20 Tore schießt.
    Niederlande 5:0
    Island 6:0
    Norwegen 3:1
    Italien 5:0
    Schweden 2:1
    Norwegen 2:1

    Das wären Ergebnisse, die standesgemäß wären.

    Ich denke nicht, dass es eine andere Mannschaft gibt, die eine echte Fußballmacht werden kann. Ich denke eher, dass Deutschland und vielleicht auch USA langsam aber sichtbar diesen Status verlieren.
    Und Rekorde, die man knacken kann, werden nie ausgehen.

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  • O. Christ sagt:

    Sheldon schrieb:
    „Und ich glaube, dass @laasee schon den Punkt trifft, wenn er darauf hinweist, dass Bajramaj, Marozsan, aber auch Celia ausländische Wurzeln haben. Denn ich glaube, man hat einfach eine andere Einstellung zu den Dingen, wenn man sich als Flüchtling durchbeißen musste.“

    Sicher, Bajramaj war Flüchtling. Marozsán hingegen ist als Kind nach Deutschland gekommen, als ihr Vater eine Stelle als Fußballspieler im Saarland angenommen hatte. Von politischer Verfolgung oder einem Bürgerkrieg in Ungarn konnte nicht die Rede sein. Šašić wurde in Bonn geboren. Zwar mit ausländischen Wurzeln, aber auch Angerer und Laudehr haben ein solches Elternteil. Und Lingors Eltern kamen aus der Sowjetunion.

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  • shane sagt:

    game is on. und nach 12min fuehrt spanien schonmal 1:0. das sieht nicht nach irgendwelcher verbesserung gegenueber der gruppenphase aus 🙁

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „@shane: Das stimmt nicht. Deutschland hat gegen USA vorher bereits in den 90er Jahren mehrmals gewonnen.“

    Aber nur in Freundschaftsspielen! Das 3-0 im WM-HF 2003 war tatsächlich unser einziger Pflichtspielsieg gegen die USA. Sonst wurde bei großen Turnieren gegen die ‚Amis‘ immer verloren:

    WM 1991: 2-5 im Halbfinale
    WM 1999: 2-3 im Viertelfinale
    OS 2004: 1-2 n.V. im Halbfinale

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