WM-Quali: DFB-Elf kommt erst spät in Fahrt

Von am 23. November 2013 – 15.56 Uhr 49 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat im vierten WM-Qualifikationsspiel den vierten Sieg gefeiert. Doch beim klaren Erfolg in der Slowakei brachten erst die Einwechslungen von Lira Bajramaj und Alex Popp Linie ins Spiel und ein standesgemäßes Ergebnis.

Die DFB-Elf kam vor 1 128 Zuschauern in Zilina zu einem 6:0 (1:0)-Erfolg, tat sich aber ähnlich wie beim Sieg gegen Kroatien lange Zeit schwer.

Späte Tore
Nadine Keßler brachte die deutsche Auswahl früh in Führung (8.), Anja Mittag schraubt das Ergebnis in ihrem 100. Länderspiel in die Höhe (57., 65.), ehe Keßler ihren zweiten Treffer erzielte (83.). Nur Augenblicke später gelang ihrer Vereinskollegin Alex Popp der fünfte deutsche Treffer (84.). Marozsán setzte den Schlusspunkt (87.).

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Leupolz in der Startformation
Bundestrainerin Silvia Neid nahm im Vergleich zu den Spielen zuvor einige Wechsel vor. So stand Almuth Schult für Nadine Angerer im Tor, Melanie Leupolz bildete zusammen mit Keßler die Doppel-Sechs. In Abwesenheit von Angerer übernahm Saskia Bartusiak die Kapitänsbinde.

Führung durch Keßler
Die deutsche Mannschaft ging früh in Führung, als Keßler einen Freistoß von Dzsenifer Marozsán mit den Haarspitzen ins Tor lenkte (8.). Doch wer gedachte hatte, der frühe Führungstreffer würde der deutschen Mannschaft Sicherheit geben, sah sich getäuscht.

Schwache erste Halbzeit
Nur selten kamen die DFB-Spielerinnen gefährlich vor das gegnerische Tor, ein Distanzschuss von Marozsán, den die slowakische Torhüterin Maria Korenčiová über das Tor lenkte, war die magere weitere Ausbeute der ersten halben Stunde (25.), Célia Šašić hatte mit einem Kopfball eine ihrer wenigen Chancen (30.).

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Nur wenige Chancen
Marozsán war es dann, die hart bedrängt von Lenka Mravíková in den Strafraum eindrang und zu Šašić ablegte, Korenčiová war aber auf der Hut (39.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit bot sich den Zuschauern ein wenig verändertes Bild, die deutschen Spielerinnen bewegten sich zu wenig, die slowakische Abwehr war nicht allzu beschäftigt.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

49 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Ich merke an deinen Äußerungen,daß dir die vorangegangenen Kommentare nicht so den „Spaß“ gebracht haben.Dies war jedoch beabsichtigt,denn ich habe mich mal als „Spielgestalter“ gegeben und das Tempo, die „Härte“ der Zweikämpfe herausgenommen und das Spiel auf eine andere Ebene (Spielerinnen des 1.FFC u.L.Meier) verlagert.Auch ist es mir nicht wichtig, ob die Zahl der „Grün-Weißen“ in der N11 die Zahl anderer Clubs übertrifft oder nicht, denn in den „wirklich“ wichtigen Spielen sollen die spielen,die die Qualität der N11 auch erhöhen und zum Erfolg beitragen.Wenn man zu den TOP-Clubs gehört und viele deutsche Spielerinnen in der Stammformation hat,werden zwangsläufig einige dabeisein.
    Ein wenig „wirr“ finde ich allerdings diese Wortspielerei „.. die Tatsache, dass der CL-Sieger nicht nationaler Meister ist.“ Es handelt sich schließlich immer um die der Qualifikation folgende Saison. Wie soll das anders gehen? Oder nur die Meister dürften in die CL ( bedeutet großen Qualitätsverlust siehe TP-OL ).Wobei der Meister im Jahr 2013(kalendarisch gesehen) auch CL-Sieger in 2013 wurde.Der Meister in 2014, wenn es denn der 1.FFC wäre,könnte nicht im Jahr 2014 CL-Sieger werden! Also @Sheldon, keine sehr sinnige Aussage.Und @Dummkopf,was willst du da an @Sheldons CL-Plänen unterstützen?
    @wally.Ich empfinde L.Bajramaj viel zu temperamentvoll um in einem Team integrativ und ausgleichend zu fungieren bzw. die Mannschaft nach Außen zu repräsentieren und diese auch gegenüber den Funktionsträgern zu vertreten.Aber vielleicht habe ich aus der Distanz auch ein anderes Bild von ihr.

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  • dummkopf sagt:

    @altwolf.
    Wer die CL gewinnt, holt oder holte sich nicht immer im gleichen Jahr auch immer den nationalen Meistertitel.
    2012 spielte auch Bayern-Chelsea CL-Endspiel. Keiner war glaube ich in diesem Jahr nationaler Meister.
    Es wäre -wenn das möglich wäre- also auch nichts besonderes gewesen, wenn Wob-TP das CL-Endspiel 2014 hätten, und keiner von beiden auch die nationale Meisterschaft holt.
    Deshalb spricht so etwas nicht gegen den Modus der CL, wie sheldon vermutete.

    Ich fände es gut, wie sheldon es einmal vorgeschlagen hat, die Europa Top-Teams Gruppenspiele statt ko-Runden spielen zu lassen, so dass diese Teams pro Saison jedenfalls mehrmals gegeneinander antreten können.
    Gestrichen werden müssten dafür diese unsäglichen nach Randsportart und Amateursport aussehenden Spiele mit Riesen- Leistungsunterschied sowohl bei N11 als auch in der CL.

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Leistungsgerechter wäre das sicherlich schon,aber dann würde sich doch die Zahl der Spiele durch die Gruppenspiele wahrscheinlich erhöhen und von den kleineren Vereinen der Euroländer könnten sich den Aufwand die überwiegende Zahl wohl kaum leisten.Dann wäre evtl.das Ausweiten der bisherigen Gruppenspiele mit weniger gesetzten Clubs und Einsatz der KO-Spiele ab 1/8 Finale noch der gangbarste Weg.Aber die UEFA hat auch die Interessen der kleineren Fußball-Länder zu vertreten und da wird es wohl dran scheitern.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Deine Beiträge haben auch schon mal mehr Sinn gemacht. Klar, wenn du dich als Spielgestalter siehst, kannst du natürlich alle Bälle ins Aus schießen, dann haben irgendwann sowohl deine Mitspieler als auch deine Gegner keinen Bock mehr.

    Zu der Diskussion um die Aufstellung in der N11:
    1. will ich dazu festhalten, dass Deutschland unter den Nationalmannschaften neben den USA die einzige Mannschaft ist, die sich permanent vor die Aufgabe gestellt sieht, das Spiel zu machen. Diese Feststellung, die einige vielleicht als sehr negativ betrachten mögen, sehe ich allerdings als enorm positiv. Denn damit ändert sich das Spiel vom Aufbau nicht wirklich. Der einzige Unterschied besteht letztlich doch nur darin, mit welchem Engagement der Gegner verteidigt/verteidigen kann.

    2. Demzufolge ist das Spiel letztlich immer gleich zu gestalten, nämlich in Erwartung des größtmöglichen Abwehrdrucks. Deutschland muss nur jedes Spiel so angehen, wie sie ein Spiel gegen die USA oder Frankreich angehen würden, dann kommen auch die Siege zustande.

    3. Das bedeutet, zunächst einmal brauchst du die 11 Spielerinnen Deutschlands, die die Trias Ballkontrolle, Passgenauigkeit und Geschwindigkeit am besten mitbringen. Dazu kommen noch weitere Stärken wie Zweikampfverhalten, Stellungsspiel, Schussgenauigkeit, Schusskraft, die positionsabhängig sind. Doch die ersten drei sind immens wichtig.

    4. Jetzt muss man schauen, welche Spielerin sich auf welcher Position eignet, und wie man das Spiel aufziehen will. Als Grundsystem nehme ich das neumodische 4-2-3-1, vor allem, weil es erstmal recht normal wirkt. Doch letztlich ist der Hauptgrund der, dass es immens flexibel mit den richtigen Spielerinnen ist. Zunächst würde ich tatsächlich eher im 4-1-4-1 spielen, die zweite defensive Mittelfeldspielerin ist eigentlich ein zweiter „10“er.
    Dieses 4-1-4-1 kann man nun relativ schnell in ein 2-3-2-3, in ein 3-4-3, in ein 5-4-1, in ein 4-1-2-1-2 und noch so einiges anderes verwandeln.

    Gespielt wird dabei wie folgt: 3 spielende Innenverteidigerin, 2 Flügelläuferinnen, 1 zentrale Kreativspielerinnen, 2 Flügelstürmerinnen und eine Mittelstürmerin.

    Die 3 Innenverteidigerinnen verteile ich so, dass sie die beiden IVs und die defensivere DM-Position übernehmen. Der Vorteil: Bei gegnerischem Angriff hat man in der Abwehr mit 3 zentralen Verteidigerinnen deutlich mehr Stabilität. Im Angriff dann wechseln sich die drei jeweils ab, wer nach vorne geht. Alle drei müssen dabei die Fähigkeiten sowohl eines Eisenharten Abräumers als auch eines Spieleröffners und -lenkers mitbringen. Diese drei sind die letzten Anspielstationen in der Defensive.

    Die 2 Flügelläuferinnen müssen vor allem schnell sein und Ausdauer haben. Im Idealfall spielen sie im Spiel alles von Außenverteidigerin über Außenmittelfeldspielerin bis zur Flügelstürmerin. Bis in die Abwehr gehen sie eigentlich nur bei gegnerischem Angriff mit zurück, um dort die Flügel dichtzuhalten. Ansonsten sind sie eigentlich Mittelfeldspielerinnen, die eigentlich fast immer in der gegnerischen Hälfte stehen. Zu Flügelstürmerinnen werden sie dann, wenn die Offensiven Außenspielerinnen in die Mitte rücken und damit die lange Bahn freimachen (bei Garefrekes und Schmidt gibt es gegen Bayern und gerade auch gegen Sindelfingen einige gute Beispiele dafür).

    Die 2 Kreativspielerinnen sind nunmehr wirklich für die Akzente zuständig, während die Innenverteidigerinnen für die Struktur zuständig sind. Sie sind zwei Spielerinnen, die so ziemlich alles können müssen. Bei gegnerischem Angriff sind sie die erste Verteidigungslinie, entweder in einem 5-4-1 oder einem 4-5-1 und müssen sich bis in die Mitte der eigenen Hälfte mindestens zurückfallen lassen. Bei eigenem Angriff teilen sie sich normalerweise die „10“ oder besetzen bei einem 2-3-2-3 die Halbpositionen. Bei einer Umstellung auf ein 4-1-2-1-2 stößt dabei eine Spielerin zu Celia vor. Sehr interessant wird es bei dem Einrücken der Außenstürmerinnen, was ich mit als am schwierigsten zu spielende taktische Variante ansehe, gleichzeitig aber auch die, die die meisten Möglichkeiten bietet, sie zu Ende zu spielen. Bei dieser Variante verhält es sich so, dass die Außenstürmerinnen einrücken, um für die Außenverteidigerinnen auf den Außenbahnen Platz zu schaffen. Dadurch rücken die beiden Kreativspielerinnen formal quasi ins zweite Glied auf die AV-Positionen.
    Diese Spielsituation ergibt sich normalerweise vor allem dann, wenn eine Außenstürmerin kurz in der Hälfte der gegnerischen Hälfte, 25 Meter vor dem Tor, den Ball hat. Diese rückt dann ein, ihre Partnerin auf der gegenüberliegenden Seite tut dies ebenfalls. In dieser Situation tun sich die wohl meisten Möglichkeiten auf: Damit es nicht zu unübersichtlich wird, spiele ich das mal mit Namen durch:

    Nehmen wir an, Bajramaj kommt in dieser Position rechts an den Ball ihr Gegenüber die gegnerische AV. In dieser Situation hat sie verschiedene Möglichkeiten:
    1. Sie kann den Ball quasi mit der Hacke auf die sie hinterlaufende Schmidt (RV) weiterlegen und diese damit in den Rücken der gegnerischen Abwehr bringen.
    2. Sie kann den Robben machen und von der Halbposition aus abziehen.
    3. Sie kann zwischen gegnerischer IV und AV in den Strafraum zu Celia durchstecken.
    4. Sie kann den Seitenwechsel zur auf der anderen Seite durchbrechenden Cramer (LV) schlagen und es ergäbe sich eine ähnliche Situation wie bei Schmidt.
    5. Sie könnte auf die ebenfalls eingerückte Popp/Dallmann (LA) oder die zentrale Maier (DM/IV) ablegen, die damit in guter Schussposition wären.

    Neben diesen 5 Möglichkeiten, die sich alleine aus dem Stellungsspiel ergeben, kommen nun aber auch die beiden, eigentlich nach hinten verdrängten Kreativspielerinnen ins Spiel. Eine dieser beiden Spielerinnen würde nun einen offensiven Libero abgeben und aus dem Rückraum ins Zentrum starten. In dieser Variante würde sich Celia fallen lassen und ihr damit den Raum im Zentrum freimachen, wo sie dann entweder über Celia, die den Ball ablegt oder direkt mit einem Heber von Bajramaj den Ball bekommt. Mittag/Keßler/Islacker/Marozsan/…, da haben wir eigentlich recht viele Optionen auf diesen Positionen. Damit haben wir von einer Position aus allein 6-7 einfachste Möglichkeiten, innerhalb von spätestens 2 Stationen in eine erfolgreiche Torschussmöglichkeit zu kommen.

    Der Schlüssel dazu: Bewegung. Durch dieses System sind alle Spielerinnen permanent in Bewegung, was dem Gegner die Manndeckung immens schwierig macht. Man ist schnell dazu in der Lage auf einer Seite oder im Zentrum ein Übergewicht zu schaffen und so eigene Spielerinnen in einer guten Schussposition freizuspielen. Je schneller diese Rotation möglich ist, je schneller die Positionen eingenommen sind, desto schwieriger für die gegnerische Abwehr, die Zuordnung zu bewahren.

    In diesem System sehe ich folgende Bestbesetzung:

    Innenverteidigerinnen: Leonie Maier, Tabea Kemme, Johanna Elsig, Melanie Behringer, Juliane Maier, Lena Goeßling

    Flügelläuferinnen: Bianca Schmidt, Jennifer Cramer, Katharina Baunach, Simone Laudehr, Pauline Bremer, Luisa Wensing

    Kreativspielerinnen: Dzsenifer Marozsan, Nadine Keßler, Anja Mittag, Lina Magull, Julia Simic, Mandy Islacker, Sara Däbritz, Ricarda Walkling

    Flügelstürmerinnen: Lira Bajramaj, Linda Dallmann, Alex Popp, Melanie Leupolz

    Stürmerinnen: Celia Sasic, Lena Lotzen

    Die Innenverteidigerinnen sind die Strategen, die Flügelläuferinnen die Tempobolzerinnen, die Kreativspielerinnen die Akzentgeberinnen, die Flügelstürmerinnen die Dribbelkünstlerinnen und die Mittelstürmerin die Vollstreckerin.

    Zu Leo Maier: Sie hat durchaus die Qualität für das Zentrum. Und auch, wenn sie erst 21 ist, kann sie so eine Aufgabe stemmen. Macht sie auch jetzt schon automatisch. Denn überall, wo sie spielt (rechts offensiv, links offensiv, links defensiv, rechts defensiv), überall richtet sich in der N11 das Spiel nach ihr aus. Verschiebungen ergeben sich nach ihren Laufwegen, ihr obliegt die Spieleröffnung. Nirgendwo könnte sie ihre Qualitäten, was die Spielführung betrifft, besser ausspielen als im DM, zumal sie eben nicht der typische Tempo-Lahm-Typ ist, sondern ihre Qualitäten klar auch im Zweikampf hat.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Zur Zeit haben wir 9 CL-Spiele.

    Machen wir ne Euro League mit den Top 9-Teams plus 3 Qualifikanten über einen zweiten Wettbewerb darunter (die alte CL, aber ohne die ganz großen), dann hätte man zwei 6er-Gruppen mit jeweils 10 Spielen. Die ersten beiden spielen Hin- und Rückspiel-Halbfinale und ein zentrales Finale.
    Macht 13 Spiele. 4 Spiele mehr als zuvor, wäre natürlich eine Mehrbelastung, dafür aber auch ein generelles Aufwerten des Vereins-FF, das nicht zu verachten wäre.

    Die Interessen der kleinen Verbände wären damit sogar insofern gewahrt, dass auch die kleineren Nationen (Dänemark, Island, Spanien, Schottland, Österreich) mal die Chance einer internationalen Finalteilnahme hätten.

    Bei den Teams aus den anderen Ländern bringt das eh nix. Dort verpuffen Auftritte von CL-Siegern doch im Moment, wo sie geschehen, gleich wieder. Wenn sie überhaupt wahrgenommen werden.
    Für solche kleinen Teams ist es gerade wichtiger, international Teams zu haben, die sie auch schlagen können; und das nicht in Mini-Turnieren, sondern daheim. Daraus entsteht deutlich mehr Fanschaft.

    Und das, was diese Euro League-Spiele Europaweit an Einschaltquoten und Zuspruch einspielen würden, das dürfte deutlich mehr sein als bisher und dürfte sogar für den zweiten Wettbewerb noch an Prämien reichen!

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  • shane sagt:

    mensch fragt sich doch ernsthaft, warum eigentlich nicht sheldon die NM trainiert. oder wenigstens nen top-BL club. der dfb muss echt blind sein…

    und woher, sheldon, nimmst du die erkenntnis (oder solll ich sagen, die ueberheblichkeit?), „Bei den Teams aus den anderen Ländern bringt das eh nix. Dort verpuffen Auftritte von CL-Siegern doch im Moment, wo sie geschehen, gleich wieder.“?
    natuerlich ist es fuer mannschaften wie budapest und die estinnen ein riesen ding gegen nen (ex-)CL sieger zu spielen. selbst wenn’s absehbar in ner klatsche endet. das ist aehnlich wie im pokal, wenn nen viertligaclub gegen bayern oder dortmund gelost wird. sportlich bring das vermutlich eher nix. aber atmosphaerisch um so mehr.

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  • Sheldon sagt:

    @shane: Das hängt an einer Sache: Hier kommen zu einem Spiel, wo ein 4.-Ligist oder ein 5.-Ligist gegen Dortmund oder Bayern antritt, Tausende Menschen, selbst in einem Kuhkaff. Nicht unbedingt wegen dem Spiel, sondern wegen der Autogrammstunde danach. Das sind (selbst wenn der Lieblingsverein Bremen oder HSV heißt) immerhin N11-Spieler, die durchaus begehrt sind. Hier hast du eine Basis, hier schaut sich so ziemlich jeder zumindest die WM- und EM-Spiele an.

    Und wenn du dann die großen Ligastars in weniger als 20 Kilometer Entfernung für lau sehen kannst, und nachher vielleicht sogar noch nen Autogramm bekommst, wer bleibt dann zuhause?

    Diese Basis hast du bei den CL-Teilnehmern nicht. Wenn da selbst in Rumänien zu nem Länderspiel vielleicht 500 Zuschauer oder so kommen (selbst gegen Deutschland), was für einen Effekt wird dann so ein Spiel haben?
    Die Zahl derer, die eine eigene Nationalspielerin kennen in diesem Land, geschweige denn eine deutsche Nationalspielerin, ist verschwindend gering. Für die Zuschauer lohnt es sich nicht.

    Und für die Spielerinnen? Naja, ob du nun gegen Deutschland oder Frankreich als N11-Spielerin verlierst oder mit dem Verein gegen Wolfsburg oder Lyon, das macht nicht so den Unterschied. Und da spielen schließlich fast die gleichen Leute auf den verschiedenen Seiten. Nur zum Trikottausch brauchst du keine zwei CL-Spiele austragen. Dafür lohnt sich der Aufwand nicht (insbesondere der Finanzielle).

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.In deinen Ausführungen von gestern 23:30 Uhr hast du sehr viele und detailierte Spielvarianten und Theoretisches aus dem „Fußball-Lehrbuch“ vermittelt – diese intensive Auseinandersetzung verdient Respekt.Auch viele deiner personellen Aufstellungen finden meine Zustimmung.
    Warum aber stellst du L.Meier in die IV,wo du doch gerade für ihre Position im defensiven MF plädiert hattest und „Hand aufs Herz“ wie soll Leonie bei hohen Flanken gegen Kaliber wie S.Hagen da bestehen können ? Da gehört sie nicht hin und T.Kemme hat doch wohl auch eher auf der Außenbahn ihre Stärken, wo sie auch Zugriff auf das MF hat u.sich mehr in die Balleroberung einbringen kann.Den souveränsten Eindruck in d. IV macht auf mich bisher S.Bartusiak und da könnte aufgrund ihrer Größe evtl.noch J.Elsig passen, aber nicht M.Behringer, die du ja eigentlich auch für d. defensive MF favorisierst.Auch L.Gößling sollte nicht in d.IV spielen,da geht ihre ganze Schnelligkeit um z.B. in der Offensivbewegung den Raum zu überbrücken,falls keine Anspielstationen bestehen, verloren.Sie muß ins MF,denn gerade gegen starke Gegenerinnen hat sie durch das von ihr praktizierte Ablaufen viele Bälle von gegenerischen MF-Spielerinnen ohne Foulspiel erobert.Es fehlt mir auch auf d. linken AV-Position V.Faißt, die von allen bisher dort eingesetzten Spielerinnen die beste Flankengeberin ist, wobei ich deshalb auch L.Meier lieber auf d.re.AV-Position sehe.Sie ist keine „Strategin“ u.geht deshalb gern in die Mitte, da sie dort bessere Abschlüsse haben kann – eine bes. gute Flankengeberin ist sie nach meinem Eindruck nicht.Vorne auf den Flügeln bin ich weitestgehend einverstanden, aber A.Popp muß auch vorn variieren können,denn sie gehört insbes. bei Flanken in den 16er vor das Tor, wie auch L.Lotzen.Derzeit habe ich A.Mittag als Vollstreckeriin mehr auf dem Zettel als C.Sasic,die z.Zt. nicht so eine gute Form hat u.sehr viele klare Torchancen mit unglücklichen Aktionen löst.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Für Flanken hat man Bianca Schmidt, Faißt hat in dieser Saison nur eine Flanke aus dem Spiel herausgeschlagen, die zum Tor führte.

    Wie du allerdings sehen wirst, ist mein Konzept nicht sehr flankenausgerichtet, sondern eher auf Kurzpässe, flache Hereingaben etc. Gedanken, dass hinten Flanken geschehen würden, verschwende ich gar nicht, denn es ist mein Anspruch an die Spielerinnen, dass sie es dazu gar nicht erst aus dem Spiel heraus kommen lassen und den Gegner spätestens in der Mitte der eigenen Hälfte stellen.
    Du übersiehst dabei aber, dass die IVs gleichzeitig die DM mitbeinhalten. Aufgrund meines Spielsystems kenne ich keine Unterscheidung. Die defensive DM ist für mich eine Art Libero, der bei gegnerischem Angriff in die Abwehr mit rückt (wie Behringer bei Frankfurt). Dabei will ich eigentlich nur DMs auf diesen drei Positionen haben, sodass immer eine davon nach vorne gehen kann, im Wechsel.

    Mein Spielsystem ist deutlich mehr auf Dynamik ausgerichtet, deines auf Statik. Situationen wie „falls keine Anspielstationen da sind“ gibt es in meinen Gedankengängen nicht. Das ganze Spiel besteht nur daraus, Anspielstationen zu schaffen, die Spielerinnen sind ständig in Bewegung, es kommt zu immer wieder neuen Räumen. Flanken sind letztlich nicht nötig, und wenn nur so, wie beispielsweise heute Schmidt auf Marozsan, wo der Gegner sowieso nicht mehr dazwischen kann. Generell soll dem Gegner letztlich jeder Zugriff aufs Spiel konsequent verwehrt werden. Wenn der Ball so durch die Reihen läuft, dass bis zum Abschluss keine Gegenspielerin dazwischen kommen kann, dann brauchst du auch keine Flanken mehr. Umgekehrt, wenn das Pressing schon sehr hoch beginnt, dann brauchst du hinten auch keine großen Defensivspielerinnen mehr, weil Flanken sowieso nicht bis dort durchdringen.

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