Champions League: Potsdam eliminiert Lyon
Die Überraschung ist perfekt: Der 1. FFC Turbine Potsdam hat das Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Women’s Champions League bei Olympique Lyon gewonnen und das Viertelfinale erreicht. Für Lyon war es die erste Heimniederlage seit September 2006, dabei geriet Potsdam sogar früh in Rückstand.
Am Ende stand im Stade de Gerland ein unerwarteter 2:1 (1:1)-Erfolg für die Potsdamerinnen. Camille Abily brachte die Gastgeberinnen in Führung (12.), doch Potsdam drehte die Partie durch Treffer von Kapitänin Steffi Draws (33.) und einen verwandelten Handelfmeter von Maren Mjelde (73.).
Schröder: „Das ist sensationell“ Turbine-Trainer Bernd Schröder freute sich: „Das ist sensationell, hier in Lyon zu gewinnen, da hat noch keiner gewonnen und dann auch noch zwei Tore zu schießen. Wir haben es verdient, weil wir schon im Hinspiel gut gespielt haben, auch wenn viel Glück dabei war.“
Früher Rückstand Dabei begann die Partie für Turbine alles andere als viel versprechend. Denn Lyon hatte von Beginn an mehr vom Spiel, Lotta Schelin scheiterte nach Pass von Louisa Necib mit der ersten Chance (8.). Doch schon kurz darauf ging Lyon in Führung, als Lara Dickenmann vom linken Flügel unbedrängt nach innen passen konnte und Abily auf Höhe des Elfmeterpunkts sicher verwertete (12.).
Potsdam beißt sich in die Partie Doch Potsdam überstand die überlegene Phase Lyons ohne weiteren Gegentreffer und biss sich mit immer besser werdendem Pressing in die Partie zurück. Die Belohnung folgte noch vor der Pause, als nach einer Ecke von Lisa Evans Kapitänin Steffi Draws mit einem platzierten Kopfball den Ausgleich erzielte (33.).
Lyon wackelt Lyon verlor sichtlich an Selbstvertrauen und kam mit dem aggressiven Spiel der Potsdamerinnen immer schlechter zurecht. Und so erarbeiteten sich die Französinnen auch kaum Torchancen, etwa durch einen abgefälschten Schuss von Sabrina Viguier (52.) oder einem Schuss von Eugénie Le Sommer über das Tor (62.).
Mjelde sorgt für Entscheidung Doch die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich in der 72. Minute: Eine Hereingabe von Pauline Bremer bekam Saki Kumagai nach Ansicht von Schiedsrichterin Kateryna Monzul an die Hand, den zweifelhaften Elfmeter verwandelte Maren Mjelde zur umjubelten Potsdamer Führung (73.). In der Schlussviertelstunde drückte Lyon noch einmal aufs Tempo, doch große Torchancen erspielte sich das Team nach wie vor nicht.
Turbine bringt Sieg über die Zeit Ein abgefälschter Schuss von Amandine Henry wurde sichere Beute von Turbine-Torhüterin Ann-Katrin Berger (87.). In der Nachspielzeit wäre der eingewechselten Antonia Göransson sogar fast noch der dritte Treffer gelungen, doch ihren Aufsetzer lenkte Lyons Torhüterin Sarah Bouhaddi um den Pfosten (90.+3).
Katerstimmung in Lyon Während Potsdam dank der Auswärtstorregel mit einem Gesamtergebnis von 2:2 ins Viertelfinale einzog, ist bei Lyon nach zwei Titeln und sechs Halbfinalteilnahmen in Folge Katerstimmung angesagt. „Das ist eine Riesenenttäuschung und wirklich schade. Was soll ich sagen?“, so eine fast sprachlose Le Sommer.