Champions League: Wolfsburg zieht ins Viertelfinale ein

Von am 13. November 2013 – 20.50 Uhr 50 Kommentare

Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat das Viertelfinale der UEFA Women’s Champions League erreicht. Nach dem 2:1-Zittersieg im Hinspiel gewannen die „Wölfinnen“ dank einer Leistungssteigerung auch das zweite Duell gegen LdB Malmö FC, diesmal sogar deutlicher. Einziger Wermutstropfen: die Verletzungen von Nilla Fischer und Lena Goeßling.

Im VfL-Stadion am Elsterweg kam die Elf von Trainer Ralf Kellermann vor 1 124 Zuschauern zu einem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Erfolg.

Lena Goeßling brachte die Wolfsburgerinnen mit einem direkten Freistoß aus 40 Metern in Führung (16.), Luisa Wensing sorgte per Kopf früh für klare Verhältnisse (27.), ehe Sara Björn Gunnarsdóttir der Ehrentreffer gelang (71.). Martina Müller erzielte den dritten Wolfsburger Treffer (89.).

Anzeige

Wolfsburg ohne Popp
Der VfL Wolfsburg musste krankheitsbedingt auf Alex Popp verzichten, doch die Gastgeberinnen drückten von Beginn an aufs Tempo. Martina Müller hatte mit einem Schrägschuss aus der Drehung die erste Chance (3.).

Frühe Chancen
Und nur Augenblicke später hatte Müller nach einem Schnitzer von Kapitänin Malin Levenstad mit einem Schuss von der Strafraumgrenze erneut die Führung auf dem Fuß (5.). Und auch Anna Blässe kam nach Hereingabe von Zsanett Jakabfi einem Treffer nah (7.) in der überlegen geführten Anfangsphase. Doch wie schon im Hinspiel leistete sich Wolfsburg vereinzelt Unachtsamkeiten, eine von ihnen hätte Anja Mittag fast zur Führung genutzt, doch Torhüterin Almuth Schult war auf der Hut (12.).

Goeßling trifft aus 40 Metern
Mit einem Sonntagsschuss gingen die Wolfsburgerinnen dann in Führung: Ein von unweit der Mittellinie getretener Freistoß von Lena Goeßling wurde lang und länger und sprang über die verdutzte Malmöer Torhüterin Thóra Helgadóttir hinweg zur Wolfsburger Führung ins Tor (16.).

Jetzt lesen
Frauen-Bundesliga: Clubs erhalten Zulassung für 2018/19

Wensing baut Führung aus
Zehn Minuten später bewies die isländische Nationaltorhüterin allerdings Klasse, als einen Schuss von Nadine Keßler parierte (26.). Doch nach der anschließenden Ecke von Verena Faißt musste sie erneut hinter sich greifen, denn Wensing beförderte den Ball per Kopf zum 2:0 ins Netz (26.).

Malmö vergibt Hochkaräter
Doch Malmö hatte wie schon im Hinspiel durchaus Torchancen: So musste Schult einen Mittag-Aufsetzer parieren (33.), Manon Melis schob nach schönem Pass von Mittag und Fehler von Wensing den Ball an Schult, aber auch am Tor vorbei (41.). Und auch ein Freistoß von Therese Sjögran verfehlte kurz vor der Pause nur knapp sein Ziel (45.).

Lena Goeßling

Erzielte ein Tor aus 40 Metern und schied später verletzt aus: Lena Goeßling © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Malmö erzielt Anschlusstreffer
Auch in der zweiten Halbzeit ließen die Gäste Gelegenheiten aus, ins Spiel zurückzufinden, etwa Melis, die nach schöner Vorlage von Bachmann den Ball nicht richtig traf (59.). Kuzr zuvor musste bei Wolfsburg Nilla Fischer verletzungsbedingt vom Feld, für sie kam Josephine Henning in die Partie. Doch auch Wolfsburg erarbeitete sich weitere Chancen, etwa Blässe mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (60.), auch Müller kam einem dritten Treffer zwei Mal nah (63. und 64.). Doch ansonsten ließ die Konzentration bei den Gastgeberinnen ein wenig nach.

Goeßling verletzt
Sara Björk Gunnarsdóttir brachte den Schwedinnen mit ihrem Anschlusstreffer noch einmal die Hoffnung zurück (71.). Und fast wäre der Isländerin gar der Ausgleich gelungen (76.). Kurz darauf musste Goeßling mit einer Bänderverletzung vom Platz. In den Schlussminuten hatte Wolfsburg noch einige brenzlige Situationen zu überstehen, doch Müller schloss einen Konter nach Pass der eingewechselten Lina Magull zum Endstand ab (89.).

Kellermann erleichtert
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Wir sind sehr erleichtert über dieses Ergebnis. Intern hatten wir uns durchaus etwas Druck gemacht. Wir wollten unbedingt in der Champions League überwintern, gerade auch angesichts des schwierigen Pokalspiels am Samstag in Frankfurt. Im Hinspiel hatte ich das Gefühl, dass die Mannschaft nicht befreit wirkte und auch etwas ängstlich gespielt hat. Daraus aber haben wir die richtigen Schlüsse gezogen. Von der ersten Minute an waren wir präsent, haben kompakter gespielt. Sicherlich hatte Malmö auch gute Torchancen, aber damit war angesichts der Klasse des Gegners zu rechnen. Ich bin sehr stolz, wie meine Mannschaft aufgetreten ist und wie sie sich gewehrt hat.“

Malmö beklagt mangelnde Chancenverwertung
Malmös Trainer Jonas Eidevall erklärte: „Erst einmal Glückwunsch an Ralf Kellermann zum Weiterkommen und auch für seine starke Mannschaft. Beim ersten Tor sahen wir sehr unglücklich aus, beim zweiten waren wir nicht gut positioniert. Ansonsten haben wir leider zu viele Chancen benötigt, um ein Tor zu erzielen. Das ist eigentlich alles, was ich meiner Mannschaft vorwerfen kann. Ich freue mich aber trotzdem, dass wir gegen diesen starken Gegner antreten konnten.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

50 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @GG: Ich sehe deutlich andere, deutlich komplettere Spielerinnen in der Liga, die allerdings zum Teil auf anderen Positionen spielen. Zum Teil noch auf der Suche nach Konstanz, haben diese Eigenschaften auch Kemme, Mjelde oder Maier. Auch Laudehr besitzt die Anlagen dafür, ist allerdings noch unkonstanter und hektischer.
    Übrigens, bei den deutschen Männern galten auch Schweinsteiger und Özil lange als die großen Strategen, die Lebensversicherung. Heute weiß man längst das, was andere schon lange vorher wussten, nämlich, dass Lahm ohne Zweifel die absolute Nummer 1 ist.

    Wenn man aber Goeßling als Lebensversicherung betrachtet, dann birgt das eine große Gefahr: Denn dann wird man sie weiter für unverzichtbar erklären und sie wird nicht rotiert. Was letztlich nur dazu führt, dass sie irgendwann körperlich komplett zerschunden ist und sich dann eine richtige Verletzung einfängt, wie Kulig z.B.

    Eine Spielerin ist invalide und die ganze Mannschaft ist im Eimer. Wenn ein Trainer das sieht, dass man zu abhängig wird, dann muss er eigentlich sofort die Konsequenz ziehen, dass er sie häufiger rausnimmt, gerade um dieses Loch bei einer auch kleineren Verletzung nicht zu riskieren.
    Schaut euch doch Barca an, was sind die ohne Messi? Für die spanische Liga reicht es noch, aber lass die mal gegen Bayern oder Real oder Dortmund oder Arsenal oder wen auch immer antreten. Da ist nix mehr von der Dominanz.
    Bayern dagegen kann auf alle verzichten. Da sitzt jeder mal auf der Bank: Kroos, Schweinsteiger, Ribery, Robben, Müller, Götze – und selbst Lahm wird, wann immer es geht, eine Auszeit gewährt, damit er nicht in die Gefahr kommt, zu hohen Belastungen ohne nötige Ruhezeiten ausgesetzt zu werden.

    Was die These der dominierenden Mannschaft in Europa betrifft, denke ich, dass diese Frage in Zukunft wieder eine deutsch-interne Frage sein wird. Dort aber haben zur Zeit Frankfurt und Potsdam klar die Nase vorne, und nach der Leistung von Potsdam heute muss ich sagen: Zurecht!

    Ich bin mir relativ sicher, dass diese Frage im Verlauf des Turniers noch geklärt wird, am besten im Finale. Und ich bin sehr davon überzeugt, dass Potsdam diese Frage für sich entscheiden können wird.

    Denn Potsdam ist NICHT von einer Spielerin abhängig. Bei Potsdam kannst du Simic rausnehmen und dafür Wells bringen, du kannst Wälti oder Bremer rausnehmen und dafür Göransson bringen, im Sturm sind Anonma, Hegerberg, Evans, Andonova und Nagasato eigentlich relativ gut miteinander kombinierbar. Am klarsten ist es noch hinten, aber auch dort, mit Cramer, Zietz, Singer hast du einfach mächtig Möglichkeiten.

    Doch Potsdam baut spätestens seit letzter Saison den Kader so auf, dass immer munter durchrotiert werden kann und durchrotiert wird!

    (0)
  • holly sagt:

    @ Dummkopf

    bin weder von der einen noch der anderen Mannschaft Fan. Wie schon weiter oben geschrieben gegen wenn hat der FFC den bisher überzeugt? Außer gegen Bayern niemand.
    Gut Wob hat in der Abwehr bisschen viel zugelassen in den beiden Spielen gegen Malmö.
    Das ich Bayern nicht so stark sehe habe ich ja schon vor Sasionbeginn vermutet, vor allem wenn Leistungsträger ausfallen.
    Und wie ich oben auch schon geschrieben hatte; ich vermute das es ein enges Spiel morgen geben wird. Hatte ja nix geschrieben davon wer gewinnt.
    Hätte das Spiel gerne im Stadion gesehen, aber habe mich für Köln gegen Bayern entschieden, da ich die Bayern Damen schon lange nicht mehr live im Stadion gesehen habe.

    (0)
  • holly sagt:

    @ Sheldon

    eigentlich teile ich deine Meinung zur Stärke von Potsdam. Aber wie du die Leistung von einigen Potsdamer Spielerinnen siehst, da kann ich dich garnicht verstehen.
    Simic ist meilenweit davon entfernt was letzte Saison eine durchschnittlich spielende Hanebeck gezeigt hat. A.Nagasato ist sicher nicht in Lage sich dauerhaft in die Mannschaft zu spielen.
    Anonma läuft schon seit 1,5 Jahren ihrer Bestform hinterher.
    Von Wells haben sich sicher alle viel mehr erhofft als sie bisher gezeigt hat.
    Trotz allem großen Respekt vor Potsdam wie die jedes Jahr eine super Truppe aus dem Hut zaubern.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @holly: Du bestätigst gerade nur das, was ich geschrieben habe. Keine Spielerin ist eigentlich wirklich überragend, und dennoch spielt Potsdam gut. Du kannst jede Spielerin rausnehmen und hast keinen großartigen Leistungsabfall als Mannschaft.

    Und das ist der große Vorteil gegenüber Wolfsburg!

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @holly: Von welchen Betrachtungen fällst du dann dein Urteil über Bayern, wenn du sie schon lange nicht mehr live gesehen hast. Ich kann auch so sagen: Bayern war gegen Wolfsburg nicht besser als gegen Frankfurt. Kommt aufs gleiche bei raus. Das, was Bayern an Chancen bekommen hat, haben Schult und die Abwehr verschuldet.

    Frankfurt dagegen hat nach vorne viel besser gearbeitet. Die Chance zum 1:0 war erzwungen, hat sich nicht durch eine Schwache Leistung der Bayern zufällig ergeben.

    Daher: Spielt Frankfurt morgen so wie bisher gesehen, hat Wolfsburg nix zu melden!

    (0)
  • holly sagt:

    @ Sheldon

    hatte geschrieben schon lange nicht mehr LIVE im Stadion gesehen.

    (0)
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon. Ach du hast ja eine „gesegnete“ Meinung zu WOB.Wenn ein User hier zum Ausdruck bringt allein L.Gößling sei d.Lebensversicherung von WOB, dann hast du offenbar deinen bisher gezeigten „Fußball-Sachverstand“ bei dem Thema WOB völlig ausgeklinkt.Natürlich wird man in wichtigen Spielen und bei entsprechender Fitness immer auch auf das DUO N.Kessler u.L.Gößling zurückgreifen, da Beiden in Normalform auf diesen Positionen in Europa kaum was Besseres entgegengesetzt werden kann.Auch deine „Favoriten“ werden immer auch in entsprechenden Spielen die TOP-Spielerinnen einsetzen. Für wie „blöd“ mußt du eigentlich R.Kellermann halten, daß er seine Spielerinnen und deren Belastungen nicht einschätzen kann, zumal er das ja auch in der letzten Saison hinbekommen hat.Wenn du schon so über die „Wölfinnen“ herziehst,dann doch wieder sachlicher und das auch dann im fairen Vergleich mit d.anderen Teams.
    Eigentlich ein wenig schade,daß du in letzter Zeit so einseitig geworden bist.Zu deiner „Bayern-Zeit“ warst du weniger „antipathisch“ und auch auf einem besseren neutral-kritischem Niveau.

    (0)
  • Dummkopf sagt:

    @GG schön, mal wieder von dir zu hören.
    Und bei Popp und Faisst und Goessling pflichte ich dir weitgehend bei. Aber darüberhinaus weiss ich nicht.
    Den „guten Weg“ musst du mir nochmal erklären. Seit Saisonbeginn bemüht man sich vergeblich, wenigstens alte Stärke wieder zu erreichen. Dieser Weg führte bisher also per saldo nach unten.
    Vernünftiges Offensivspiel (s.o.) ging von weniger überzeugend letzte Saison nach Fehlanzeige diese Saison. Man ist auf Standards angewiesen.
    Der Weg führte auf Platz 4, und das bedeutet nächstes Jahr keine CL Teilnahme statt führende Kraft.
    Und ob deine „Lebensversicherung“ überhaupt noch am seidenen Faden hängt, oder schon nicht mehr? Eine Abily war auch vor nicht allzu langer Zeit die Spielerin des Spiels im CL-Finale. Heute ist sie nur noch ein Schatten. Mit Goessling wird es leider auch so gehen. Mit jeder Minute mehr, die sie auf dem Feld steht, ist die Frage umso mehr nicht mehr ob, sondern nur noch wann.

    @sheldon.
    Na. doppelt verliebt beim Spiel FRA-Bayern?
    Bayern war in Wob 60Min extrem stark. Mangels konditioneller Fitness, Chancenauswertung, und Aufgrund der Ängstlichkeit, die der Trainer mit seinen Aussagen noch geschürt hatte, war man statt auf Sieg zu spielen, mit dem Unentschieden zufrieden.
    In FRA ist Bayern in etwa – ich will nicht sagen schwächer als Lev, obwohl es so aussah – aber jedenfalls nicht so stark wie Essen oder Weiterspielen aufgetreten. Der FFC hätte leicht höher gewinnen können, wenn sie gemusst hätten, und hat bloss 90% Leistunsfähigkeit zum ungefährdeten Sieg benötigt.
    Damals hatte ich, ausser dem Fehlen von Lotzen vielleicht Nervosität, und fehlende Erfahrung in solchen Top-Spielen verantwortlich gemacht. Heute nehme ich an, es war wohl eher der fehlende Wille.

    (0)
  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Du bist offenbar,was WOB betrifft, irgendwie @Sheldon-ifiziert, wenn man so deine Einschätzungen liest.Der 1.FFC hat doch trotz der „schwachen“ Wölfinnen, nur auf Platz 4!!,gehörigen Respekt,denn sie überlassen Nichts dem Zufall und haben auch erreicht,daß das Spiel von Sonntag auf Samstag vorverlegt wurde und nicht nur um die 1/2 Stunde am Samstag aus produktionstechnischen Gründen.Es ist klar,daß der 1.FFC derzeit die günstigsten Voraussetzuingen hat, das Pokalspiel zu gewinnen. Aber so über die Leistungen der Wölfinnen zu urteilen,obwohl sie eine deutlich höhere Belastung mit 2 CL-Spielen in wenigen Tagen zu absolvieren hatten und Frankfurt sich in Ruhe darauf vorbereiten kann, ist für mich schon etwas enttäuschend, weil nicht angemessen, ohne die noch nicht optimale Leistungen schönreden zu müssen.

    (0)
  • Dummkopf sagt:

    @altwolf
    solange ich bzgl. Wob von dir als sheldonifiziert, und von sheldon als altwolfiziert betrachtet werde, habe ich Chancen, den goldenen Mittelweg gefunden zu haben.

    (0)