Bayern siegt gegen Freiburg

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Der FC Bayern München hat am zweiten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga sein erstes Heimspiel in der neuen Heimspielstätte Grünwalder Stadion gegen den SC Freiburg gewonnen. Den Grundstein für den Erfolg legten die Münchnerinnen bereits in der ersten Halbzeit.

Beim 2:1 (2:0)-Sieg vor der enttäuschenden Kulisse von 1 465 Zuschauern, darunter DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg, Bundestrainerin Silvia Neid und Ex-Bundestrainerin Tina Theune, erzielten Europameisterin Lena Lotzen (23.) und US-Spielerin Amber Brooks (35.) jeweils per Kopf die Treffer für die Gastgeberinnen, kurz nach der Pause traf Sandra Starke für die Elf aus dem Breisgau (50.).

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Die Bayern eroberten sich von Beginn an größere Spielanteile und hätten früh in Führung gehen können, doch Sarah Hagen setzte nach nur 55 Sekunden einen Kopfball knapp übers Tor.

Führung durch Lotzen
In der Folge setzten die Münchnerinnen bei leichtem Regen zwar keine spielerische Glanzlichter, doch gegen harmlose Freiburgerinnen erarbeitete sich das Team von Trainer Thomas Wörle zahlreiche Eckbälle. Eine dieser von Katharina Baunach getretenen Ecken führte zur Führung, Lotzen traf per Kopf am langen Pfosten (23.).

Laura Feiersinger
Laura Feiersinger (re.) sorgte für viel Schwung © Karsten Lauer / FCB Frauenfußball

Schöner Flugkopfball von Brooks
Bayerns Selbstbewusstsein wuchs, nur Augenblicke nach der Führung schoss Brooks nur knapp übers Tor (24.). Es war bezeichnend, dass auch der zweite Münchner Treffer aus einem Standard resultierte. Einen Freistoß von Baunach verwertete Brooks per Flugkopfball zum 2:0 (35.).

Starke verkürzt
Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es für die Münchnerinnen in die Halbzeit, doch die Freiburgerinnen gaben sich noch längst nicht geschlagen. Nach einer Ecke von Sara Däbritz erzielte Starke aus heiterem Himmel den Anschlusstreffer (50.). Freiburg witterte nun etwas Morgenluft, ohne sich zunächst allerdings klare Torgelegenheiten zu erspielen, auf der anderen Seite streift ein Baunach-Eckball die Oberkante der Latte (66.).

Gefahr vor dem Bayern-Tor
Im Gegenzug versuchte es Sylvia Arnold mit einem Heber, doch Bayern-Torhüterin Kathrin Längert war auf der Hut (67.), beim anschließenden Eckball hatte Bayern allerdings Glück, sich nicht den Ausgleich einzufangen. Starke setzte sich wenige Minuten später am rechten Flügel gegen Baunach durch, doch Längert konnte den Schuss parieren (74.).

Lena Lotzen
Lena Lotzen freut sich über ihr Tor zum 1:0 © Karsten Lauer / FCB Frauenfußball

Ereignisarme Schlussphase
Auch in der Schlussphase kamen die Gäste zu Chancen, Freiburgs Kapitänin Juliane Maier schoss aus der zweiten Reihe knapp übers Tor (82.). Auch Brooks versuchte es für die Bayern noch einmal aus der Distanz (86.). Hagens Schuss kurz vor Ende aus aussichtsreicher Position wurde von Myriam Krüger geblock (90.). Durch den Erfolg übernahm der FC Bayern München vorerst mit vier Punkten die Tabellenspitze, während der SC Freiburg mit 0 Punkten aus zwei Spielen Tabellenvorletzter ist.

Trainerstimmen
Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Wir haben in der ersten Halbzeit gegen eine defensiv gut eingestellte Mannschaft gespielt, die uns nur wenig Raum gelassen hat, zu kombinieren. Wir hatten das Spiel aber im Griff und waren die dominante Mannschaft. Wir waren gut im Spiel, die Standards sind eine Qualität von uns. Ab dem Gegentreffer wurde es schwierig für uns, da sind wir ins Wanken geraten und Freiburg ist ein bisschen aufgekommen, wir haben dann den einen oder anderen Fehler gemacht. Trotzdem haben wir im Laufe des Spiels wieder mehr Kontrolle erlangt, aber wir mussten schon ein bisschen zittern. Wir nehmen den Sieg gerne mit, haben aber auch gesehen, dass wir weiterarbeiten müssen. Alles in allem ist die Heimspielpremiere gelungen.“

SC Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „Wir haben in der ersten Halbzeit einen dominanten FC Bayern München gesehen, der durch Standards gefährlich war. Das waren richtig tolle Aktionen, da mache ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf. DIe Halbzeitführung war verdient, unser Anschlusstreffer kam überraschend, obwohl wir das in der Halbzeitpause natürlich als Ziel augegeben hatten. Das Spiel war in der zweiten Halbzeit dann offener und verteilter, wir waren aber nach vorne insgesamt nicht zielstrebig genug, um noch das 2:2 zu machen. Ich bin nicht zufrieden, dass wir verloren haben, als Trainer will man natürlich immer gewinnen, aber es geht langsam in die Richtung, in die wir wollen.“

Frauenfußball-Bundesliga, Ergebnisse, 2. Spieltag

FC Bayern MünchenSC Freiburg2:1(2:0)
VfL Sindelfingen1. FFC Turbine Potsdam-:-
1. FFC FrankfurtSGS Essen-:-
FF USV JenaVfL Wolfsburg-:-
BV CloppenburgBayer 04 Leverkusen-:-
FCR 2001 DuisburgTSG 1899 Hoffenheim-:-

Tabelle

RangVereinSpieleTorePunkte
1.FC Bayern München23:24
2.Bayer 04 Leverkusen13:03
3.1. FFC Frankfurt12:03
4.TSG 1899 Hoffenheim11:03
5.BV Cloppenburg13:31
5.SGS Essen13:31
7.1. FFC Turbine Potsdam11:11
7.FF USV Jena11:11
7.VfL Wolfsburg11:11
10.VfL Sindelfingen10:10
11.SC Freiburg21:40
12.FCR 2001 Duisburg10:30

Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Sheldon
Sheldon

Drei Standardtore, ansonsten viel Kampf und am Ende viel Leerlauf. Ein Pflichtsieg für Bayern, bei denen mir Baunach (die bis jetzt an allen Bayern-Toren beteiligt war), Feiersinger und Lotzen sehr gefallen haben. Maier, Bürki, Brooks und Wenninger in Normalform. Schwachstelle ist bei Bayern klar Niki Cross in der IV. Das ist einfach keine Position für sie. Da gilt es zu hoffen, dass Lewandowski, Kleiner oder Jaser bald zurückkommen, um dort Alternativen zu haben. Im Mittelfeld Schnaderbeck wie immer recht unauffällig, aber durchaus passabel. Auch hier sollte man über Romert oder Cross auf dieser Position nachdenken. Im Sturm blieb Hagen mal… Weiterlesen »

enthusio
enthusio

Aller Anfang ist schwer. Eine Zuschauerzahl von 1.465 Personen trotz freiem Eintritt und Fanfest ist doch sehr enttäuschend. Ich hätte unter diesen Bedingungen mit 5000-8000 Zuschauern beim Eröffnungsspiel in diesem traditionsreichen Stadion gerechnet. Naja, wenigstens hab ich das Endergebnis richtig vorhergesagt 🙂 .

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Am Ende viel Leerlauf? Da muss EUROSPORT noch ein anderes Spiel übertragen haben!
Ich sah eine Begegnung, wo bis zum Ende Torchancen herausgespielt wurden, man sah, dass der SC unbedingt einen Punkt mitnehmen wollte. Das es an der Umsetzung haperte, steht auf der Kehrseite der Medaille…

enthusio
enthusio

Was mir noch auffiel: Erika Tymrak hat nach ihrer Einwechselung bei den Bayern in den letzten 6 Minuten des Spiels noch einmal erfrischende Akzente im Angriff gesetzt. Und für Lena Lotzen und Sandra Starke haben mich ihre Erfolgserlebnisse sehr gefreut. Das schönste Tor des Spiels war allerdings der Klassekopfball von Amber Brooks – und das vor den Augen ihrer extra aus den USA angereisten Mutter. 🙂

Marcel
Marcel

Ein spannendes Spiel auch wenn sich beide dann kurz vorm 16er schwer taten,aber dafür sind ja dann Standards da wenns so nicht klappen will.
Freiburg hat dann auch viel zu viele von diesen zugelassen so das es irgendwann „rapeln“ musste.Die Bayern nach dem Anschlusstreffer dann auch ziemlich konfus in der Defensive sieht auch noch nach viel Arbeit aus wenn man da oben mitspielen will.

Aber man sieht jedes Team muss sich alles hart erarbeiten das wird kein Spaziergang wer auch immer die Meisterschaft holt.

Sylvijaaa
Sylvijaaa

Bayern mit den gleichen Problemen wie in der letzten Saison. Aus dem Spiel heraus geht fast nichts. Sarah Hagen fand ich eigentlich noch am Besten vorne. Nach der Länderspielpause wird Tymrak sicher von Anfang an spielen. Kein Wunder, dass man im offensiven Mittelfeld nach einer Verstärkung gesucht hat. Freiburg enttäuschend in Halbzeit eins, haben sich aber danach gut ins Spiel gekämpft. Däbritz für mich hier die Aktivste. Man musste aber aufgrund der Verletzung von Clark die halbe Mannschaft umstellen. Das ist für Freiburg sicher schwerer als für andere Teams. Fand das Spiel gar nicht schlecht wenn man das Wetter berücksichtigt.… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@enthusio: Nur zum Stadion gucken geht in München niemand ins Stadion. Knapp 1500 ist okay.

Freier Eintritt ist da kein Lockmittel. Eher erfolgreicher und hochqualitativer Fußball. Ich denke, dass – wenn Bayern sich nun oben in Richtung CL-Plätze festsetzt – sich die Zuschauer Stück für Stück einstellen werden.

Thomas
Thomas

Letzte Saison verloren die Bayern zuhause gegen Freiburg und in WOB. Diese Saison holten sie in diesen Partien 4 Punkte, also eine klare Steigerung. Das die Partie von beiden Seiten nicht so doll war steht auf einem anderen Tablet, lag vielleicht auch am Wetter.

Dummkopf
Dummkopf

Bayern spielt immer nicht Fisch nicht Fleisch. In Wob haben sie schon 60Min grossartig gestanden und dann immer mehr nachgelassen. Hz2 heute war ohne Worte. Selten ein Spiel, dass sich dermassen dreht. Und das sieht leider auch nach einem Trainer-Führungsproblem aus. Bayern spielt sicher eine gute Grundordnung, nicht so chaotisch wie die Nationaltruppe, aber es hapert an vielen Details. NR1.: Das ABWEHRVERHALTEN bei Standards ist grausig. Keine Ordnung, keine Einteilung, kein System. Das ist TRAINERSACHE. Es scheint aber auch ein KONDITIONSPROBLEM zu geben. Hagen jetzt zwar insgesamt deutlich laufbereiter, aber dafür scheint ihr vor dem Tor und am Ende deutlich… Weiterlesen »

never-rest
never-rest

Die Bayern haben aus dem Spiel heraus sogut wie keine Chancen kreiert. Im Mittelfeld fehlt noch einiges für die absolute Spitze. Aber immerhin die Ecken und Freistöße sorgten immer für Gefahr und schließlich auch für Tore. Auch die Abwehr der Münchnerinnen wackelte insbesondere in der 2. Hz. bedenklich, als die Freiburg für einigen Wirbel sorgte und mehr als gefällig nach vorne spielte. Der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Wage mal die Prognose, dass sich Freiburg im gesicherten Mittelfeld festspielen und die Bayern trotz (noch) vorhandener Defizite dieses Jahr unter den ersten drei landen wird.

Sheldon
Sheldon

@Dummkopf: Deiner Analyse kann ich weitestgehend zustimmen. Auch ich sehe die Probleme so, wie du sie siehst, in Kondition und Zuordnung bei Standards. Die Formschwankungen sehe ich nicht so gravierend wie du, Bürki hat heute viel gearbeitet und stand sehr defensiv, wodurch ihr vorne vielleicht einfach dann die Puste ausgegangen ist. Wörle jetzt hier deswegen zu diskreditieren, sehe ich nicht als Lösung des Problems. Er arbeitet dort mit einer jungen, unerfahrenen Mannschaft zusammen, die ein verhältnismäßig kleines Budget hat. Alle Spielerinnen, die dort spielen, waren außer Maier und Längert bei deren Transfer absolute No Names. Ich würde gerne mal wissen,… Weiterlesen »